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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Montag, 11. Mai 2015

|| Rezension || Der Ruf aus dem Eis (Der letzte Engel) ~ Zoran Drvenkar

Zoran Drvenkar
Der letzte Engel – Der Ruf aus dem Eis
Gebundene Ausgabe
544 Seiten
Verlag: cbj (30. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570171370
€ 17,99

© Cover / Info - 
VERLAG






Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

"Jeder Anfang ist ein Ende und jedes Ende ist ein Anfang in diesen Zeiten ohne Engel.
- Zwei Engel ohne Flügel sitzen auf einem Friedhof und hören die Toten kommen. Der eine Engel bin ich, der andere Engel heißt Esko und beide sind wir schlecht gelaunt. Ich fühle mich ganz besonders mies, denn man hat mir vor einer Stunde die Flügel abgeschnitten, mich in mein eigenes Grab geworfen und mit Erde bedeckt. Keine Ahnung, wie ihr darüber denkt, aber ich finde, da hilft selbst der beste Sinn für Humor nicht, denn das kann man einfach nicht witzig finden. Da hilft es auch nicht, wenn man nach einer Stunde wieder ausgegraben wird. Beerdigt werden ist nie spaßig."

Meine Meinung:
Endlich ist er da, der zweite Band "Der Ruf aus dem Eis" der Dilogie "Der letzte Engel". Über zwei Jahre ist manchmal eine lange Zeit, wenn es dann endlich weitergeht im ... Text ... Aber es ist auch der Abschlussband, wie das Wort Dilogie ja aussagt.
Wer sich für dieses Buch interessiert, sollte schon Kenntnisse vom ersten Band haben.
Es geht um Motte, den Engeln und sein Leben.
Zoran Drvenkar hat eine sehr eigene Art, seine Geschichten zu erzählen. Mir hat der Stil schon im ersten Buch gefallen, auch wenn es nicht ganz einfach war. Doch das macht es aus, das besondere. Und fesselt den Leser an die Lektüre. Der Handlungsort, eine einsame, kalte Insel. Dort wo alles begann, geht es weiter. Denn ohne seine Flügel ist Motte nichts. Und es gilt einen Krieg zu verhindern. Seine Feinde, allen voran Lazar, schreckt vor nichts zurück.
Was aber war der Hintergrund?
Warum heißt es, der letzte Engel hat seinen ersten Atemzug getan und eine alte Prophezeiung erweckt?
Nun gilt es für Motte, den letzten Engel, innerhalb von drei Tagen diese Prophezeiung zu verhindern.
Es ist wie schon zuvor nicht ganz einfach zu lesen, wenn die Handlung Zeitsprünge vornimmt. Doch zu keinem Zeitpunkt kommt Langeweile auf und mich hat die Geschichte komplett gefesselt.
"Der Ruf aus dem Eis" erzählt mehr, als sich hier aufschreiben lässt. Das macht den Reiz an der Geschichte aus. Viele Themen sind angesprochen, sei es der Hass und vor allem die Gier, mehr geht schon gar nicht. Liebe und Freundschaft, welch wichtiger Bestandteil in unserem Leben, öffnen die Augen. Und so kann man als Leser eigentlich nur hoffen, dass es die Augen öffnet und das Böse außen vorlässt!
Die Dilogie "Der letzte Engel" ist u. a. auch durch ihre teils mysteriösen Charaktere, spannend zu lesen. Die Protagonisten sind gut durchdacht, und Nebencharaktere hat der Autor einfach nicht so erscheinen lassen, sondern sie haben was zu sagen. Man merkt, dass der Autor Zoran Drvenkar sich Gedanken gemacht hat und nie den roten Leitfaden, der so gern zitiert wird, verloren hat.
Herausgekommen ist ein gelungener Abschluss - ein exzellentes Finale.
Ich gebe fünf Lesegenuss-Bücher.

// Hier \\ geht es zu meiner Rezi von Teil 1.

Vita:
Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 20 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller und schreibt Romane, Gedichte und Theaterstücke über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zoran wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lebt heute in der Nähe von Berlin in einer ehemaligen Kornmühle.



Samstag, 9. Mai 2015

|| Rezension || Dangerous Vision – Es liegt in deiner Hand – Aprilynne Pike


Aprilynne Pike
Dangerous Vision – Es liegt in deiner Hand
Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Verlag: cbj (30. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570159941
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
Originaltitel: Sleep No More

 Cover - Info - Kauflink
VERLAG





Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


… Als die 16-jährige Charlotte wieder einmal von einer Vision heimgesucht wird, merkt sie schnell, das diese anders ist - denn Charlotte schafft es nicht, die Bilder wie sonst zu unterdrücken. Und was sie sieht, nimmt ihr den Atem: Eine Mitschülerin - ermordet. Charlotte darf zwar unter keinen Umständen die Zukunft ändern, aber kann sie das Mädchen in seinen Tod rennen lassen? Doch bevor sie zu einem Entschluss kommt, ist es schon zu spät … Und als Charlotte kurz darauf von einer weiteren Mordvision heimgesucht wird, beschließt sie zu handeln.

