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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Sonntag, 15. Dezember 2013

Rezension Ich bin die, die niemand sieht ~ Julie Berry


Julie Berry
Ich bin die, die niemand sieht
Taschenbuch
320 Seiten
Verlag: cbj (11. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570402092
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: All the Truth That's in Me


Weitere Infos siehe unten



Verlagsinfo:
Die Wahrheit wird alles verändern …
An dem Tag, an dem ihre beste Freundin ermordet aufgefunden wurde, verschwand Judith. Jahre später kehrt sie plötzlich zurück. Stumm. Eine grausame Tat raubte ihr die Stimme. Niemand weiß, wo sie die letzten Jahre gewesen und was mit ihr geschehen ist. Sie lebt als Außenseiterin in ihrer kleinen Gemeinde. Ihre eigene Mutter kann ihr nicht in die Augen sehen und ihre große Liebe Lucas soll eine andere heiraten. Aber als ihr Dorf und die Menschen, die sie liebt, bedroht werden, muss sie ihr Schweigen brechen und ihr Geheimnis lüften. Denn nur wenn sie die Wahrheit über die schrecklichen Ereignisse in der Vergangenheit offenbart, wird sie ihr Dorf und ihre große Liebe retten können.

Statement:

Lottie war fünfzehn, als sie verschwand.
Judith war vierzehn.
Nach ein paar Jahren taucht Judith wieder auf.
Und die Wahrheit um das Verschwinden, den Tod von Lottie, wird die Dorfbewohner wie ein Glockenschlag treffen.
Die Wahrheit um was genau?
Was war geschehen in den vergangenen Jahren?
Doch Judith kann ihnen nicht die Wahrheit sagen. Zum einen hatte der Entführer ihr ein Stück Zunge abgeschnitten, damit sie nicht redete und ihn verriet, zum anderen war es ihre Mutter, die diese lallenden Worte nicht hören wollte.
Nein, sie verbot es regelrecht Judith, zu sprechen.
So wird sie zu einer Außenseiterin in der Gemeinde.
Aber eines kann man ihr nicht nehmen, ihre Beobachtungen, die Wahrnehmung der Leute und vor allem, was war aus ihrer Liebe zu Lucas geworden?
Auf eine ungewöhnliche Art beginnt das Buch. Nach einem ausführlichen Kapitel folgen kurze, wenige Sätze wie z. B.
„S. 28 – XVIII

Am Morgen kehre ich nach Hause zurück. Mutter schlägt mich so festg, dass sogar Darrel Mitleid hat.
»Gerade du solltest es besser wissen«, sagt sie. » Nach all den schlaflosen Nächten, die ich wegen dir hatte!«

Die Geschichte ist in der Ich-Erzählperspektive von Judith geschrieben. Diese Stimme, so emotional und manchmal so hilflos, das ist Judith.
Und immer wieder die Frage, wer hat Lottie ermordet? Es sind viele Bruchstücke, die sich mehr und mehr zu einem Stück zusammenfügen. Für den Leser anfänglich eine kleine Herausforderung, aber es braucht nicht viel, um in dieser so außergewöhnlich wie auch dramatisch geschriebenen Geschichte einzutauchen. Vergangenheit und Gegenwart, sie greifen wie Zahnräder nahtlos ineinander. Die Geschichte der „stummen“ Judith, erst als es um ihr und das Leben von Lucas geht, bricht sie das Schweigen dank Goody Pruett, der rettende Engel. Endlich soll und muss das dunkle Geheimnis der Gemeinde an die Oberfläche gebracht werden.
Am Schluss des Buches wird vom Inhalt einer hölzernen Truhe geschrieben, es war einmal die Kiste von Judiths verstorbenen Vater. Inhalt: Handtücher, Laken, alles feine Näharbeiten ihrer Mutter und dazwischen ein Quilt, ebenfalls Handarbeit. Und genauso wie die Zusammensetzung des Quilts ist das Buch aufgebaut, Stück für Stück zusammengesetzt, und das Endergebnis ein außergewöhnlich, für mich einzigartig.
Vieles in dem Buch bzw. der Handlung waren ausschlaggebend, nicht zu viel hierüber zu schreiben bzw. offen zu legen. Es gibt so viele Personen, Charaktere, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt, doch über all dem steht die Hauptprotagonistin, Judith.
Fakt ist,
das Julie Berry mit „Ich bin die, die niemand sieht“ ein außergewöhnliches Jugendbuch geschrieben hat. Meine Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche,  der erwachsene Leser wird ebenso berührt und emotional sich angesprochen fühlen.
Ein Lesehighlight auf jeden Fall.

© Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar 




Vita:
Julie Berry wuchs als jüngstes von sieben Kindern auf einer Farm westlich von New York auf. Sie hat einen Abschluss in Kommunikationswissenschaften und einen M.F.A. in „Writing for children and young adults“ am Vermont College. Seit der Geburt ihres vierten Sohnes widmet sie sich ganz ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben. Julie Berry lebt mit ihrer Familie in Massachusetts.

(Rezension) "Wainwood House - Rachels Geheimnis" - Sarah Stoffers



Sarah Stoffers
Wainwood House – Rachels Geheimnis
Gebundene Ausgabe
528 Seiten
Verlag: cbj (28. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570157596
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
€ 16,99









Cover / Info - Verlag -

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Verlagsinfo:
Strenge Regeln, dunkle Geheimnisse, große Gefühle
England, 1907. Die Ankunft des ägyptischen Waisenmädchens Jane am Landsitz der adeligen Familie Goodall sorgt für Aufruhr unter Herrschaft wie Dienerschaft. Butler Maxwell Frost sieht sich gezwungen, das Mädchen als Hausmädchen in die strenge Hierarchie der Angestellten zu integrieren, während der Earl of Derrington mit unangenehmen Erinnerungen an seine Militärzeit in Ägypten konfrontiert wird. Und es kündigen sich weitere Gäste an: Colonel Feltham, der mit dem Earl in Ägypten gekämpft hat, sowie der junge und reiche Erbe Ruben Crockford lassen das Herz von Lady Derrington höher schlagen, denn ihre Töchter Claire und Penelope sind im heiratsfähigen Alter …
Statement:

