Ines Thorn
Wolfgatöchter
Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Wunderlich (18. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3805208628
€ 16,95
Rechte zum Zeitpunkt der Rezension:
© Cover - Infos - Quelle Verlag
Buchinfo:
Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und
Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb
und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet Reiche durch Zufall einem
Werber aus dem großen russischen Reich. Im Auftrag von Katharina II. soll er
deutsche Bürger in ihr Land holen. Endlich scheint sich für die heimatlose
Familie ein Ausweg aufzutun. Doch Russlands Härte trifft sie unerwartet. An der
Wolga folgen auf kalte, raue Winter heiße, staubige Sommer. Das Haus, in das
die Reiches einziehen, wurde einst von Kalmücken überfallen, die dort lebende
Familie ermordet. Immer obsessiver begibt sich Annmarie auf die Spuren von
Mariann, der ermordeten Tochter, während Aurora sich mit einem jungen Balten
auf eine gefährliche Affäre einlässt und Lydia zwischen zwei Männer wählen
muss: dem, den sie liebt und dem, der das Überleben an der Wolga sichert. Die
Schwestern kämpfen für den Erhalt ihrer Existenz, für die große Liebe und den
verdienten Erfolg - kurz: Sie kämpfen um ein Leben, das seinen Namen
verdient...
Mein Eindruck:
Mitte des 18.
Jahrhunderts zieht es viele Deutsche in das Land der unendlichen Weiten, nach
Rußland, dem Reich von Katharina der Großen. Dort hofften sie auf ein besseres
Leben. Für viele Siedler schien es ein Neuanfang zu sein, ihre Bedingungen,
dort zu leben, äußerst verheißungsvoll. Doch niemand war darauf vorbereitet
gewesen, wie hart das Leben sein würde. Monatelanger kalter, unbarmherziger Winter
an der Wolga, und dann die extremen heißen Sommermonate. Lebensumstände, die
die drei Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia nicht kannten. Über das
Schicksal der Wolgadeutschen kann man viel nachlesen.
Als die Reiches erfahren, dass in ihrem jetzigen Haus die
vorherige Familie von den Kalmücken ermordet worden war, fängt Annmarie an,
sich für die Geschichte und vor allem der Tochter des Hauses, Mariann, zu
interessieren.
Manche Situationen wirkten sehr beklemmend, doch im
nachhinein betrachtet, war es so zur damaligen Zeit. Und das die Schwestern
verständlicherweise auch nach Liebe, Hoffnung für ihre Zukunft suchten, lässt
hoffen. Wobei Lydia inzwischen schon verheiratet war.
Vom Schreibstil her hat mich die Geschichte
von Anfang an begeistert. Die Autorin versteht ihr Fach. Und so hat durch die
Thematik der Wolgadeutschen und ihren sehr lebendig beschriebenen Protagonisten
eine wirklich wunderbare Geschichte geschrieben.
Die fiktiven Charaktere der Familie Reiche und
anderen Nebencharaktere – eine gute Mischung zwischen all dem.
„Weit ist das Land, groß die Hoffnung“ – so steht es
auf der Coverrückseite. Und hier muss ich sagen, dass das Cover wirklich ein
Blickfang ist – wunderschön!
Fazit:
Ines Thorn hat mit ihrem Roman „Wolgatöchter“ eine sehr bewegende
Geschichte um die Siedler, den Wolgadeutschen zu Zeiten von Katharina der
Großen geschrieben. Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch auch mit
Leseunterbrechungen sehr gut lesen. Die Geschichte hat mich abgeholt und
gefesselt von Anfang an.
Vita
Ines Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als
Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und
Kulturphilosophie. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Bei
Wunderlich erschienen zuletzt ihre Romane "Teufelsmond" und "Das Mädchen
mit den Teufelsaugen".


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