Meine Meinung:
"Charlotte, leider ist es jetzt so weit, dass du dich viel erwachsener verhalten musst, als du bist. Es wird schwierig werden, aber du musst von jetzt an sehr, sehr hart daran arbeiten, die Regeln zu befolgen. Verstehst du das?" - Ich nicke, obwohl ich es eigentlich nicht verstehe. (Zitat S. 10)

Es sind Worte, die Charlottes Tante Sierra zu der Sechsjährigen spricht. Nicht mal so dahingesprochen, Ermahnungen. Charlotte ist ein Orakel. Im Alter von sechs Jahren hat sie eine Regel gebrochen: Verändere nicht die Zukunft. Zehn Jahre später, zu High-School-Zeiten, wird sie zwar immer noch von Visionen heimgesucht, doch die hat sie in Griff. Bis zu dem einen Tag, als sie "sieht", dass ein Mord passieren wird. Noch bevor sie es verhindern kann, was sie ja nicht darf, doch sie ringt mit ihrem Gewissen, passiert es. Eine Schülerin liegt tot auf dem Footballfeld, ermordet. Doch das ist noch nicht das Ende, denn Charlotte wird erneut von einer Mordvision "überfallen.
Ebenso geheimnisvoll eine Nachricht von Unbekannt, der sie danach fragt, wer alles von ihrer Gabe weiß? Um weiteres zu verhindern, kann Charlotte aufgrund ihrer Gabe in die Vision zurückgehen und die Zukunft ändern. Aber genau das darf sie nicht!

"Dangerous Vision – Es liegt in deiner Hand" ist geschrieben in der Ich-Erzählperspektive von Charlotte. Von ihren letzten Büchern war ich sehr angetan und nunmehr neugierig, wie sich die Autorin in diesem doch anderen Genre bewegen würde.
Aprilynne Pikes Schreibstil hat Wiedererkennungswert und so schaut man gern über einige Störfaktoren hinweg. Durch die Erzählperspektive von Charlotte kann man sich diese als Charaktere gut vorstellen, ebenso vermittelt es auch gut ihre Gefühle.
Das angegebene Lesealter empfinde ich an manchen Stellen nicht ganz passend, denn wie gesagt, es ist ein Thriller :-) Vorhersehbar für den einen oder anderen Leser des Rätsels Lösung.
Dass die Autorin eine Liebesgeschichte mit einbaut, lockert die Atmosphäre nur ein bisschen auf, denn viel Raum findet diese nicht.
♥ Junge Leute, junge Liebe! ♥
Das Cover ist ein Eyecatcher.

"Dangerous Vision – Es liegt in deiner Hand", ein gutes, paranormales Jugendbuch, leicht und flüssig geschrieben, gut zu lesen. Auch wenn ich mich ab und an frage, warum schon so manches Jugendbuch so "brutal" sein muss.
Die Autorin weist in ihrer Danksagung darauf hin, dass sie dieses Buch den Überlebenden der Schießerei an der Sandy Hoook Elementary School gewidmet hat. Es erklärt einiges …
Doch lest selbst.
Dies hier ist nur mein Leseeindruck, auch wenn ich versuche, möglichst neutral zu schreiben.
Offen für mich bleibt, ob ich die Folgebände lesen werde.
Von mir gibt es ganz knapp    4 Lesegenuss-Bücher

Vita:
Aprilynne Pike denkt sich Geschichten aus, seit sie ein Kind ist. Sie studierte kreatives Schreiben und schloss sich später derselben Schriftstellergruppe an, zu der auch Stephenie Meyer gehört. Ihre Elfensaga machte sie über Nacht zur gefeierten Bestsellerautorin. Mit »Dangerous Visions – Es liegt in deiner Hand« legt sie nun ihren ersten Thriller vor. Pike lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Utah.

