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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Donnerstag, 6. September 2012

Rezension (205) Schwiegertöchter

< Joanna Trollope
Schwiegertöchter

Taschenbuch: 350 Seiten
Verlag: bloomsbury taschenbuch
Auflage: 1.Auflage (9. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3833308154
Originaltitel: Daughters-in-Law
€ 9,99


Inhalt:
Anthony und Rachel sind glücklich: Mit der Hochzeit von Luke und Charlotte sind alle drei Söhne endlich »unter der Haube«. Allerdings haben ihre Schwiegertöchter nicht immer dieselben Vorstellungen von Familienglück …
Rachel liebt ihre drei Söhne über alles. Aber drei Söhne bedeuten auch drei Schwiegertöchter, und die haben nicht immer dieselben Vorstellungen von Familienglück wie sie: Sigrid, die Frau von Edward reist mit ihrer Tochter ohne Vorankündigung eine Zeitlang in ihre schwedische Heimat. Petra weigert sich, das Haus an der Nordseeküste aufzugeben, weil sie sich ein Familienleben in London, wo Ralph einen neuen Job hat, nicht vorstellen kann. Und Charlotte ist empört, weil sie sich von ihrer Schwiegermutter bevormundet fühlt. Droht die Großfamilie auseinander zu brechen oder halten die drei Söhne den polarisierenden Kräften stand?

Buchanfang:
Von der vordersten Kirchenbank aus hatte Anthony freie Sicht auf den Rücken des Mädchens, das seine dritte Schwiegertochter werden sollte.

Statement:
„Schwiegertöchter“ erzählt die Geschichte von Antony, seiner Frau Rachel, den drei erwachsenen Söhnen und deren Familien. Es beginnt mit der Hochzeit von Luke und Charlotte.
Komm, werde alt mit mir,
das Beste kommt doch erst zum Schluss.
Der älteste Bruder, Edward, lebt mit seiner Frau, einer Schwedin, in England. Ralph kommt nach einem längeren Auslandsaufenthalt zurück in die Heimat.
Wie Mütter eben so sind oder auch handeln, hat Rachel schon eine passende Frau für Ralph gefunden, Petra.
Das Thema Schwiegermutter bzw. Schwiegertochter ist seit eh und je schwierig und diese dann gut umzusetzen in eine Handlung, so dass der Leser sich auch angesprochen fühlt, kann scheitern.
Alle drei Söhne, Edward, Luke und Ralph, inzwischen ebenfalls verheiratet, bleiben immer, und das ist auch im realen Leben so, eine „Spielfigur“ im Leben der Mutter.
Loslassen können:
»Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.«  Hinter diesem Satz steckt sehr viel Weisheit.
Loslassen und akzeptieren, dass nunmehr eine neue Frau im Leben der Söhne eine bedeutende Rolle spielt.
Loslassen, denn auch diese Frauen brauchen ihren Platz im Leben an der Seite ihres Partners.

Rachel, die immer die Führungsposition in der Familie inne hatte, fällt es unheimlich schwer, sich auf ein neues, anderes Leben „nur“ mit ihrem Mann zu konzentrieren.
Sie war es immer gewesen, der man mit Respekt begegnete, die die Entscheidungen traf und auch nach den Veränderungen immer noch in das Familienleben der Söhne eingreift. Dass das nicht gut gehen kann, daraus Konflikte entstehen, zwischenmenschliche Probleme, ist vorhersehbar.
Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab, ein Kommen und Gehen.
Loslassen – denn im Alter, wenn die eigenen Kinder erwachsen sind und selbst Kinder haben, kann es wunderbar sein, nicht mehr die Verantwortung tragen zu müssen, wenn dann nur für sich und den Partner.

Fazit:
„Schwiegertöchter“ von Joanna Trollope beschäftigt sich mit einem sensiblen Thema, allerdings habe ich mich an und an in dem ganzen Wirrwarr dieser Romanfamilie verloren gefühlt. Die Autorin behandelt meiner Meinung nach zu sehr den Part als Mutter, stellenweise war es sehr klischeelastig und übertrieben. Der Titel ist etwas irreführend.
Schade, ich hatte mir ein bisschen mehr unter „Schwiegertöchter“ vorgestellt.
Allerdings, es ist lesenswert und das nicht nur für Mütter, Schwiegermütter, Schwiegertöchter oder zukünftigen Schwiegertöchtern. Vielleicht wagt sich ja auch einmal ein Mann an das Buch – es ist nie zu spät!

