► Hinweis - Blogposts ◄
Links in meinen Posts kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung. Diese Info erfolgt aufgrund der DSGVO. Diese können zu anderen Webseiten, sei es Verlags- oder Autorenseiten, Facebook oder andere Blogs führen. Ebenso Coverabbildungen. Mein Blog ist ein Hobbyblog. Von daher erfolgen diese Links ohne jedweden Auftrag oder eine Bezahlung. Ich habe keine Affiliate-Links in meinen Posts eingefügt. Rezensionsexemplare geben meinen persönlichen Leseeindruck wieder. Ich erhalte hierfür kein Geld oder jedweden anderen Obolus. Die Bücher werden gemäß §2 Nr. 5 TMG deklariert bzw. mit Danksagung an den Verlag für das Exemplar.
In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Sonntag, 25. August 2013

[Rezension] Schneekugeln am Strand ~ Kate Racculia





Kate Racculia
Schneekugeln am Strand
Taschenbuch
512 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (15. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442380688
Originaltitel: This must be the Place

€  9,99
Cover und Infos blanvalet Verlag






Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Mona Jones führt mit ihrer Tochter Oneida ein beschauliches Leben in einer Kleinstadt, bis sich eines Tages ein merkwürdiger Fremder in ihre Pension einmietet. Er scheint in tiefer Trauer gefangen und schließt sich tagelang in seinem Zimmer ein. Behutsam verschafft sich Mona Zugang zu Arthur und spürt plötzlich, dass er ihr Herz auf eine Art und Weise rührt, die sie verloren zu haben glaubte. Aber dann droht eine alte, nie abgeschickte Postkarte, adressiert an Mona Jones in Ruby Falls, ein sorgsam gehütetes Geheimnis ans Tageslicht zu bringen, das Mona unbedingt vergessen wollte …


Alles beginnt an einem Tag auf der Strandpromenade, sechzehn Jahre zuvor, mit Amy Henderson, einer Postkarte, die sie an Desdemona (Mona) in Ruby Falls, NY beginnend mit den Worten: „Es tut mir leid, Mona ...“
Arthur Rock, Fotograf in L.A., lernt Amy in einem Burgerladen kennen, wo sie auf einmal hinter ihm sich bemerkbar macht. Amy Henderson tritt in Arthus Leben und er beginnt zu leben. Schließlich wird sie seine Frau; doch alles ist vergänglich, wie auch das Glück ...
Eine Schneekugel schüttelst du, bis die Flocken durch die Kugel wirbeln, du erfreust dich daran, und dann fallen sie wieder zu Boden. Immer wieder und wieder, bis etwas an diesem Glück, der Freude einen Riß bekommt.
So geschehen auch mit Arthur an diesem Freitag morgen, wo er so beschäftigt war, die ankommenden Anrufe auf dem Handy nicht annehmen zu können. Immer wieder der gleiche Anrufer, eine Nachricht, der das Glück von Arthur zerstörte, wie der Riß in der Schneekugel. Amy hatte einen Unfall, getötet durch einen Stromschlag.
Dramatisch, man spürt das Leid und die Qualen von Arthur, der seinen Lebensmittelpunkt nunmehr verloren hatte. In ihren Sachen findet er eine alte Postkarte. Nichts hält ihn nunmehr in dieser Stadt, und so reist er ab, verläßt Freude, schaut nicht zurück.
Die Autorin hat mich mit ihrer Sprache, den Worten, der Beschreibung ihrer Charaktere schon fasziniert. Es gelingt ihr, die einzelnen Personen durch die lebendige Darstellung bildlich zu machen, denn jede von ihnen hat ihre eigene Geschichte. Die Idee für diese Story, sowohl die Freundschaft von Amy und Mona, wieder einmal ein sorgsam gehütetes Geheimnis, eine alte Postkarte die nie abgeschickt wurde, Kate Racculia hat eine wunderbar, fließend zu lesende Geschichte geschrieben.

