Ich möchte euch eine weitere Rezension von "Alinga, die kleine Sonnenfee", meinem ersten Kinderbuch, nicht vorenthalten.
Vielen Dank Nicole - das bringt Sonne in den heutigen Tag - trübe Aussichten hier im Norden.
Wer Interesse hat, schaut einfach mal hier:
Link - Rezension zu meinem Kinderbuch
Sanicha's - Bücherregal
Liebe Grüße Hanne
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Donnerstag, 19. Januar 2012
Mittwoch, 18. Januar 2012
Rezension (128) Schandweib
Claudia Weiss
Schandweib
Gebundene Ausgabe: 510 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (29. August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3455400977
EUR 19,99
Buchinfo:
Hamburg 1701: Am Schweinemarkt findet man eine Frauenleiche ohne Kopf. Bald darauf wird eine Verdächtige festgenommen: Ilsabe Bunk, eine Frau in Männerkleidern, in den Augen des Volks eine Hexe. Der junge Advokat Hinrich Wrangel übernimmt die Pflichtverteidigung der Gefangenen. Er gerät damit in eine gefährliche Intrige, aus der ihm nur Beistand von überraschender Seite retten kann.
Statement:
Ein historischer Roman, ein authentischer Kriminalfall, eingebettet in eine Handlung, ein Buch für Krimifans, ein gelungener Debütroman der Autorin Claudia Weiss, promovierte Historikern und Privatdozentin.
Wer den Norden liebt oder dort lebt, kennt Hamburg, vor allem seine besonderen Stadtteile, und auch die Speicherstadt mit den alten Gebäuden. Sehenswürdigkeiten. Was hatte sich früher dort alles abgespielt?! Allein der Gedanke daran fasziniert, aber nicht nur das.
Anfang 1700 geht der junge Advokat Hinrich Wrangel von Lübeck nach Hamburg. Dort hat er eine Stelle am Niedergericht erhalten. In Hamburg angekommen, gerät er in eine Menschenversammlung und als er näher schaut, sieht er, wie ein weiblicher kopfloser Körper geborgen wird. Auf dem Schweinemarkt lag die Leiche in einer öffentlichen Toilette, ohne aber irgendwelche Verletzungen aufzuweisen.
„Schandweib“, erzählt in der Ich-Form des jungen Wrangel, der nunmehr gleich Nachforschungen anstellen will, aber sein Vorgesetzter hält ihn zurück. Als nach etlichen Monaten „Hinrich“ Bunk wegen einer Messerstecherei festgenommen und ins Gefängnis kommt, stellt sich heraus, dass dieser eine Frau ist: Ilsabe Bunk. Und so war sie auf sich allein gestellt und um sich in der damaligen Zeit zu schützen, verkleidete sie sich als Mann. Doch es kommt noch schlimmer, nicht nur für sie, sondern auch für die Öffentlichkeit. Es stellt sich heraus, dass sie mit anderen Frauen zusammen war, eine Schande, ein Skandal zu der damaligen Zeit.
Hinrich Wrangel wird die Pflichtverteidigung für Ilsabe übertragen, doch diese steht dem allen verbittert gegenüber, sie ist den Kampf um das Leben müde und lehnt seine Hilfe ab.
Dieser aber gibt nicht auf und will ihre Unschuld beweisen. Für ihn ist es ein reiner Indizprozess gegen Ilsabe.
Hamburg will einen Schauprozess, bezichtigt Ilsabe sogar der Hexerei. Alles, was der Advokat tut um Ilsabe zu helfen, wird von höchster Stelle verhindert.
Frauen hatten schon immer einen schweren Stand in der Gesellschaft. Doch es gibt so viele Beispiele, die hier aufzuführen, wären einfach unendlich, dass das Leben spannende Wege bereit hält, auch wenn man anders ist als der „normale“ Mensch. Doch was ist normal?
Was wir heutzutage in der Gesellschaft (fast) akzeptieren, die gleichgeschlechtliche Beziehung, zu der damaligen Zeit war es weitaus mehr als eine Schande.
Obwohl der Einstieg in das Buch etwas mühselig war, gelingt es der Autorin durch ihre detaillierte und sehr authentische Wiedergabe den Leser in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Die Handlung, die Figuren, alles sehr glaubhaft geschrieben, nachvollziehbar.
Dem ganzen historischen Roman „Schandweib“ sind die mit Sorgfalt geführten Recherchen anzumerken. Beeindruckend für mich war das Gerichtsverfahren, nichts für schwache Nerven. Und wieder einmal zeigt ein historischer Roman die große Kluft auf zwischen Arm und Reich.
Fazit: „Schandweib“ erhält von mir absolute Leseempfehlung.
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Schandweib
Gebundene Ausgabe: 510 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (29. August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3455400977
EUR 19,99
Buchinfo:
Hamburg 1701: Am Schweinemarkt findet man eine Frauenleiche ohne Kopf. Bald darauf wird eine Verdächtige festgenommen: Ilsabe Bunk, eine Frau in Männerkleidern, in den Augen des Volks eine Hexe. Der junge Advokat Hinrich Wrangel übernimmt die Pflichtverteidigung der Gefangenen. Er gerät damit in eine gefährliche Intrige, aus der ihm nur Beistand von überraschender Seite retten kann.
