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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Freitag, 3. Mai 2019

(Rezension) "Komme, was Wolle" ~ Steffi Hochfellner

Basteln macht glücklich …

Franzi ist begeistert, als sie das Haus ihrer großtante Gerlinde erbt, nebst dazugehörigem Handarbeitsladen und einem verwöhnten Entenpaar. Mit Sack und Pack zieht sie von Nürnberg nach Ostfriesland - und stellt fest, dass erst mal gründlich renoviert werden muss. Zum Glück kann sie auf die Hilfe einer pfiffigen Rentner-Truppe und ihrer neuen Freunde Rieke und Joost zählen. Schneckk rückt der Termin zur Neueröffnung der "Wunderkiste" näher, doch immer wieder kommt es zu gemeinen Sabotageakten, die ihren Traum gefährden. Eis ist jedoch klar: Aufgeben kommt für Franzi auf keinen Fall infrage!

Steffi Hochfellner || Komme, was Wolle || Verlag Knaur TB
 || 448 S. || ISBN-13: 978-3426523742 || € 12,99
gelesen 04/05 - 2019


Mein Leseeindruck:

Eine Woche ist es nun her, dass Franzis beste Freundin Tanja mit ihrem Maximilian für drei Jahre nach Singapur das Land verlassen hatten. Zu alld em kam noch die Mitteilung von Franzis Chefin, sie würde in Kürze in Ruhestand gehen wollen. Franzi sollte überlegen, ob sie die Praxis übernehmen wolle. Da wird diese von einer Nachricht auf dem Anrufbeantworter überrascht, denn dort hatte eine Anwaltskanzlei ihr eine Mitteilung hinterlassen. Es ginge um ihre verstorbene Tante Gerlinde Oberlechner. Das Verhältnis zu ihren Eltern war nicht gerade berauschend, umso mehr erstaunte es sie, dass der Vater ihr nicht einmal Bescheid gegeben hatte, dass die Schwester seiner Mutter verstorben war. Franzi nimmt die Erbschaft an. Barvermögen und ein schuldenfreies Haus hoch oben im Norden. Im Erdgeschoss hatte Tante Gerlinde einen Kurzwarenladen unterhalten. Franzi erinnert sich. als besonderes Schmankerl zur Erbschaft gab es oben drauf noch eine Ente und einen Erpel, Janis und Jim ☺
Gut zwei Monate später, im März, lässt Franzi Nürnberg hinter sich und färt mit ihrem Auto Leopold  nach Westersum. Die Enten erkennen ihr altes Zuhause sofort. Auf dem Ladenschild, kaum noch lesbar, stand "Gerlindes Wunderkiste".
Zitat S. 23
Eine Wunderkiste war es tatsächlich. Eine charmante und ziemlich heruntergekommene Wunderkiste. Die Farbe blätterte von den ehemals weiß gestrichenen Fächern des Fachwerks ab, und auch die eigentlich hübschen Sprossenfenster benötigten dringend einen Anstrich. In der Vorderfront befanden sich zwei Türen: eine führte vermutlich in den Laden, die andere, an der ein vertrockneter Blumenkranz hing, in die Wohnung.

Von den anfänglichen Verkaufsgedanken verabschiedet sich Franzi schnell. Sie fühlt sich hier wohl und ihre kreativen Ideenm, ja die kann man mit so einer Wunderkiste gut umsetzen. Doch Ärger ist vorprogrammiert. Denn was sie nicht weiß, dass der Verkauf ihres geerbten Hauses Teil eines weiteren Kaufangebots zu den Nachbarn ist.
"Komme, was Wolle" ist ein optimales Buch zum Abschalten. Das Abenteuer um das Projekt Neueröffnung Wunderkiste mitzuerleben, ist garantierter Lesespaß! Was nicht nur an der fränkischen Mundart von Franzi liegt. Es gibt einige Situationen, deren Komik zum Lachen verleiten.
Es ist ein Roman mit Höhen und Tiefen, durch die sich die Protagonistin in 15 Kapiteln kämpfen muss. Alle anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt. Sie alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Und auch einfach zu viel spoilern. Die Geschichte lebt von dem provenziellen Flair. Zeigt aber auch auf, dass Nachbarschaft nicht imer so ist wie sie sich darstellt. Erwähnenswert auf jeden Fall das Rentner-Kleeblatt, Protagonisten, die älter sind und Franzi stramm zur Seite stehen. Mit Rat und Tat. denn das Objekt aus der Erinnerung der Kindheit ist doch ziemlich ... hüstel ... alt

