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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Freitag, 15. März 2013

Freitags-Füller # 207







 Nach unendlich langer Zeit mache ich mal wieder mit beim Freitags-Füller.
Endlich...

1. Geh doch nach Hause, wenn du  mit dem Wetter nicht zurechtkommst und verkriech dich auf dem Sofa..
2.  Einen schönen Gruß an dein Spiegelbild "lächele", ist die beste Art, den Tag zu beginnen.
3. Wir haben  Sonnenschein und bald zieht der Frühling ins Land.
4.  Bei diesem Güllegestank unterwegs muss ich mir die Nase zuhalten.
5. Ich wünschte ich könnte  öfters NEIN sagen und mehr auf meinen Bauch hören .
6.  Cheeseburger, ich weiß !!! aber es schmeckt lecker.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Lennard :-) , morgen habe ich noch nichts weiter geplant und Sonntag möchte ich hoffentlich das Wetter bei einem tollen Spaziergang genießen !


Alle weiteren Informationen, wenn Ihr mitmachen wollt, findet Ihr " HIER".

Habt ein schönes Wochenende... ich fahre nun gleich zum Babysitting.



Samstag, 9. März 2013

[Rezension] Wo Milch und Honig fließen - Grace McCleen


Grace McCleen - Wo Milch und Honig fließen

"Must Read"



Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (4. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045461
Originaltitel: The Land of Decoration
€ 19,99


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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.







© (Cover und Infos mit frdl. Genehmigung vom Verlag)

Der Verlag schreibt:
Grace McCleen entführt uns in das Leben der zehnjährigen Judith, die sich in ihrem Zimmer eine kleine Welt schafft, aus Keksschachteln, Pfeifenputzern, Flaschendeckeln und anderem Krimskrams. Dort spielt sie die üblichen Gedankenspiele aller Kinbder, aber Judith ist nicht wie die anderen. Ihre Mutter lebt nicht mehr, und sie und ihr Vater gehören einer streng religiösen Sekte an. In der Schule wird sie gehänselt, weil sie sich von der sündigen Welt fernhalten muss. Vielleicht, denkt Judith, wenn ich es hier drinnen schneien lasse, mit Rasierschaum, Watte und Daunenfedern, fällt am Montag die Schule aus. Als sie am nächsten Tag die Vorhänge öffnet, ist tatsächlich alles weiß. Judith hat ihr erstes Wunder bewirkt. Und damit fangen ihre Probleme erst richtig an.

AutorenInfo:
Grace McCleen wurde in Wales geboren und studierte Englische Literatur an der Universität in Oxford. Heute lebt sie als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und Autorin in London. Wo Milch und Honig fließen ist ihr erster Roman, er wurde mit dem Desmond Elliot Prize ausgezeichnet und erscheint in über zwanzig Ländern. Ihr zweiter Roman ist in Arbeit.

Meine Gedanken zum Buch:
„Wo Milch und Honig fließen“, geschrieben in der Ich-Erzähl-Perspektive der zehnjährigen Judith, entführt den Leser in ihr Leben, in ihre eigens geschaffene Welt, „Das Land der Zierde“. Die Mutter hatte Judith nie kennengelernt. Judith spricht es so aus „sie ist meintwegen gestorben“.
Das Mädchen wächst anders auf als die Kinder ihrer Schule, ihrem Umfeld. Die strenge Religiosität der Glaubensgemeinschaft, dessen Vorsitz als Ältester ihr Vater innehat, täglich wird die Zehnjährige auf ihre Glaubensfestigkeit durch das Lesen in der Bibel geprüft. Bibellesen und Nachsinnen gehören wie das tägliche Brot zu Judiths Leben. Sie wächst so auf, kennt es nicht anders.
Dass Judith es durch ihr Andersleben nicht leicht hat, bekommt sie eines Morgens knallhart auf dem Schulhof zu spüren.
Mobbing auf dem Schulplatz, drei ältere Jungen gegen ein Mädchen. Und dann dieser entscheidende Satz, der die Protagonistin das ganze Wochenende verzweifeln läßt.
Zitat S. 15 „ ... Schlimmer ist aber, dass Neil Lewis am Montag meinen Kopf in die Toilette stecken wird, und wenn ich sterbe, wer macht mich dann neu?“
Was heißt das – Sterben?
Ihr Vater predigt immer wieder davon, dass HARMAGEDON naht. Eine ausführliche Erklärung zu diesem Begriff findet sich