Statement:
Ein historischer Roman, ein authentischer Kriminalfall, eingebettet in eine Handlung, ein Buch für Krimifans, ein gelungener Debütroman der Autorin Claudia Weiss, promovierte Historikern und Privatdozentin.
Wer den Norden liebt oder dort lebt, kennt Hamburg, vor allem seine besonderen Stadtteile, und auch die Speicherstadt mit den alten Gebäuden. Sehenswürdigkeiten. Was hatte sich früher dort alles abgespielt?! Allein der Gedanke daran fasziniert, aber nicht nur das.
Anfang 1700 geht der junge Advokat Hinrich Wrangel von Lübeck nach Hamburg. Dort hat er eine Stelle am Niedergericht erhalten. In Hamburg angekommen, gerät er in eine Menschenversammlung und als er näher schaut, sieht er, wie ein weiblicher kopfloser Körper geborgen wird. Auf dem Schweinemarkt lag die Leiche in einer öffentlichen Toilette, ohne aber irgendwelche Verletzungen aufzuweisen.
„Schandweib“, erzählt in der Ich-Form des jungen Wrangel, der nunmehr gleich Nachforschungen anstellen will, aber sein Vorgesetzter hält ihn zurück. Als nach etlichen Monaten „Hinrich“ Bunk wegen einer Messerstecherei festgenommen und ins Gefängnis kommt, stellt sich heraus, dass dieser eine Frau ist: Ilsabe Bunk. Und so war sie auf sich allein gestellt und um sich in der damaligen Zeit zu schützen, verkleidete sie sich als Mann. Doch es kommt noch schlimmer, nicht nur für sie, sondern auch für die Öffentlichkeit. Es stellt sich heraus, dass sie mit anderen Frauen zusammen war, eine Schande, ein Skandal zu der damaligen Zeit.
Hinrich Wrangel wird die Pflichtverteidigung für Ilsabe übertragen, doch diese steht dem allen verbittert gegenüber, sie ist den Kampf um das Leben müde und lehnt seine Hilfe ab.
Dieser aber gibt nicht auf und will ihre Unschuld beweisen. Für ihn ist es ein reiner Indizprozess gegen Ilsabe.
Hamburg will einen Schauprozess, bezichtigt Ilsabe sogar der Hexerei. Alles, was der Advokat tut um Ilsabe zu helfen, wird von höchster Stelle verhindert.
Frauen hatten schon immer einen schweren Stand in der Gesellschaft. Doch es gibt so viele Beispiele, die hier aufzuführen, wären einfach unendlich, dass das Leben spannende Wege bereit hält, auch wenn man anders ist als der „normale“ Mensch. Doch was ist normal?
Was wir heutzutage in der Gesellschaft (fast) akzeptieren, die gleichgeschlechtliche Beziehung, zu der damaligen Zeit war es weitaus mehr als eine Schande.
Obwohl der Einstieg in das Buch etwas mühselig war, gelingt es der Autorin durch ihre detaillierte und sehr authentische Wiedergabe den Leser in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Die Handlung, die Figuren, alles sehr glaubhaft geschrieben, nachvollziehbar.
Dem ganzen historischen Roman „Schandweib“ sind die mit Sorgfalt geführten Recherchen anzumerken. Beeindruckend für mich war das Gerichtsverfahren, nichts für schwache Nerven. Und wieder einmal zeigt ein historischer Roman die große Kluft auf zwischen Arm und Reich.
Fazit: „Schandweib“ erhält von mir absolute Leseempfehlung.
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Themen:
Hoffmann und Campe
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Rezensionen
Sonntag, 15. Januar 2012
Rezension (127) Magdalenas Blau - Das Leben einer blinden Gärtnerin
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Ulla Lachauer
Magdalenas Blau
Das Leben einer blinden Gärtnerin
Verlag: Rowohlt
Hardcover
352 Seiten
ISBN: 978-3-498-03936-3
19,95 €
Der Verlag schreibt:
«Mach nichts kaputt, Magdalena!», rief es aus dem Fenster. Ich musste immer damit rechnen, dass mich jemand von da oben beobachtete. Dabei bewegte ich mich im Garten ganz, ganz vorsichtig. Ich roch an den Blüten, fasste sie an. Besonders liebte ich dieses Zarte, Seidige vom Mohn. An einem Frühsommertag hab ich angefangen, Grünzeug zu essen. Begonien-Blüten mochte ich unheimlich gern, weil die so schön sauer waren. Das war, was ich mir holen konnte, alles andere wurde mir zugeteilt. Oft hab ich mich mit Blumen geschmückt, dieses Gefühl auf der Haut, das war das Größte. In gewisser Weise bin ich wie eine Wilde aufgewachsen. Einmal hab ich Dodo, meine Puppe, in den Hortensientopf auf der Terrasse eingepflanzt, damit sie so groß wird wie die meiner Cousine. Ich dachte, sie
wächst, wenn sie im Regen steht. Und dann ist der Kopf aus Pappmaché aufgeweicht.