Arthurs Weg führt nach Ruby Falls, der Ort von der Postkarte. Dort findet er Unterkunft in einer Pension namens Darby-Jones. So manches meint man vorherzusehen, egal. Arthur wollte herausfinden, wer war seine Amy und warum hatte sie Ruby Falls verlassen. Und warum hatte Amy nie die Postkarte aus dem pinkfarbenen Schuhkarton, Empfänger Mona Jones, nie abgeschickt.
Amy ist irgendwie immer präsent, über allem schwebt sie unsichtbar, sei es zur Geschichte von Mona und Arthur, als auch Oneida, der 15-jährigen Tochter von Mona, und Wendell. Teenager in diesem Alter ticken ja etwas anders, das ist auch bei Oneida der Fall.
Je länger man in der Geschichte verweilt, umso neugieriger macht die Autorin den Leser. Geschickt hat sie ihre Fäden ausgelegt, und die Handlung reiht sich Stück für Stück aneinander

Auf ihre Art und Weise hat die Autorin in „Schneekugeln am Strand“ Themen über die Liebe, den Verlust, tiefer Trauer und schließlich den Neuanfang verarbeitet und eine gute Geschichte geschrieben. Trauer, die letztendlich durch Akzeptanz des Verlustes aufgearbeitet wird, ein wesentlicher Teil, und dann halt schon am Anfang der frühe Tod einer Charaktere, die alle auf ihrer Reise, der Suche begleitet.

Zitat S. 501 „Seine Frau war so unergründlich und mit Fehlern behaftet wie die Götter des Olymps, aber jetzt war sie etwas anderes als ein Mensch, etwas anderes als ein Gott. Sie war ein Titan, eine unsterbliche elementare Kraft, die nicht mehr getötet werden konnte.“


In ihrer Danksagung schreibt die Autorin von der bedingungslosen Liebe und dem Verständnis der Eltern und ihrer Familie, deren Bodenständigkeit. Diese erinnern sie täglich daran, woher sie kommt und warum es wichtig ist.
Eine wichtige Aussage, an die man als Leser nicht vorbeikommt.

„T.S: Eliot hat einmal gesagt: Was wir den Anfang nennen ist oft das Ende. Und um etwas zu beenden, bedeutet etwas anzufangen. Vom Ende aus fangen wir von Neuem an.“

Dieses Zitat hätte ich sehr gern am Buchanfang gehabt!

 VIER Lesegenuss-Bücher

 
Kate Racculia ist in Syracuse, New York, aufgewachsen. Sie studierte Illustration und Design an der Universität von Buffalo, beschäftigte sich mit Jane Austen und Kanada. Nach einem Jahr als Buchhändlerin in Philadelphia zog sie nach Boston und absolvierte die Magisterprüfung am Emerson College. Schneekugeln am Strand ist ihr erster Roman.
(Allerdings unter einem anderen Titel schon 2011 erschienen).

[NEWS] 1, 2, 3 - Fragen ~ an Nicole C. Vosseler ~ Autorin

Heute zu Gast:

 

"In dieser besonderen Nacht" ist im Frühjahr 2013 im Verlag cbj erschienen. Weitere Infos siehe unten.

Sieben Tage ohne

 a)    Auto (Fahrrad, Bus oder sonstiges Fahrgestell), Bahn
 b)    Handy (auch kein Internet!)
 c)    Internet
 d)    Fernsehen
 e)    Fasten
 f)    leben, ohne Müll zu produzieren
 g)    Alkohol / Rauchen

Für was würdest du dich entscheiden?

Nicole: "Da brauche ich gar nicht lange nachzudenken Fernsehen und/oder  Internet."
Warum hast du dich für  Fernsehen entschieden?

Nicole: "Für das Auto konnte ich mich schon deshalb nicht entscheiden, weil ich tatsächlich gar keins besitze und fast ausschließlich zu Fuß unterwegs bin. Durchaus auch zum Ausgleich für die vielen Stunden am Schreibtisch - und weil ich im Gehen prima über mein aktuelles Manuskript nachdenken kann.
Mein Handy nutze ich als solches zwar sehr wenig,  finde es aber beruhigend, eines für eventuelle Notfälle immer griffbereit zu haben. Die Abstände zwischen den Anlässen, an denen ich Aperol Spritz, Hugo oder Prosecco pur zuspreche, sind bei mir ohnehin weitaus größer als eine Woche - und Fasten habe tatsächlich einmal vor vielen, vielen Jahren ausprobiert. Das war überhaupt nicht meins - und ich an den paar Tagen eine Zumutung für meine Mitmenschen. Leben ganz ohne Müll wäre ein hehres Ziel, auch mal nur für eine Woche ... Aber obwohl ich meine persönliche Ökobilanz recht ordentlich finde, glaube ich nicht, dass ich das so komplett hinbekommen würde.
Internet und Fernsehen sind dagegen ein fester Bestandteil meines Alltags. Es ist eine liebe Gewohnheit von mir, dass ich nach Feierabend noch ein bisschen fernsehe, nach einer Handvoll Serien süchtig bin und sogar zum Hintergrundgeplätscher des Fernseher einschlafe (gelobt sei die Timer-Funktion!) - aber das ist eben nicht mehr als eine Gewohnheit. Und obwohl ich wirklich viel im Internet unterwegs bin, gern schaue, was es Neues gibt oder rasch mal etwas *google* oder *wikipediere*, geht es auch mal ein paar Tage ohne."


