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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)
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Mittwoch, 1. Dezember 2021

Unter einem anderen Himmel ~ Josefine Blom

 

Ein malerisches Reetdachhaus an der Ostsee, eine spontane Reise und eine Entdeckung, die eine Familie endlich zusammenführt …

Zuhause ist da, wo die Menschen sind, die man liebt – ein ergreifender Roman über Liebe, Familie und das Finden der eigenen Wurzeln.

Josefine Blom ist das Pseudonym des Autorinnen-Duos Tania Krätschmar und Danela Pietrek. »Unter einem anderen Himmel« ist ihr erster gemeinsamer Roman. Geschrieben wurde zusammen an der Ostsee, in Tschechien und in Spanien. Wenn die Autorinnen in Hamburg und Berlin sind, wo sie mit ihren Familien leben, wird gezoomt, geskypt und geteamst: über ihre Kinder, ihre Gärten und ihre Geheimnisse – aber vor allem über ihre gegenwärtigen und zukünftigen Romane.

Josefine Blom
Unter einem anderen Himmel
Herausgeber ‏ : ‎ Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (25. Oktober 2021)
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Broschiert ‏ : ‎ 384 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764507558
€ 15,00 / Gelesen 11/2021

Zitat S. 172
Alles hat seine Zeit im Leben, die Liebe, das Glück und eben auch die Trauer.

[̲̲̅̅M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]


Mit Roland hatte Stella ihre große Liebe gefunden. Zu ihrem Familienglück gehört die vierzehnjährige Nele. Roland war Wissenschaftler und heute sollte er einen wichtigen Vortrag im Hamburger CCH halten. Doch danach hätte er eine Überraschung für sie, so waren seine Worte. Die Familie lebte in Hamburg. Doch so langsam wurde die Wohnung zu klein. Schon lange waren sie auf der Suche nach was eigenem. Stella arbeitet als freie Übersetzerin. Schon lange wartet sie auf ein angekündigtes Manuskript. Der Autor hatte sie ganz persönlich angefordert für diese Übersetzung. Wie so oft kam Olga vorbei. Olga war Trauerrednerin. Stella und Olga waren seit der Kindheit beste Freundinnen. Mit acht Jahren verlor Stella ihre Eltern und wuchs danach in der Familie von Olga auf. Es war so, als wären sie leibliche Schwestern. Als der schreckliche Anruf kam, war Olga gerade bei Stella. Von einer Minute zur anderen änderte sich das Leben für Stella und Nele. Nch Rolands Tod erfährt Stella, dass dieser ein Haus in Haffkrug gekauft hatte. Das sollte die Überraschung werden.
Wie so oft in der Vergangenheit hatte Roland wieder einmal eine Entscheidung ohne Stella getroffen. Auch finanziell hatte er alles für den Hauskauf verbraucht. Umso wichtiger war es, dass Stella das Manuskript bekam.
Doch erst einmal fährt sie mit Nele nach Haffkrug. Als sie das Haus sieht, geht ihr das Herz auf. Es war genau ihr Traumhaus, wie sie es sich vorgestellt hatte. Doch das Haus ist bewohnt. Die ältere Dame, Teresa Petersen, hatte lt. Kaufvertrag lebenslanges Wohnrecht. Das hatte Stella wohl überlesen. Aber welcher Hintergedanke verbarg sich mit dem Hauskauf? Man wird es erfahren.
In Cornwall lebt und arbeitet der Autor John Harding. Er schrieb an "Marthas Geschichte". Es war die von seiner vor kurzem verstorbenen Nachbarin Ida. Sie war sein Ruhepool schon seit Kindheit an. Ida war es, die sein Talent zum Schreiben erkannte. Und von ihr erfuhr er ihre Geschichte. Sie war im Sudetenland geboren und mit ihrem Mann, "Mr. William", wie sie ihn nannte, 1946 nach Cornwall gezogen. Nun war Ida tot und er konnte keinen Abschluss schreiben. Das Buch war anstrengend.
Zitat S. 66 "Thema - Flucht aus dem Sudetenland, die letzten Tage des Dritten Reichs und das Neuerwachen der Demokratie in Deutschland, angelehnt an das Einzelschicksal einer jungen Frau -"
Seine Lektorin setzte ihn unter Druck und so schickt das das fast fertige Manuskript an Stella. Diese tobt, denn ohne dem Ende kann sie sich nicht in die Geschichte hineinversetzen, um es zu übersetzen.
Die Geschichte wird jeweils von den Protas der Gegenwart erzählt. Hinzu kommen die Einblendungen der Vergangenheit im Sudetenland.
Eine Reise in die Vergangenheit wird es, als John Stella nach Prag kommen lässt in der Hoffnung, hier den perfekten Abschluss zu finden.
Ob an der Ostsee oder in Prag, kraftvolle Bilder führen uns die jeweiligen Schauplätze als auch die Atmosphäre plastisch vor Augen.
Als angenehm empfang ich die Einblendungen des aktuellen Manuskripts. Es sind die Rückblicke zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und Idas Weg in ein neues Leben.
Was hinter dem geheimnisvollen Hauskauf von Roland steckt, welche Überraschung auf Stella wartet, spoilert zu sehr.
Hier haben zwei Autorinnen einen gemeinsamen Roman geschrieben, der mich als Leser von Beginn an nicht mehr los ließ!
Und am Ende wird man noch mit köstlichen Rezepten versorgt. Ich werde sie in bälde ausprobieren.
Ich möchte euch den Roman "Unter einem anderen Himmel" ans Herz legen - lest es!