Es sind ja oft die liebenswerten Geschichten des Lebens, die wir Leser lieben. In jedem Kapitel gibt es am Ende, wäre es in Farbe, dann bestimmt in Gelb, einen Haftzettel zu Franzis Projekten zum Nacharbeiten. Diese sind alle am Ende des Romans wie z. B. der Sockenbär (den ich auf jeden Fall nacharbeiten werde), Buchstützen, umfilzte Seife usw...
"Komme, was Wolle", garantierter Lesegenuss!

Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher

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Vielen Dank an den Verlag


Steffi Hochfellner arbeitet als Werbetexterin und Designerin in Hamburg. Neben dem Schreiben von Romanen ist ihre große Leidenschaft die Handarbeit. Sie hat bereits drei erfolgreiche Bücher über das Stricken von Kuscheltieren veröffentlicht. In ihrem Kreativ-Roman vereint sie ihre Lieblingsbeschäftigungen Schreiben und Bastelarbeiten.

Heiter bis wolkig …

Donnerstag, 2. Mai 2019

(Rezension) "Sonnenfeuer" ~ Patricia Shaw

Zwei mutige junge Frauen –
zwei abenteuerliche Leben –
ein wildes, tödliches Land


 Australien zur Zeit des Goldrausches
Perfy Middleton, die Tochter englischer Sträflinge, will durch die Ehe mit dem reichen Farmer Darcy Buchanan einem Dasein als Dienstmädchen entgehen. Doch als Darcy noch vor der Hochzeit ums Leben kommt, ist Perfy auf der Farm nicht mehr gut gelitten.
Perfys Freundin und Begleiterin, die Aborigine Diamond, die als Kind von Seeleuten vor der Küste Australiens verschleppt worden war, hofft derweil noch immer, eines Tages ihre Familie wiederzufinden.
Für beide Frauen beginnt der Weg durch ein wildes, geheimnisvolles Land, das mit Gold lockt und auf viele Arten tötet.

Patricia Shaw || Sonnenfeuer || Die Buchanan-Saga 1
Taschenbuch, Knaur TB  || 01.04.2019, 560 S.
ISBN: 978-3-426-52405-3 || € 9,99 || Gelesen 04/2019


