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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Freitag, 30. August 2019

Aufbruch in ein neues Leben - Die Hebammen-Saga ~ Linda Winterberg

Das Licht der Welt.

Berlin 1917: Edith, Margot und Luise könnten unterschiedlicher nicht sein, als sie sich bei der Hebammenausbildung kennenlernen. Was sie jedoch verbindet, ist ihr Wunsch nach Freiheit und Selbständigkeit – als Flucht vor dem dominanten Vater, vor der Armut der Großfamilie oder den Schatten der Vergangenheit. In einer Zeit, in der die Welt im Kriegs-Chaos versinkt, ist die Sehnsucht nach Frieden genauso groß wie das Elend, mit dem die drei Frauen täglich konfrontiert sind. Aber sie geben nicht auf, denn sie wissen, dass sie jeden Tag aufs Neue die Chance haben, Leben zu schenken …

Die große Hebammen-Saga: historisch fundiert, atmosphärisch und voller liebenswerter Figuren.

Linda Winterberg || Aufbruch in ein neues Leben
Die Hebammen-Saga || TB 400 S.
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (12. Juli 2019) 
ISBN-13: 978-3746635460 || € 12,99
Gelesen 08/2019

Mein Leseeindruck:

Der vorliegende Roman beginnt vor gut über einem Jahrhundert. Im Sommer 1917 verlässt Luise ihr Heimatdorf in Ostpreußen, um eine Ausbildung an der neuen Hebammenlehranstalt in Neukölln zu beginnen. Sie war als Waise bei der Großmutter aufgewachsen. Oma Else war die einzige Hebamme in der Umgebung. Und so war es nur natürlich, dass Luise mit den Gegebenheiten des Berufs vertraut wurde. Luise hatte lange nicht einsehen wollen, dass sie weg von daheim sollte. Doch die Großmutter setzte sich durch. Ohne eine Anerkennung würde sie, Luise, nicht praktizieren dürfen. Auf dem Weg zur Hebammenschule begegnet ihr Edith, die ebenfalls hier ihre Ausbildung anfangen will. Man sah ihr an, dass sie aus besserem Hause stammte. Ihre Eltern besaßen ein großes Kaufhaus. Aber Edith wollte ihren eigenen Weg gehen. Vor der Schule treffen sie auf eine junge Frau, die einen ziemlich verschüchterten Eindruck machte. Margot war unschlüssig, ob sie wirklich hierher gehörte. Doch sie besaß ein Schreiben, dass sie für die Ausbildung kein Geld bezahlen brauchte. Man hatte sich für sie beim Professor eingesetzt, dass dies auch Frauen ermöglicht werden sollte, die aus ärmeren Kreisen kamen. So finden sich drei junge Frauen, und darauf wird eine echte Freundschaft. Und das heißt gemeinsam durch dick und dünn.
Schon von Beginn an wird der Leser mitgenommen in eine Zeit, die sich so manch einer gar nicht vorstellen mag. Alles was man aus den Zeiten vor, während als auch nach dem Ersten Weltkrieg weiß, entnimmt man den Geschichtsbüchern. Umso erfreulicher ist es, wenn Autoren ein Thema wie dies hier aus der Zeit aufgreifen für einen Roman. Hier halt die Hebammenlehranstalt und Frauenklinik. Dass diese zum 1. Juli 1917, also im dritten Jahr des Ersten Weltkriegs eröffnet wird, mag ein Segen sein. Aber wiederum zeigen sich die schlimmen Auswirkungen des Krieges, hinzu kam die Hungersnot als auch die hohe Rate der Kindersterblichkeit. Unter welchen Bedingungen die arme Bevölkerung arbeitete und lebte, der mangelnden Ernährung und die Unsauberkeit, hier hat die Autorin herausragende Hintergrundrecherche betrieben und diese mit ihrer Handlung verwoben.
Bei ihren Beschreibungen konnte man sich direkt in die jeweiligen Situationen hineinversetzen. Die Charakteren und Nebenfiguren sind vielschichtig und lebendig gezeichnet. Sei es die  politische Situation als auch gesellschaftliche Strukturen, zu dem vor allem das Elend der Arbeiter gehörte, werden so dem Leser nahegebracht. Von den Familiengeschichten der drei Frauen ist es Margot, aus deren Leben viel offenbart wird. Was man dann auch rundum auslegen kann. Während Edith gegen den Widerstand ihrer Eltern ihre Ausbildung macht, kommen Luise ihre Kenntnisse aus dem Leben mit der Großmutter zugute. Bei allen ist zu spüren, sie lieben ihren Beruf.

"Aufbruch in ein neues Leben" ist ein lesenswerter historischer Roman, der mich vor allem durch die drei sympathischen Protagonistinnen als auch durch die Beschreibungen der damaligen Zeit überzeugen konnte. Es ist eins von diesen Büchern ☺, die man nicht weglegen man.  Absolute Leseempfehlung.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Band 2  "Jahre der Veränderung" erscheint am 20. Januar 2020
Band 3  "Schicksalhafte Zeiten"   erscheint am 17. August 2020
Definitiv eine Reihe, die ich sehr gern weiterlesen werde!