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Herzlichen Dank an Tania Krätschmar für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info / Zitate  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag

Ein beeindruckender Roman, der lange nachhallt …

Donnerstag, 25. Oktober 2018

(Rezension) "Die Rückkehr der Apfelfrauen" ~ Tania Krätschmar

Gelesen 10/2018
Tania Krätschmar
Die Rückkehr der Apfelfrauen
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. September 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783734106286
ISBN-13: 978-3734106286
E 9,99


Cover - Info - Verlag

Weitere Infos siehe unten







Wenn die Bäume Äpfel tragen,
 ist es Zeit zurückzukehren …


Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

Vor vier Jahren hatten die Freundinnen Eva, Nele Julika, Marion und Dorothee  über eine Internetanzeige ein Haus mit einem riesigen Apfelgarten geerbt. Dies lag in der Mark Brandenburg. Ein kleiner beschaulicher Ort, dessen Idylle nunmehr durch ein Bauprojekt zerstört werden sollte. Ein Herr Seidel wollte dort einen privaten Spielclub errichten und die Baumaßnahmen hatten schon begonnen. Sehr zum Leid nicht nur der Dorfbewohner, sondern auch von Eva und Dani. Diese planten ein Baumhaushotel im Apfelgarten. Dazu hatte Dani, die Tochter des Bürgermeisters und verheiratet mit Gandalf, Anträge gestellt. Eva war als einzige der Frauen in dem Dorf geblieben, hatte geheiratet und wohnte nebenan auf dem Lohhof. Derzeilt weilten die Frauen in Venedig, wo Julika wohnte. Der Kurzurlaub tat ihrer Freundschaft gut, sahen sie sich doch viel zuw enig. Nun hatte Danis Mann eine Reise gewonnen und sie brauchte Hilfe. Es gab in diesem Jahr eine Apfelschwemme! Und sie sollten die Reise sofort antreten. Dann hatte sich noch ein Herr aus dem Ministerium bezgl. der Gelder angekündigt. Soweit die Vorgeschichte. Dass die Freundinnen zusammenhalten, beweisen sie indem die Koffer gepackt werden und alle geschlossen nach Deutschland zurückkehren.
Viele Äpfel bedeutete viel Arbeit. Und dann taucht da noch so ein Fremder auf, dessen Wissen über Bäume, Apfelsorten und Tiere beeindruckt. Er darf im Apfelgarten campen. Zwischen ihm und Nele entwickelt sich ein erst merkwürdiges und doch nachvollziehbares Verhältnis. Auch wenn die fünf Frauen unterschiedlich sind, verbindet alle die Freundschaft. Es mag ratsam sein, den Vorgängerband gelesen zu haben "Eva und die Apfelfrauen". Die Charaktere sind liebevoll und glaubhaft, ebenso wie Felix, dessen Geheimnis am Ende gelüftet wird. Aber man kann es eigentlich schon in der Handlung erahnen. Für die Frauen hatte sich damals ein Traum erfüllt und den wollten sie sich durch so einen Spekulanten wie den Seidel nicht kaputt machen lassen.
Passend zur Jahreszeit, die Äpfelbäume hier waren voller reifer, roter Früchte, erschien nach gut vier Jahren der Folgeband. Es mag eine fiktive Geschichte sein, doch man bekommt Sehnsucht, sich an diesen Ort zurückziehen zu wollen.
Natur ist etwas Heilsames, es streichelt die Seele.
Der Roman ist flüssig geschrieben und man kann sich vieles bildhaft vorstellen. Den 26 Kapiteln steht obenan jeweils ein Spruch, die alle irgendwie mit dem Apfel in Verbindung gebracht werden. Ich mag diesen:
Zitat S. 89
Hätte Eva im Paradies einen Spaten gehabt und etwas damit anfangen können, hätten wir nicht die ganze traurige Geschichte mit dem Apfel.
Elizabeth von Arnim