"Sonnenfeuer" beginnt auf dem Schoner White Rose. Der deutsche Kapitän Otto Beckmann war ein erfahrener Seemann. Auf dieser Reise begleitete ihn das erste Mal seine knapp 50jährige Frau. Die allerdings plagte die Seekrankheit. In Brisbane lebten sie, ohne Kinder und sie fühlte sich dort einsam. Vermisste ihre Familie und das Leben in Hamburg. Durch einen Zwischenfall müssen sie ein kleines Aborigine-Mädchen an Bord nehmen, Kagari. Augusta Beckmann nimmt sich ihrer an und nach der Reise mit nach Haus. Das Mädchen erhält nunmehr den Namen Diamont. Augusta unterrichtet sie daheim, denn in die Schule durfte sie aufgrund ihrer Hautfarbe nicht. Eines Tages hat Kagari eine Vorsehung und es stellt sich heraus, dass das Schiff mit dem Kapitän untergegangen ist. Da Augusta nicht mehr in Australien leben konnte, und nach Deutschland zurückgehen wollte, musste sie schauen, wo das Mädchen untergebracht wurde. Im Haushalt des Gouverneurs fand sich eine Stelle. Dort freudet sich Diamont mit Perfy an.
Die beiden Brüder Buchanan unterhalten die Farm Caravale. Der Viehtrieb hatte viel Geld in die Taschen gespült. Ben war zweiundzwanzig und Darcy fünfundzwanzig. Beide waren noch ledig.
Auf dem Rück zur Farm machen sie Halt in Brisbane. Die Auswirkungen des Goldrausches war auch hier spürbar. Da trifft Darfy auf Perfy und kurz darauf macht er ihr einen Heiratsantrag. Doch es kommt nicht zur Hochzeit. Durch einen bösen Streich seines Bruders stirbt Darcy. Durch seinen Tod erbt Perfy all sein Barvermögen und die Hälfte der Farm. Das hatte Darcy schon testamentarisch geregelt.
Perfy, die weierhin in Kontakt mit Diamond war, beschließt nach Caravale zu reisen. Und Diamond kommt mit. Ihr größter Wunsch ist es, endlich zu ihrer Familie zurückzukehren.
"Sonnenfeuer" spielt zur Zeit des Goldrausches in Australien. Die Leute brennen vor Gier nach dem Gold und schrecken vor nichts zurück.
Die Charaktere sind gut beschrieben. Es mag sein, dass die Frauen zu der Zeit keine großen tragende Rolle gespielt haben, doch die beiden Frauen hier im Roman sind jede auf ihre Art außergewöhnlich und stark. Insofern hat sich eine abwechslungsreiche Geschichte entwickelt. Die Handlung wird zeitweise so lebensecht beschrieben, als sei man selbst mittendrin. Der Leser wird nicht nur in eine vergangene Zeit versetzt, sondern auch mit der fremden Kultur, der Mystik der Aborigine. Diese Kultur, ihr Leben der Ureinwohner wird mit viel Feingefühl beschrieben.
Auch wenn der Roman mit seinen 560 Seiten nicht mal eben locker und leicht zu lesen ist, vergeht die Zeit wie im Fluge und beschert dem Leser ein wirklich großartiges und spannendes Lesehighlight.
Ich habe Romane der Autorin Patricia Shaw schon in den 90iger Jahren gelesen, u. a. auch "Sonnenfeuer". Die Geschichte neu zu lesen, war kein Auffrischen. Meine Erinnerungen haben mich da etwas in Stich gelassen.
Das Cover erscheint auf den ersten Blick schlicht. Doch die Farbharmonie und die Gestaltung ziehen immer wieder einen Blick darauf.
Es ist die faszinierende Welt Australiens, die immer wieder eine großartige Kulisse für Romane hergibt. Und es sind auch ihre Ureinwohner, die einen magisch anziehen.

Ӝ̵̨̄Ʒ 5  Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag


"Sonnenfeuer" - ein historischer Roman für Australien-Liebhaber.

Mittwoch, 1. Mai 2019

(Rezension) "Frau Honig und das Glück der kleinen Dinge" ~ Sabine Bohlmann

Ganz viel Liebe und eine ordentliche Portion Honig …

Das zauberhafte Kindermädchen zieht in das Gartenhaus der Familie Kramer ein. Die braucht nämlich dringend Hilfe, da die Mama von Leni, Tilda, Ida, Mo und Fee ihr sechstes Kind erwartet und ins Krankenhaus muss. Mit der Eröffnung des kleinen Cafés "Biene und Bohne" und dem Duft nach frischen Plätzchen und warmem Kuchen gewinnt sie im Nu die Herzen der Kinder. Aber nicht nur bei Familie Kramer, sondern in der ganzen Maiglöckchenstraße wirbelt Frau Honig mit ihren Bienen alles durcheinander, bis das Glück bei allen wieder einkehrt.


Sabine Bohlmann ||  Frau Honig und das Glück der kleinen Dinge
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten || Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH; Auflage: 2. (15. März 2019) || ISBN-13: 978-3522506281
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre || Joëlle Tourlonias (Illustrator) || € 13,00
Gelesen 04/2019

"Guten Tag, ich hätte gern 100 Gramm Liebe, zwei Teelöffel Geborgenheit und ein Päckchen Glück.
Ist das alles?
Ja, mehr brauche ich nicht."

