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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Rezension (113) Kissed by an Angel


Elizabeth Chandler
Kissed by an Angel
Verlag: Loewe
Aus dem Amerikanischen von Claudia Max
ab 13, 1. Auflage 2011
256 Seiten
ISBN 978-3-7855-7360-0
Klappenbroschur
12,00 € 
Ab 13 Jahre 


 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension



Der Verlag schreibt:
Ivy hat ihr Leben lang den Engeln vertraut und sie oft um Hilfe gebeten, wenn es ihr schlecht ging. Aber als sie und ihre große Liebe Tristan zusammen im Auto verunglücken und Tristan dabei getötet wird, verliert Ivy ihren Glauben an die Himmelswesen. Und so kann sie auch nicht spüren, dass ihr geliebter Tristan selbst nach seinem Tod bei ihr ist – als ihr persönlicher Schutzengel. Während Ivy mit ihrem Schmerz kämpft, bemüht sich Tristan verzweifelt um ihre Aufmerksamkeit. Darüber vergisst er fast seinen himmlischen Auftrag: Herauszufinden, wer ihn töten wollte.
Ihn – oder vielleicht Ivy?
Statement:
„Kissed by an Angel“ beginnt mit dem Unfall der beiden Protagonisten Tristan und Ivy, die Jungverliebten. Allerdings überlebt nur Ivy den Crash. Die Autorin führt den Leser nunmehr in den nächsten Kapiteln in die Vergangenheit, den Anfang aller Dinge, baut die Handlung geschickt auf, bringt dem Leser die Charaktere und ihr Leben nahe. Was war der Hintergrund, dass Ivy so sehr an Engel/ Schutzengel glaubt und was für eine Rolle spielt Tristan in ihrem Leben?
Als kleines Kind hatte Ivy ein traumatisches Erlebnis, denn sie wäre beinahe ertrunken. Doch wie durch ein Wunder wurde sie gerettet und für Ivy war es ihr Engel, der ihr zu Hilfe kam. Diesen Glauben an Engel behielt sie immer bei. Als ihre Mutter sich nunmehr neu verheiratet, gibt es für Ivy und ihren Bruder eine weitere Veränderung. Sie ziehen in die Villa von Andrew, dem neuen Mann ihrer Mutter, und dessen Sohn Gregory, mit dem Ivy die Highschool besucht.
Doch beide Geschwister fühlen sich nicht wohl in dem neuen Heim. Tristan, der Sunnyboy der Schule, dieses Resultat zog ich nach den ersten Kapiteln, er ist es, der Ivy die Angst vor dem Wasser nimmt, welches sie seit ihrer Kindheit beherrscht. Mit Tristan hat die Autorin einen Charakter geschaffen, die dem absoluten Schema eines liebenswürdigen Jungen entspricht. Wie gegensätzlich doch dazu Ivy!