Wisst ihr eigentlich wie viele Apfelsorten es gibt?! Nach dieser Geschichte bin ich um einiges schlauer geworden, gerade auch weil die Ausführungen zur Natur mich interessierten.

Alles in allem war es ein Ende, was mir gefallen hat und ich denke, den Apfelfrauen auch. Eine angenehme Unterhaltungslektüre, eine Geschichte des Lebens und der Freundschaft, eine Geschichte zum Wohlfühlen.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 4,5 Lesegenuss-Bücher 

Land unter im Apfelgarten: Die Äste biegen sich vor Früchten – aber Dani, die in dem alten Haus mit dem weitläufigen Obstgarten wohnt, muss verreisen! Wer kümmert sich um die Ernte? Kurzerhand fahren ihre Freundinnen Eva, Nele, Julika, Marion und Dorothee in die brandenburgische Provinz. Für die fünf beginnt ein wunderbarer Altweibersommer auf dem Lande. Aber leider gibt es ein Problem. Denn ein korrupter Kerl im Dorf gefährdet Danis Traum, ein Baumblütenhotel zu eröffnen. Doch köstliche Apfelrezepte machen stark, und die Freundinnen haben nicht nur männliche Unterstützer, sondern auch eine großartige Verbündete – die Natur …


© Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal


... und weiter geht es mit den "Apfelfrauen" ♥

Freitag, 15. September 2017

Rezension || Luisa und die Stunde der Kraniche ~ Tania Krätschmar

Gelesen 08/17
Tania Krätschmar
Luisa und die Stunde der Kraniche
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373410419X
ISBN-13: 978-3734104190
€ 9,99

Cover - Info - VERLAG








Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Wenn die blaue Stunde naht, ist es Zeit, seine Träume zu leben.

Luisa Mewelt ist seit nunmehr sieben Jahren mit Richard Hartung zusammen. Sie leben in Berlin, genießen das Leben, den Luxus, die tolle Dachgeschosswohnung von Richard, die er sich dank seines Berufs leisten kann. Richard ist in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Die 38-jährige Luisa ist Goldschmiedin und hat ihr Atelier mit einer kleinen Wohnung im Souterrain des Hauses. Doch ihr Leben spielte sich oben bei Richard ab. Berlin im Spätsommer, Schauplatz Dachterrasse. Richard macht seiner Luisa einen Heiratsantrag. Wie sich herausstellt, braucht er sie als Ehefrau, Vorzeigefrau. Er hat ein Topangebot in London erhalten und das würde für ihn einen weiteren Karrieresprung bedeuten. Schon in acht Wochen, Anfang November, soll der Umzug und auch die Heirat erledigt sein. Doch Luisa gehört zu den Menschen, die sich oft nicht entscheiden, wankelmütig sind. Ganz im Gegensatz zu ihrer jüngeren Schwester Emilia. Zu ihrer Familie hat Luisa allerdings so gut wie keinen Kontakt mehr. Grund ist die Person Richard. Dieser erklärt Luisa in einem Endlosgespräch, dass er sie dort braucht. Doch sie nimmt sich eine Auszeit, Bedenkzeit.
Zwei Wochen heim auf den Darß, nach Zingst, dort wo die Familie das Haus des Großvaters für sich behalten hat. Als Rückzugsstätte. Schon auf dem Weg nach Zingst macht Luisa Bekanntschaft mit einem für sie merkwürdigen Typen, der sich später als der Kranichexperte schlechthin entpuppt. Eine weitere, irgendwie seltsame Begegnung hat sie ebenfalls Anfangs, als ihr Mary begegnet. Immer wieder taucht diese auf und die Schilderungen aus ihrem Leben sind so lebendig, identisch mit Luisas. Erkennt diese rechtzeitig ihren Weg? Kann Mary ihr die Augen öffnen? Von ihr erfährt Luisa ebenso, dass Kraniche Glücksvögel sind.

