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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Donnerstag, 6. Februar 2014

(Rezension) Die Australierin - Ulrike Renk



Ulrike Renk
Die Australierin
Taschenbuch
544 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (9. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3746630021
€ 12,99

Cover / Buchinfo / Vita atb Verlag







Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

 Buchinfo:
 Von Hamburg nach Sydney
Als Tochter eines Werftbesitzers wächst Emilia in Hamburg auf. Sie soll eine gute Partie heiraten, aber nicht den Mann, in den sie sich verliebt hat. Carl Gotthold Lessing ist der Großneffe des berühmten Dichters. Er hat ein Kapitänspatent erworben und sich Geld geliehen, um ein Schiff zu bauen. Er will Emilia heiraten, doch ihre Familie ist strikt gegen diese Verbindung. Die beiden beginnen, nachdem Lessing von seiner ersten großen Fahrt zurückgekehrt ist, eine Affäre. Als ein Hausmädchen sie verrät, kommt es zum Bruch. Emilia beschließt, mit ihm zu reisen. In Südamerika kommt ihr erstes Kind zur Welt, in Hamburg das zweite. Doch sie haben ein anderes Ziel: Australien.

Die spannende Geschichte einer Auswanderung, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Statement:
Mitte des 19. Jahrhunderts wird die erst acht Jahre alte Emilia Bregartner vor vollendete Tatsachen gestellt, dass ihre Eltern Hamburg verlassen, um für voraussichtlich zwei Jahre in England zu leben und arbeiten. Den kleinen Bruder Julius nehmen sie mit, aber Emilia muss bei der Tante und dem Onkel bleiben. Immer wieder hoffte sie in den folgenden Jahren, dass die Eltern sie holen würden, doch sie wartete vergebens. Trotz all des Guten, was die Verwandten für Emilia aufwandten, sie fühlte sich ungeliebt. Und irgendwann erlosch auch in ihr der letzte Funken Hoffnung, dass die Eltern sie holen würden.
Verraten und verkauft.
Als Emilia ins heiratsfähige Alter kommt, lernt sie den jungen Carl Gotthold Lessing kennen, ein Großneffe des Dichters Lessing. Sie setzt sich über alle Regeln hinweg, heiratet den mittellosen Kapitän und geht mit ihm auf große Fahrt. Ziemlich ungewöhnlich zur damaligen Zeit, Frauen an Bord bedeutete Unglück.
Emilia, wohlbehütet aufgewachsen, ist sich keiner harten Arbeit zu schade. Einige Fahrten erlebt sie mit an Bord, vier Kinder werden während der Seezeit geboren. Dann aber kommt der Tag, an dem Carl beschließt, dass sie nach Australien auswandern sollten. Dort läge die Zukunft.
Die Hintergrundgeschichte zu diesem Roman beruht auf wahre Begebenheiten. Ulrike Renk erzählt in ihrem Nachwort von wundersamen Fügungen, der Kontaktaufnahme durch Robyn Jessiman zu ihr. Diese war eine Nachfahrin der Familie te Kloot und „versorgte“ die Autorin mit ganz, ganz viel Material. Und daraus entstanden ist das Buch über die Großmutter Lessing, Emilia.
Zitat Nachwort S. 532
Ich habe das Tagebuch des Abraham ter Meer als Grundlage der Geschichten genommen, habe viel recherchiert und viele Fakten eingefügt. Aber es ist ein Roman, eine Fiktion, Gedanken, Gefühle und anderes habe ich erfunden.

