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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Donnerstag, 23. August 2012

Rezension (194) Das Leben drehen

Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.


Nicole Walter
Das Leben drehen
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426510612
€ 8,99


»Ich bitte Sie um Ihren Mann. Nicht für lange, weil … ich muss sterben.« Dieser Satz und die Begegnung mit der ungewöhnlichen Amelie stellen Marlenes Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf. War sie, die erfolgreiche Ärztin, nicht eben noch glücklich verheiratet? Mit Markus, ihrem Markus? Und wer ist diese bezaubernde Frau, die sich in ihr Leben gedrängt hat? Marlene, Ärztin aus Leidenschaft, fasst einen Entschluss. Sie wird nicht zulassen, dass Amelie stirbt, wird ihr helfen, die Krankheit zu besiegen. Doch da ahnt sie noch nicht, dass sie ausgerechnet von ihrer Rivalin mehr über das Leben lernen wird, als sie je vermutet hat. Und das, was Amelie in ihr bewegt, lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

Statement:
„Das Leben verdrehen“, von der Thematik her scheint es auf den ersten Blick ernst und schwer, doch schon nach wenigen Seiten ist man hiervon berührt und lässt sich auf eine besondere Lesereise ein.
Marlene ist Ärztin an einem Münchner Krankenhaus. Sie ist mit dem Fotografen Markus verheiratet. An ihrem Arbeitsplatz, der onkologischen Station, ist sie täglich mit dem Leben und Sterben, dem Tod konfrontiert. Doch Marlene stellt sich ihm immer wieder in den Weg, kämpft. Bis sie eines Tages auf Amelie trifft.
Spoiler S. 9
„Ich heiße Amelie und bitte Sie um Ihren Mann. Nicht für lange. Weil ...“, ein kurzes Zögern, „weil ich sterben werde.“
Langsam drehte sich Marlene zu ihr um. Ein Lächeln lag auf Amelies Gesicht, als sie weitersprach, als hätte sie das andere nie gesagt: „Wussten Sie, dass man Schneeglöckchen auch das hübsche Februarmädchen nennt? Sie sind das Symbol für Hoffnung.“

„Das Leben drehen“, ein Titel, der so passend ist für die Handlung. Marlene erfährt, dass Amelie eine Affäre mit ihrem Mann hatte.
Marlene, eine Charaktere, die einem erst im Laufe der Handlung immer sympathischer wird. Diese Marlene, nach außen hin die Kühle, Unnahbare, die mit ihren Sprüchen und Kommentaren so was von aneckt, und dann gibt es noch die andere Marlene, die ganz am Schluss des Buches einen besonderen Platz gefunden hat.
Ich denke, nicht nur bei mir, sondern auch vorherigen Lesern.
Auf Markus mag ich gar nicht weiter eingehen. Hier wird so der Typ Mann beschrieben, gegen den ich eine rein persönliche Abneigung hege. Obwohl er mir ab und an sympathisch herüber kam. Man möge mir das nachsehen.
Amelie, eine Frau, die weiß was sie will. Sie hat Krebs, aber Marlene wird es nicht zulassen und alles dafür tun, um Amelie zu helfen.
Spoiler S. 11
Lass uns so sein, wie wir sind. Nackt und verletzlich. Einfach nur zwei Frauen, die denselben Mann lieben.
Marlene zog noch eine Maske über die Maske, bis ihr wahres Gesicht völlig dahinter verschwand. Amelie dagegen blieb so, wie sie war, schön, schutzlos – ehrlich.

(Persönlich)
Wenn man im Leben mit einer Diagnose konfrontiert, wochenlang zwischen Hoffen und Bangen lebt, sich alles vorerst zum Guten wendet und dann das Buch „Das Leben drehen“ liest, sieht man vieles mit anderen Augen.
„Das Leben drehen“, genauso könnte man schreiben „Jeder Tag, jede Minute deines Lebens ist ein Stück Glück, welches innerhalb von Sekunden brüchig werden kann“.