Zitat S. 136 || Weil sie die Freiheit verkörpern. Den Tanz im Wind. DAs Grenzenlose. Die Nähe zum Himmel. Die Natur. Tausend Kraniche muss man falten, um von den Göttern einen Wunsch gewährt zu bekommen, heißt es in Japan. ||

Eigentlich ist Luisa es klar geworden, dass sie Richard nicht heiraten wird. Darin bestätigt sie auch der Besuch ihrer Schwester mit den Nichten. Wie hat sie diese vermißt, die Familie. Und sie genießt den Umgang mit Jan, entdeckt die Liebe zur Natur wieder. Es ist die Zeit der Kraniche, Es ist ein großartiges Schauspiel, diese ziehenden Kraniche am Himmel zu sehen.
Und ihre Liebe zu den Standuhren des Großvaters, die in dem Haus stehen. Was ist schon Zeit?
Doch es kann eng werden, denn Mary teilt ihr mit, dass sie nur noch bis Äquinoktium auf der Insel sei. Und immer wieder fragt sich Luisa, wie es angehen kann, dass nur sie Mary sieht und niemand sie kennt oder je gesehen hat.

Der Autorin ist es durch ihre gelungene bildliche Schreibweise, den Darß, die Orte, die Landschaft, überhaupt die Natur und die Vögel vorzustellen. Ich war zwar schon einmal dort, allerdings nur als Tagestourist. Und da nimmt man nicht alles so auf. In die jeweiligen Situationen sich ineinzuversetzen, dass ist Tania Krätschmar wieder einmal gelungen. Sie versteht es, Gefühle, Emotionen authentisch wiederzugeben.
Mit Charme und Liebe hat die Autorin ihren Charakteren Leben gegeben und dazu mit verschiedensten Eigenschaften, egal ob Beruf oder Talente, ausgestattet. Luisas Entscheidungen, ein Hin und Her, zeigen auf, dass sie den Boden unter ihren Füßen noch festigen muss. Vor allem, dass sie sich als LUISA nicht verbiegen lassen sollte. Wird es ihr gelingen, die Luisa zu sein, die sie möchte und nicht die von einer anderen Person geprägte Luisa?

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Und sicherlich gibt es dort draußen, irgendwo auf dem Darß, einen Ort dieser traumhaften Ostseekulisse.

"Luisa und die Stunde der Kraniche" ist nicht nur die Geschichte von Luisa Mewelt, sondern auch die ihrer Familie, die ihren Ursprung im Haus Zugvogel hat, ein Zufluchtsort, Heimat. Das Thema Kraniche spielt schon eine große Rolle im Roman und man erfährt so einiges über ihr Leben, den Kranichzug, ihr Verhalten. Das Thema Zeit, Großvaters Standuhren, die wie der Leser erfährt, nur Luisa aufziehenkann, es von ihm gelernt hat, es hat alles eine große Bedeutung. Es ist eine besondere Atmosphäre, die die Geschichte umgibt. Von Beginn an nimmt es dich mit auf eine Reise, lässt dich eintauchen in das Leben von Luisa und rundum, aber vor allem bringt es dich in eine traumhafte Landschaft mit besonderem Zauber.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ 

Das Buch beginnt mit einem Zitat von Plinius der Ältere, geboren 23 nach Christus: "Zur Nachtzeit stellen die Kraniche Wachen auf, die mit einem Fuß einen kleinen Stein hochhalten. Lassen sie ihn schlafmüde fallen, so wird ihre Unachtsamkeit offenbar. Die anderen Kraniche schlafen, von einem Fuß auf den anderen wechselnd, den Kopf unter einem Flügel geborgen."

