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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Dienstag, 17. September 2013

(Rezension) Das Wunder von Lost River - Fannie Flagg






Fannie Flagg
Das Wunder von Lost River
Taschenbuch
260 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag);
Auflage: DE (22. November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3404154234
€ 7,95


Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Dieses Buch habe ich mir vor etlicher Zeit gekauft und alsbald gelesen. Es war als Aktionspreis auf einem Büchertisch gelegen und irgendwie zog es mich magisch an. Nicht weil dort der Hinweis auf das Buch "Grüne Tomaten" stand, nein, es war mehr. "Grüne Tomaten" kenne ich nicht - wohl wieder etwas verpasst :-(

Buchinfo:
Der todkranke Oswald will sein letztes Weihnachtsfest im milden Klima Alabamas verbringen. Die Bewohner von Lost River nehmen ihn herzlich auf - vor allem die unverheirateten Damen begrüßen den Zuwachs. Und als ein kleines Mädchen ausgesetzt und ausgehungert in Lost River auftaucht, ist die Hilfe aller gefragt.

Statement:
Auf den kleinen Ort Lost River, ein idyllisch gelegener kleiner Ort im tiefsten Süden von Alabama, wird Oswald T. Campbell durch ein Prospekt, welches ihm sein Arzt in die Hand gedrückt hatte, aufmerksam. Eine niederschmetternde Diagnose, die Aussicht, nur noch einige Monate zu leben, sollte er den Winter über in Chicago bleiben, machten ihm zu schaffen. Es war zwar ein altes Prospekt, aber Oswald sprach es an. Nach etlichen Fehlversuchen landete er schließlich bei Mrs. Cleverdon in Lost River, die ihm mitteilte, dass das Woodbound-Hotel schon im Jahre 1911 oder so abgebrannt sei. Also ein wirklich altes Prospekt. Aber Oswald lässt sich nicht davon abbringen, regelt seine Dinge in Chicago, was vonnöten war. Schon vom ersten Kontakt her wurde Oswald auch nach seiner Ankunft in Lost River warmherzig von den derzeitigen Bewohnern aufgenommen, liebe Menschen, die wohl auf ihn gewartet hatten. Hier kannte jeder jeden, aber niemand wurde zu etwas gedrängt geschweige gezwungen. Genau das richtige für Oswald T. Campbell, denn was hatte er vor? Sich einzuigeln, auf sein letztes Stündlein warten? Da war man in Lost River am verkehrten Ort.
Er wohnte bei Miss Betty Kitchen, zusammen mit deren Mutter, Miss Alma.
Schon nach wenigen Seiten findet man zu sich selbst, seine innere Mitte, es ist wie ein in sich ruhen, wenn man sich auf die Geschichte einlässt. Eine ungeahnte Sehnsucht entsteht nach diesem Ort, nach Lost River. Die Autorin beeindruckt den Leser mit ihrer einzigartigen Schreibstil, ihrer Wortwahl, über das Leben der Gemeinschaft, dem Ort, der einzelnen Personen und Schicksalen, der Vielfalt der Tierwelt, vor allem der Vogelarten, einfach brillant.
Trotz  der warmen Temperaturen, neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Weihnachten steht vor der Tür. Inmitten des alltäglichen Lebens taucht ein kleines Mädchen auf, Patsy, ein krankes Mädchen. Wie sich später herausstellt, hat sie ein kaputtes Becken und eine gebrochene Hüfte, worum sich nie jemand gekümmert hat und die Brüche so heilten.
Und dann ist da Jack, ein Vogel. Kein gewöhnlicher, er ist ein Kardinalsvogel. Schlaues Bürschchen.
Für Patsy aber ist Jack mehr, etwas ganz Besonderes. Ihm schenkt sie ihr Vertrauen, ihre Liebe ist grenzenlos und schlecht in Worte zu fassen.
Patsy, ein ungeliebtes Kind, ausgestoßen im Wald aufgewachsen, bei einer fremden Familie, in Lost River findet auch sie ihr Glück.
Es wird nicht alles schön geredet bzw. geschrieben, aber irgendwie scheint ein ganz besonderer Regenbogen über diesem Ort zu schweben.
Denn auch Oswald T. Campbell findet hier wieder zu sich selbst, erinnert sich an sein Talent aus einem scheinbar früheren Leben. Die Kunst des Zeichnens, sie war ihm in den Schoss gefallen.

Fakt ist ...
... dass meine ersten Gedanken am Ende des Buches waren, ich möchte mehr davon lesen! Fannie Flagg hat mit ihrer Geschichte, auch wenn sie nur im Kopf entstanden ist, etwas wahrhaft Besonderes geschrieben. Man hat den Wunsch, diesen fiktiven Ort zu besuchen, ganz lange dort zu verweilen, aber die Geschichte zeigt auch auf, dass im Leben sehr viel miteinander verbunden ist. Und nicht nur das.
Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, dem kann ich es nur empfehlen – lest es – sofort!
Entfliehen Sie dem Alltag mit „Das Wunder von Lost River“.

Zitat S. 179

Aber Patsy ließ sich nicht überzeugen. „Mr. Campbell sagt, wenn man sich etwas nur sehr wünscht, dann wird es auch passieren, und ich wünsche mir wirklich sehr, Jack wiederzusehen.“



Vita:
Fannie Flagg begann bereits mit neunzehn Jahren Romane sowie Drehbücher für Film und Fernsehen zu schreiben. Für das Drehbuch zum Film "Grüne Tomaten" gewann sie einen Oscar sowie den renommierten "Writers Guild of America Award". Fannie Flagg lebt in Kalifornien und Alabama.

Montag, 16. September 2013

(Rezension) Das Geheimnis der Salzschwestern - Tiffany Baker





Tiffany Baker
Das Geheimnis der Salzschwestern
Taschenbuch
480 Seiten
Verlag: btb Verlag (8. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442744725
Originaltitel: The Gilly Salt Sisters
€ 9,99


 Cover und Infos - Verlag -





Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Buchinfo:
Zwei verfeindete Schwestern und ein geheimnisvolles Familienerbe
Seit Generationen ist die Salzfarm an der Küste Neuenglands im Besitz der Frauen der Familie Gilly. Auf diesem entlegenen Fleckchen Erde wachsen auch die beiden Schwestern Jo und Claire auf, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Jo, eine spröde Einzelgängerin, sich der Tradition und dem Gilly-Salz zutiefst verbunden fühlt, wünscht sich Claire nichts sehnlicher, als endlich die Salzfelder und das Gerede der anderen hinter sich zu lassen – denn den Gilly-Frauen und ihrem Salz, so wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, sagt man magische Kräfte nach …


Statement:
„Das Geheimnis der Salzschwestern“ handelt von der Familie Gilly, die eine Salzfarm an der Küste Neuenglands betreiben. Es ist aber mehr die Geschichten von Jo und Claire, zwei sehr unterschiedlichen Schwestern. Nur Frauen dürfen die Salzfelder bearbeiten, Männer sind absolutes Tabu. Warum das so ist, wird der Leser im Laufe der Geschichte erfahren.
Die Familie ist nicht gut angesehen in dem kleinen Ort Prospect. Man sagt ihnen nach, dass das Salz alles beeinflussen kann, nicht nur das Leben der Bewohner. Jahr für Jahr wird ein Ritual abgehalten, das sogenannte „Feuerritual“. Und nur die Gilly-Frauen, eine von ihnen, verbindet die beiden Elemente miteinander, indem sie ein Säckchen Salz in das Feuer wirft, damit die Weissagung sich offenbare. Zwei Elemente, die aufeinandertreffen und je nach Farbe der Flammen den Bewohnern von Prospect die Zukunft für das kommende Jahr voraussagt.
Jo bewirtschaftet die Salzfarm allein und erinnert sich an frühere Zeiten, als ihr Zwillingsbruder Henry noch lebte. Sein Tod warf noch immer Schatten über die Salzfarm. Immer wieder hatte die Mutter davor gewarnt, dass Henry nichts an den Salzfeldern zu suchen hatte. Die beiden Mädchen mussten schon in ihrer frühesten Kindheit mitarbeiten. Der Vater war keine große Hilfe, denn auch für die restlichen Arbeiten auf der Farm taugte er nichts. Alkoholiker. Noch schlimmer wurde es, als Henry starb.
Claire kann es jedoch kaum abwarten, endlich erwachsen zu werden und die Farm zu verlassen. Sie hatte noch nie den Bezug zum Salz gehabt wie Jo. Unglücklicherweise heiratet sie nach Meinung von Jo genau den verkehrten Mann, Turner. Die Familie ist reich, aber das wonach Claire immer strebte, Ansehen und Geld, es macht nicht alles aus in der Welt.
Dass das Betreiben von Salzfeldern harte Knochenarbeit bedeutet, worauf alles geachtet werden muss, all das hat die Autorin sehr genau beschrieben und in die Handlung exakt eingearbeitet. Man kann sich den Ort, die Felder, die arbeitenden Menschen, unheimlich gut vorstellen, es ist wie Kopfkino. Man riecht förmlich den Schweiß, das Salz, auf das die brennende Sonne scheint und sämtliche Arbeit lähmt.
Vor allem Joanne ist mit dem Land sehr verbunden und mit der Tradition. Aber sie vermisst auch ihre Schwester. Nur zu gut könnte sie Hilfe gebrauchen, denn es sieht nicht gut aus für die Farm, den Salzfeldern.
Das Leben der Schwestern ist so miteinander verflochten, es zeigt sich, dass das Leben immer eine Überraschung bereit hält, halt die alten Geheimnisse und noch mehr.
„Das Geheimnis der Salzschwestern“ besitzt eine einzigartige Intensivität, man spürt förmlich die Veränderungen der Charaktere, es zu lesen, ist wirklich ein Genuss. Die Autorin hat die Charaktere präzise und gut ausgearbeitet, wie ich schon zuvor schrieb, so dass die flüssig geschriebene Story eben wie Bilderbuchkino abgespult wird. 

Fakt ist ...
Dass die Autorin Tiffany Baker mit ihrem Buch eine sehr bewegende Familiensaga geschrieben hat, in der es nicht nur um die Magie, der Faszination des Salzes, den Elementen, einem Familiengeheimnis geht, es ist weitaus mehr.
Begeben Sie sich mit den Gilly-Schwestern auf eine besondere Lesereise.
 Ich vergebe gute vier  Lesegenuss-Bücher

Vita:

Tiffany Baker hat Kreatives Schreiben studiert und in viktorianischer Literatur promoviert. Ihr Debütroman Engelsflügel schaffte es auf Anhieb auf die New York Times Bestsellerliste. Tiffany Baker lebt mit ihrem Mann und drei Kindern bei San Francisco.

Sonntag, 15. September 2013

[NEWS] 1, 2, 3 - Fragen ~ an die Klarissa Klein aka ...

Heute zu Gast:





Die Autorin Klarissa Klein schreibt u. a. mit diesen  Pseudonymen:
AnaRiba / Sara Bellford / Isadorra Ewans / Greta Haberland


Sieben Tage ohne

 a)    Auto (Fahrrad, Bus oder sonstiges Fahrgestell), Bahn
 b)    Handy (auch kein Internet!)
 c)    Internet
 d)    Fernsehen
 e)    Fasten
 f)    leben, ohne Müll zu produzieren
 g)    Alkohol / Rauchen

Für was würdest du dich entscheiden?

Klarissa: " d - Fernsehen"
  
Warum hast du dich für  - Fernsehen -  entschieden?

Klarissa: "Weil mir die Qualität nicht mehr zusagt. Entweder ist das schon ein Generationenproblem oder ich bin einfach nicht für den Krawalljournalismus gemacht. Selbst die öffentlich Rechtlichen kommen über halbherzige Versuche eines objektiven Journalismus zu bieten nicht mehr heraus. Und die Privaten? Versuchen es erst gar nicht. Es ekelt mich einfach an, dass das Fernsehen mittlerweile Sinnbild unserer Gesellschaft ist. Nur noch laut, höher, schneller, weiter und - ja auch das gehört mittlerweile dazu - immer ein bisschen perverser als der Nächste."

Könntest du so eine Aktionswoche durchziehen?

Klarissa: "Ja, könnte ich mir gut vorstellen. Worauf ich allerdings nicht verzichten kann, sind Nachrichten. Aber da ich eh ständig Radio höre, bin ich da immer auf dem Laufenden.

Sieben Tage ohne – Bücher – vorstellbar oder nicht?

Klarissa: "Nein, könnte ich nicht. Bücher sind Futter für meine Seele. Wenn die Außenwelt zu grausam ist, dann ist ein Buch das Erste-Hilfe-Paket."
 
Ganz zum Schluss noch eine Frage:
Es gibt ja Bücher, die man gern lesen möchte, allerdings so ganz anders sind, was zum bisherigen Lesestoff gehörte. Ich hatte dir in meiner Mail ja von "meinem" Buch geschrieben. Hast du evtl. auch so ein Buch, welches du immer schon gern lesen wolltest aber es vor dir herschiebst?

Klarissa: "Ulysses - James Joyce. Leider schreckt mich der schwere Stoff und die Länge immer wieder ab, so dass ich es zwar hier liegen habe ... aber mich eben noch nicht rangetraut habe. Aber sobald ich mal etwas länger Zeit habe, geht das auf den Stapel nach oben.


Liebe Klarissa, vielen Dank für deine Offenheit in Beantwortung dieser doch nicht sonst so üblichen Fragen und deine Teilnahme! Und - bleib so wie du bist!

 Alle bislang erschienenen Posts zu "1-2-3-Fragen an ..."