Welches Geheimnis verbirgt sich hinter der Ankunft von Jane auf dem Anwesen der Familie Derrington?
Im Jahre 1907 steht die junge ägyptische Waise vor der Tür und läßt sich auch von einem unnahbar erscheinenden Butler namens Mr. Frost nicht abweisen. Sie habe ein wichtiges Schriftstück von Colonel Feltham und würde dies nur persönlich dem Hausherrn aushändigen. Der Earl of Derrington, Charles Goodall,  wird hiermit mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Wegschicken kann er das mittellose Mädchen nicht. Also bringt er sie bei den Dienstpersonal unter, so dass sie nicht auf der Straße landet.
Natürlich erfahren von dem fremden Mädchen auch die Kinder des Earl. Da sind zum einen Claire und Penelope, die beiden im heiratsfähigen Alter sind, und der Junge Benjamin. Für Jane ist es eine große Veränderung, auf Wainwood House zu leben. So anders waren ihre vergangenen Jahre in Afrika gewesen. Sorglos, ohne Zwänge, bis zu dem Tag, an dem ihre Eltern bei archäologischen Ausgrabungen ums Leben kommen.
Und dann ist da noch das Mündel des Earls, Julian Rushfort.
Die feine englische Gesellschaft zur damaligen Zeit, mit ihren Konventionen, dem unterschiedlichen krassen Lebensstandard zwischen Arm und Reich, auch Sarah Stoffers hat dies in ihrer Familiensaga ausdrucksvoll beschrieben. Es ist sicher eine faszinierende Welt gewesen, doch sehr durchzogen von ihren Gegensätzen. Noch heute kann man die protzigen Herrenhäuser und ihre Anwesen, verstreut über ganz England, bestaunen und sich vor Augen führen, welch enormer Aufwand, nicht nur an Personal, nötig war, um diese zu bewirtschaften bzw. zu unterhalten. Und das alles ohne die moderne Technik, über die wir heute verfügen.
Standesgemäß verheiratet zu werden, auch das war oberstes Gesetz zur damaligen Zeit.
Jede einzelne Charaktere, angefangen von Jane, den Kindern des Earls, werden glaubwürdig beschrieben. Für den Leser historischer Familienromane ist es wichtig, sich durch klare und detaillierte Beschreibungen der Handlungsorte sowie auch der Protagonisten in die Story hineinzuversetzen.
Die Geschichte „Wainwood House – Rachels Geheimnis“ in dem Jahrhundert spielen zu lassen, ist sicherlich nicht neu.
Der Klappentext verrät nur das wichtigste, so dass das Interesse auf jeden Fall geweckt wird.  Man ist schnell in der Geschichte drin, denn Sarah Stoffers hat es bis zum Ende geschafft, ihren Schreibstil verständlich und ebenso dem empfohlenen Lesealter gerecht beizubehalten.
Nicht nur das Cover ist ansprechend, auch das jedes Kapitel eine eigene Überschrift trägt, finde ich erwähnenswert. Zu Beginn des Buches finden sich die Figuren im Überblick – „Die Familie Goodall und ihre Gäste“ sowie „Die Dienerschaft auf Wainwood House“.
Man darf gespannt sein, wie diese Reihe fortgesetzt wird, denn genug Handlungsstoff ist vorhanden.
Mit „Wainwood House – Rachels Geheimnis“ ist der Autorin Sarah Stoffers ein guter Start im Jugendbuch-Bereich gelungen - meine Leseempfehlung!
  

Vita
Sarah Stoffers, Jahrgang 1982, wuchs als Tochter zweier Journalisten in Hamburg und Schleswig-Holstein auf. Schon früh wusste sie, dass sie das Schreiben zu ihrem Beruf machen wollte. Für ihre Erzählungen erhielt sie bereits erste Auszeichnungen und Veröffentlichungen. Sie schrieb außerdem für Prinz, das Straßenmagazin Hinz&Kunzt und die Hamburger Morgenpost. Mit »Wainwood House - Rachels Geheimnis« legt Sarah Stoffers ihren ersten Jugendroman vor.

Samstag, 14. Dezember 2013

[Überraschungspost] Bücher und nette Zeilen

Es gibt manchmal Tage, da rechnet man überhaupt nicht mit Post. Da bringt dann die Post einen dicken Umschlag - eben Überraschungspost.

Genauso erging es mir vor wenigen Tagen. Eine wirklich ganz *liebe* Bloggerin schickt mir Nikolausgrüße und ein Buch von meiner Wunschliste.
Danke meine liebe S. - du hast echt an meiner "Gefühlswand" gekratzt.

Das Buch "An einem Tag mit dir" von der Autorin Sarah Jio und eine niedliche Eulenkarte 
"Have a hoot this Christmas!"


 

Und heute habe ich wieder so einen Überraschungstag erlebt, als die Postfrau klingelte. Nichtsahnend quittierte ich einen schwarzen Briefumschlag mit silberner Schrift "Merry Christmas", naja der Absender sagte mir dann schon was. Aber ??? hatte ich dann wohl doch im Gesicht.

Es handelt sich um das Buch "Ohne jeden Zweifel" von Tom Rob Smith - ein starker und emotionaler Thriller, wie es in dem beiliegenden Schreiben heißt.


Wer von euch hat noch solche Überraschungspost erhalten?

*** Habt einen schönen 3. Advent ***