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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Freitag, 26. Juli 2013

(Rezension) Der Duft von Orangen - Megan Hart




Megan Hart
Der Duft von Orangen
Broschiert
364 Seiten
Verlag: Mira Taschenbuch im Cora Verlag (Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3862787548
Originaltitel: Collide
€ 8,99




Wahrheit oder Traum? Emm kann es nicht mehr unterscheiden. Mehrmals am Tag verfällt sie in Trance und tritt eine erotische Zeitreise an - direkt in die Siebzigerjahre. Auf wilden Partys taucht sie ein in das Flower-Power-Gefühl, erlebt Lust und freie Liebe mit dem göttlichen, aufregenden Johnny. Dann trifft sie Johnny auch im wahren Leben. Er ist ihr neuer Nachbar, ein Künstler mit erotischer Vergangenheit. Ein Zufall? Oder steckt mehr hinter Emms erotischen Träumen, als sie ahnt?

Statement:

Orangen. Der Duft von Orangen stieg mir in die Nase …
Es ist leichter, wenn ich einfach weiteratme … es hinter mich bringe …

Emms Blackouts, oder wie sie es nennt, Episoden, die sie seit ihrer Kindheit hat, Auslöser hierfür der Duft von Orangen. Was verbirgt sich hinter diesen Episoden?
Erst vor wenigen Monaten ist Emm hierher gezogen, in direkter Nachbarschaft wohnt der alternde Künstler Johnny Dellasandro.
„Der Duft von Orangen“ ist geschrieben in der Ich-Erzählperspektive von Emm. Und super - beginnt die Handlung in ihrem Lieblingscoffeeshop Mocha. Dort trifft sie sich oft mit Jen und Lisa, die derzeit Jura studierte. Es gefällt, das die Charaktere nicht  immer jung, spritzig, aufgedreht sind. Der Beginn der Handlung war wie der erste Schluck Cafe Latte und nun genießt man die Story. Das ansprechende Cover ist der Extrakeks zum Cafe, macht Lust und Laune auf mehr,  das Buch zu lesen.
Während ihrer Episoden wird Emm zurückversetzt in die Zeit, als der Künstler Johnny als bekanntes Top-Modell sowie in der  Filmbranche, als auch Drug & Sex bekannt war. Im normalen Zustand kann sich Emm das nicht vorstellen. Ihre Episoden treten immer mehr verstärkt auf, je intensiver sie sich in diesen Typen verguckt. War das die Emm in ihren Blackouts, die sich zu wilden Sex mit dem jungen Johnny hat hinreißen lassen?
Was dem Leser bleibt, ist eine angenehm geschriebene, nicht ins vulgäre abtauchende, Liebesgeschichte, normaler Durchschnitt, auch wenn die beiden Liebenden 25 Jahre Altersunterschied trennen. Wie sich Vergangenheit und Gegenwart vermischen, hat die Autorin mit ihrem flüssig zu lesenden Schreibstil gut zu Papier gebracht.
Zitat:
S. 253 Aber ich konnte nicht anders. Johnny war nicht alles, was ich haben wollte. Ich wollte ein funktionierendes Gehirn, verdammt noch mal.


Fazit:
Meine Leseempfehlung für das Buch, deren Charaktere gut beschrieben werden. Eine Handlung als auch der Umstand von Emms Episoden nicht zu dick aufgetragen, wie man es oft in anderen amerikanischen Romanen erlebt. Allerdings muss ich einen Punkt abziehen, irgendwie war mir das Ende  zu hypothetisch. 

Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Dienstag, 23. Juli 2013

Small Talk ~ und "Aktion 2. Weltpostkartentag am 30. Juli 2013" (wer mag PKs)

Small Talk
hört sich im ersten Moment so oberflächlich an - allerdings müssen nicht immer alle Gespräche gleich so überdimensioniert angesetzt sein.

Small Talk (ich habe jetzt diese Schreibweise genutzt, man kann auch anders):
Nein, ich möchte euch nicht mit dem derzeitigen Wetterverhältnissen vollquatschen.
Es ist heiß und wenn es dann wieder regnet, stöhnen wir über den Regen. Doch momentan scheint es so, dass die Hitze meine Gehirnzellen austrocknet , ja kann man so stehen lassen.
Ich müsste dringend Rezensionen schreiben :-( Gerade bei Büchern, die ich von Verlagen erhalte, komme ich meinem Vorsatz, schnellstmöglich zu lesen und auch dann meine Meinung zu schreiben, schon ein Stück näher.Doch diese Hitze bringt mich um und bringt den Turm der guten Vorsätze mal wieder ins Schwanken.
Ich sitze zwar auf der Arbeit schön kühl, habe hier in meinem kleinen Raum den Lüfter laufen, aber der geht mir echt auf den Nerv!

