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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Freitag, 12. April 2019

Rezension "Annies Frühling in Salt Bay" ~ Liz Eeles



Liz Eeles || "Annies Frühling in Salt Bay" || 
Verlag Rowohlt Taschenbuch (1. Auflage 26. 3. 2019)
ISBN-13: 978-3499274596  || 
Originaltitel: Annie's Holiday by the Sea || Barbara Ostrop (Übersetzer) 
€ 10,00

Nach Salt Bay fahren ist nach Hause kommen …
- oder -
Nach Salt Bay fahren ist eine Lesereise, eine Rückkehr nach Cornwall ♥


Mein Leseeindruck
"Annies Frühling in Salt Bay" erzählt die Geschichte von Annabella Trebarwirth, in London lebt und arbeitet. Gerade war ihr Jahresvertrag in ihrem Job ausgelaufen und sie würde sich um einen neuen Job bemühen. Familie hatte sie keine, die Mutter war verstorben, alles andere hatte eine Geschichte. Doch seit einem halben Jahr war sie mit Stuart zusammen, wohnten aber beide getrennt. Er in einer Wohnung, sie in einer WG. Als sie ihn eines Freitags in seiner Wohnung überrascht, trifft sie ihn nicht allein an. Er hatte eine andere Frau bei sich. Nun widmet sie sich endlich dem Brief eines Rechtsanwalts, den sie vor kurzem erhalten hatte. Sie ist sehr erstaunt über den Inhalt, war ihr doch nicht bewusst, dass sie noch eine Großtante hatte, die im fernen Cornwall lebt. Also macht sie sich auf in die alte Heimat ihrer Mutter. So war erst einmal ihr Plan, einmal kurz bei der Tante vorbeischauen und dann wieder zurück nach London. Wie so oft im Leben kommt manches anders. Das wird auch Annie erleben.
Denn dort, in Salt Bay, gibt es einige Rätsel bzw. Geheimnisse, eine Tante, aber auch eine Dorfgemeinschaft der etwas anderen Art. So kennt Annie es nicht. Nun es ist ein besonderer Menschenschlag dort in Cornwall, so ganz anders und doch sehr herzlich.
An die Charaktere Annie muss man sich erst gewöhnen, denn anfangs kam so gar kein Gefühl für sie herüber. Doch angekommen in Salt Bay kriecht sie so langsam aus ihrem Schneckenhaus hervor. Man wird neugierig, wie weit ihre Entwicklung in der Handlung gehen wird.
Die Handlung spielt in einem kleinen Dorf an der wunderschönen Küste von Cornwall. Das ist mit ein Grund gewesen, warum ich den Debütroman von Liz Eeles gern lesen wollte. Aber auch die Hintergrundgeschichte in der Handlung, denn an einem Tag hatte sich das Meer vor Jahren sieben Mitglieder der Salt Bay Choral Society geholt.
Zitat S. 48
"Das Schild ist auf Hochglanz poliert, und darauf steht: In liebevoller Erinnerung an die Mitglieder der Salt Bay Choral Society, die am 15. April 2002 während des großen Sturms ertrunken sind. Sie singen noch immer im Himmel. Darunter sind die Namen von sieben Männern eingraviert, unter anderem ein «Samuel Trebarwith, 70 Jahre.»"
Dieser Samuel Trebarwith war Annie Großvater, der Vater ihrer Mutter.

Desweiteren gibt es Charaktere, Bewohner des Dorfes, die durch die Beschreibungen der Autorin bildlich vor Augen erscheinen. Man möchte sie gern persönlich kennen lernen. Und all das, die Menschen, die Landschaft ist es, was sich positiv auf Annie auswirkt.
Jene Tragödie, die sich vor Jahren durch den gewaltigen Sturm ereignet hatte, hinterließ bei vielen Familien Spuren. Und dennoch beginnt Annie mit dem Projekt, den Chor wieder aufleben zu lassen.
Diese Geschichte hat viele Momente, die glücklich machen, faszinierende Charaktere wie Annie, ihre australische Freundin Kayla, ihre Großtante und den anfangs etwas mehr als rüpelhaft erscheinenden Josh.
"Annies Frühling in Salt Bay" ist eine wunderbare Geschichte, die von Verlust und Liebe erzählt, von Familie, aber auch davon zu erkennen, wer man selbst ist.
Es wird noch einen Folgeroman geben, derzeit in English "Annies Christmas by the Sea". Und so kann man sich nur wünschen, dass der Leser nicht zu lange auf die deutsche Übersetzung warten muss. Der Schreibstil der Autorin war  leicht und flüssig und so lies sich das Buch gut lesen.
Mir hat das Buch gut gefallen und gerne gebe ich eine Leseempfehlung.
Ӝ̵̨̄Ʒ 4 Lesegenuss-Bücher 