Das Glück der beiden währt jedoch nicht lange, denn durch den schon erwähnten Unfall, der dann noch einmal in der Mitte des Buches auftaucht, stirbt Tristan und kommt wie erwähnt als Schutzengel zurück auf die Erde. Dieser Unfall verändert Ivy und sie verliert immer mehr ihren starken Glauben an Engel.
Wer den Film „Ghost – Nachricht von Sam“ kennt (wer hat ihn nicht gesehen?!), sieht viele Ähnlichkeiten in „Kissed by an Angel“. Vielleicht war der Film für die Autorin Inspiration zu diesem Buch. Man weiß es nicht – reine Spekulation. Es gibt etliche Top-Bücher, wo man bei genauerem Lesen Ähnlichkeiten von schon vor langer Zeit erschienenen Büchern erkennen kann. – Das ist jetzt aber nur eine rein persönliche Anmerkung.
Wie gesagt, das sollte alles kein Hinderungsgrund sein, dieses Buch zu lesen. Die Autorin hat eine berührende Art zu schreiben, denn die Story „Kissed by an Angel“ ist gefühlvoll und ebenso ergreifend geschrieben. So hat Elizabeth Chandler das Familienleben der Protagonisten gut mit eingebunden. Mir hat es gefallen, wie sie das Geschwisterverhalten zwischen Ivy und ihrem Bruder geschrieben hat, ebenso das Einbinden von Tristan, sein rührseliges Kümmern um Ivys Bruder.
Fazit:
Sicherlich gibt es einige Kritikpunkte, u. a. warum Tristan auf einmal denkt, dass der Unfall geplant war? Hatten dort überirdische Kräfte ihre Hand im Spiel?
Der Autorin Elizabeth Chandler ist mit „Kissed by an Angel“ ein guter Jugend-Fantasy-Roman gelungen, deren Folgebände ich auf jeden Fall lesen werde.
Die Idee der Story bietet allerdings noch viel Platz für mehr. Bei allen bislang gelesenen Kritiken kann ich nur sagen, muss alles immer gleich im ersten Band so perfekt sein? Gehören nicht auch Ecken und Stolpersteine dazu?!
Kaufempfehlung für ein gutes Jugendbuch und für Leser, die u. a. auch gern etwas über die Thematik Engel lesen.
Cover: Das muss ich allerdings kritisieren, denn ob es so ideal gewählt war sei dahingestellt. Was mir gefallen hat, war der Font für den Titel. Das Frauengesicht hätte man vermeiden können, obwohl es ein Lichtblick auf dem dunklen Cover ist, aber es verleiht dem Ganzen nicht das gewisse Extra, dieses Hinguckgefühl und „ja, das Buch will ich haben“.
Achtung Spoiler:
S. 196