Die nachfolgenden Zeilen hatte ich mir kürzlich während einer längeren Wartepause beim Arzt aufgeschrieben. Die flogen mir irgendwie so durch den Kopf - das muss dann jetzt auch noch mal gesagt werden:
"Natürlich lese ich sehr gern. Eigentlich ist es (fast) mein einziges Hobby: Radfahren, mit dem Hund Gassi gehen, vielleicht ab und an die Stricknadeln bewegen, gehört für mich nicht dazu.
Was aber bedeutet das "Hobby" Bücher für all diejenigen, bei denen es an erster Stelle steht (außer natürlich Familie, die oberste Priorität hat)?
Und vor allem über Bücher seinen Eindruck zu bloggen?
Kommt es mir nur so vor, dass ich beim Surfen oft von dem Gefühl befallen werde, es geht hier nicht mehr nur um einen Blog über Bücher, Neuvorstellungen, Buchzugänge, Veröffentlichungen von Rezensionen, Vorstellungen all der unendlich vielen Bücher, die auf einem, so scheint es jedenfalls, immer höher werdenden SuB landen, sondern die Verherrlichung des Ichs, wie gut ich bin, wie schnell ich lesen kann?
Macht es wirklich die Masse der Leserschaft bei Google Friend Connect, Facebook, Blog Connect u. a.?
Masse = Klasse ?
(Oft hat es den Anschein, dass gerade die Masse für Verlage maßgebend ist!)

Umso mehr habe ich mich über die Zeilen einer Autorin auf ihrer FB-Seite gefreut, die sie letzte Woche gepostet hat:
Diese unglaublich schöne Rezension muss ich ausnahmsweise mal posten, denn sie hat mich gerade aus einer schweren Schreibkrise gerettet...
Wenn du wüsstest, liebe Autorin, aus welcher Krise du mich damit gerettet hast!

Und dann wiederum findet man einfach so per Zufall kleine Schätzchen, Blogs, deren Besuch sich wirklich lohnt. Blogs, die wiederum auch ihrem Stil treu bleiben, sich nicht verbiegen lassen und vor allem nicht in den Sog hineingeraten, es anderen nachmachen zu müssen.
Leute, lasst euch nicht verbiegen.
Auch ich muss mir diesen Spruch dann und wann selbst um die Ohren hauen. 

 Druck erzeugt Gegendruck, der zu Überdruck führt. 
Druck ist die erste Strophe der Katastrophe.

Wie viel Druck man verträgt oder gar braucht, kann man vorher nicht sagen. Jeder kennt sich selbst, aber man sollte sich nicht überschätzen! Mir brennt noch so einiges unter den Fingern, was geschrieben werden möchte/sollte, aber belassen wir es erst einmal bei diesem Text.

Von daher - vergesst das Leben nicht !

Wer bis hierhin durchgehalten hat, liest nun den angenehmeren Teil. 
Am 30. Juli 2013 gibt es das zweite Mal den "Weltpostkartentag" "Klick hier = Events"
Ins Leben gerufen hat das 2012 der "Piepmatz-Verlag".
Dieses Jahr nehme ich über Facebook auch daran teil, möchte aber unter meinen Lesern ebenfalls fünf Postkarten verschicken.

Natürlich freue ich  mich über eure Kommentare, und wer eine Postkarte möchte, meldet sich zusätzlich  über das Kontakformular - oben in der Leiste - oder KLICK HIER 

Ihr könnt euch bis einschließlich Freitag - 26. Juli 2013 - 23:59 Uhr - anmelden. Sollten mehr Anmeldungen eingehen, lose ich aus.
Noch einmal, alle eure Adressen gebe ich nicht weiter. Es wird nach Beendigung dieser Aktion der Ordner mit den Mails gelöscht.

Und hier nun die PK-Vorschauen:






Freitag, 19. Juli 2013

[Rezension] Das Geheimnis der Herzkirschen ~ Katryn Berlinger




Katryn Berlinger
Das Geheimnis der Herzkirschen
ET: Mai 2013
Taschenbuch
Knaur TB
Sprache: Deutsch
Seiten: 464
ISBN: 978-3-426-51262-3
€  8,99





© Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Knaur  Verlag
Vielen Dank an den Verlag   für das Leseexemplar!



Nach einer zerbrochenen Liebe fürchtet Isabel, nie mehr den richtigen Mann zu finden. Ihre Ängste werden verstärkt durch ihre Mutter, eine bis ins Herz kalte Frau, die ihr erzählt, dass in ihrer Familie die Liebe nie eine Rolle gespielt habe. Isabel ist zutiefst verletzt. Doch dann stirbt die Mutter – und Isabel steht vor einer überraschenden Hinterlassenschaft: Eine fremde Frau hat sie im Jahr ihrer Geburt als Erbin eines Grundstücks auf einer schwedischen Insel eingesetzt. Wer ist diese Frau?

„Dieser Roman ist mein persönlichster“, so Katryn Berliner über „Das Geheimnis der Herzkirschen“. 