Alles Im Leben Ist Eine Frage Der Zeit.

Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.


Wenn die Kraniche über die Ostsee fliegen, beginnt die magische Stunde zwischen Tag und Nacht, in der die Zeit ihren eigenen Gesetzen folgt: Das wusste schon Luisas Großvater, der Standuhren sammelte. Seltsam still ist es ohne ihn, findet Luisa Mewelt, als sie die Tür von »Haus Zugvogel« öffnet. Zwei Wochen will die Schmuckdesignerin im Ferienhaus der Familie an der Ostsee allein über den Antrag ihres Freundes Richard nachdenken. Doch alles kommt anders: Ein gewisser Kranichexperte, ebenso unwiderstehlich wie frech, kreuzt ihren Weg. Und immer wieder trifft Luisa die alte Mary, deren Ansichten über das Leben sie seltsam berühren …

Anmerkung:
Im Interview auf der blanvalet-Seite steht: "Dann kreuzt der Kranichexperte Simon Sommerfeldt ihren Weg. Die anfängliche Antipathie dreht sich, besonders, als Simon die neunjährige Amelie (Typ 1 Diabetes) rettet. Aber fast noch wichtiger als Simon ist Mary, eine rätselhafte alte Dame, mit der Luisa immer wieder zusammentrifft, die viel aus ihrem vergangenen Leben erzählt, was Luisa seltsam berührt.
Im Buch heißt er aber Jan"


Eine wunderschöne Geschichte mit Tiefgang
Stimmungsvolle, berührende Geschichte über das Leben, die Liebe und die Zeit.

Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag  für das Leseexemplar.
Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung

Samstag, 5. November 2016

Rezension || Nora und die Novemberrosen ~ Tania Krätschmar

Tania Krätschmar
Nora und die Novemberrosen
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734102421
ISBN-13: 978-3734102424
€ 9,99

Cover / Info Verlag



Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Der Duft von weißen Rosen, eine alte Gärtnerei und ein schicksalhaftes Erbe …



"Nora und die Novemberrosen" ist der Titel des neuen Buches von Tania Krätschmar. Der Klappentext hat mich sehr angesprochen, ebenso ist das Cover ein Hingucker.   Ich kenne ja inzwischen schon einige Bücher von der Autorin und war gespannt, welche Geschichte sich hinter diesem Titel verbarg.
Der Prolog beginnt zu Zeiten des Dritten Reichs im vergangenen Jahrhundert. Handlungsort ist eine Gärtnerei in der Mark Brandenburg.
Zitat S. 7/9
"Das Loch zu graben war anstrengend gewesen. Trotz der Kälte war ihr ganz heiß. Aber nun stand die Rose da, wo sie hingehörte - hinter den beiden Gewächshäusern, deren Glasscheiben beschlagen waren.  …Die Rose würde Triebe haben und irgendwann ihren Platz vor der dunklen Hecke erhellen wie ein vom Himmel gefallener Stern. … "Wachse schön", flüsterte sie dem kleinen Rosenstock zu und berührte rasch, wie zur Bestätigung, den Anhänger an der feinen goldenen Kette, die sie um den Hals trug."


Gegenwart - Handlungsort Berlin: Hier macht der Leser die Bekanntschaft mit den Bewohnern eines Hauses, die allesamt füreinander da sind. Da ist die alleinerziehende Nora mit ihrer Tochter Fanny, der Rentner Udo, dessen Frau vor nicht langer Zeit verstorben war und er nunmehr täglich zum Friedhof geht, die resolute Margarete und Ellie. Sie kümmern sich auch um Fanny, während  Nora in einem großen Gartencenter ihren Job nachgeht. Dann verliert sie ihren Job. Und zu allem kündigt ihr Vermieter in einem Brief "grundlegende Veränderungen" an, welche er in einem persönlichen Gespräch in absehbarer Zeit erläutern wird. Nun denken natürlich alle, dass das Haus wohl verkauft werden soll und sie sich neue Wohnungen suchen müssen.
Während eines Ausflugs in die Mark Brandenburg, woher Udos Frau stammte, stoßen sie durch Zufall auf eine ziemlich abseits gelegene verfallene Gärtnerei.
Zitat S. 75
"Wie geheimnisvoll!
Eine alte Gärtnerei.
Ein wucherndes grünes Rätsel.
Pflanzen, deren Alter niemand kannte."