Könntest du so eine Aktionswoche durchziehen?

Nicole: Ja, absolut. So ganz fremd ist mir das auch nicht, gerade der Verzicht auf das Internet. Zum Beispiel, wenn ich in einer Ecke der Welt unterwegs bin, in der das Internet (noch) so langsam ist, dass ich nicht die Geduld dafür aufbringe, die ewig langen Ladezeiten abzuwarten.
Vergangenen Winter hatte ich mir zudem nach einem sehr harten, arbeitsintensiven Jahr eine kleine Auszeit genommen und mich fast komplett aus allem ausgeklinkt, auch gerade aus dem Internet. Mein Laptop blieb tagelang aus, ich habe nur in größeren Abständen auf dem Smartphone meine Mails abgerufen, damit nicht evtl. etwas Wichtiges, Eiliges anbrennt - was bei einer freiberuflichen Tätigkeit doch schnell mal passieren kann."


Sieben Tage ohne – Bücher – vorstellbar oder nicht?

Nicole: Meine spontane erste Reaktion: nie und nimmer!
Wobei es tatsächlich ein paar Wochen im Jahr gibt, in denen ich gar keine Bücher lese: wenn die Arbeit an einem meiner Romane in die Endphase geht. In diesen letzten vier bis sechs Wochen ist mein Kopf von morgens bis abends so voll mit der jeweiligen Geschichte und den Charakteren, mit Bildern, Worten und Gedanken, dass ich mich auf kein Buch konzentrieren kann und in meiner allmorgendlichen Lese-Zeit nur zu Zeitschriften mit vielen bunten Bildern und wenig Text greife. Sobald der Roman beendet ist, stürze ich mich sofort ausgehungert auf meine SuB und verschlinge ein Buch nach dem anderen ..."

Ganz zum Schluss noch eine Frage:
Es gibt ja Bücher, die man gern lesen möchte, allerdings so ganz anders sind, was zum bisherigen Lesestoff gehörte. Ich hatte dir in meiner Mail ja von "meinem" Buch geschrieben. Hast du evtl. auch so ein Buch, welches du immer schon gern lesen wolltest aber es vor dir herschiebst?

Nicole: "Auch hier muss ich nicht lange überlegen. Ich schiebe seit geraumer Zeit "Die Bücherdiebin" vor mir her. Eigentlich klingt es nach einem Buch, das ich gern lesen würde - aber ich traue mich schlichtweg nicht. Für mich ist die Arbeit an jedem meiner eigenen Bücher eine sehr intensive Zeit, ich lebe und leide mit meinen Protagonisten, und so schlägt mir auch jedes Buch manche Wunde. Die verheilen zwar nach einiger Zeit – aber trotzdem mache ich einen großen Bogen um Bücher, bei denen ich schon vorab ahne, dass sie mir zu nahe gehen und diese Narben wieder aufreißen.
Irgendwann werde ich das Buch bestimmt einmal lesen, aber das wird noch eine Weile dauern ...

N.S. Als Nicole mir vor einigen Wochen den Fragebogen beantwortet hatte, schrieb sie noch folgendes zu der vorgenannten Frage: Gerade lese ich "Montauk" von Max Frisch, das wohl schon gut zehn Jahre auf meinem SuB lag. Ein Artikel in der FAZ vom April 2010 hat es dort weiter nach oben befördert, in den letzten Wochen hatte ich es immer mal in der Hand, bis ich gestern das sichere Gefühl hatte, ich müsste es jetzt unbedingt lesen. Und jetzt ist es auch die absolut richtige Zeit dafür.

Liebe Nicole, vielen Dank für deine sehr ausführlichen und offenen Antworten. Wir hatten einen tollen Mailaustausch und das trotz der damaligen tropischen Wetterverhältnisse. Aber wie hast du so toll geschrieben:  "Ganz liebe Grüßles aus dem nächtlichen (und tropisch-dampfigen) Schreiberstübchen."



Wer hat es noch  nicht gelesen? :-(
Meine Rezi dazu findet Ihr ... hier ...

