► Hinweis - Blogposts ◄
Links in meinen Posts kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung. Diese Info erfolgt aufgrund der DSGVO. Diese können zu anderen Webseiten, sei es Verlags- oder Autorenseiten, Facebook oder andere Blogs führen. Ebenso Coverabbildungen. Mein Blog ist ein Hobbyblog. Von daher erfolgen diese Links ohne jedweden Auftrag oder eine Bezahlung. Ich habe keine Affiliate-Links in meinen Posts eingefügt. Rezensionsexemplare geben meinen persönlichen Leseeindruck wieder. Ich erhalte hierfür kein Geld oder jedweden anderen Obolus. Die Bücher werden gemäß §2 Nr. 5 TMG deklariert bzw. mit Danksagung an den Verlag für das Exemplar.
In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
Posts mit dem Label Sigrid Hunold-Reime werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sigrid Hunold-Reime werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 14. Juni 2012

Rezension (172) Die Pension am Deich




Sigrid Hunold-Reime
Die Pension am Deich
Frauenroman
Broschiert
277 Seiten
Verlag: Gmeiner 1. Auflage
13. Februar 2012
Sprache: Deutsch
ISBN: 13-978-3839212745
€ 9,90


Verlagsinfo:
IM UMBRUCH  Tomke ist wieder allein. Paul hat sich nun doch für seine Frau entschieden. Frustriert stürzt sich Tomke in die Arbeit in ihrer Frühstückspension, doch am liebsten würde sie auf ihre Homepage schreiben „Paare unerwünscht, Singles bevorzugt.“ Zu ihren Gästen gehört die verträumte Liebesromanautorin Anne, die gedrängt wird, endlich realitätsnahe Geschichten zu schreiben. Außerdem ist da Monika, perfekt organisierte Ehefrau und Mutter von Zwillingen. Als ihre Kinder sich entschließen fernab der Heimat zu studieren, fehlt Monika eine Aufgabe und auch in ihrer Ehe beginnt es zu kriseln …

Begleiten Sie drei grundverschiedene Frauen auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Glück – sensibel und wunderschön erzählt.

Leseprobe:

Statement:
"Sensibel und wunderschön erzählt" - ein locker, charmant geschriebener Frauenroman füge ich dem hinzu.
Drei Frauen treffen in "Die Pension am Deich" aufeinander und Schritt für Schritt entwickelt sich aus Vergangenem, denn jede von ihnen trägt ein unsichtbares Päckchen mit sich, ein Miteinander auf der Such nach ...
Da ist als erstes Tomke, die nach ihrer jahrelangen Liason mit Paul nun wieder allein ist. Tomke ist Witwe, Kinder aus dem Haus, was macht man z. B. bei einem Neustart? Natürlich erst einmal eine äußerliche Veräönderung. Und so trägt sie jetzt anstatt ihrer langen Haare raspelkurz. Frustriert, aber motiviert, hat sie den Plan umgesetzt und ihre kleine Frühstückspension renoviert und neu eröffnet - in Horumersiel.
Als erstes reist Monika an, die mit einem Kurzurlaub an der See von ihrem Mann überrascht wird.
Der zweite Gast ist Anne, Autorin, wohnhaft in Hameln. Für Tomke wird das eine Riesenüberraschung werden, wenn sie erfährt, dass das DIE Linda Loretta ist.
Anne, alleinerziehende Mutter einer pupertierenden Tochter, leidet mal wieder an ihrer jährlichen Pollenallergie. Sie haßt die Jahreszeit. Und so paßt es gut, dass die Tochter für eine Woche bei der Freundin wohnt und Anne kurzfristig Urlaub in Horumersiel bucht.
Die Charaktere Anne ist mir natürlich sofort sympathisch gewesen, zumal die Autorin sie in unserer gemeinsamen Heimat Hameln ansiedelt. Die Beschreibungen, wenn auch nur kurz von Hameln, ein bißchen von hier und der Ausblick dort. Und den erwähnten Ohrberg (S. 79) gibt es wirklich. Die Bahnfahrt von Hameln nach Hannover und und und ...
Da sind sie nun, die drei Frauen: Tomke, Anne und Monika, nicht zu vergessen, Frank, Monikas Ehemann.
Die eine versucht ihre Ehe zu retten, die andere will die Zeit zum Nachdenken und Schreiben  nutzen, auch wie ihr weiteres Vorgehen als Autorin sich gestalten soll, nicht immer nur Liebesgeschichten zu schreiben. Annes Lektorin hat ihr den Rat gegeben, von ihrem Liebeseinheitsbrei Abschied zu nehmen und etwas Neues zu wagen. Und dann ist da noch Kees-Jan, dem Vater ihrer Tochter. Viel zu oft muss sie immer noch an ihn denken.
In wechselnder Perspektiove der drei Protagonistinnen nimmt die Autorin den Leser locker und unbeschwert mit in die Handlung hinein. Und mit jedem neuen Kapitel kommen sich die Frauen näher, öffnen sich, manchmal ungewollt, nicht immer planmäßig. Denn bei keiner läuft alles in rechten Bahnen, doch das entspricht genau dem, was sich z. B. Annes Lektorin wünscht: realitätsnahe Charaktere.
Tomke, Anne und Monika, sie treffen sich genau an dem Punkt, wo jede von ihnen gerade zur rechten Zeit eine gute Freundin braucht.
Was ist das Besondere oder besser gefragt, was ist das Glück der Freundschaft?
Ich schließe mein Statement einfach mal so - Punkt, Schluss.
Denn so ist es auch im Buch "Die Pension am Deich" - bewußt gemacht von der Autorin? Ich denke schon, denn ein Ende kann und sollte ruhig offen bleiben.
Die Story geht bestimmt weiter, irgendwann, sicherlich aber wieder mit Tomke (hoffen ***)
Fazit:
"Die Pension am Deich" fasziniert vom wirklich hervorzuhebenden Schreibstil der Autorin, den ich ja vom "Janssenhaus" kannte. 
Ein gelungener Roman, eine erfrischende Lektüre, die man nicht nur "hinterm" Deich lesen kann bzw. sollte.
Ich gebe meine absolute Leseempfehlung.
Fünf Bucheulen