Dass hier etwas ganz Besonderes war, spürten sie. Denn wie sonst konnte es sein, dass in ihnen längst vergessene Erinnerungen wach wurden? In ihnen wächst eine Idee. Sie wollten die Gärtnerei wieder beleben. Die Nachforschungen ergaben, dass das Haus schon Jahrzehnte leer stand. Nun war es Eigentum des Bundes, so schien es jedenfalls. Denn Erben konnten keine ermittelt werden. Für das Quintett wird dies ihr neuer Rückzugsort. Sie finden Hinweise auf den alten Besitzer, forschen nach, und letztendlich müssen sie das Grundstück besetzen. Ganz langsam lüftet sich das Geheimnis, als ein fremder Mann mit ausländischem Akzent auf dem Grundstück auftaucht.
Zitat S. 301
"My dear Liam, diesen Brief schreibe ich auf Deutsch.
Seit du als Vierjähriger Apfelkerne in die Erde gesteckt, sie jeden Tag gegossen und die kleine Pflanze dann gehegt und gepflegt hast, wusste ich, dass uns etwas verbindet. … Die Liebe zum Gärtnern."


In einer teils bildhaften, flüssiger Sprache, unterhaltsamen Dialogen hat die Autorin wiederum eine ganz tolle Geschichte zu Papier gebracht. Ich mochte die Hauptfigur. Sie war authentisch, aber auch ihre Mitbewohner-/streiter, alles passte perfekt.
Und was es mit den Rosen, den Novemberrosen, auf sich hat? Lest selbst. Es lohnt sich.
Man sollte nie seine Träume vergessen, viel mehr wagen, und doch glückliche Momente genießen.
Zitat S. 318
Schillernde weiße Flügel flatterten zu Boden. Fanden sich zwei kleine Hälften  auf ihrem kurzen Weg zur Erde, konnte man einen winzigen Moment lang einen grünen Stern erkennen."

 

Die Geschichte um Nora, ihren Freunden und der alten Gärtnerei hat ihren Ursprung im Dritten Reich. Jeder weiß um die Judenverfolgung.  Vielleicht gibt es doch schicksalhafte Fügungen und ein Ende ist auch immer wieder ein Anfang.
Von mir gibt es daher eine klare Kauf- und Leseempfehlung


 5 Lesegenuss-Bücher  


Als Nora und ihre drei Freunde eine verlassene Gärtnerei in der Mark Brandenburg entdecken, beschließen sie: Sie werden die verkrauteten Beete beackern, die maroden Gewächshäuser bepflanzen und sich hier ihr eigenes Paradies schaffen. Doch die Verwaltung findet das nicht akzeptabel und sperrt die vier aus. Ist der Traum verblüht? Keineswegs: Kurzerhand besetzen Nora und die Novemberrosen die alte Gärtnerei. Plötzlich sprießen Schlagzeilen, die Zahl ihrer Unterstützer wuchert – auch wenn das verwunschene Grundstück das Geheimnis seiner Vergangenheit noch längst nicht preisgegeben hat …
   

Ein Roman, der sich zu lesen lohnt!
 

Samstag, 28. März 2015

(Rezension) Clara und die Granny-Nannys - Tania Krätschmar



Tania Krätschmar
Clara und die Granny-Nannys 
Taschenbuch
384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442382996
€ 9,99
auch als EBOOK erhältlich

 Cover  / Infos -
VERLAG




Das Buch hatte ich mir Ende letzten Oktober gekauft, schon vor einiger Zeit gelesen und nun möchte ich euch meinen Leseeindruck nicht vorenthalten!

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Nanny gesucht - Granny gefunden

Meine Meinung:

Durch ein Gespräch mit ihrer Mutter, Elke Tinkermann, kommt Clara Behrens auf eine gute Idee. Der eigene Sohn Leoin ging nach den Sommerferien für ein Jahr als Au-pair ins Ausland. Warum sollte so etwas nicht für ältere Frauen geben, Grannys, die als Nanny arbeiten würden?
Zitat S. 13

"Sie hat gesagt, man soll sich seine Träume erfüllen, solange es geht. Sie hat sich selbst gemeint, aber auch mich."