 
Es war nicht nur der Klappentext, der mich neugierig auf ein weiteres Buch von Katryn Berlinger machte, hinzu kam ein Cover, so wunderschön und einladend.
Was war nun das Geheimnis um die Herzkirschen, deren Bäume auf dem Grundstück in Schweden der verstorbenen Linnea standen?
„Das Geheimnis der Herzkirschen“, das Geheimnis von Agnes, Linnea und Constanze. Eine Liebesgeschichte einer unglücklichen Liebe, wer weiß. Es braucht nur wenige Minuten, um sich voll in die Geschichte fallen zu lassen, die so groß und so stark, so gefühlvoll und doch auch so tragisch ist, man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Leser ist dazu „verdammt“, dieses wieder mal so gut geschriebene Buch von der Autorin nonstop zu lesen. Ihre Art und Weise, wie Katryn Berlinger den Protagonisten durch die bildhaft  geschriebene Darstellung der Gefühle, ihrer Persönlichkeit, entwickelt, erlaubt es, voll und ganz in die Handlung einzutauchen.
Ich weiß nicht genau, was an diesem Buch ist, doch ich mag es! Es gibt einige Kapitel, da spürt man förmlich die Traurigkeit, nicht geweinte Tränen. Die Autorin erklärt es in ihrem Nachwort. Verlust, Tod, Trauer, wer kennt dies nicht, doch sicher kann es sehr schmerzhaft sein, wenn man die Mutter verliert.
Was genau bringt es, intensiv auf die Handlung, die Protagonisten einzugehen. Dieser Roman ist nicht nur eine Geschichte, sondern mehrere und sie sind geschrieben worden, um die Frage zu klären, ob unglückliche Liebe vererbbar ist.
Die Handlung beginnt vor über 100 Jahren, 1904, im Hafen von Swakopmund, der Kolonie Deutsch-Südwestafrika, mit Agnes Meding. Über 70 Jahre weiter in Schweden, hier lebt die alte Freundin von Agnes, Linnea. Endlich war es da, ein Mädchen, so stand es im Telegramm.
Es war an der Zeit, alles zu ordnen.
Es war aber auch an der Zeit, dass das Schweigen ein Ende hatte – so Linnea.
Im nächsten Kapitel geht die Zeitreise in das Jahr 2013, mitten in der Hochzeitsfeier von Isabels bester Freundin Simone. Voller Erwartungen möchte Isabel natürlich den Brautstrauß fangen, ihren Freund Henning heiraten usw. Doch es kommt anders. Alles scheint wieder einmal schief zu laufen in ihrem Leben. Kein Brautstrauß, kein Freund mehr, den Job verloren. Abwechslung soll nunmehr der Urlaub mit Simone in den Bergen bringen. Eine Zufallsbegegnung mit einem Biker, der sie auf einer Bergtour zu Fall bringt, dann die Anrufe aus dem Heim ihrer Mutter, die plötzliche Abreise von Isabel. In den letzten Stunden, die ihr noch mit Constanze verbleiben, wünscht sie sich nur eins, dass ihre Mutter die sie quälenden, belastenden  Fragen beantwortet.

S. 109 „Isy, schau nicht mehr in die Vergangenheit zurück. Was vorbei ist, ist vorbei.“

Im jeweiligen Wechsel wird die Geschichte von den Frauen erzählt, Vergangenheit und Gegenwart, oft ein Spagat, dass der Leser dem gut folgen kann. Dieser Spagat ist der Autorin sehr gut gelungen und spätestens nach dem Kapitel, in dem Constanze stirbt, ist es nicht mehr möglich, sich diesem Buch auch nur stückweise zu entziehen.


„Das Geheimnis der Herzkirschen“ ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Es ist nicht mal eben einfach so weggelesen und auch im nachhinein wirkt es. Die Suche nach der Liebe, die Begegnung mit dem Tod, dem Alltag, Melancholie, Gefühle, offen für das Leben, der Lebensfreude. Das Fühlen füreinander da zu sein, dem anderen zu gehören, schon am Anfang macht uns die Handlung mit dem Rumba, dem Tanz, bekannt. Wer sich derart intensiv auf diesen Tanz einlässt, der spürt das Werben des Partners, das Miteinander und die Ausstrahlung, die beide nach Außen tragen, es wird von den Menschen Drumherum wahrgenommen. Meiner Meinung nach ist es genau das, was die Autorin durch die Intensivität, ihrer persönlichen Betroffenheit geschafft hat: den Leser in diese Verbindung, den Berührungen, mit hineinzuziehen und ein Stück  daran teilzuhaben.

„Erinnerungen, sie leben, doch die Dämonen können wir verjagen.“
© Hannelore Kühlcke
P.S. Ich liebe Mozart :-)
 
 Ich wünsche mir viele neue Leser für "Das Geheimnis der Herzkirschen"!
 Meine Lese-/Kaufempfehlung !!!



Katryn Berlinger hat Literatur- und Musikwissenschaft studiert und in einem Schallplattenunternehmen in Hamburg gearbeitet. Einige Jahre später tauschte sie dann den Beruf gegen ihre Familie ein. Heute lebt und arbeitet sie als Schriftstellerin in Norddeutschland.