= Hier (Quelle Wikipedia) =


Judith, ein zehnjähriges Mädchen, hat sie jemals erlebt, was es heißt, geliebt zu werden? Immer und immer wieder dieses eintönige Dahergerede, die endlose Aufzählung „Gott liebt dich, glaube an Gott, der Glaube bewirkt Wunder“ ...

Zitat S. 11 „Am Anfang war ein leeres Zimmer, ein bisschen Raum, ein bisschen Luft, ein bisschen Zeit.“
Und im Laufe der Zeit entstand Judiths eigene Welt, ihr Land „Das Land der Zierde“.
Es gab Felder aus Resten von Teppichstücken, Stoffen u. a.
Es gab Flüsse aus Krepp, Berge aus Alufolie.
Es gab Licht, die Sonne, den Mond.
Es gab Wohnstätten aus den unterschiedlichsten Materialien.
Es gab Tiere ...
Es gab Menschen ...
Der Leser erinnert sich?!

„Wo Milch und Honig fließen“, ein Buch mit einer solchen Tiefe, eine fesselnde Geschichte, (für mich) erschütterndem Bekenntnis zum Glauben, beherrscht von Disziplin.
Ist Judith die von Gott Auserwählte, ist es ihr gefestigter Glaube an Gott, dass Wunder / Ereignisse in ihrem Umfeld geschehen?

„Wo Milch und Honig fließen?“, der Debütroman von Grace McCleen, bekannt als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und nun auch Autorin.
„Das Land der Zierde“, Judiths Welt, geschaffen aus einer Not heraus, weil niemand ihren inneren Schrei, ihre Not hörte, in ihrer Trauer um die nie gekannte Mutter, ihre eigene Welt, in der sie Judith McPherson ist.
Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie glaubt, ihr Vater liebt sie nicht.
Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie denkt, er gibt ihr die Schuld an dem Tod seiner Frau, ihrer Mutter.

„Wo Milch und Honig fließen“, diesem Buch kann man nicht widerstehen. Man erliegt der Charaktere Judith, die durch den Schreibstil der Autorin, der gekonnt gewählten Worte Leben eingehaucht bekommt. Ein brillanter Pageturner, man kann wirklich nicht einfach so mitten drin aufhören zu lesen.
Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass man zu dem Glaubenseifer einen gesunden Abstand halten sollte.

„Wo Milch und Honig fließen“, ein ungewöhnliches Buch, eine ungewöhnliche, aber sehr empfehlenswerte Lesereise.

Fünf Lesegenuss-Bücher


Donnerstag, 7. März 2013

[Rezension] Die Frau, die vom Himmel fiel – Simon Mawer


Simon Mawer
Die  Frau, die vom Himmel fiel
Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (12. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421045652
Originaltitel: The girl who fell from the sky
Link ► zum Buch ◄ Verlagsseite
© Rechte: Cover / Info - DVA Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar!






INFO
Paris 1943: Eine mutige junge Frau gerät zwischen die Fronten des Krieges – und findet sich zwischen zwei Männern wieder
Marian Sutro ist kein Mädchen wie die anderen. Soeben aus der Schule ins Leben entlassen, kauert die neunzehnjährige Londonerin nun vor der geöffneten Tür eines Flugzeugs der Royal Airforce, unter ihr das besetzte Frankreich, bereit, mit dem Fallschirm ins Ungewisse zu springen. Sie soll ihre Jugendliebe Clément aufsuchen, der in Paris für die Nazis als Wissenschaftler arbeitet. Wird sie ihre Aufgabe erfüllen? Wird sie Clément finden – und was wird dann mit Benoît, ihrem neuen Liebhaber?
Ein packender Roman über eine starke junge Frau, die Mut in gefährlichen Zeiten beweist, und eine »Casablanca«-gleiche Liebesgeschichte vor der Kulisse des historischen Paris
Autor
Simon Mawer wurde 1948 als Kind eines Soldaten der Royal Airforce in England geboren und wuchs u.a. in Zypern und Malta auf. Sein Werk umfasst bisher acht Romane, viele davon internationale Bestseller; zwei seiner Romane wurden für den wichtigsten Literaturpreis der englischsprachigen Welt, den Booker-Preis, nominiert. Mawer lebt heute in Italien.

