
Fannie Flagg
Das Wunder von Lost River
Taschenbuch
260 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei
Verlag);
Auflage: DE (22. November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3404154234
€ 7,95
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Dieses Buch habe ich mir vor etlicher Zeit gekauft und alsbald gelesen. Es war als Aktionspreis auf einem Büchertisch gelegen und irgendwie zog es mich magisch an. Nicht weil dort der Hinweis auf das Buch "Grüne Tomaten" stand, nein, es war mehr. "Grüne Tomaten" kenne ich nicht - wohl wieder etwas verpasst :-(
Buchinfo:
Der todkranke Oswald will sein letztes Weihnachtsfest im
milden Klima Alabamas verbringen. Die Bewohner von Lost River nehmen ihn
herzlich auf - vor allem die unverheirateten Damen begrüßen den Zuwachs. Und
als ein kleines Mädchen ausgesetzt und ausgehungert in Lost River auftaucht,
ist die Hilfe aller gefragt.
Statement:
Auf den kleinen Ort Lost River, ein idyllisch gelegener
kleiner Ort im tiefsten Süden von Alabama, wird Oswald T. Campbell durch ein
Prospekt, welches ihm sein Arzt in die Hand gedrückt hatte, aufmerksam. Eine
niederschmetternde Diagnose, die Aussicht, nur noch einige Monate zu leben,
sollte er den Winter über in Chicago bleiben, machten ihm zu schaffen. Es war
zwar ein altes Prospekt, aber Oswald sprach es an. Nach etlichen Fehlversuchen
landete er schließlich bei Mrs. Cleverdon in Lost River, die ihm mitteilte,
dass das Woodbound-Hotel schon im Jahre 1911 oder so abgebrannt sei. Also ein
wirklich altes Prospekt. Aber Oswald lässt sich nicht davon abbringen, regelt
seine Dinge in Chicago, was vonnöten war. Schon vom ersten Kontakt her wurde
Oswald auch nach seiner Ankunft in Lost River warmherzig von den derzeitigen
Bewohnern aufgenommen, liebe Menschen, die wohl auf ihn gewartet hatten. Hier
kannte jeder jeden, aber niemand wurde zu etwas gedrängt geschweige gezwungen.
Genau das richtige für Oswald T. Campbell, denn was hatte er vor? Sich
einzuigeln, auf sein letztes Stündlein warten? Da war man in Lost River am
verkehrten Ort.
Er wohnte bei Miss Betty Kitchen, zusammen mit deren Mutter,
Miss Alma.
Schon nach wenigen Seiten findet man zu sich selbst, seine
innere Mitte, es ist wie ein in sich ruhen, wenn man sich auf die Geschichte
einlässt. Eine ungeahnte Sehnsucht entsteht nach diesem Ort, nach Lost River. Die
Autorin beeindruckt den Leser mit ihrer einzigartigen Schreibstil, ihrer
Wortwahl, über das Leben der Gemeinschaft, dem Ort, der einzelnen Personen und
Schicksalen, der Vielfalt der Tierwelt, vor allem der Vogelarten, einfach
brillant.
Trotz der warmen
Temperaturen, neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Weihnachten steht vor der
Tür. Inmitten des alltäglichen Lebens taucht ein kleines Mädchen auf, Patsy,
ein krankes Mädchen. Wie sich später herausstellt, hat sie ein kaputtes Becken
und eine gebrochene Hüfte, worum sich nie jemand gekümmert hat und die Brüche
so heilten.
Und dann ist da Jack, ein Vogel. Kein gewöhnlicher, er ist
ein Kardinalsvogel. Schlaues Bürschchen.
Für Patsy aber ist Jack mehr, etwas ganz Besonderes. Ihm
schenkt sie ihr Vertrauen, ihre Liebe ist grenzenlos und schlecht in Worte zu
fassen.
Patsy, ein ungeliebtes Kind, ausgestoßen im Wald
aufgewachsen, bei einer fremden Familie, in Lost River findet auch sie ihr
Glück.
Es wird nicht alles schön geredet bzw. geschrieben, aber
irgendwie scheint ein ganz besonderer Regenbogen über diesem Ort zu schweben.
Denn auch Oswald T. Campbell findet hier wieder zu sich
selbst, erinnert sich an sein Talent aus einem scheinbar früheren Leben. Die
Kunst des Zeichnens, sie war ihm in den Schoss gefallen.
Fakt ist ...
... dass meine ersten Gedanken am Ende des Buches waren, ich
möchte mehr davon lesen! Fannie Flagg hat mit ihrer Geschichte, auch wenn sie
nur im Kopf entstanden ist, etwas wahrhaft Besonderes geschrieben. Man hat den
Wunsch, diesen fiktiven Ort zu besuchen, ganz lange dort zu verweilen, aber die
Geschichte zeigt auch auf, dass im Leben sehr viel miteinander verbunden ist.
Und nicht nur das.
Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, dem kann ich es nur
empfehlen – lest es – sofort!
Entfliehen Sie dem Alltag mit „Das Wunder von Lost River“.
Zitat S. 179
Aber Patsy ließ sich nicht überzeugen. „Mr. Campbell sagt,
wenn man sich etwas nur sehr wünscht, dann wird es auch passieren, und ich
wünsche mir wirklich sehr, Jack wiederzusehen.“
Vita:
Fannie Flagg begann bereits mit neunzehn Jahren Romane sowie
Drehbücher für Film und Fernsehen zu schreiben. Für das Drehbuch zum Film
"Grüne Tomaten" gewann sie einen Oscar sowie den renommierten
"Writers Guild of America Award". Fannie Flagg lebt in Kalifornien
und Alabama.