Vielen Dank an den Verlag für das  Rezensionsexemplars.
Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag

Ein gut gelungener Debütroman,  der für gute Unterhaltung sorgt

Donnerstag, 11. April 2019

"Der etwas nervige Elefant ~ David Walliams ~ Kinderbuch-Rezension


Der etwas nervige Elefant || Gebundene Ausgabe || 32 Seiten
Rowohlt TB (26. 3. 2019) || ISBN-13: 978-3499218453
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 5 Jahren
€ 12,95

Verlagsinfo:
Was ist groß und blau, ziemlich frech und steht uneingeladen vor der Tür? Ein etwas nerviger Elefant, natürlich! Ein wunderbar schräges Bilderbuch von zwei bemerkenswerten Talenten - David Walliams und Tony Ross.


Buchanfang:
"Eines Tages klopfte es laut an der Tür. Sam rannte die Treppe hinunter, um sie zu öffnen."


Mein/unser Leseeindruck:
Was passieren kann, wen man eine Elefantenpatenschaft übernimmt und dabei vergisst, das Kleingedruckte auf dem Papier zu lesen, erfahrt ihr in dem neuen Buch von David Walliams.
"Der etwas nervige Elefant" ist wieder einmal ein außergewöhnliches Kinderbuch des Autors. Was nicht nur auffällt ist die wunderschöne Aufmachung als auch der Titel, sondern der riesengroße blaue Elefant mit dem kleinen Jungen auf rotem Hintergrund. Die großflächigen Illustrationen brauchen nicht viel Text, denn es entwickelt sich noch zusätzlich beim Anschauen und Vorlesen die eigene Fantasie dazu. Die Figuren sind lebendig gemalt, alles sehr sympathisch, kindgerecht. Ebenso der Sprachstil. Wie gesagt, hier sind der eigenen kindlichen Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Die liebevolle Art, wie es geschrieben und illustriert ist, spricht an. Für Kinder ab dem empfohlenen Alter absolut okay, man kann aber auch schon früher anfangen es vorzulesen. Kinder stellen Fragen und die Veränderung der Geschichte, die durch die Illustrationen unterstrichen werden, lassen sich gut erzählen.
Ein anschaulich gestaltetes Buch, welches man immer wieder neu lesen als auch anschauen kann.
"Der etwas nervige Elefant" ist eine sehr gute Kindergeschichte, die man mit ihren 32 Seiten immer wieder lesen bzw. vorlesen kann/muss ♥
Ein immer wieder kehrender Lesegenuss dieser wunderschön illustrierten Geschichte mit ihrem eigenen Charme.
Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Vielen Dank an den Verlag  für das  Rezensionsexemplars.
Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Gelesen 04 - 2019

Wunderschön illustrierte Geschichte mit eigenem Charme

Mittwoch, 3. April 2019

(Rezension) "Wenn die Kraniche wieder ziehen" Annette Hennig

Annette Hennig
Wenn die Kraniche wieder ziehen
St. Petersburg-Trilogie (1)


Eine große Liebe
Krieg und Umsturz
Träume, die nicht vergehen,
und Hoffnung, die niemals stirbt

Verlag: Independently published (8. November 2018) || Taschenbuch: 358 Seiten  || ISBN-13: 978-1730913990 || € 9,99



Es war schon immer mein Wunsch gewesen,  eine Reise nach Sankt Petersburg zu unternehmen. Da ich es im realen Leben bislang noch nicht geschafft habe, bin ich nun vor einiger Zeit mit dem neuen Roman der Autorin Annette Hennig dorthin gereist.