Fazit:
Ulrike Renk hat mit diesem Buch ein Meisterwerk geschrieben. Man bedenke, eine Story ist nicht mal so aus den Fingern gesogen wie so manche leichte Schnulze. Lange Vorbereitungszeit,  intensive detaillierte Recherchearbeiten, doch wenn am Ende ein derart unglaublich gutes Buch dabei herauskommt wie „Die Australierin“, eine wahre Leistung!
Leider kam der Schluss einfach zu schnell, ich hätte noch mehr lesen können.
Das Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen. Mein Herz hat die Autorin hiermit erobert. Was wohl nicht nur daran liegt, dass ich das Land Australien, die Kultur der Aborigines usw. liebe, obwohl ich noch nie dort war. Minnies erste Tochter Carola, die Aborigine Darri gab ihr den Namen Cardina, d. h. Sonnenaufgang. Carola, das bedeutet „die Freie“.

Jeder, der mich etwas persönlicher kennt, weiß was ich meine.

Mittwoch, 5. Februar 2014

(Rezension) Das Schneemädchen ~~~ Eowyn Ivey



Eowyn Ivey
Das Schneemädchen
Gebundene Ausgabe
464 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 3 (21. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3463406213
Originaltitel: The Snow Child
€ 19,95

Kauflink " Verlag" 





© Cover / Infos Verlag

Beschreibung lt. Verlag:
Alaska, in den 1920er Jahren: Mabel und Jack konnten keine Kinder bekommen. Um den Schmerz und die Enttäuschung hinter sich zu lassen, haben sie an der Zivilisationsgrenze Alaskas ein neues, einfaches Leben als Farmer begonnen. Doch Trauer und der harte Überlebenskampf in der erbarmungslosen Natur schaffen zwischen den beiden, die sich innig lieben, eine scheinbar unüberbrückbare Distanz. Als der erste Schnee fällt, überkommt Mabel für kurze Zeit eine fast kindliche Leichtigkeit. Eine Schneeballschlacht mit Jack entspinnt sich, und sie bauen vor ihrer Hütte zusammen ein Kind aus Schnee. Am nächsten Tag entdecken sie zum ersten Mal das feenhafte blonde Mädchen in Begleitung eines Fuchses, das sie zwischen den Bäumen des Waldes hindurch beobachtet. Woher kommt das Kind? Wie kann es allein in der Wildnis überleben? Und was hat es mit den kleinen Fußspuren auf sich, die von Mabels und Jacks Blockhaus wegführen? «Dieses Buch ist pure Magie, von Deckel zu Deckel durchwoben mit der kalten Schönheit der Wildnis Alaskas. Eowyn Ivey erzählt mit der fesselnden Zartheit des Schneefalls, den sie so wunderbar beschreibt.» Ali Shaw 

Meine Meinung:
"Dies ist ein ganz besonderes Buch, das es verdient, Millionen von Herzen schmelzen zu lassen",  so schreibt es der Sunday Express.
Das lange Warten hatte dieses Jahr  im Januar ein Ende, die Witterung spielte mit und ich tauchte ein in "Das Schneemädchen".
Über dieses Buch eine endlos ausschweifende Rezension zu schreiben, liegt mir fern - es wäre fast so wie Eulen nach Athen tragen.  Allein die veröffentlichten Rezensionen wo auch immer, zeigen auf, worum es in dem Buch geht. Inspiriert durch das russische Märchen "Das Schneemädchen", welches ja leider am Ende über ein Feuer springt und schmilzt, hat die Autorin eine wahrhaft großartige Märchenadaption geschrieben. Der Leser wird von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann dieses so poesievoll geschriebenen Romans gezogen. Faina heißt die kleine Schneefee, bzw. das Schneemädchen, die als Charaktere so detailliert und bildhaft beschrieben wurde, ebenso Mabel und Jack, inzwischen in die "Jahre" gekommen. Ein liebenswertes Ehepaar, welches am Ende des Buches bestimmt bei dem Leser ein Platz im Herz gefunden hat.
Das Leben zur damaligen Zeit in Alaska ist hart, und immer wieder tauchen bei beiden Zweifel auf, ob es vor vielen Jahren  der richtige Weg war, den sie nach dem Verlust ihres Babys gegangen sind. Weg von der Heimat in die Kälte Alaskas, ein neues Leben aufbauen.
"Das Schneemädchen" ist eine ruhige Geschichte. Spannung ist fehl am Platz, doch wer genau liest, fühlt sich wie ein unsichtbarer Beobachter vor Ort, um das Geschehen, den Lauf der Handlung mitzuerleben.
Und irgendwann war ich auf der Seite 265 und stolperte über das Wort "hanebüchen" ... Warum der Übersetzer ausgerechnet auf ein veraltetes Adjektiv zurückgegriffen hat, dafür habe ich keine Erklärung.
Zitat S. 265
"Ich weiß, es klingt hanebüchen, aber verstehst du denn nicht?", sagte sie. "Wir haben sie uns gewünscht, wir haben sie in Liebe und Hoffnung erschaffen, und sie ist zu uns gekommen. Sie ist unser kleines Mädchen, auch wenn ich nicht genau weiß, wie das sein kann. Aber sie stammt von hier, aus diesem Schnee und dieser Kälte. Kannst du das nicht glauben?"