Ein außergewöhnliches Buch, das berührt, zum Nachdenken anregt, und trotz allem zeigt es auch – man soll nie die Hoffnung aufgeben.
Für mich gehört das Buch zu meinen TopTen 2012. Ich kann nur empfehlen „Das Leben drehen zu lesen. Es ist keine leichte Lektüre, dennoch ist es ein ganz besonderes Frauenbuch.
Zum Schluss:
Spoiler S. 310
Die Sonne ging nicht mehr auf, und sie ging auch nicht mehr unter. Es gab keinen Morgen, keinen Tag und keine Nacht. Nur Schwere und Erinnerungsfetzen. Manchmal klar. Manchmal wie im Nebel.

Ich vergebe SECHS schwebende Bücher - TopTen 2012

Rezension (193) Sommerleuchten

 Maeve Binchy
Sommerleuchten
Taschenbuch
816 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426511282
Originaltitel: Firefly Summer
€ 9,99

 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.


In dem verschlafenen irischen Dorf Mountfern geht stets alles seinen gewohnten Gang – bis eines Tages der reicche, attraktive Patrick O’Neill mit ehrgeizigen Plänen aus Amerika zurückkehrt: Er möchte aus dem verfallenen Gutshof Fernscourt ein Luxushotel machen. Schon bald stehen sich die Dorfbewohner in zwei feindlichen Lagern gegenüber, und ihre Freundschaften und Beziehungen werden auf eine harte Probe gestellt ...

Autoreninfo:
Maeve Binchy wurde in Dublin geboren, studierte Geschichte und arbeitete als Lehrerin. 1969 ging sie als Kolumnistin zur Irish Times. Sie hat zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Theaterstücke geschrieben. Ihre Romane, darunter "Der grüne See", "Die irische Signora" und "Ein Haus in Irland" wurden in England, den USA und in Deutschland zu Bestsellern. Auch "Cathys Traum", "Wiedersehen bei Brenda" und "Insel der Sterne" landeten gleich nach Erscheinen sofort ganz oben auf den internationalen Bestsellerlisten. Maeve Binchy starb am 30. Juli 2012.
Buchanfang:
„Die Sonnenstrahlen fielen schräg durch das Fenster und machten alle Ränder und Flecken auf der Theke deutlich sichtbar. Kate Ryan wischte sie mit einem Tuch weg, gleichzeitig streifte sie ihre Hausschuhe ab und zog die Gummistiefel an.“
Statement:
Die Familie Ryan lebt in der kleinen irischen Stadt Mountfern. Außer dem Pub, den sie betreiben, ist es Johns Muse Gedichte zu schreiben. Er ist mit seinem Leben zufrieden, mit sich und seiner Familie mit den vier Kindern. Zwei seiner älteren Brüder waren nach Amerika ausgewandert.
Und nun drohte genau aus dem fremden Land Ärger für die kleine Stadt. Der Rückkehrer O’Neill will auf dem ehemaligen Gutshof Fernscourt ein Hotel für reiche Amerikaner bauen.
Mountfern, eine friedliche, freundliche Stadt zum Leben, doch das geplante Hotel weckt die Stadt und wirbelt das Leben durcheinander.
Mit einem Mal ist auch die Existenz des Pubs in Frage gestellt, und die Ryans müssen sich eine neue Marketingidee einfallen lassen.
Wer schon Bücher von der Autorin Maeve Binchy gelesen hat, weiß, dass das irische Volk sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Auch wenn Mr. O’Neill Aufträge an ortsansässige Firmen vergibt, es kommen nur leichte Misstöne auf.
Mit Liebe zu ihren Charakteren beschreibt die Autorin die Landschaft, den Ort, ihre Bewohner.
Spätestens nach dem zweiten Kapitel ist es so, als wäre einem alles so vertraut, heimelig. Von der Autorin Maeve Binchy habe ich nun schon einige Bücher gelesen, von daher war es fast wie ein Nachhausekommen.