Ich gebe VIER schwebende Bücher - weil das Buch ein immer aktuelles Thema anspricht.

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

*Update - Nur noch eine Woche * Jay Asher Lesung am 13. 9. 2012 in Stade - ich bin dabei ***

 UPDATE! meines Posts vom 13. August 2012
Wie die Zeit vergeht - nur noch eine Woche - und dann ist die Lesung.
Und wer sich mit mir freut - darf ruhig einen Kommentar zu den vorhandenen schreiben. Ich finde es einfach persönlicher zu sehen, jemand liest den Post und nimmt sich die Zeit zum Schreiben.

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Ich hatte ja schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass Jay Asher fast direkt vor meiner Haustür eine Lesung abhält. Ganz unten im Post könnt Ihr sie sehen "MEINE EINTRITTSKARTE"
Und ich freue mich schon sehr darauf. Mal sehen - ich bin echt gespannt. 
Hoffentlich kriege ich mein Exemplar signiert!!!
Und ich werde berichten.

Das war die Verlagsinfo,
cbj lädt Jay Asher Mitte September nach Deutschland ein
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Jay Asher wurde 2009 in Deutschland schlagartig bekannt durch seinen Debütroman "Tote Mädchen lügen nicht" – von der Presse hochgelobt und von den Lesern heiß geliebt.

Am 27. August erscheint nun sein lang erwarteter neuer Roman bei cbt. In "Wir beide, irgendwann" stellen sich Jay Asher und Co-Autorin Carolyn Mackler die Frage, was zwei Teenager tun würden, wenn sie im Jahr 1996 auf ihre Facebookseite stoßen – und plötzlich 15 Jahre in die Zukunft blicken.

Vom 11. bis zum 14. September wird Jay Asher auf Lesereise Deutschland besuchen und sein neues Buch vorstellen. Eine einmalige Gelegenheit für alle Leser und Fans, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen. Die Moderation der Veranstaltungen übernimmt Marc Langebeck. Die deutschen Textpassagen werden von der Schauspielerin und Sängerin Judith Hoersch gelesen.

Dienstag, 11.09.2012: BERLINSchloßpark-Theater, Schloßstraße 48
Beginn: 11:00

Mittwoch, 12.09.2012: ROSTOCKThalia Buchhandlung, Breite Straße 15-17
Beginn: 20:00

Donnerstag, 13.09.2012: STADEThalia Buchhandlung, Breite Straße 2/ Ecke Holzstraße
Beginn: 19:00

Freitag, 14.09.2012: HAMBURGHarbour Front Festival, Gruner+Jahr Pressehaus am Baumwall
Beginn: 11:00


Mittwoch, 5. September 2012

Rezension (204) Der ungeladene Gast [Sadie Jones]



Sadie Jones
Der ungeladene Gast
Gebundene Ausgabe
320 Seiten
(3. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045553
Originaltitel: The uninvited guests
€ 19,99




Eine stürmische Nacht, ein rauschendes Fest und ein Geheimnis, das nie hätte ans Tageslicht gelangen dürfen

„Und Mylords Tafel ist so wohlbestellt,
um selbst am Styx die Geister zu versuchen.“
Lord Byron, Don Juan

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Es war der letzte Tag im April 1912, der Tag vor Emerald Torringtons zwangzigsten Geburtstag.
Ihre Familie, das war ihre Mutter Charlotte, der neunzehnjährige Bruder Clovis, ihr Stiefvater Edward Swift und das dritte Torrington-Kind Imogen (Smudge) leben auf dem hoch verschuldeten Sterne-Anwesen. Edward Swift arbeitet als Anwalt in Manchester, aber trotz aller Bemühungen muss er sich nunmehr von einem windigen Geschäftsmann Geld leihen, um Sterne vor der Versteigerung zu retten.
Der Handlungszeitraum umfasst 24 Stunden und beginnt an diesem Morgen mit dem gemeinsamen Frühstück, allerdings ohne die kleine Schwester.
Danach reist Edward ab.
Während Emerald durch den Garten streift, schweifen ihre Gedanken zurück, bis sie ihre kleine Schwester entdeckt. Smudge, ein unscheinbares Kind, geliebt, verhätschelt, dann wiederum vergessen.Ein Kind, was gewohnt war, sich selbst zu beschäftigen.