Montag, 28. März 2011

Rezension (14) Janssenhaus



Autor: Sigrid Hunold-Reime
Janssenhaus
Kriminalroman
Gmeiner-Verlag277 Seiten
Sprache: Deutsch
Erschienen: Februar 2011
Paperback
ISBN 978-3-8392-1123-6
9,90 €
Klappentext:
Familienbande: Emma von Odenwald, 31-jährige Köchin aus Hannover und immer noch Single, fühlt sich gegenüber ihren erfolgreichen, glücklich verheirateten Eltern als Versagerin. Sie ist zierlich, blond und hat mit ihren groß gewachsenen Eltern auch keine äußerliche Ähnlichkeit. Bei einem Frustbesäufnis mit ihrer besten Freundin Sandra Gabers gesteht Emma ihr, dass sie das Gefühl hat, adoptiert worden zu sein. Sandra überredet Emma zu einem Gentest über das Internet. Als das Ergebnis keine Übereinstimmung zeigt, konfrontiert Emma ihre Eltern damit. Widerstrebend nennen sie ihr eine Adresse in der Nähe von Pilsum und gestehen ihr, dass es keine legale Adoption war. Emma macht sich auf die Suche nach ihrer Herkunft und stößt dabei auf ein Meer von Lügen und Verstrickungen.

