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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Freitag, 27. Oktober 2017

Kurzmeinung || Ein Laden, der Glück verkauft ~ Beth Hoffman

Buchkauf 12/2014
Beth Hoffman
Ein Laden, der Glück verkauft
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (2. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462046543
SBN-13: 978-3462046540
Originaltitel: Looking for me
Jenny Merling (Übersetzer)
Gebundene Ausgabe 16,99
Taschenbuch 9,99

© Cover - Info
VERLAG





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Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Die wundervolle Geschichte einer Frau, 
die ihren Traum vom eigenen Antiquitätenladen verwirklicht



"Ein Laden, der Glück verkauft" habe ich mir bereits im Dezember 2014 gekauft, aber leider erst in diesem Jahr gelesen. Hier nun mein Leseeindruck:

Buchanfang:
"Manche Menschen laufen dem Leben voller Vorfreude und mit ausgebreiteten Armen entgegen. Andere öffnen lieber erst einmal die Tür einen kleinen Spalt und spähen vorsichtig nach draußen. Dann sind da noch die, die sich vom Leben verabschieden, lange bevor ihr Herz aufhört zu schlagen - sie sind kaputt, verbraucht, am Ende."
Theodora Grace Overman erfüllt sich ihren Traum. Schon als junges Mädchen liebte sie es, alte Möbel zu einem neuen Schatz aufzuarbeiten. Die Begegnung mit einem Antiquitätenhändler ermutigt sie in späteren Jahren, diesen aufzusuchen, um sich ihren Berufswunsch zu erfüllen. Ihre Mutter verzeiht ihr dies nicht.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive von Theodora, kurz Teddi genannt; jeweils im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Nach und nach bekommt man den Blick für das Gewesene, dem Verlust des geliebten Bruders, seines geheimnisvollen Verschwindens. Wie tief Teddi mit Josh verbunden war und wie sehr sie als auch die Eltern unter dem Verlust leiden, zeigt sich. Josh war schon immer sehr naturverbunden und das spiegelt sich in den Beschreibungen der Landschaft und seiner Orte wieder. Sehr vorstellbar.
Schon im ersten Kapitel begegnet der Leser ein ganz besonderer Charme, der sich durch das ganze Buch zieht. Es offenbart sich eine besondere Atmosphäre, sehr überzeugend der Schreibstil der Autorin Beth Hoffman. Es sind teils die ruhigen, leisen Töne - an den richtigen Stellen -, die mich als Leser in den Bann des Buches gezogen haben. Es fiel mir sehr schwer, es nicht in einem Rutsch zu lesen. Und das ist auch gut zu. Es heißt ja schließlich "LESEGENUSS".

"Ein Laden, der Glück verkauft", gehört für mich definitiv zu meinen Jahreshighlights 2017.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

 Genießen Sie das Buch. Ich kann es sehr empfehlen. 
Es hat seinen ganz eigenen Charme.


 Aus alten Möbeln kleine Schätze zaubern. Von Kindesbeinen an hat Teddi davon geträumt und dann wird dieser Traum eines Tages Wirklichkeit: ihr eigener Laden. Ein Roman über eine Frau, die ihr Glück mit eigenen Händen zu greifen weiß. Schönste Unterhaltung!
Als eines Sommertags Teddis Schicksal in Gestalt von Mr. Palmer, einem alten Antiquitätenhändler aus Charleston, auf der Farm ihrer Eltern in Kentucky auftaucht, dauert es nicht mehr lange und Teddi macht sich mit ihrem klapprigen Wagen und wenig Geld gegen den Willen ihrer Familie auf nach Charleston, South Carolina. Dort arbeitet sie viele Jahre in Mr. Palmers Antiquitätenhandel, immer in der Hoffnung, den Laden zu übernehmen, wenn Mr. Palmer in Rente geht. Doch es kommt alles anders: Der alte Mann stirbt plötzlich und der schöne Laden soll an Fremde verkauft werden. Aber Teddi gibt keine Ruhe, bis sie einen Weg findet, Mr. Palmers Laden selbst zu kaufen. Das liebenswerte Personal wird wieder eingestellt und »Teddis Laden« wird einer der schönsten Antiquitätenläden in ganz Charleston. Ihr Glück ist vollkommen, wären da nicht Miz Poteet, die fast täglich die wertvollsten Stücke klaut, und deren arroganter Sohn. Außerdem lässt Teddi das Schicksal ihres Bruders Josh nicht los, der seit Jahren spurlos verschwunden ist. Doch beide Geschichten nehmen überraschende Wendungen und verändern Teddis Leben von Grund auf.