Dienstag, 5. Mai 2015

|| Rezension || Mariposa - Bis der Sommer kommt ~ Nicole C. Vosseler

Nicole C. Vosseler
Mariposa – Bis der Sommer kommt
Gebundene Ausgabe
448 Seiten
Verlag: cbj (30. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570155363
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
€ 18,99

 Cover / Info / Kauflink
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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Ein Flügelschlag in eine andere Welt

Jake ist auf die schiefe Bahn geraten und muss seinen Community Service in Mariposa antreten, einem gottverlassenen Ort am Rande des Yosemite-Parks in Kalifornien. Dort trifft er auf Nessa, ein sonderbares Mädchen mit roten Haaren, weißer Haut und dunklen Augen. Sie lebt mit ihrer Familie zurückgezogen im Wald, und obwohl sich Jake über sie lustig macht, bekommt er sie nicht mehr aus dem Kopf. Ganz offensichtlich erwidert sie seine Gefühle, doch ihre Familie und die ganze Kommune, der sie angehört, sind strikt dagegen, dass die beiden sich treffen. Denn Nessa ist tatsächlich nicht ganz von dieser Welt …

Meine Lesemeinung:

Schmetterlinge fliegen durch die Luft, ein Mädchen mit wehenden Haaren mitten in einem Getreidefeld und der Titel "Mariposa" von links oben nach rechts unten auf dem pastellfarbenen Cover, wer wird da nicht neugierig auf das, was sich dahinter verbirgt.

In dem beginnenden Teil "Herbstfeuer" erklärt eine ganze Seite dem Leser, wo Mariposa liegt, wie viele Einwohner usw. Die Gestaltung der jeweiligen Teile, welches die Jahreszeiten im Titel haben, ist wunderschön aufgemacht.  Die Geschichte wird wechselnd aus der Sicht von Jake und Nessa erzählt. Jake wurde aufgrund einiger Delikte in den kleinen Ort Mariposa geschickt, wo er Sozialdienst leisten muss. Doch wer war Jake und was hatte es mit Nessa auf sich? Zwei so gegensätzliche Personen, doch Jake ist fasziniert. Nessa lebt ein so ganz anderes Leben, als es Jake in L.A. führte. Durch sie lernt er viel. Sie hingegen bekommt von Jake den Blick in das normale Leben der Menschen. Was es mit Nessa und der Geschichte um ihrer Familie auf sich hat, wieso sie im Wald abgeschieden von den anderen leben, das wird hier nicht verraten.

War ich von Nicole C. Vosselers Buch "In dieser ganz besonderen Nacht" schwer angetan, steckte ich hier irgendwann in der Geschichte fest. Die Charaktere Jake ging mir zeitweise richtig auf die Nerven, sein Gehabe, welches das wahre ICH nicht heraus lassen wollte. Geprägt durch seine Vergangenheit ließ er keine weiteren (seelischen) Verletzungen mehr zu und spielte den Obermacker.
Jake und Nessa, irgendwie klar, dass sich zwischen beiden etwas entwickelt. Bei Nessa gefiel mir ihre Natürlichkeit, als auch Zerbrechlichkeit. Sie wirkte so. Bei dieser Charaktere denkt man sofort an einen Schmetterling, wenn man über seine Flügel streift, verliert er die Kraft zum Fliegen.
Wie zuvor geschrieben, habe ich irgendwo in der Mitte den roten Faden verloren (oder die Autorin?), doch zum Schluss gelingt es Nicole C. Vosseler, ihn gut zu Ende zu führen.
Obwohl der unverkennbare Schreibstil der Autorin dieses Buch wiederum auszeichnet, mir fehlte das gewisse Etwas, womit sie es schafft, Bilder im Kopf entstehen zu lassen und das Lesen zu einem Erlebnis machen
Trotz eines guten Anfangs konnte mich "Mariposa - Bis der Sommer kommt" nicht vollkommen überzeugen, auch wenn der Grundgedanke richtig gut ist.
Dieses Buch war eine Herzensangelegenheit, so oder ähnlich hat es die Autorin gesagt. Doch leider und irgendwie schade, um es zu krönen, fehlte mir hier das Sahnehäubchen.
Sicherlich ein schönes Jugendbuch, in gewisser Weise unterhaltsam, welches sich durch die Idee auszeichnet, daher gibt es auch meine Leseempfehlung.

Allerdings kann ich nur ganz knapp vier Lesegenuss-Bücher geben (eigentlich wären es nur 3,5). Bedenkt, es ist meine Sichtweise vom Buch, auch wenn ich versuche, neutral zu bewerten.

“Leben ist nicht genug,” sagte der Schmetterling…
“Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu…”
Hans Christian Andersen


Vita:
Nicole C. Vosseler, geboren 1972 in Villingen-Schwenningen, studierte Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit ihren Romanen für Erwachsene „Unter dem Safranmond“, „Sterne über Sansibar“ und „Der Himmel über Darjeeling“ feierte sie große Erfolge. Die Autorin lebt am Bodensee – mit mehr als zweitausend Büchern unter einem Dach.