Taubenblau,
Enzianblau,
Tintenblau –
mit vier Jahren kennt Magdalena Eglin viele verschiedene Blaus. Ihr Großvater, ein Freiburger Malermeister, lässt sie in seine Farbtöpfe gucken und lehrt sie, ihre von Geburt an schwachen Augen gut zu nutzen.
Ein dunkelhaariges, wildes Mädchen, geboren 1933, einige Tage vor Hitlers Machtergreifung, das früh lernt, sich in der Welt zu orientieren. Voller Phantasie und Spielfreude und manchmal fürchterlich einsam. Bei Schneeballschlachten mittun, von Straßenbahnen abspringen, sie kann vieles, sogar lesen, mit dem linken Auge direkt auf dem Papier. Magdalena hört die fernsten Bomber, mit Hilfe von Ohren und Nase und Händen findet sie aus dem brennenden Freiburg heraus. 1945, mit zwölf Jahren, ist sie selbständig: Sie hütet Schweine bei Verwandten auf dem Lande.
Im Laufe der Jahre wird sie völlig erblinden. Sie wird eine begeisterte Gärtnerin und findet an der Seite eines Dorfschullehrers ihr Glück. Magdalena Eglin erzählt unsentimental, witzig und poetisch von ihrem Leben als Außenseiterin – und damit auch etwas über die Welt der Sehenden. Ulla Lachauer gab mit ihrem Buch «Paradiesstraße» der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit eine Stimme – und wurde zur Bestsellerautorin. Jetzt erzählt sie erneut die Geschichte eines außergewöhnlichen Lebens.
Statement:
Am Ende ist immer ein Anfang.
Und so beginnt meine Rezension mit dem Nachwort der Magdalena Weingartner (Eglin), die in unendlichen Interviews der Autorin Ulla Lachauer Rede und Antwort stand, ihr bisheriges Leben erzählte.
Drei Worte, die die Mutter Magdalena in jungen Jahren mit auf den Weg gab: „Sag schön danke!“
Drei Wörter, die ich gern am Schluss meiner Rezension wiederholen möchte.
Danke für ein außergewöhnliches Buch, einer Biografie über das Leben der 1933 mit einer schweren Sehbehinderung zur Welt gekommene Magdalena handelt.
Danke an Magdalena, die in einem Zeitraum von gut eineinhalb Jahren der Autorin, zusammen mit Magdalenas Mann und dem Sohn ihr Leben offen legte.
Danke an die Autorin Ulla Lachauer für das Schreiben einer außergewöhnlichen Biografie, die uns Sehenden mehr als einmal zum Nachdenken bringt.
Das Leben der blinden Gärtnerin Magdalena beginnt in Freiburg. Sie hat es mit den Augen, heißt es. Doch trotz zweier Operationen behält sie nur noch auf dem linken Auge eine minimale Sehkraft, während das rechte Auge blind ist. Die Kleine lässt sich jedoch nicht unterkriegen und findet ihre Liebe im Garten, bei den Pflanzen und Blumen. Durch den Ausfall ihrer Sehkraft verlagern sich ihre Sinne, ihre Eigenschaften. Ihr Hörsinn ist sehr ausgeprägt, ebenso der Geruchsinn. Während eines Bombenangriffs auf Freiburg wird sie verschüttet, und dank ihrer Sinne kann sie sich selbst retten. Die Farbe Blau begleitet sie seit ihrer Kindheit. Der Großvater, ein Freiburger Malermeister, schärft ihren Blick der verbliebenen Sehkraft. Lesen kann sie nur, wenn sie das Papier dicht ans Auge hält. Doch im Laufe der Jahre wird auch der Rest der Sehkraft verschwinden.
Und so geht es detailliert weiter im Leben der Magdalena. Ihre Biografie wurde aufgezeichnet, als sie sich dem achtzigsten Lebensjahr nähert. Sie erzählt über ihre Ehe mit Konrad, den gemeinsamen Entschluss zu einem Kind zu tragen. Denn so heißt es in der Biografie: Magdalenas Blindheit ist erblich. Ihr Glaube und die Liebe haben ihnen geholfen, durch das Tal der Ängste, der Höhen und Tiefen zu gehen.
„Magdalenas Blau – Das Leben einer blinden Gärtnerin“ ist ein beeindruckendes Buch, eine Biografie, die auch die damaligen Lebensumstände, die Diskriminierung Behinderter aufzeigt, hier eben aus der Sicht einer Blinden.
Magdalena Weingartner (geb. Eglin) ist ein Pseudonym, wie im Nachwort der Autorin Ulla Lachauer zu lesen ist.
„Sag schön danke!“ – Urton Magdalena.
Ich möchte Danke sagen an alle, die hierzu beigetragen haben, dass das Buch seinen Platz in der Buchwelt gefunden hat und wünsche mir hierfür viele Leser.
Absolute Leseempfehlung.
Ich vergebe 6 Bucheulen
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