"Wenn die Kraniche wieder ziehen" ist eine Geschichte, die auf mehreren Zeitebenen spielt.
Es beginnt 1995 in Sankt Petersburg, wo die knapp 98-jährige Anastasija ihren Geburtstag feiern wird und dabei auf ihr ereignisreiches Leben zurückschaut.
Man schreibt das Jahr 1914. Gerade siebzehn ist Anastasija und ihre Mutter, Fürstin Feodora, drängt darauf sie zu verheiraten. Sehr zum Ärger ihrer Tochter, denn die liebt ihre Freiheit. Noch sind die Zeiten ruhig im Land. Keiner ahnt, was auf Russland und ihre Familien zukommen wird. Zunächst einmal galt es, dass Anastasija den Man heiraten konnte, den nicht ihre Mutter ausgesucht hatte. Nein, der ihr gefiel war der Großfürstensohn Uwan. Sie heiraten, wollen eine Familie gründen. Die Revolten nehmen zu und der Zar wird gestürzt. Die Plünderer rauben und töten.
Ein weiterer Zeitabschnitt beginnt 1919 in Sibirien und wird in mehreren Kapiteln mit dem Handlungsstrang verbunden.
Die Geschichte um Anastasija und wie sich alles zutrug, war sehr spannend. Hier wird Zeitgeschichte lebendig erzählt. Die Atmosphäre und die Stimmung der damaligen Zeit, ebenso die Sprache, alles hat wunderbar zusammen gepasst. Spannende Aspekte wurden eingebracht und ergaben neue Wendungen in der Handlung.
Die Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen realistisch ausgearbeitet. Annette Hennig lässt Sankt Petersburg, das ehemalige Zarenreich sowie die unverbittliche Härte des sibirischen Lebens bildlich auferstehen.
Das Cover ist wunderschön gestaltet. Ich mag diese warme Farbharmonie. Auch der Schreibstil ist schön und flüssig, wie aus ihren vorherigen Romanen bekannt.
"Wenn die Kraniche wieder ziehen", der Auftaktband zur St. Petersburg Trilogie entfaltet einen Sog, dem man sich beim Lesen nicht entziehen kann. Es ist mehr als nur ein wundervoller Ausflug nach Sankt Petersburg, in die Vergangenheit, aber auch Gegenwart. Es zeigt Lebensfreude, aber auch Melancholie. Die Heimat ist dort, wo das Herz ist. Familie sind die, die in deinem Herzen weiterleben, es berühren.
Dieser Roman hat mir das Gefühl gegeben, als würden die Protagonisten mir persönlich ihre Geschichte erzählen. Dieses Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite so schön geschrieben, dass man eigentlich gar nicht aufhören kann zu lesen
Eine absolute Leseempfehlung. Eine Lektüre mit Suchtfaktor und hoffentlich müssen wir nicht zu lange auf die Fortsetzung warten.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Vielen Dank an die Autorin für das Leseexemplar.
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei  der Autorin

Sankt Petersburg 1914: Fürstin Feodora dringt darauf, ihre erst siebzehnjährige Tochter zu verheiraten. Die junge Anastasija widersetzt sich dem Wunsch ihrer Mutter nicht, sorgt aber dafür, dass sie den Mann ihrer Jungmädchenträume ehelichen kann. Als sie übers Jahr am Arm des Großfürsten Iwan aus der Kirche tritt, ist das Glück auf ihrer Seite. Doch das Glück ist launisch. Schon bald verbündet es sich mit dem Leid dieser Tage.
An ihrem 98. Geburtstag blickt Anastasija auf ihr Leben zurück. Nicht nur einmal stand sie vor einem tiefen Abgrund, nicht nur einmal glaubte sie ins Verderben zu stürzen. Doch selbst bei den Gedanken an Not und Tod lächelt die alte Dame: Denn ihre Liebe, die beinahe ein Jahrhundert überdauert, bewahrt sie noch immer in ihrem Herzen.
Ein Blick in die Runde derer, die sich zu ihrem Ehrentag versammelt haben: Und Anastasija wähnt sich eine glückliche Frau.

Einmal angefangen kann man es kaum mehr zur Seite legen ♥
Ein Buch, das sich kaum weglegen lässt!