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aufbau  Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar 

Ein ganz starker Auftakt der Hebammen-Saga

Dienstag, 21. Juni 2016

|| Rezension || Das Haus der verlorenen Kinder ~ Linda Winterberg

Linda Winterberg
Das Haus der verlorenen Kinder
Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (18. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 374663220X
ISBN-13: 978-3746632209
€ 12,99

© Cover / Info - Kauflink
VERLAG










Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

 Nimmt man einer Mutter ihr Kind …

Lesemeinung

In dem Roman "Das Haus der verlorenen Kinder" geht es um die sogenannten Tykerbarna, Deutschenkinder. Das waren Kinder von norwegischen Frauen und deutschen Soldaten. Hier gab es die Organisation, der Lebensbornverein, die wie auch in Deutschland, das propagandierte Erbgut "verwalteten". Der Autorin begegneten während ihrer Recherche dramatische Schicksale, wie halt auch die um Lisbeth und Oda. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Zurückblickend im Prolog beginnt es 1942 in Norwegen. Lisbeth und Oda, zwei unzertrnentliche Freundinnen, hatten sich in deutsche Soldaten verliebt. Sehr schnell werden sie schwanger. Doch dann müssen beide Männer an die Ostfront. Zur damaligen Zeit war es eine Schande, wenn Frauen von deutschen Männern ein Kind erwarteten. Fortan leben beide in dem Haus des Lebensbornvereins. Kinder diesen Ursprungs galten als arisch rein und wer die Zeitgeschichte kennt, weiß was gemeint ist.
Deutschland 2005: Die junge Marie ist Vollwaise. Für ein soziales Jahr geht sie in ein Altenheim nahe Wiesbaden. Dort trifft sie u. a. auf Betty. Mit ihren über 80 Jahren ist diese noch sehr rüstig. Sie freunden sich an. Aber es gibt auch Zeiten, wo Betty in der Vergangenheit weilt. Aber drüber sprechen will sie nicht. Ein geheimnisvolles Päckchen mit einem Tagebuch, welches in norwegischer Sprache abgefasst war, führt Marie in das Heim. Sie ist auf der Suche nach ihren Wurzeln.

Das Thema "Deutschenkinder" als auch die Buchinfo haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Es gehört zu den dunklen Kapiteln aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Mir war das Thema zuvor unbekannt gewesen. Dass das bis in die Gegenwart aktuell ist, liegt sicher an der Tatsache, dass viele dieser Kinder immer noch nicht ihre wahre Identität feststellen konnten.
Auf die Handlung gehe ich nicht weiter ein. Die kurze Buchinfo ist aussagekräftig genug.

Die Geschichte von Oda und Lisbeth als auch Marie und Betty, hat mich gleich gefangen genommen, wa auch mit an dem flüssigen und sehr angenehmen Schreibstil der Autorin lag. Der Autorin ist es durch die wechselnde Erzählperspektive gelungen, die Geschichte nachhaltig zu erzählen. In diesem Buch wird wieder einmal sehr deutlich, welche Rolle die Frau in der damaligen Zeit spielte. Das hat mich sehr berührt.

"Gegen das Vergessen", in diese Kategorie möchte ich das Buch einordnen.
In ihrem Nachwort schreibt die Autorin über ihre Recherche. Man kann sich bei Interesse auf einer bekannten Plattform ausführlich informieren. Es ist hochinteressant, so viel sei schon verraten.

"Das Haus der verlorenen Kinder" erhält von mir klare Leseempfehlung. 

Zitat S. 485
"Die Stille, nur durchbrochen von den Rufen der Lachmöwen." Betty lächelte. "Keine Autos, keine Paketboten, niemand, der den Fernseher bis zum Anschlag aufdreht, kein Getratsche auf dem Flur. Absolute Ruhe, Friedlichkeit und der Geschmack von Salz und Luft. Wie sehr ich das vermisst habe."



Hinter Linda Winterberg verbirgt sich Nicole Steyer, eine erfolgreiche Autorin historischer Romane. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern im Taunus und begann schon im Kindesalter erste Geschichten zu schreiben. Bei einer Reise nach Norwegen stieß sie auf die historischen Fälle, die diesem Roman zugrunde liegen und die sie nicht mehr losließen


 Norwegen, 1941: In dem kriegsgebeutelten Land verlieben sich Lisbet und ihre Freundin Oda in die falschen Männer – in deutsche Soldaten. Ihre verbotene Liebe fordert einen hohen Preis, und die beiden jungen Frauen verlieren alles, was ihnen lieb ist. Ausgerechnet bei den deutschen Besatzern scheinen sie Hilfe zu finden, doch dann wird Lisbet von ihrer kleinen Tochter getrennt. Erst lange Zeit später findet sich ihre Spur – in Deutschland.

Eine dramatische Geschichte um zwei junge Frauen in Norwegen im Zweiten Weltkrieg, deren Schicksal bis in die Gegenwart reicht



Der Vergangenheit auf der Spur - ein Roman, der sich zu lesen lohnt!