(Zitat Buch)

Im Zentrum der Geschichte stehen Frau Honig und die Familie Kramer. Zu dieser gehörten nicht nur Herr und Frau Kramer, sondern auch die fünf Kinder Fee, Mo, Tilda, Ida und Leni. Und das sechste Geschwisterchen war unterwegs. Da Frau Kramer durch ihre nicht leichte Schwangerschaft viel liegen sollte, blieb sehr viel Arbeit an der ältesten Tochter Leni, gerade mal 15 Jahre jung, hängen. Denn Herr Kramer war Bäcker und durch seine Arbeitszeiten keine große Hilfe. Doch unverhofft ohne Vorankündigung steht Frau Honig vor der Tür des Hauses in der Maiglöckenstraße. In der einen Hand einen großen Koffer, in der anderen trug sie einen Bienenkorb. Sie stellt sich der Familie als ihr neues Kindermädchen vor. Und Hilfe wurde wirklich gebraucht. Eine Unterkunft im Haus konnte man ihr nicht bieten, aber es gab noch ein Gartenhäuschen. Doch das war voller Gerümpel,. genau wie der Garten. So zeigt Frau Honig nicht nur wie Möbel fliegen lernen …
Zitat S., 16
"Wie sag ich immer?", überlegt Frau Honig. "Zu viel Ordnung vertreibt die Gemütlichkeit, aber: Wenn der Mensch ein wenig Ordnung schafft, räumt er gleichzeitig sein Innerstes auf."
Nach und nach verwandelt sich nicht nur der Garten in ein nutzbares Stück, auch im Haus zaubert Frau Honig. Aus wenig wurde viel, denn man kan aus allem immer etwas machen. Sie schafft es sogar, dass das Huhn Frau Omelett Eier legt. Auch die Bienen finden einen Platz. Die Kinder sind total begeistert von Frau Honig und ihren Einfällen. Doch auch wenn Leni darüber erleichtert ist, dass Frau Honig ihr Arbeit abgenommen hat. ist sie am überlegen, ob sie darüber erleichtert sein soll oder sauer. Nur gut, dass Frau Honig auffiel, welch schulische Schwierigkeiten Leni hatte.
Als Leser findet man leicht Zugang zu den einzelnen Charakteren. Die einzelnen Kapitel haben die perfekte Lese- und Vorleselänge. Bereits der Anfang der Geschichte ist großartig. Der Schreibstil ist so lebendig und bildhaft, dass sich alles zügig und flüssig lesen lässt. Hier hat die Kinderbuchautorin ihr Können mit viel Liebe umgesetzt. Frau Honig hat mein Herz im Sturm erobert.
Das Buch hat ein geschlossenes Ende. Covergestaltung und text haben mich begeistert, wie auch die vielen Schwarz-Weiß-Illustrationen von  Joëlle Tourlonias, die sich durch die gesamte Geschichte ziehen. Am Ende des Buches gibt es auch ein Rezept für Honiggebäck und Glückskekse. Manchmal geschehen eben doch noch Wunder.
Nach dem Buch ist vor dem Buch. "Frau Honig und das Glück der kleinen Dinge" ist der Folgeband von "Und plötzlich war Frau Honig da". Das Buch kann aber als Einzelband gelesen werden. Mit ein Grund, warum ich mir den ersten Band besorgen werde, denn "Frau Honig" hat mehr als nur einen Fan gewonnen.
Es war ein großartiges Lesevergnügen für Kinder ab dem empfohlenen Lesealter, ideal auch als Vorlesebuch und natürlich geeignet für Jung und Alt ♥

Ӝ̵̨̄Ʒ 5 Lesegenuss-Bücher

Rechte: Cover / Info / Zitat - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag 


Frau Honig und ihre Bienen - ein unschlagbares, bezauberndes Team