Nicole C. Vosseler
In dieser ganz besonderen Nacht
€ 18,99
Gebundene Ausgabe
576 Seiten
Verlag: cbj (25. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570155349
Vom Hersteller empfohlenes Alter:
Ab 12 Jahren
Quelle - Cover / Infos - Verlag
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Eine hinreißend romantische Geistergeschichte vor der
beeindruckenden Kulisse San Franciscos
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt
hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt
sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer
stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der
Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als
Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel
stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen.
Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …
Vita:
Nicole C. Vosseler, geboren 1972 in Villingen-Schwenningen,
studierte Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, bevor
sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit ihren Romanen „Unter dem
Safranmond“, „Sterne über Sansibar“ und „Der Himmel über Darjeeling“ feierte
sie große Erfolge. Die Autorin lebt am Bodensee – mit knapp zweitausend Büchern
unter einem Dach.
Statement:
Nach dem Verlust ihrer Mutter, die vor kurzem an Krebs
verstorben war, folgt nun ein weiterer, wie Amber meint, schlimmer Einschnitt
in ihrem Leben. Ihr Vater, Amerikaner, nimmt sie mit in die USA. Ihre neue
Heimat wird San Francisco. Das bedeutet den Verlust ihrer Freunde, ihres
Freundes, der Großeltern, der vertrauten Umgebung, einfach alles.
Amber kannte ihren Vater kaum und im Buch nennt sie ihn Ted.
Für viele ein Traum, raus in die weite Welt.
Doch wie erlebt, verarbeitet ein junges Mädchen dieses
Trauma, den Verlust von geliebten Menschen? Amber staunt nicht schlecht, als
sie in der Wohnung von Ted eine ganze Bildergalerie von sich und ihrer Mutter
vorfindet. Doch die Gefühle, die hier wohl aufkommen sollten, dringen nicht
durch ihre Hülle ins Innere. Ihr Vater hatte sie immer geliebt, sie und die
Mutter. Doch sie kannte es nicht, diese Vaterliebe.
Die Großeltern hatten ein Übriges dazugetan, denn nie hatten
sie diese vermeintliche Liebe mit den Folgen (Amber) akzeptiert. Für sie war
Ted ein Fremdköärper, der die Tochter mit einem Babny hatte sitzen lassen. Und
nun nahm er ihnen auch noch das Enkelkind.
Doch war dem wirklich so?
Nicht umsonst besaßen beide Elternteile von Amber das
Sorgerecht.
Zitat S. 129: Dann hatte Mam ein paarmal schwer
durchgeatmet. Unser Mädchen wird dich bald brauchenm, Ted. Ich weiß noch gar
nicht, wie ich’s ihr sagen soll ...“
Amber macht es sich selbst nicht einfach in San Francisco,
zu sehr ist sie verletzt. In der neuen Schule findet sie zwar recht schnell
Anschluss, ihr Vater bemüht sich intensiv um sie, was oft sehr schwierig ist
aufgrund seines Berufes.
Durch nicht besonders gute Umstände gelangt Amber eines
Tages in ein scheinbar verlassenes Haus. Sie spürt, dass hier etwas anders ist,
eine Verbindung zwischen ihr und dem Haus baut sich sofort auf. Es stellt sich
heraus, dass sich noch jemand hier drinnen aufhält – Nathaniel. Es hat den
Anschein, dass Amber hier ihren Frieden findet. Diese besondere Atmosphäre, der
besondere so anders wirkende Junge, und so schafft Amber sich ihren eigenen
Rückzugsort.
Zitat S. 157: „Dieser Blick. Es war dieser Blick, mit dem
sie mich angesehen hatten. Genauso hatte mich Nathaniel angeschaut, als wir uns
zum ersten Mal begegnet waren, und ich zitterte noch heftiger. – Ich sehe tote
Menschen.“
Dann wäre da noch Matt, scheinbar ein durchgeknallter Typ. Wie sich im Laufe der
Geschichte herausstellen wird, verbindet Amber und ihn etwas.
„In dieser ganz besonderen Nacht“ wird aus der Sicht von
Amber erzählt, wobei die Geschichte immer wieder durch die Gedanken von
Nathaniel unterbrochen wird.
Die Charaktere sind alle einfach wunderbar, so
unterschiedlich und doch fühlbar beschrieben. Die einzelnen Hintergründe zu
ihrer Vergangenheit sind gut erklärt, nachvollziehbar und dennoch gleitet die
Geschichte nicht zu tief in einen unsichtbaren Schlund.
Gekonnt hat die Autorin dem Leser das Gefühl vermittelt,
sich in San Francisco aufzuhalten. Detaillierte Beschreibungen führen den Leser
Step by Step durch die Handlung, durch die Straßen von San Francisco. Man hat
einfach immer das Gefühl, mitten in Geschehen dabei zu sein.
„In dieser ganz besonderen Nacht“ eine traurige, aber doch
wiederum sehr, sehr gelungene Geschichte. Es zieht einen in den Bann und man
kann sich dem kaum entziehen. Eine Lesereise, die ich so was von genossen habe
(wenn ich jetzt Herzchen machen könnte, würden die hier jetzt stehen!)
Ich vergebe fünf Lesegenuss-Bücher.
Vielen Dank an den Verlag für dieses tolle Leseexemplar.