Ihr Mann Tommi unterstützt Claras Idee und wenn die Granny-Nanny-Agentur gut laufen würde, wollte diese ihren unliebsamen Job kündigen. Er bemerkte an, dass die Zeitung, bei der er arbeitete, darüber einen Artikel veröffentlichen würde.

Suse Hartema, alleinstehend, lebte an der ostfriesischen Küste und führte dort zusammen mit ihrem Bruder das Restaurant "Zur Robbe". Leider lief alles nicht so gut, zumal ihr Bruder Bodo mehr denn je dem Alkohol zusprach. Seit fast zwanzig Jahren führte Suse ein eher eintöniges Leben, ab und an mal einen Mann, doch keiner blieb. Bis sie im Hamburger Abendblatt den Artikel über die Granny-Nanny-Agentur liest und in ihr den Wunsch weckte, mal ein anderes Leben zu führen.

Karen Parobat, seit achtzehn Jahren geschieden, lebte im beschaulichen Fischbachtal und frisch gebackene Pensionärin. Heute war ihr letzter Tag als Lehrerin gewesen und sie freute sich auf das neue Leben. Ja, wenn da nicht die Tochter mit den Enkelkindern wäre, die sie ausgerechnet heute dringend als Kindermädchen-Ersatz braucht. Sicher, Karen liebte ihre beiden Enkel. Allerdings war sie sauer, dass der Schwiegersohn nicht mal einspringen konnte, die Tochter dringend zum Job musste und der angeblich kranke Babysitter putzmunter ihr im Supermarkt begegnet. Hatte ihre Tochter gedacht, sie sei jetzt im Ruhestand und könnte weiterhin jeden Tag auf die Enkel aufpassen? Weit gefehlt, denn Karen hat andere Pläne. Als sie zufällig den Bericht über Clara Behrens und die Granny-Nanny-Agentur sieht, steht ihr Entschluss fest.

Die Dritte im Bunde ist Hanni, verwitwet, lebt sie in einem Hundert-Seelen-Dorf, Weihenzell. Ihr Sohn Ben war mit Gitta verheiratet, was keinen davon abhielt, an der immer wieder kehrenden Tradition des sonntäglichen Mittagessen festzuhalten. Doch immer öfter ließ sich Gitta entschuldigen. Hanni liebte Kinder und wünschte sich natürlich Enkel. Ben ist es, der Hanni dazu drängt, nicht weiterhin so festgefahren zu leben.
Zitat S. 35 "Du bist viel zu jung, um alt zu sein!"
Im Internet hatte er von der Granny-Nanny-Agentur gelesen und will, dass seine Mutter sich damit beschäftigt. Zu lange war sie unselbständig gewesen, alles hatte der Mann von ihr ferngehalten. Auch die technischen Erneuerungen wie Internet. Es dauert ein paar Tage, dann aber ruft Hanni Clara Behrens an.

Alle drei Frauen erhalten die Nachricht, dass Berlin bzw. Umland für die nächsten Monate ihr neues Umfeld mit Job sein würde.
Obwohl ihnen der Sprung ins kalte Wasser nicht leicht fällt, gelingt es mit Clara Behrens Anregung, sich jeden Montag im Cafe Maiwald zu treffen. Es macht einfach Freude, die Entwicklung der drei Frauen zu sehen. Vor allem Hanni, Überraschung pur! Zwischen ihnen entwickelt sich eine ganz tolle Freundschaft, mit Ecken und Kanten. Das gehört dazu. Allein die Vorstellung, wie Hanni den Umgang mit dem Smartphone lernt, köstlich.

Jede der Gastfamilien ist eine Herausforderung an die Grannys und schweißt die drei Frauen zusammen. Tania Krätschmar hat die Charaktere authentisch beschrieben und die Stadt Berlin als Handlungsort ist einfach ideal.
Multi-Kulti! Ich liebe Berlin!
Zitat S. 378
 "Ja, Berlin hat uns verändert", sagte Karen.

"Das Vierteljahr hat uns verändert", sagte Hanni.