Meine Gedanken zum Buch:
“In Erinnerung an Colette, eine der SOE-Frauen“, so lautet die Widmung am Anfang des Buches.
SOE – steht für “Special Operations Executive”. Eine britische Einheit, die Leute ausbildet für Spezialaufträge, nicht um als Agenten bzw. Spione zu arbeiten, sondern hinter der Feindlinie „Europa in Brand zu setzen (entnommen aus der Pressenotiz des Verlages)
Es waren aber nicht nur Männer, sondern auch Frauen; hier wurde insbesondere darauf geschaut, dass sie fließend Französisch sprachen. „Colette“ war der Deckname von Anne-Marie Walters. Der erste Kontakt zu  „Colette“ entstand durch die Mutter des Autors, die ihm das Buch von Anne-Marie Walters zum Lesen gab, in der sie nach ihrer Rekrutierung aus der SOE ihre Erlebnisse niederschrieb.
Das interessante daran war, dass die Mutter als auch der Vater eine Verbindung zu Anne-Marie Walters hatten.

Mit der Geschichte „Die Frau, die vom Himmel fiel“ hat der Autor Simon Mawer eine wirklich gute und spannende Geschichte mit einem historischen Zeitthema geschrieben: Aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, von mutigen Frauen, die für die Freiheit kämpften ...
„Die Frau, die vom Himmel fiel“ , hier ist es die Geschichte von der Londonerin Marian  Sutro. Gerade mal 19 Jahre jung, wird sie von der SOE angeworben. Sie spricht perfekt Französisch, und dass veranlasst nunmehr die Obersten der SOE, Marian in Frankreich einzusetzen. Ebenso ist bekannt, dass ihre ehemalige Jugendliebe Clement sich in Frankreich, in Paris aufhält. Clement, inzwischen ein sehr bekannter Atomphysiker, arbeitet derzeit an einem geheimen Projekt zum Bau der Atombombe. Ihn zu finden, Clemend zu überzeugen, dass er sich auf die Seite Englands schlägt, wird die Aufgabe des Teams, von Marian.
Der Autor beschreibt sehr aufwendig die enormen Vorbereitungen der Ausbildung, die in einer streng geheim gehaltenen „Schule für Spione“ in Schottland erfolgt. Die damaligen Zeiten entspechen nicht dem heutigen Bild der modernen Frau, wie es der Leser kennt. Andere Lebensumstände, Kriegszeit, eine gewisse Naivität, Idealismus, eine Sache, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Mag sicherlich bei etlichen jungen Frauen von damals stimmen, doch das hat sich in vielen Dingen leider bis heute auch noch nicht so ganz gelegt.
Blindes Vertrauen oder Liebe macht blind? Die Frage kann ich so nicht beantworten.

Fakt ist, dass der Autor mit „Die Frau, die vom Himmel fiel“ einen Roman mit historischem Hintergrund geschrieben hat, Herzblut, Priorität, Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sehr wichtig waren.

„Die Frau, die vom Himmel fiel“, eine beeindruckende Geschichte, die überzeugt und meine Leseempfehlung erhält.

Zitat S. 11 „ Lieber Gott, bitte pass auf mich auf. - ... in gewisser Weise auch ein Gebet, als das rote Lämpchen erlischt und das grüne Lämpchen angeht und der Absetzer ruft: „SPRUNG!“, ...

 Ich vergebe 4,5 Lesegenuss-Bücher.