► Hinweis - Blogposts ◄
Links in meinen Posts kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung. Diese Info erfolgt aufgrund der DSGVO. Diese können zu anderen Webseiten, sei es Verlags- oder Autorenseiten, Facebook oder andere Blogs führen. Ebenso Coverabbildungen. Mein Blog ist ein Hobbyblog. Von daher erfolgen diese Links ohne jedweden Auftrag oder eine Bezahlung. Ich habe keine Affiliate-Links in meinen Posts eingefügt. Rezensionsexemplare geben meinen persönlichen Leseeindruck wieder. Ich erhalte hierfür kein Geld oder jedweden anderen Obolus. Die Bücher werden gemäß §2 Nr. 5 TMG deklariert bzw. mit Danksagung an den Verlag für das Exemplar.
In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Donnerstag, 18. Juli 2013

[Rezension] Die Insel des Mondes ~ Beatrix Mannel




Beatrix Mannel
Die Insel des Mondes
Taschenbuch
512 Seiten
Verlag: Diana Verlag (10. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453357464
€ 9,99

 © Cover/Info " Verlag"







 Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension




Auf der geheimnisvollen Insel Madagaskar wartet ein schicksalhaftes Vermächtnis
Madagaskar 1880: Nach dem dramatischen Ende ihrer Ehe wagt die junge Paula auf der entlegenen Insel den Neubeginn. Auf der Vanilleplantage ihrer Großmutter Mathilde will sie deren Rezepte weiterentwickeln und den großen Traum vom einzigartigen Parfüm verwirklichen. Als Paula zusammen mit drei Männern den gefährlichen Weg durch den Dschungel antritt, ahnt sie noch nicht, wie sehr sich ihr Leben verändern wird. Und dann beschwört ihre Ankunft auf der verlassenen Plantage dunkle Geister der Vergangenheit herauf, die Paula in ein tödliches Spiel zwingen. Ein Spiel, das sie allein mit einem magischen Duft gewinnen kann, einem Duft, der nicht nur ihre Seele rettet, sondern auch ihr verwundetes Herz.



Beginnend mit der Erklärung zu „Angelica Archangelica, Engelwurz, das Öl aus der Wurzel dient u. a. zur Liquerfabrikation, das Öl der Samen wird für Parfümzwecke genommen ist es ein Anfang, der ahnen lässt, wohin die Lesereise gehen wird.
Zu ihrem 14. Geburtstag am 6. Juni 1872 erhält Paula, die mit ihren Eltern und Brüdern in einer großen Villa in Schwabing lebt, eher merkwürdige Geschenke.
Drei Glasflakons sowie  ein dickes, in einem abgegriffenen fleckigen Ledereinband gefasstes, Buch. Großmutter Mathilda, Paula hatte von dieser nie gehört, hatte ihr dieses hinterlassen. Sich ihrem Kind zu offenbaren, war für Paulas Mutter grauenvoll. Sie war in dieser Ferne aufgewachsen, Madagaskar, fernab von allem.
Mit diesem Buch ändert sich vieles für Paula, nicht gleich, aber ihr Interesse, die Neugier ist geweckt. Ferne Länder, für sie so nicht vorstellbar.
Kaum, dass sie ihre Ehe durch Scheidung hinter sich gelassen hatte, macht Paula sich 1880 auf in ein neues Leben, Madagaskar. Ihre Vergangenheit, ihr Leben in München, wie ein Kartenhaus war es nach dem Tod des Vaters über die Familie zusammengebrochen.
Mit der einheimischen Noria und drei männlichen Reisebegleitern macht sie sich auf den Weg. Es ist kein Zuckerschlecken, dieser Weg durch den Duschungel. Allein es galt das Land ihrer Großmutter Maathilda zu finden.
Die drei Männer an ihrer Seite, deren Absichten sehr undurchsichtig sind, unterschiedlicher könnten sie gar nicht sein.
Da ist zum einen Morten, der Norweger, ein Missionar seiner Aussage nach. Seine Bekanntschaft machte Paula das erste Mal im Bordell von Madame Rivet, als sie wegen ihrer selbstgemachten Seifen dort eingeladen wurde.
Was hat es mit  Lázló und Villeneuve auf sich?
Die Geschichte von Paula und Mathilda, es ist eine unfassbar, schwer in Worte zu kleidende Reise. Von Beginn an ist es wie eine unsichtbare Hand, auf der man Platz genommen hat und durch eine faszinierende, spannende, traumhaft und magische Geschichte getragen wird.
Kapitelüberschriften wie z. B. „Der Esel hat lieber Stroh denn Gold“ (es umfasst gerade mal anderthalb Seiten, ist aber sehr aufschlussreich), oder die Namen von Pflanzen bzw. Blumen mit ihren Erklärungen, das alles gehört zu den Geheimnissen der Duftkreationen, der Vanilleplantage, dem Geheimnis von Mathilda.
Treffend dazu die Kopfzeile des Buchrückentextes „Ein gefährlicher Duft, eine Insel voller Geheimnisse, eine magische Liebe.“
Doch es ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, es ist auch das unbekannte Land mit seinen alten Traditionen. Diese nicht zu beachten, kann u. U. den Tod bedeuten. Was mich immer wieder an historischen Romanen fasziniert, ist das Einfließen von der wirklichen Vergangenheit mit ihren Personen – die wiederum mit einer Geschichte wunderbar miteinander verflochten einen tollen Roman ergeben.
Statt eines Nachwortes „Was wahr und was unwahr ist“ schreibt die Autorin ausführlich über ihre Recherchen. Das Glossar listet erklärende Namen und Begriffe auf.


