Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Jay Asher
Wir beide, irgendwann
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: cbt (27. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570161517
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Originaltitel: The Future of Us
Erscheinungstermin: 27. August 2012
Man kann die Zukunft nicht vorhersagen - doch was, wenn man sie beeinflussen kann?
Was wäre wenn ..., ich dich heute küsse?
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...
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Unsere Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft
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Im Jahr 1996
hatten weniger als die Hälfte aller amerikanischen Highschool-Schüler schon mal das Internet benutzt
Facebook
wurde erst ein paar Jahre später erfunden.
Emma & Josh
waren dabei, sich in ihre Zukunft einzuloggen.
Statement:
Erzählt in der Ich-Perspektive beginnt das erste Kapitel des Buches mit der Protagonistin Emma. Der Satz auf Seite 14 „Der sagt, dass das Internet dein ganzes Leben verändert“ und dem Wissen, dass die Handlung im Jahre 1996 spielt, brachte mich schon gleich zum Schmunzeln.
Wie wahr!
„Wir beide, irgendwann“ wird jeweils kapitelweise aus der Sicht von Emma und Josh erzählt.
Das Autorenduo Asher und Mackler haben mit ihrem gemeinsamen Buch von der Thematik her Vergangenheit und Zukunft behandelt.
Computer, Internet, AOL, wer so die Jahreszahl 30 überschritten hat, kann sich sicherlich an seine Erfahrung mit diesen erinnern. American Online und hundert Freistunden im Netz, der scheinbar endlos dauernde Abruf von E-Mail, und dann diese langsame Geschwindigkeit, da war doch was *** Eine Erfahrung, die ich schon fast vergessen hatte, aber auch nicht missen möchte. Man erinnert sich dazu gehört zu haben.
Nachdem Emma ihren E-Mail Account eingerichtet hat, „Willkommen“ tönt es ihr entgegen, friert der Bildschirm kurz für ein paar Sekunden ein und plötzlich taucht eine völlig neue Seite auf:
FACEBOOK
Nach dem ersten Schock liest sie Neuigkeiten und findet ihren Namen, doch das musste sie sein, auch wenn mit einem anderen Nachnamen.
Emma ruft Josh zu sich, denn von ihm hatte sie schließlich die CD erhalten und nunmehr verdächtigt sie ihn, dass er diese Webseite kennt.
Im Kapitel von Josh ist er es, der nunmehr vermutet, dass sie in einem Textverarbeitungskurs etwas ausgearbeitet hat und ihn nunmehr dies zeigen will.
Facebook – 15 Jahre später (z. B. ist der heutige 19. Mai ein Sonntag, nur auf Facebook ist es ein Donnerstag!)
Für Josh und Emma nicht zu begreifen, sich in gealterter Form zu sehen und in ihrem Status lesen, der eine glücklich, die andere unzufrieden, arbeitslos.
Die beiden Protagonisten werden neugierig und der Leser genießt eine Zeitreise, die ihm sicherlich eigene Erinnerungen beschert.
Das ist auch gut so. Für uns ist heutzutage so vieles selbstverständlich geworden, angefangen über die kleinen, handlichen Handys oder Smartphone, das rasend schnelle Surfen im Internet, egal an welchem Punkt der Erde man sich befindet (na, nicht ganz), kein endloses Warten auf eine Internetverbindung, Telefonieren und Surfen gleichzeitig – heutzutage alles kein Problem, die Social Networks, können wir wirklich nicht mehr ohne diese leben?
Doch es geht nicht nur um Facebook. Der Spiegel ihrer Zukunft wurde beiden aufgeklappt und nunmehr haben/wollen sie die Chance nutzen, um das Rad der Zukunft zu ändern/verändern.
Geht das überhaupt oder haben beide nur einen Schleier vor den Augen, um das Wahre zu erkennen?!
Jedem von uns ist ein Weg vorgegeben, doch wir allein bestimmen die Richtung. Egal, ob du dich auf dein Bauchgefühl verlässt oder streng einen dir vorgegebenen Weg gehst, die Entscheidung ob Falsch oder Richtig, die kann dir NIEMAND abnehmen.
„Wir beide, irgendwann“ lässt sich sehr gut lesen. Der locker gehaltene Schreibstil macht richtig Laune, die Zeit vergeht so schnell, und auf einmal ist man am Ende angelangt.
Die Charaktere kommen sympathisch rüber und wirken authentisch.
„Wir beide, irgendwann“ ist nicht nur die Geschichte von Emma und Josh, der Zukunft mit Facebook. Hier haben die beiden Autoren es sehr gut verstanden, ein gutes Gerüst um ihre neue Idee zu bauen, wie z. B. familiäre Hintergründe, Freundschaften, Gefühle, Ängste – vor dem Jetzt, Hier und Heute und der späteren Zukunft.
Fazit:
„Wir beide, irgendwann“ war eine angenehme Lesefreude, die mich sehr oft zum Schmunzeln brachte. Ich kann es nur weiterempfehlen, nicht nur für das angesprochene Lesealter, sondern auch für die Älteren unter den Lesern, die sich bestimmt an die 90er Jahre erinnern. Wobei ich sehr dafür plädiere, dass es gerade die Jüngeren lesen, um nachvollziehen zu können, welche rasante Entwicklung sich innerhalb der vergangenen 15 Jahre gerade um das WorldWideWeb getan hat.
Angenehme Lese-Zeitreise
Ich vergebe Fünf schwebende Bücher