"Hoffentlich hat es mich auch verändert", murmelte Suse, aber das hörte nur Hanni.

Es war eine herrliche Lesezeit, die ich mit diesem Buch hatte und möchte keine Sekunde davon missen. Ein Roman für Jung und Alt, mutmachend, denn das Leben bietet so viele Möglichkeiten. Ich würde mir eine Fortsetzung der Granny-Nanny-Agentur mit anderen Charaktere wünschen.


Vita
Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.

Mittwoch, 29. Januar 2014

(Rezension) Eva und die Apfelfrauen ~ Tania Krätschmar




Tania Krätschmar
Eva und die Apfelfrauen
Taschenbuch
352 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442381128

€ 9,99

auch als EBOOK erhältlich





  Cover/Info/Vita " Verlag blanvalet" 

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
 


Meine Meinung:
Alternde Frauen sollten bedenken,

dass ein Apfel nichts von seinem Wohlgeschmack verliert,

wenn ein paare Fältchen die Schale kräuseln.

Auguste Brizeux

(Zitat S. 5)

Fünf Freundinnen feiern den 50. Geburtstag von Julika im Mirror’s, hoch über dem Potsdamer Platz. Belanglose Gespräche, ein bißchen dies und das, und die Aussichten auf das Alter. Die Idee eine Weg zu gründen, nimmt Formen an und endet schließlich damit, dass sie eine Annonce aufgeben zwecks großem Wohnraum. Es folgen einige Buchseiten mit den Angeboten auf ihr Inserat, bis Eva, die die Angelegenheit delegiert, von dem Journalisten Max von Steinbrech kontaktiert wird, der zwecks eines Artikels über Generationshäuser bzw. alternativen Wohnmodellen im Alter Recherche betreibt.
Einige Wochen später erhält Eva Post von einem Notar. Es stellt sich heraus, dass eine ältere Dame den Frauen testamentarisch ein Grundstück mit geräumigem Wohnhaus in Wannsee hinterlassen hat. Doch es ist nicht das Berlin-Wannsee, sondern ein ca. 60 km von Berlin entferntes kleines Dorf in der Mark Brandenburg mit dem gleichen Namen.
Auflage der alten Dame:
(S. 37) „Das Minimum der Verweildauer sollte jedoch der Länge des Reifeprozesses der Äpfel entsprechen.“
Gesagt, getan. Nach etlichen Diskussionen, der Vor-Ort-Besichtigung, der Tatsache, dass es sich hier um keinen kleinen Apfelgarten handelt, sondern Hunderte von Apfelbäumen, der Umzug nach Wannsee nimmt Formen an.
Sollten die Frauen diese Saison durchhalten, wäre das Haus ihr Eigentum und danach könnte man es ja verkaufen.

Die Geschichte ist ohne viel Schnick-Schnack geschrieben, klar und deutlich, wie aus dem Leben gesprochen. Von der großen Stadt aufs Land. Schon mancher ist daran gescheitert.
Tanja Krätschmar hat selbst fünfzehn Jahre viel Zeit auf einem Bauernhof in der Mark Brandenburg verbracht, wie sie in ihrem Dankeschön schreibt. Diese Erfahrungen hat sie mit in das Buch einbringen können, so dass vieles tatsächlich so gewesen sein könnte.
Jedes Kapitel fängt mit einem Zitat an, passend zum nachfolgenden Inhalt – meine Meinung. Der lockere Ton zieht sich durch die gesamte Handlung und hat mich oft zum Lachen gebracht.
Wer nun denkt, es ist alles locker, fluffig, tolles Landleben und so, ahnt sicher, wenn fünf unterschiedliche Frauen, jede eine eigene Persönlichkeit, auch ihre Schwierigkeiten miteinander haben werden. Da heißt es entweder zusammenraufen, durchhalten oder alles über Bord werfen und die Segel streichen.

Fazit:
„Eva und die Apfelfrauen“, ein humorvolles Buch, richtig gut zu lesen und es bietet tolle Unterhaltung, mit Hintergrundthemen, die zu beachten sind, alles eben auf eine liebenswürdige Art.


Von der Großstadt aufs Land, Entspannung und Unterhaltung pur.

Vita
Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.