In „Sommerleuchten“ geht es nicht nur um die Veränderung der kleinen Stadt Mountfern durch den Bau des Hotels durch den reichen Amerikaner O’Neill. Die Geschichten der Kinder beider Familien, das harmonische Miteinander, und manches Mal passieren Dinge, nicht vorhersehbar, unerklärlich.
Wenn man am Schluss angelangt ist, und das Buch hat 816 Seiten, dann möchte man gern noch weiterlesen.
Doch gut dosiert liest sich besser!

Fazit:
Für mich ist es wichtig, nicht nur ausschließlich auf die Handlung, ihre Protagonisten oder gar den Schreibstil in einer Rezension einzugehen.
Leser und Liebhaber von Maeve Binchy werden automatisch nach diesem Buch greifen.

„Sommerleuchten“ nimmt den Leser mit auf eine Reise nach Irland, in eine kleine Stadt, in der man sich einfach wohlfühlen muss.
„Sommerleuchten“, nein kein Liebesroman, hier finden sich Freundschaft und Liebe, Spannung, sympathische Charaktere wieder.
„Sommerleuchten“, vielschichtig, aber auch nachdenklich, ein gutes Buch, dass ich sehr gern zum Lesen weiterempfehlen kann.

Buchende:
Sie sahen zu ihm auf, als er vor der Tür erschien – der große Mann, der sie so vereinnahmt, ihr Leben so sehr bestimmt hatte.
„Ich wollte euch nur wissen lassen ... Ich werde zurückgehen, nach Hause“, sagte er.

Ich vergebe "Fünf schwebende Bücher" - neues Logo.



Mittwoch, 22. August 2012

Book Treasure "Märchen der Frauen"





Woher und Wohin
Märchen der Frauen
Auswahl & Bilder von Helga Gebert
Beltz & Gelberg
Dieses kleine, handliche Buch ist 1989 im vorgenannte Verlag erschienen.
Es umfaßt 29 Märchen.
Die Autorin schreibt:
In diesem Buch habe ich die Märchen der Frauen gesammelt: Märchen der mythologischen Frauenfiguren und so erklärt sie zu jedem Märchen den Hintergrund
Viele Märchen in dieser Auswahl handeln vonirdischen Frauen. Sie beschreiben seelische Grundmuster, die sowohl das Schicksal der handelnden Frau wie auch das der unbewußten, weiblichen Seele des Mannes darstellen können. ..
... Beim Lesen und Sammeln der Märchen aber erkannte ich, so sehr sie sich auch unterscheiden, so verschieden auch die Gewänder sind, in denen sie erscheinen - da ist ein geheimes Band, das sie vereint: Es sind die vielfältigen Gesichter der Weiblichkeit der Frauen im Märchen von einst und der Frauen von heute und hier.
(Helga Gebert)

Dieses kleine Buch ist wirklich eine wahre Augenfreude, denn die Illustrationen lockern den Text auf und jede einzelne Geschichte ist ein Lesegenuss.

Ein Ausschnitt aus "Die Blumenelfen":
Es war einmal ein GElehrter, der hatte sich von der Welt zurückgezogen, um geheimen Sinn zu erlangen. Er lebte einsam in der Verborgenheit. Um sein Häuschen herum hatte er allenthalben Blumen und Bambus und andere Bäume gepflanzt. Ganz versteckt lag es da im dichten Blumenhain. Nur einen Knaben hatte er beis ich als Diener, der wohnte in einer besonderen Hütte, um seine Befehle auszuführen. Ungerufen durfte er nicht eintreten. Der Gelehrte liebte die Blumen wie sein Leben. Nie setzte er den Fuß über die Grenzen seines Gartens hinaus....

Ich hoffe, euch gefällt meine Serie und vielleicht ist ja hier und da ein Buchtipp für euch dabei.

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag