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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Montag, 1. Februar 2021

Helenes Versprechen ~ Beate Rösler

 


Um ihren Sohn zu retten, muss sie sich von ihm trennen

New York, 1947: Die in die USA emigrierte Kinderärztin Helene Bornstein sieht nach beinahe zehn Jahren ihren Sohn Moritz wieder. Damals hatte sie ihn mit einem Kindertransport aus Frankfurt fortgeschickt. Jetzt ist Moritz seiner Mutter fremd geworden, aber ihr Versprechen hat er nie vergessen. Gelingt es den beiden, wieder zueinander zu finden? Und wird Helene Fuß in New York fassen, obwohl sie die Kinder, die ihr während des Krieges anvertraut worden waren, nicht vergessen kann? Da trifft sie eines Tages Leon, ihre erste Liebe, wieder.

Ein bewegender Roman – inspiriert von der wahren Geschichte einer jüdischen Kinderärztin

Beate Rösler
Helenes Versprechen
Herausgeber : Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (18. Januar 2021)
Sprache : Deutsch
Taschenbuch : 576 Seiten
ISBN-13 : 978-3746634968
€ 12,99 // Gelesen 01/2021


Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck
Die Autorin Beate Rösler ließ sich zu ihrem Roman "Helenes Versprechen" von der wahren Geschichte einer jüdischen Kinderärztin inspirieren. Die Geschichte der Helene Bornstein beginnt hier im Jahre 1947 mit der Überfahrt nach New York. Dort wird sie endlich ihren Sohn Moritz nach über neun Jahren endlich wieder in die Arme schließen und ebenso ihre Schwester Marlies. Diese war verheiratet mit John. Sie hatten sich in England kennengelernt. So wuchs Moritz nunmehr hier auf. Inzwischen gab es noch Familienzuwachs, Baby Samantha. Nur schwer lebte sich Helene ein. Enttäuschend für sie, dass Moritz ihr gegenüber fremdelt. Wie konnte er auch ahnen, was genau sich damals abgespielt hatte. Auch dass das Deutsche so arg in den Hintergrund geraten war, für Helene ein Schock. So kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Nur gut, dass Helene auf dem Schiff Marek, die gute Seele aller, kennengelernt hat. Denn Moritz war für Helene der Halt gewesen, nachdem sie ihn mit einem Kindertransport von Frankfurt aus nach England in Sicherheit hat bringen können.
Um acht beim Mond!, das hatte sie ihm in das Tagebuch geschrieben.
Zitat S. 556 Es war das Versprechen gewesen, jeden Tag an Moritz zu denken und dabei die Hoffnung auf ein Wiedersehen niemals aufzugeben.
Nicht nur der Krieg, auch die Zeit davor hatten Helene fast zerbrochen. Wenn da nicht Moritz wäre. Helenes Vater war in Frankfurt Kinderarzt. Die Bornsteins waren eine jüdische Familie, was nicht nur vor dem Krieg ein einschneidendes Erlebnis für Helene wird.
In wechselnden Kapiteln zwischen der Gegenwart in New York und der Vergangenheit Beginn 1923 liest sich der Roman. Sehr ausführlich und bildhaft vorstellbar wird hier auf die vergangene Zeitgeschichte eingeganggen. Wie schlimm das damalige Regime die Judenverfolgung betrieb, welchen Repressalien sie ausgesetzt waren, und dennoch gab es dann auch Lichtblicke einzelner. Wie hier Helene.
Der Großteil der Handlung bezieht sich auf die von ab 1923.
Dass Helene einen schwierigen Start in New York hat, immer noch traumatisiert von den Kriegserlebnissen als auch davor, Moritz nicht mit fliegenden Armen auf sie zugeht, all diesen ganzen Handlungssträngen die richtigen Worte zu geben, ist der Autorin gut gelungen.
Einen ausführlicheren Blick in die Handlung lasse ich offen. Fakt ist, dass die Vergangenheit gut zwei Drittel der Handlung einnimmt. Es hilft zu verstehen.
"Helenes Versprechen" ist erneut ein historischer Roman #gegendasvergessen und von daher meinerseits klare Leseempfehlung.


📖 📖 📖 📖,5 Lesegenuss Bücher

Herzlichen Dank den Verlag für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Ein Versprechen. Eine Hoffnung.

Sonntag, 17. Januar 2021

Die Eisbaronin - Durch Sturm und Feuer ❄️ Nicole C. Vosseler

 

Glück und Erfolg sind so vergänglich wie Eis

Hamburg 1835. Mit dem Export von Eis sind Katya und die anderen Eisbarone zu Vermögen gelangt. Das Geschäft floriert, doch in Katyas Ehe kriselt es, und ihr Kinderwunsch ist unerfüllt geblieben. Im Hamburger Gängeviertel trifft sie eines Tages auf die kleine Betje, die sie sofort in ihren Bann zieht – nicht nur wegen ihres brandroten Haars. Das Mädchen ist erstaunlich geschäftstüchtig und stellt sich beim Betteln und Feilschen deutlich geschickter an als die anderen Kinder. Katya beschließt, Betje bei sich aufzunehmen und ihr vielleicht sogar eines Tages das Geschäft zu überlassen. Doch Habgier und Eifersucht drohen alles zu zerstören …

Eine Hamburger Handelsdynastie in stürmischen Zeiten –
die fesselnde Fortsetzung der »Eisbaronin«
© Verlag

Nicole C. Vosseler
Die Eisbaronin - Durch Sturm und Feuer
- Die Eisbaronin-Saga
 Herausgeber : Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (16. November 2020)
Taschenbuch : 512 Seiten
ISBN-13 : 978-3442489312
€ 10,00 / Gelesen 12/2020

❄️❄️❄️
Wir irren uns, wenn wir bei Schnee und Eis an Einsamkeit denken.
Wie magnetisch ziehen Eiskristalle einander an. Unwiderstehlich ist das Verlangen, einander in der Stille des Himmels zu umwerben, bis eine Schneeflocke geboren wird.
Der Weg durch die Wolken prägt das Muster einer jeden Flocke. Sie alle sind einzigartig, komplexe Solitäre. Mit ausgestreckten Armen taumeln und trudeln sie aufeinander zu, fangen sich auf und finden Halt im freien Fall.
© Verlag

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

 Nicole C. Vosseler hat mit "Durch Sturm und Feuer", dem zweiten Band zur Trilogie "Die Eisbaronin" eine sehr ansprechende und anrührende Fortsetzung geschrieben, der den Leser von der ersten Seite an zu fesseln weiß.
Über den Anfang war ich anfänglich überrascht, aber positiv!
Es beginnt in Ostfriesland 1835 mit dem jungen Mädchen Betje. Sie leidet unter den Spottrufen der anderen Kinder. "Krüppeltrine" war nur eins davon. Betje hatte eine verwachsene Schulter sowie einen lahmen linken Arm. Bei Tante und Onkel lebte sie. Dort war sie so etwas wie das Aschenputtel aus dem Märchen. Ihre Eltern und Geschwister waren in Amerika - ohne sie. Zu der damaligen Zeit und den gegebenen Umständen ging Betje nicht zur Schule. Aber das war für sie kein Hindernis, Rechnen hatte sie sich selbst beigebracht und war unheimlich schlau. Dann begegnet sie dem fliegenden Händler Joost und geht mit ihm fort. Sie will nach Amerika. Anfangs kümmert Joost sich um sie. Doch dann passiert etwas, dass sie vor ihm flieht. Fremde Gegend, nichts zu essen. Und dennoch, sie gibt die Hoffnung nicht auf. Da trifft sie auf den dreizehnjährigen Jungen Hanno Reintjes. Nach anfänglichem Zögern geht sie mit ihm nach Hamburg. Und von da aus fahren Schiffe nach Amerika, das weiß Betje.
Zitat S. 51
"Ich weiß nicht, was du alles durchgemacht hast", flüsterte Hannes. "Aber von mir hast du nichts zu befürchten. Ich bin ein feiner Kerl. Und ich pass auch gut auf dich auf."
Hanno will in Hamburg seine Schwester suchen, die vor zwei Jahren in die Stadt gegangen ist. Hanno und Betje treffen dort in Hamburg auf Pawel und seinen Hund. Bei ihm kommen sie erst einmal unter.
Die ersten sechs Kapitel erzählen den Weg von Betje nach Hamburg. Dass das Leben der vier Eisbarone nicht stehen geblieben ist, wird in der weiteren Handlung von der Autorin sehr gekonnt, spannend, bildgewalting erzählt. Es ist sehr abwechslungsreich, der Blick in die einzelnen Famlien und Charaktere. Nach und nach fügen sich die einzelnen Teile zusammen. Man fühlt mit den einzelnen Protagonisten. Thilo, Katyas Mann, trägt eine schwere Last mit sich. Niemand darf davon erfahren. Die Story um ihn herum ist wirklich sehr gut erzählt. Auch wenn bei beiden Familien, Thilo und Christian nicht alles in Ordnung ist, es sind die einzelnen Ereignisse, die alles sehr realitätsnah erscheinen lassen.
Wie schon im ersten Band spielt das Eis mit eine große Rolle. Es sind die bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte, dass einem sofort Bilder vor dem inneren Auge entstehen.
"Durch Sturm und Feuer" ist der zweite Band zur Trilogie "Die Eisbaronin". Es spricht nichts dagegen, die einzelnen Teile zu lesen. Im Folgeband wird immer wieder in kurzen Rückblenden Bezug auf den ersten Band genommen. Der Erzählstil der Autorin ist sehr ansprechend.
Für mich eine sehr guter Mittelband der Trilogie. Im Herbst 2021 folgt (leider) dann der Abschluss "Zu neuen Ufern". Mal schauen, wie es dann mit Betje und Hanno weitergeht, aber auch mit den anderen Charakteren. Meine absolute Leseempfehlung für diesen tollen Roman.
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Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Eisblink
Hamburg, 1842
Eisblink, deutsch; iceblink, englisch; ledjanoi otblesk, russisch.
Ein weißes Licht am Horizont, besonders unterhalb tiefer Wolken. Dieser Widerschein des Polareises kann eine Hilfe sein, sicher durch unbekannte Gewässer zu navigieren.

(Zitat)

In diesen Zeiten navigieren auch wir durch unbekanntes Gewässer, aber es scheint ein helles Licht am Himmel: Hoffnung.


Eine spannend-romantische Fortsetzung der Eisbaronin-Saga
Sehr gute Fortsetzung großartige Unterhaltung mit Spannung

Sonntag, 10. Januar 2021

Die Frauen von Paris ~ Pam Jenoff

 


Eine bemerkenswerte, wahre Geschichte über den Mut der Frauen

London, 1943: Um ihr Kind in Sicherheit zu bringen, nimmt die alleinerziehende Marie ein Angebot des Geheimdiensts an - sie soll als Agentin im von den Deutschen besetzten Frankreich tätig sein. Dort angekommen gelingt es Marie, den charismatischen Agenten Vesper und sein Netzwerk zu unterstützen, doch ein Verräter ist ihr auf der Spur …
Manhattan, 1946: Die junge Kriegswitwe Grace Healey will dem Schicksal Maries auf den Grund gehen - und stößt dabei auf ein brisantes Geheimnis um Mut, Liebe und Verrat.

Ein bislang unbekanntes, wahres Kapitel des Zweiten Weltkriegs  …

Pam Jenoff
Die Frauen von Paris
Übersetzer/in Gabriele Weber-Jarić
Broschur, 448 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3628-3
Originaltitel : The Lost Girls of Paris
12,99 € / Gelesen 12/2020

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck
Der Roman beginnt im Jahr 1946 in New York, Manhattan. Dort arbeitet Grace Healey im Büro des Anwalts Frank, der sich der Aufgabe verschrieben hat, Kriegsopfern, Flüchtlingen und Waisenkindern zu helfen. Sie war spät dran an diesem Morgen und schon bereute sie die vergangene Nacht. Grace war junge Kriegswitwe und hatte die Nacht mit Mark, einem Freund ihres verstorbenen Mannes, verbracht. Sie musste nunmehr einen Umweg machen, denn vor dem Grand Central hatte es einen Unfall gegeben. Den Grand Central zu durchqueren bedeutete für Grace eine innere Qual. Auf ihrem Weg findet sie einen braunen Koffer, der wohl niemanden gehörte. Auf diesem Stand ein Name "Trigg". Als sie ihn öffnet, sieht sie ein paar persönliche Dinge, Babyschuhe und einen Briefumschlag. In dem befinden sich Fotos von Frauen. Junge Frauen, teils in Zivilkleidung, teils in Militäruniformen. Sie nimmt die Fotos an sich und schiebt den Koffer wieder unter die Bank. Gegen Ende des Tages zieht es Grace erneut zum Grand Central, wo sie aber feststellen muss, dass der Koffer nicht mehr da war. Doch die Fotos lassen ihr keine Ruhe und sie beginnt mit Nachforschungen. Irgendwann erfährt sie, dass es sich bei den Frauen auf den Fotos um Agentinnen der Special Einheit der Briten handelte. Sie wurden im von den Deutschen besetzten Europa eingesetzt. Die Leiterin hieß Eleanor Trigg. Ganz speziell wird hier die Geschichte der jungen Frau Marie geschildert, zum einen wie sie zur SEO kam und ihrem Einsatz in Frankreich. Die Handlung spielt einerseits in 1946 in New York, dann Rückblende in 1943 nach England. Maries Geschichte beginnt 1944.
Die Autorin hat sich zu diesem Roman von der wahren Geschichte der Vera Atkins und den Agentinnen der Special Operations Executive, die von Vera betreut wurden. inspirieren lassen. Sie schreibt dazu in ihrem Nachwort.
"Die Frauen von Paris" hat mich ziemlich gefesselt. Jede einzelne Geschichte ergeben zusammen den Faden, der sich zum Ganzen fügt. Ohne Zweifel großartig entwickelt, sehr authentisch geschrieben, erinnert es wieder einmal an die dunkelste Zeit des vergangenen Jahrhunderts, dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs.
Der Leser wandelt zwischen den einzelnen Zeitebenen, verfolgt die Schritte von Grace, Eleanor und Marie. Durch diese wechselnden Perspektiven baut sich Spannung auf, die sich im Laufe der Handlung weiter steigert. Die Charaktere sind gut gezeichnet, haben sie doch alle ihre Ecken und KJanten, überzeugen aber schon von Beginn an. Auch die Nebencharaktere geben der Handlung wichtige Impulse.

"Die Frauen von Paris", ein Roman wieder #gegendasVergessen. Eine Lesereise, die ich nicht missen möchte. Meine absolute Leseempfehlung.

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Herzlichen Dank den Verlag für das  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info  - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Pam Jenoff
Pam Jenoff hat jahrelang in Krakau als Vizekonsul der amerikanischen Botschaft gelebt. Als Expertin für den Holocaust in Polen war sie im Pentagon tätig und wurde für ihre Arbeit von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen ausgezeichnet. Ihre Romane sind internationale Bestseller. Heute arbeitet sie als Anwältin und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Philadelphia.Im Aufbau Taschenbuch liegt ihr Roman "Töchter der Lüfte" vor.


Die Frauen der SOE
Drei starke Frauen - eine berührende, lesenswerte Geschichte
Die Geschichte dreier starken Frauen