„Aber was ist mein Auftrag?“ „Woher soll ich das wissen?“ „Irgendjemand muss mir das doch sagen. Wie soll ich was erfüllen, wenn ich keine Ahnung habe, wie mein Auftrag lautet?“, erklärte er frustriert.

„Beschwer dich nicht bei mir!“, fuhr sie ihn an. „Das musst du selbst rausfinden.“ Mit ruhigerer Stimme fügte sie hinzu: „Normalerweise ist es etwas, das im Leben noch nicht zu Ende gebracht worden ist. Manchmal ist es jemand, der deine Hilfe braucht.“


 Ich lasse mir noch etwas Luft für die Folgebände und vergebe 4 Bucheulen.

Rezension (112) Die Knochen der Götter - Die Akademie der Abenteuer


Boris Pfeiffer
– Die Akademie der Abenteuer –
Die Knochen der Götter
Meyers
http://www.bi-media.de/
Gebundene Ausgabe
284 Seiten
Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim;
Auflage: 1., Auflage (15. Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3411071043
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Buchrückentext:
Das sollte ein Eliteinternat sein? Rufus traute seinen Augen nicht. Doch als er die Eingangshalle der Akademie betritt, beginnt für ihn ein aufregendes Abenteuer!
Das altehrwürdige Gebäude ist gefüllt mit den rätselhaftesten Fundstücken aus der Vergangenheit. Was hat es mit diesen „Artefakten“ auf sich? Und warum soll ausgerechnet er ihre Geschichte zum Leben erwecken?
Rufus, Fili und No sind dem Geheimnis auf der Spur – denn bald durchströmen längst vergessene Szenen aus der Zeit der Pharaonen die Akademie …
Statement:
„Die Knochen der Götter“ ist der Auftaktband zu „Die Akademie der Abenteuer“ von Boris Pfeiffer zu einer Kinder-/Jugendbuch-Serie, in deren Welt sich so vieles vereint, dass es eine angenehme Lesereise wird.
Der Autor führt uns in die „Akademie der Abenteuer“, ein Eliteinternat?! Gegründet 1392, heißt es auf der ersten Seite. Echt schäbig ist der erste Eindruck auf Rufus und seiner Mutter, als sie vor dem Gebäude stehen, welches nach außen hin sich als Bankhaus präsentiert. Seltsamerweise hatte er ein Stipendium für gerade dieses Internat erhalten.
Rufus hielt sich gern in Museen auf, da seine Mutter sehr wenig Zeit für ihn hatte und vor allem das Völkerkundemuseum war sein Lieblingsort. Dort konnte er sich in Ruhe aufhalten, niemand störte ihn und er zeichnete sehr gern. Warum wurde Rufus in diese alte Eliteschule aufgenommen? Er besaß eine außerordentliche Beziehung zum Alten und hier wurden nunmehr Schüler mit ihrer Begabung an Artefakte herangeführt, von denen oft nur noch kleine Stücke vorhanden waren. Diese Begabung bzw. ungewöhnliche Beziehung zu gewissen Dingen lösten in ihrem Betrachter, Erforscher so genannte „Fluten“ aus, Bilder, die sich fügen zu einem Ganzen. Und auf diese Reise muss man sich begeben, um herauszufinden, was sich dahinter verbarg. Denn nur dann konnte sich das komplette Artefakt vollkommen zeigen, formen und danach ging es mit seiner Geschichte in den Besitz von Museen über.
Ich konnte mich gut in die Geschichte einlesen und war am Ende begeistert, so dass ich gern die Folgebände lesen werde.
Jeder einzelner Charakter spricht für sich, spricht für den Schreibstil des Autors. Ich würde gern einmal so eine Reise, eine „Flut“ miterleben, nicht nur das, sondern auch einmal einen ganzen Tag in diesem alten Haus, in der alten Bibliothek, deren Zeichnung sich im Inneren des Buchdeckels wieder findet, verbringen.
Doch das Buch zeigt noch mehr als nur die Story um Rufus, Fili und No. Es geht auch um Freundschaft und vor allem, dass ein Miteinander mehr bringt als wenn man nur allein da steht. Jeder für sich ist eine eigene Persönlichkeit, hat seine Stärken und Schwächen, doch gemeinsam gibt es am Ende ein gutes Ergebnis.
Fazit:
Ein Buch, welches ich gern gelesen habe und weiterempfehle.
Eine Lesereise, die so angenehm war und viel Freude brachte und Luft auf mehr von den Abenteuern.
Empfehlenswert, lesenswert, nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für jung gebliebene Erwachsene.
Ich vergebe 4 Bucheulen

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nikolaus - Ein Gedicht -König Kuchen und Königin Schokolade - von Paula Dehmel

Ich wünsche allen einen wunderbaren Nikolaustag - 
hier geht der Schnee allmählich in Schneeregen über, pappig, fest - nee nicht wirklich toll.
Heute habe ich ein Gedicht für euch:

König Kuchen und Königin Schokolade –
Ein Gedicht
( Paula Dehmel )

Bei König Kuchen und Königin Schokoladen
war ich mit Linchen heute Nacht in Gnaden
zu Gast geladen.
Ein prachtvolles Fuhrwerk, tripp, tripp, trapp,
holte uns stolz vom Hause ab.
Vorne stampften zwei schneeweiße Vollblutjucker
aus seinem biegsamen Lederzucker,
auf dem Kutschbock der dicke Mohr
kam uns marzipanisch vor,
und neben ihm der fette Mops
war ganz gefüllt mit englischen Drops.
Die Kutsche, aus weißem Zuckerkant,
erstrahlte hell wie Diamant;
sie ging auf zierlichen Süßholzrädern,
aus Vanille waren die Deichsel, die Federn,
dicke Polster aus Traubenrosinen
sollten uns als Sitze dienen,
aber in den Blätterteig-Wagentaschen
gab es allerhand gutes zum Naschen.
Ein allerliebster Praliné-Page
dienerte neben der Equipage
in einem roten kandierten Frack
und öffnete uns den Wagenschlag.
Wir stiegen ein und fuhren im Nu
durch Russland und Asien nach China zu.
Bald kamen wir in jenes Land,
wo König Kuchen, der Süße genannt,
unumschränkt herrschte in seinen Reichen
mit seiner Fürstin ohnegleichen,
der herrlichen und Königin Schokolade,
die uns zum Feste befohlen in Gnade.
~~~~~~~~~
 Das goldgelb glacierte Ballfesthaus
sah wie ein riesiger Napfkuchen aus,
umgeben von einem Spritzkuchengitter;
als Wache davor zwei braune Ritter
aus Pfefferkuchen und Gußfiligran,
die Hatten Knackmandel-Harnische an.
Als Führer dienten mir und Linchen
zwei allerliebste Thorner Kathrinchen;
sie verbeugten sich höfflich, als wir kamen,
und sagten: bitte, meine Damen.
Ach, Kinder, wie das Herz mir lacht,
denk ich zurück an all die Pracht!
Die Wände waren von Makronen,
verbrämt mit Schokoladenbohnen,
aus grünen Bonbons die glatten Dielen,
dass wir nachher beim Tanz fast fielen,
die Säulen aus mächtigen Baumkuchentorten
von den allerhöchsten und edelsten Sorten,
die Tische aus marmorierten Konfekt,
mit drolligen Lutschfiguren bedeckt,
die Stühle Fässchen mit Gelees,
mit Eingemachtem und Knusperknees;
rings auf appetitlichen Zimmetstaffeln
lagen Biskuits und Keks und Waffeln.
Im Hintergrund der Gletschersee,
mit Vanille-Eisbergen und Schlagsahnen-Schnee,
entsandte in doppelter Kaskade
Zitronen- und Himbeer-Limonade;
und hoch über allem, im glanzvollen Saal,
strahlte eine Sonne aus Zucker-Opal.

In der Mitte aber stand ein Thron,
gebaut aus Bretzeln und blauem Mohn,
darauf saß liebreich in ihrer Gnade
die herrliche Königin Schokolade.
Sie harrte huldvoll, bis die Schar
der Kinder ganz versammelt war,
die sie aus kalter und warmer Zone
herbefohlen zu ihrem Throne,
um ihnen mit königlichen Händen
von ihren süßen Kleinodien zu spenden;
ihr hoher Gemahl, der König Kuchen,
hatte Mühe, sie auszusuchen.

Da waren Kinder aus Deutschland und Spanien,
aus Frankreich, Chile, Mesopotamien,
Kinder von Kaffern und Hottentotten,
von Persern, Eskimos und Schotten,
Kinder aus Süden und Kinder aus Norden
von den feinsten Familien und den wildesten Horden,
denn alle Kinder zu allen Zeiten
essen gerne Süßigkeiten.

An der Königin Seite, im leckeren Grase,
machte Männchen ein stattlicher Osterhase,
und als die Kinder versammelt waren,
ordnete er die bunten Scharen;
rechts gingen die Mädchen, links die Knaben,
so wollt es der König Kuchen haben,
und jedes Kind in jeder Reih
bekam ein prächtiges Osterei,
die Mädchen blau, rote die Jungen,
dann ist das Häschen davon gesprungen.

Nun fing die Kapelle zu spielen an,
vorn geigte ein Nürnberger Lebkuchenmann;
ich sag euch, es war ´ne Musik für Kenner,
und waren doch alles gebackene Männer,
mit Rosinenaugen und Mandelnasen,
und konnten so lieblich flöten und blasen.
Es wurde getanzt, gespielt, gelacht,
damit verging die schöne Nacht.
Zu guter letzt, nicht zu vergessen,
wurden alle aufgegessen,
artig gedankt und Abschied genommen;
wir fuhren heim, wie wir gekommen,
und erwachten in unserem Bett -
Kinder, Kinder, wie war das nett! -



Wenn an der Veröffentlichung dieser Gedichte irgendwas auszusetzen sein sollte, schicken Sie mir bitte eine MAIL