Beth Hoffman wuchs auf der Farm ihrer Großeltern in Ohio auf. Sie interessierte sich von klein auf fürs Malen und Schreiben, wurde Innenarchitektin und gründete ihre eigene Firma. Nach einer schweren Erkrankung beschloss sie, ihren langgehegten Traum wahrzumachen und Romane zu schreiben. Ihr Debüt »Die Frauen von Savannah« war weltweit ein Erfolg. Beth Hoffman lebt mit ihrem Mann und drei klugen Katzen in Kentucky.
Website der Autorin 

Sonntag, 5. August 2012

Kurzreport (05) Der Geschmack von Apfelkernen

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Katharina Hagena
Der Geschmack von Apfelkernen
Taschenbuch: 254 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1. (18. August 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3462041491
€ 8.99

Verlagsinfo:
Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen - bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.
Über den Autor:
Katharina Hagena, geboren 1967, studierte Anglistik und Germanistik in Marburg, London und Freiburg, forschte an der James-Joyce-Stiftung in Zürich und lehrte am Trinity College in Dublin sowie an der Universität Hamburg. 2006 erschien ihr Buch Was die wilden Wellen sagen. Der Seeweg durch den Ulysses (marebuchverlag). Sie lebt als freie Autorin in Hamburg.

Mein kurzes Statement:
Mit „Der Geschmack von Apfelkernen“ hat die Autorin ein wirklich besonderes Buch geschrieben.
Es geht um Vergangenes, um das Heute, um die Zukunft.
Und über allem schweben die Erinnerungen an die Kindheit.
Die Protagonistin Iris erbt das Haus ihrer Großmutter Bertha. Diese war nach jahrelangem Aufenthalt in einem Heim gestorben, sie litt unter Demenz. Bertha hinterläßt drei Töchter, Harriet, Inga und Christa.
Nunmehr bleibt Iris für ein paar Tage in Bootshaven. Will sie das Haus überhaupt? Und warum erbt ihre Mutter Christa nicht das Haus?
Erinnerungen an ihre Kindheit, die Zeiten der Ferien mit ihrer Cousine Rosemarie und deren Freundin Mira werden wach. Was ist mit Max, dem jüngeren Bruder Miras?
Drei Schwestern, Harriet, Inga und Christa – drei Freundinnen, Iris, Rosemarie und Mira.
Das Leben dieser ist eng miteinander verbunden und dann wiederum doch nicht. Drei unterschiedliche Schwestern, die sich nach langer Zeit zur Beerdigung ihrer Mutter wiedersehen.
Die Familiengeschichte der Frauen ist derart glaubwürdig geschrieben, dass man fast meint, es ist so geschehen.
Nichts sollte einen davon abhalten, während des Lesens genüßlich an einem Apfel zu knabbern, auf einem Stiel herumzukauen – irgendwie wähnt man sich in Berthas Apfelgarten und eigene Erinnerungen an die Kindheit werden wach.

Man sollte dieses Buch unbedingt lesen. Für einige Stunden läßt es den Alltag vergessen.
Geschrieben auf verschiedenen Zeitebenen, lebt die Geschichte von einer beeindruckenden Sprache, wirklich etwas Besonderes.
Das Cover von „Der Geschmack von Apfelkernen“, schlicht und einfach, und doch von der Idee mit dem blühenden Apfelblütenzweig und den halbierten Äpfeln passend gestaltet.
Fazit:
Manchmal braucht das Leben etwas länger, um am Ziel anzukommen. Die Geschichte „Der Geschmack von Apfelkernen“ – ein sehr empfehlenswertes Buch.
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