Sadie Jones hat es mir ihrer Sprache, ihrem Schreibstil sowie den ausführlichen und detaillierten Beschreibungen jeweiliger Szenen, egal ob es die Beschreibung der Reitbekleidung von Emerald ist oder das veranstaltete Chaos in der Küche, mit „Der ungeladene Gast“ ein lesenswertes Buch geschrieben. Es braucht nicht lange und man fühlt sich selbst mitten in die Geschichte hineinversetzt.

Für den Abend ist ein Dinner geplant und Emeralds Freundin aus den Kindertagen war mit dem Zug unterwegs. Doch zuvor wollen Emerald und ihr Bruder Clovis noch ausreiten.  Erst gegen siebzehn Uhr werden die ersten Gäste erwartet. Robert, der schon zu Lebzeiten des verstorbenen Horace Torrington auf Sterne arbeitet, sowie Clovis fahren mit der Kutsche Emeralds Freundin abholen. Als sie nunmehr zurückkehren, in ungewohntem Eiltempo, müssen die Daheimgebliebenen erfahren, dass auf der Nebenlinie ein Zugunglück passiert ist. Emeralds Freundin ist wohlbehalten angekommen, denn ihr Zug fuhr nicht auf der Nebenlinie. Anstatt der angekündigten Mutter ist nunmehr Patience Bruder mitgekommen.

Ebenso war zu der Gesellschaft John Buchanan geladen. Er ist der Sohn des Pächters und an ihn hatten sie vor einem Jahr die größte Farm verkauft, da das Geld benötigt wurde.

Emeralds geplante Geburtstagsfeier wird durch das Zugunglück auf der Nebenlinie für den Moment zur Nebensache, denn die Familie soll Überlebende – Passagiere der Dritten Klasse – aufnehmen, was den Menschen auf Sterne einiges abverlangt.
Und dann taucht noch dieser unheimliche Mann auf, ein Passagier mit einem First-Class-Ticket, Traversham-Beechers.
Charlotte, Emeralds Mutter, und auch die Haushälterin Florence, es spricht vieles dafür, dass sie ihn kennen.
Mit Ankunft der Reisenden an diesem Vorabend verändern sich die Dinge, eine Katastrophe bahnt sich an. Ein Modergeruch zieht durch das Haus, und allem voran Traversham-Beechers, der alle Anwesenden in seinen Bann lockt.
„Der ungeladene Gast“, geschrieben in der Dritten-Person ist ein Mix aus dem Genre Geister- und Mysterie, verpackt in das snobistische Leben des englischen Landadels.

Jede Charaktere in „Der ungeladene Gast“ ist von Sadie Jones klar beschrieben. Wer anfänglich glaubt, es handele sich nur um egoistische, nach außen hin oberflächlich wirkende Personen, wird am Ende (vielleicht) seine Meinung ändern.
Hervorheben möchte ich allerdings das jüngste der drei Torrington-Kinder, auch wenn die Handlung rund um Emeralds Geburtstag aufgebaut ist.
Smudge, besser Imogen Artemis Torrington, das Kind im Hintergrund, aber sie ist diejenige, die am Ende für eine Überraschung sorgt.

Fazit:
„Der ungeladene Gast“, ein unterhaltsames Buch und für mich das erste von der Autorin Sadie Jones. Die Art und Weise, wie die Autorin ihre Idee umgesetzt hat, doch ich war positiv überrascht. Man möge sich von dem Cover nicht irre führen lassen. Meiner Meinung nach passt es ausgezeichnet, denn selbst die Frau von hinten betrachtet besitzt eine Ausstrahlungskraft, zeigt Würde und Stolz.
Das Buch besitzt seine eigene Atmosphäre, ein Hauch von Mysterie, Geister, die kommen und gehen, das Übernatürliche, ein Spritzer Ironie durfte auch nicht fehlen, aber den finden Sie bitte selbst heraus.
Ich gebe meine volle Leseempfehlung.


Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag 

Vielen Dank an  den Verlag