In der Ruhe liegt die Kraft, so lautet ein Sprichwort. In "Das Schneemädchen" sind es die ruhigen und leisen Töne, alles ist umgeben von einer ganz besonderen Aura, die schwer in Worte zu fassen sind.
So viel Poesie! - Ein wahrhaft ganz, ganz besonderes Buch. 
Von mir erhält das Buch sechs Lesegenuss-Bücher und auf die Liste meiner Top-Ten 2014.
Vita:
Eowyn Ivey wuchs in Alaska auf, wo sie noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern lebt. Sie studierte Journalismus und kreatives Schreiben an der Western Washington University und der University of Alaska und arbeitete zehn Jahre lang als preisgekrönte Redakteurin beim Frontiersman Newspaper. Heute ist sie Buchhändlerin. "Das Schneemädchen" ist ihr erster Roman. Er wurde in elf Länder verkauft.

P.S. Per Google fand ich folgendes über das Wort "hanebüchen":
Hauptsächlich in der Redewendung (das ist) hanebüchener Unsinn tritt das veraltete Adjektiv hanebüchen im modernen Deutschen auf. Das Wort hat nichts mit dem Hahn zu tun, vielmehr bezieht es sich auf die Hainbuche, die auch Hagebuche (also „Heckenbuche“) heißt, obwohl sie ein Birkengewächs und keine Buchenart ist. Der Name Heckenbuche ist insofern sprechend, als die Hainbuche heute noch gern als Hecke gepflanzt wird. Ihr Holz, das hervorragend zum Heizen geeignet ist, wird heute selten genutzt und gilt seit langer Zeit als hart und zäh. Daher bekam das zu Hainbuche gebildete Adjektiv han(e)büchen, das vom
mhd. hagenbüechīn bzw. der Nebenform hainbüechīn stammt, schon im 18. Jahrhundert die übertragene Bedeutung „derb, grob“. Hanebüchener Unsinn bedeutet daher nichts anderes als „grober Unfug“.
 Link:
http://www.wissen.de/wortherkunft/i-hanebuechen-0
 
Zusatzaufgabe Monat Januar Ultimative SuB-Challenge 2014

Sie haben diesen Artikel am 28. September 2012 gekauft.

♥ Meine Top{Ten}-Buchliste 2014 ♥

♥  2014 ♥ 

Meine persönliche Top-Buchliste

001 – Eowyn Ivey – Das Schneemädchen

002 – Ulrike Renk – Die Australierin

003 – Colleen Hoover - Weil ich Layken liebe

004 – Clara Sternberg – Sonntags bei Sophie

005 – Susanne Gerdom – Dracyr – Das Herz der Schatten

006 – Marie Velden – Sommer in Sepia

007 – Sylvia Lott – Die Glücksbäckerin von Long Island

008 – Anja Jonuleit – Der Apfelsammler

009 – Bettina Storks – Das Haus am Himmelsrand

010 –Der Zug der Waisen – Christine Baker Kline