Samstag, 24. August 2013

[Rezension] Wildrosengeheimnisse - Christine Rath


Christine Rath
Wildrosengeheimnisse
Broschiert
317 Seiten
Verlag: Gmeiner; Auflage: 1 (1. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839214565

€ 11,99

Infos Gmeiner-Verlag

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

Maja Winter ist endlich glücklich mit ihrem „Café Butterblume“ am schönen Bodensee und ihrem Freund Christian. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als eine schöne junge Frau verschwindet, die zuletzt in ihrem Café gesehen wurde. Christian verhält sich zunehmend rätselhaft und dann wird auch noch im Café eingebrochen. Zum Glück gibt es den sehr attraktiven Kommissar Michael, der die Ermittlungen übernimmt. Als schließlich Majas alte Liebe Leon wieder auftaucht, ist das Gefühlschaos endgültig komplett.
Große Gefühle am Bodensee!

Mit ihrem zweiten Roman „Wildrosengeheimnisse“ knüpft die Autorin an ihr Buch „Butterblumenträume“ um Maja Winter und das Cafe Butterblume an. Auch wenn man den Vorgänger nicht gelesen hat, findet der Leser sich sehr schnell in die Handlung hinein.
Maja fühlt sich endlich am Ziel ihrer Träume. Auch wenn es immer wieder schwierig ist, in ihrem Cafe mit dem traumhaften Blick auf den Bodensee, es läuft sich zurecht. Die Leute fühlen sich wohl und dank ihrer Freundin Emily, die Schwester ihres Ex-Freundes Leon, ist es von der Innengestaltung zauberhaft geworden. Ja, Emily hat ein Händchen bzw. ein Auge hierfür.
Doch so klar und sonnig manche Tage sind, dunkle Wolken ziehen am Himmel auf, und das nicht nur am Bodensee, sondern auch in ihrer Beziehung zu Christian. Es ist nicht ganz einfach mit ihm. Er hat seine Kanzlei in Stuttgart, muss oft rüberfliegen nach Kanada, wo seine Ex-Frau Daniela die von seinem Onkel übernommene Kanzlei führt. Da die Kanzlei ebenfalls Christian noch gehört, ist seine Anwesenheit momentan sehr oft erforderlich. Was ist los mit Daniela? Majas Meinung nach ist er einfach zu oft drüben.
So bleibt es nicht aus, dass Maja sich so manches Mal allein fühlt. So gern hätte sie mehr von ihm. Glücklich sein, so wie Majas 70-jährige Mutter, die nach langer Brieffreundschaft den Schritt nach Amerika wagte, zu ihrem Freund Steve in Detroit, dort bleibt und nunmehr im kommenden Frühjahr ihre Hochzeit mit ihm in Deutschland feiern möchte.
Eine junge Frau, die vor kurzem noch im Cafe Butterblume war, verschwindet. Maja erinnert sich an eine hässliche Szene mitten auf der Straße und ist sich sicher, dass es die Frau war. Es wird immer merkwürdiger, denn man munkelt, Christian sei mit ihr gesehen worden. Und auch Christian ist nicht mehr der, in den sie sich verliebte.
Nur gut, dass Majas Tochter Nini mit ihrer Lebendigkeit aus den derzeitigen Zweifeln herausholt, denn durch ihre Idee, dass das Cafe etwas Neues bieten müsste, die derzeit gefragten Cupcakes und Macarons mit neuen Namen im Cafe Butterblume aufzunehmen, kommt endlich wieder Schwung in den Laden. Doch das alles hilft nichts, Maja ist weiterhin misstrauisch, was Christian betrifft. Als im Cafe eingebrochen wird, stellt sich die Frage, hat Pacocini etwas damit zu tun, der Besitzer einiger italienischer Restaurants am Bodensee? Der charmante Kommissar Michael übernimmt die Ermittlungen.

„Wildrosengeheimnisse“ ist ein in sich abgeschlossener Roman, den man ohne den Vorgänger „Butterblumenträume“ lesen kann. Die Familiengeschichte um Maja und ihrem Cafe Butterblume ist eine leicht lockere Kost, die man nicht nur im Sommer genießen kann.
Am Ende des Buches finden sich die Rezepte zu „Verführerische Mandel-Vanille-Seehupferl“ sowie den „köstlichen Schoko-Küsschen“ (Macarons).
Meine Rezension zu "Butterblumenträume" findet sich "hier".
Ich gebe fünf Lesegenuss-Bücher