Statement:
"Anfangs lieben Eltern ihre Kinder; wenn sie älter werden, halten sie Gericht über sie; manchmal verzeihen sie ihnen." Oscar Wilde
So steht es am Anfang des Buches geschrieben. Wenn man am Ende der Handlung angekommen ist und es noch einmal liest, kann man vieles noch mehr verstehen bzw. nachvollziehen. Wie vielen Eltern mag es zu der damaligen Zeit so gegangen sein und wahrscheinlich auch noch heute. Die Frage bleibt ungeklärt und hat sich nur der Rezensionistin nach dem Lesen aufgetan.
Beginnend im Jahre 2009 aus der Sicht von Emma von Odenwald geschrieben, wechselt es kapitelweise rückschauend in das Jahr 1976, den Beginn der Ereignisse. Und so führt uns die Autorin mit dem zeitlichen Jahreswechsel durch das ganze Buch.
Bis zu diesem einen Tag hatte Emma immer geglaubt, die Tochter von Elisabeth und Gunther von Odenwald zu sein. Als ihr letzter Freund Hannes vor zwei Wochen mit ihr Schluss gemacht hatte, stand Emma wieder einmal vor dem privaten Nichts, ratlos, denn keine ihrer Beziehungen hatte es über die Zwei-Jahres-Grenze geschafft. Vor ihren Augen taucht das Bild ihrer glücklich verheirateten Eltern auf, ein perfektes Paar eben. Emma kann es nicht verstehen, dass ihre hochintelligenten Eltern ein Kind aufgezogen haben, dass mit Mühe ihr Abitur geschafft hat. Das Gefühl, ein Kuckucksei zu sein, anders als sie, bringt ihre Freundin Sandra auf die Idee, über das Internet eine Genanalyse zu machen. Und dann kam das Ergebnis, die Bestätigung für Emma: Keine Übereinstimmung. Warum, fragt sie, warum habt ihr mir das vorenthalten? Es wäre eine nicht legale Adoption gewesen und sie sollte nicht überstürzt handeln. Emma ist richtig wütend, aber zugleich auch enttäuscht. Nachdem sie nunmehr erfahren hat, dass Grete, die ehemalige Haushälterin ihrer Eltern, ihnen das Kind mit den Adoptionspapieren anvertraut hat, macht sich die Protagonistin aus Hannover mit vielen offenen Fragen auf den Weg in den hohen Norden. Ein kleines Dorf sei es, Richtung Emden, in der sogenannten Krummhörn. Dort würde Greta Schenk wohnen. Würde sie dort eine Antwort erhalten, warum sie, Emma, vor 31 Jahren weggegeben wurde? Auf der Suche im Ort wird Emma ungläubig von jedermann, den sie anspricht und nach dem Weg fragt, angeschaut. Zum Janssenhaus, zu dem blinden Janssen? Wollte sie da wirklich hin? Die kriegen doch kaum Besuch.
Jedes Kapitel überrascht aufs Neue, sei es durch unerwartete Eröffnungen, aber auch durch die Schilderung ihres erstes Besuches bei Greta Schenk in diesem muffig, verdreckten Janssenhaus. Eine Mutter, die vor ihr steht, glanzlos, ein Hauch von Mensch. "Halt ein, Emma, lass es" ... Emma gibt sich bei ihrem ersten Besuch noch nicht zu erkennen, sie träumt davon, wie sie Greta an ihrem Geburtstag am nächsten Tag überraschen will und diese ihr ein sauberes, ordentlich aufgeräumtes Haus zeigt. Vergangenheit und Gegenwart, die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil, den Leser an die Hand zu nehmen, in die Geschehnisse einzutauchen. Man spürt förmlich in den Zeilen die aufgewühlten Emotionen von Emma nicht locker zu lassen, endlich wissen zu wollen, was war in der Vergangenheit geschehen. Als Emma am nächsten Tag zum Janssenhaus geht und ihr niemand aufmacht, entdeckt sie zwei Leichen: die blutüberströmt am Boden liegende Greta Schenk und ihr Lebensgefährte Janssen, erhängt. Was war hier geschehen?
Die Mordkommission aus Wittmund rückt an und mit ihr Kommissar Strothe. Obwohl er nur eine Nebenfigur in diesem Buch ist, könnte man am Ende der Geschichte davon ausgehen, dass es kein Ende zwischen Emma und Strothe sein wird. Die zarten Bande zwischen ihnen waren fein herauszulesen.
Durch Emmas Auftauchen in dem kleinen Ort, kurz danach die beiden Leichen im Janssenhaus, das Graben in der Vergangenheit fühlt sich jemand in der Krummhörn bedroht. Ganz außer Acht lässt sie die Bitte ihrer Eltern, die mit ihr reden wollen. Die ganzen Ereignisse, die angeblichen Morde und ein anonymer Brief an Emma veranlaßen ihre Freundin Sandra, Tomke Heinrich in die Krummhörn zu schicken. Emma will endlich die wirkliche Wahrheit wissen, denn das hier jemand etwas zu verbergen hat, ein Geheimnis vertuschen will, das ist ihr klar geworden.

Fazit:
Eine interessante Handlung - ein Krimi, aber nicht der klassischen Art, wie man es sich vorstellt -  der Einblick gibt in die Lebensart der Generationen von Vergangenheit und Gegenwart. Sehr lebendig, fast bildlich, werden dem Leser die unterschiedlichsten Geschichten von Frauen herüber gebracht, denn sie sind doch wiederum alle miteinander verbunden. Es war mein erstes Buch der Autorin und sie hat mich überzeugt durch ihr feines Gespür, ihre Art und ihren Schreibstil machen das Buch zu einer wahren Freude. Das Cover im satten Grün gehalten, der verwitterte Zaun, die mit Moos überwucherte Mauer lassen nur erahnen, was sich dahinter verbirgt.
Ich war sehr angetan von dem Buch. Es wird mit Sicherheit zu den Büchern gehören, die ich irgendwann einmal wieder in die Hand nehmen werde. Absolut lesenswert, empfehlenswert.

Ich vergebe 5/6 Bucheulen