 
Ist es der magische Duft, der Duft von Madagaskar, von der Vanille (Vanille in Stangenform wird als Königin der Gewürze bezeichnet), deren Geruch sich wie ein unsichtbares Netz um den Leser legt? Ist es die Komposition von Handlung, Information, der wunderbaren Landschaft Madagaskars, die Zutaten von Historie und Romantik. Es gebe noch viel mehr aufzuschreiben, doch dann würde meine Lesermeinung mal wieder endlos werden.
Wieder einmal eine Autorin, von der ich bislang noch kein Buch gelesen habe, jedenfalls nicht unter dem Namen Beatrix Mannel. Schade, nachdem ich nunmehr „Die Insel der Monde“ ausgelesen und meine Meinung öffentlich mache. Doch anhand der massenhaften jährlichen Neuerscheinungen ist es kein Wunder, und man kann nur hoffen, dass solche Juwele wie dieses Buch hoffentlich NICHT untergehen. Es hat definitiv einen besseren Platz auf der Amazonliste verdient.

Ich gebe FÜNF Lesegenuss-Bücher


 
Beatrix Mannel studierte Theater- und Literaturwissenschaften und arbeitete dann als Redakteurin beim Fernsehen. Heute ist Beatrix Mannel freie Autorin und schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene. Nach „Die Hexengabe“ und „Der Duft der Wüstenrose“ ist „Die Insel des Mondes“ ihr dritter Roman im Diana Verlag. Beatrix Mannel lebt mit ihrer Familie in München.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Kurzreport [13] Nordseesommer ~ Sandra Lüpkes


Sandra Lüpkes
Nordseesommer
Taschenbuch
Verlag: rororo (2. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499257711
€ 8,00
Info - Verlag


Niemand ist eine Insel.
Was für ein Urlaubsstart: Das Piratennest am Deich wurde doppelt vermietet! Dabei wollte Frauke eine halbwegs entspannte Zeit mit ihrem pubertierenden Sohn verbringen. Auch Henning mit seiner quirligen Tochter steht dumm da. Was tun?
Kurzerhand teilen sich die Vier das Ferienhaus. Doch der Ärger ist vorprogrammiert, denn jeder will die Tage anders gestalten. Und schon bald gehen sie sich ganz schön auf die Nerven. Eine gemeinsame Familie spielen ist gar nicht so einfach – eine gemeinsame Familie bilden erst recht nicht …

Sieben Tage Urlaub an der Nordsee, auf ihrer Insel, in ihrem „Piratennest“. Frauke und ihr 15-jähriger Sohn Keno erleben allerdings in diesem Jahr eine Überraschung, denn ihrer Vermieterin, Frau Ekkenga, ist ein schlimmer Fehler unterlaufen: Doppelbelegung. Herr Trigg und seine, etwas vorlaute, Tochter Clara waren vor ihnen angekommen und hatten das Ferienhaus schon belegt. Doch so dringend diese wiederum ihren Urlaub nötig hatte, so ungern wollte sie bleiben. Ein Ausweichquartier gab es auf der ganzen Insel nicht, alles belegt. Hauptsaison. Doch die Vier arrangieren sich und wollen zusammen die Woche miteinander im „Piratennest“ verbringen. Wie sich im Laufe der Geschichte zeigen wird, Glück für Keno, der sich schon seit geraumer Zeit von seiner Mutter abnabelt, Nähe nicht zulässt, findet in Claras Vater Henning einen verständnisvollen Gegenpart in dieser zusammengewürfelten WG.  Clara hingegen, große Klappe, aber ziemlich hell im Kopf, freundet sich schnell mit Frauke an.
In kurzen Kapiteln erzählen die jeweiligen Protagonisten ihren Urlaubstag, ihren Eindruck von den anderen Charaktere, gewähren einen Blick auf sich selbst.
Sowohl Henning als auch Frauke haben ihre Probleme, mit sich selbst, ihre Ecken und Kanten, bringt die Autorin in diesem von der Seitenzahl her ungewöhnlich kurz gehaltenen Roman, der durchzogen von wunderbaren Illustrationen von Ole West, die Inselgeschichte auf den Punkt. Man kann nicht erwarten, dass es nach dieser Urlaubswoche ein Happy-End gibt, doch man trifft sich wieder.
Im nächsten Jahr, zur gleichen Zeit, im gleichen Haus, aber für zwei Wochen.
Zitat S. 76" Frau Ekkenga schien wirklich nicht zu verstehen. Frauke war ja selbst erstaunt, wie leicht ihr die Entscheidung gefallen war, sich spätestens in einem Jahr wieder mit dem seltsamen Herrn Trigg und seiner neunmalklugen Tochter im „Piratennest“ zu treffen.“


„Nordseesommer“ von Sandra Lüpkes,  mein erstes Buch von der Autorin. Und mal ehrlich, wer das Buch kauft, weiß, dass ihn kein dicker Wälzer erwartet. Für mich war die kleine Geschichte eine kurze Lesereise, die mir zusätzlich durch die tollen Illustrationen einen gedanklichen Abstecher fernab des Alltags erlaubten, auf einer Insel, an einem Strand an der Nordsee zu sitzen, um zu relaxen. Ich habe „Nordseesommer“ genossen, denn die Handlung rieselt nicht wie der Sand durch die Finger, es bleibt ein Nachhall zu den aufgegriffenen Alltagsthemen, des Lebens, wie hier von Clara und Keno, Henning und Frauke.
Ich gebe Vier Lesegenuss-Bücher



Sonntag, 14. Juli 2013

(Rezension) Wenn die Nacht in Scherben fällt * Anika Beer *

Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


        
        

                    Anika Beer - Wenn die Nacht in Scherben fällt                 



Taschenbuch
416 Seiten
Verlag: cbj (13. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570402023
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
€  12,99


© Cover / Info Verlag


Schon immer waren Träume für Nele etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt die Fähigkeit, sie zu steuern, wie es ihr gefällt. Doch als sie mit ihren Eltern von München nach Erlfeld zieht, taucht auf einmal jemand in ihrem Traum auf, den sie selbst nicht erschaffen hat: Seth, ein junger Mann, den sie unheimlich und zugleich anziehend findet. Aber was macht er in ihrem Traum? Als Nele sich in der neuen Schule mit Jari anfreundet, hofft sie, in ihm jemanden gefunden zu haben, dem sie sich anvertrauen kann. Doch dann verschwindet Jari wie vom Erdboden verschluckt. Nele macht sich auf die Suche nach ihm, und findet heraus, dass nicht nur er in Gefahr ist – sondern die gesamte Traumwelt zu zerbrechen droht …


 
Zitat Anfang: Das Mädchen hatte Sterne in den Haaren. Das verwirrte sie, es war ihrem Gesicht deutlich anzusehen. Sie war fremd hier, und das war sie nicht gewöhnt.

Ein Umzug, eine neue Umgebung, ein neues Zuhause, eine neue Schule, für die Mutter ein neuer Job, während der Vater irgendwo immer auf der Welt als Kameramann arbeitete und zwischendurch nach Hause kam, neue Freunde für Nele. Schon in ihrer ersten Nacht begegnet Nele in ihrer Traumwelt dem Wächter Seth. Einfühlsam und ruhig beginnt das Buch und baut langsam die Handlung auf.
Nele hat schon immer gern geträumt, und das Wissen, ihre Träume selbst steuern zu können, war ihre besondere Eigenschaft, die nicht jeder besaß. Nun aber begegnete sie in dieser ersten Nacht einer unbekannten Person, und was sie noch nicht weiß, dieser findet Gefallen an ihr. Seth, diese fremde Person, er war ihr so fremd, und vor allem, wo kam er her? Es war die erste Nacht in der neuen Wohnung und nur aufgrund dessen hatte Nele sich einfach in die Traumwelt fallen lassen, ohne Kontrolle. Seth ist es, der sie nicht nur über die Traumwelten aufklärt, auch das es Wächter geben müsse, die diese Welten beschützten.
Neles neue Schule ist das Franziskus-Gymnasium, und wer jetzt eine Normala-Protagonistin erwartet, nun hier ist ihre Kurzbeschreibung: eigenwillige Strähnchenfarben, die Klamotten anders aufgestylt, getreut Neles Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. An ihrer neuen Schule trifft Nele auf Jari, der schon beim ersten Auftauchen in der Handlung sehr merkwürdig herüber kam. Die beiden freunden sich an, langsam, vorsichtig, bedacht darauf, sich nicht zu verletzen. Es stellt sich heraus, dass die beiden etwas miteinander verbindet, ihre besondere Eigenschaft, sich die eigene Traumwelt selbst zu gestalten. Doch mit einem Mal ist Jari fort.
Zitat S. 199
Und jetzt endlich hörte Jari auch etwas. Etwas wie ... leise Musik. Eine zarte Frauenstimme sang eine Melodie, von dem er glaubte, dass sie ihm hätte vertraut sein müssen.
Mutter?
Ein seltsamer Druck lag plötzlich auf Jaris Brust, ...
Anika Beer hat mit dem Buch „Wenn die Nacht in Scherben fällt“ erneut bewiesen, dass sie eine besondere Autorin ist. Vielleicht mag der Ursprung darin zu finden sein, dass sie ein Herbstkind aus dem Teuteburger Wald ist. Dort finden sich die Externsteine, und wer schon einmal dort war, spürt die atmosphärische Veränderung, die Faszination des gesamten Areals.
Die Handlung spielt zum einen in der Realität, dann wiederum in der Traumwelt. Die Beschreibung, dass jeder Traum durch ein Nachtglas getrennt ist, Wächter wie Seth darauf achten müssen, dass jeder aus seinen Träumen wieder zurückkehrt. Es gab nicht viele wie Nele, die kontrolliert träumen konnten.
 
Normal sollte eine Rezension den Eindruck zur Geschichte, den Charaktere etc. widergeben und nicht so sehr auf das Cover eingehen. Doch gerade ein gut aufgemachtes Cover machen neugierig,  der Klappentext macht neugierig auf die Story. Hier passt alles farblich, gestalterisch, ein Hingucker!
Mit dem Roman „Wenn die Nacht in Scherben fällt“ wird sich der angesprochene Leser – egal ob Jung oder Alt, bestimmt gut unterhalten und angenehme Lesestunden verbringen. 
Ich gebe VIER Lesegenuss-Bücher


 
Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der fantastischen Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. Nach „Als die schwarzen Feen kamen“ ist „Wenn die Nacht in Scherben fällt" ihr zweiter Jugendroman.