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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Sonntag, 7. September 2014

[Rezension] Sonnentochter - Das Lied der Seide - Sheila Rance



Sheila Rance
Sonnentochter – Das Lied der Seide
Gebundene Ausgabe
464 Seiten
Verlag: cbj (25. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570157565
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren
Originaltitel: Suncatcher 1
€ 16,99







 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

 
Meine Meinung zu „Sonnentochter – Das Lied der Seide“

Vor vielen Jahren war Maia mit ihrem Vater Tareth als Schiffbrüchige von dem Klippenvolk gerettet und in ihre Gemeinschaft aufgenommen worden. Nun stand Maias 13. Namenstag bevor. Es war der Tag, an dem sie ihre wahre Bestimmung erfahren wird. Zusammen mit Magnus, dem Seeadler, lebte die kleine Gemeinschaft in einer Höhle. Tareth war Seidenweber, ein ganz besonderer. Maia wird wegen ihrer roten Haare oft gehänselt, doch sie weiß sich zu behaupten. Warum sie und ihr Vater nicht bei ihrem wahren Volk leben, darüber schweigt Tareth. Es gibt sehr viele Gruppen in dieser Fantasiewelt. Ich hatte noch nie von einem Seegrasvolk oder Sumpfherren gehört. Als Maia von ihrer Bestimmung und zu lösenden Aufgabe erfährt, ist nichts mehr wie vorher.
Die junge Protagonistin zeigt sehr viel Reife für ihr Alter, doch in Anbetracht der Lebensumstände gerechtfertigt. Auch der Weg ihrer Reise mit allen Gegebenheiten reicht in der Schilderung des Buches aus, um sich hineinzufinden. Das Zusammenleben von Mensch und Tier hat die Autorin sehr schön geschrieben.
Jedes Kapitel ziert eine Vignette, gezeichnet von Geoff Taylor. Ich muss das einfach erwähnen, weil es wunderschöne sind.
Fazit:
Mit ihrem Debütroman der Sonnentochter-Trilogie „Das Lied der Seide“ hat Sheila Rance eine zwar etwas märchenhafte, aber auch fantasievolle Geschichte geschrieben. Wer gern in Magie- und Fantasiegeschichten eintaucht, dem kann ich „Sonnentochter – Das Lied der Seide“ empfehlen. Nicht nur für das empfohlene Lesealter, auch für Erwachsene.
Sehr schön, hier wurde das Originalcover übernommen!

Zitat:

Maia hielt ihre Hand über die Seide, schloss die Augen und lauschte. Nichts. Sie berührte die Seide. Ein zarter Farbnebel schien daraus emporzusteigen und sich um ihre Hände zu kräuseln. Tareth hatte zu ihr gesagt, die Seide enthielte die Träume der Mondfalter, die die Kokons spinnen. Träume, die er pflücken konnte. …


Vita:
Sheila Rance ist am Meer aufgewachsen – deshalb beginnen Maias Abenteuer in „Sonnentochter“ hoch auf den Klippen über dem Ozean. Die Autorin schrieb die Geschichte, während sie an der Bath Spa University einen Studiengang über Kinder-und Jugendliteratur absolvierte, und gewann damit auf Anhieb den United Artists Preis für das vielversprechendste Roman-Debüt. Sheila Rance ist Lehrerin mit dem Spezialgebiet Legasthenie und lebt heute in Sussex.

Samstag, 6. September 2014

[Rezension] Das Schattenhaus - Mascha Vassena



Mascha Vassena
Das Schattenhaus
Taschenbuch
320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (11. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492303255
€ 9,99

auch als eBook erhältlich
Rechte Cover / Quelle © Piper

zum Zeitpunkt der aktuellen Rezension



Meine Meinung zu „Das Schattenhaus“:

Im Jahr 2013 erfährt Anna, Anfang Dreißig, dass ihre Mutter gestorben ist. Diese lebte auf einer Nordseeinsel, wo Anna auch aufgewachsen war. Sie war noch sehr jung, als sie ihr Zuhause verließ. Zurück blieb ihr Baby Friederike, welches in der Obhut von Annas Mutter Simona verblieb. Doch nun musste Anna sich der Vergangenheit stellen. Sie selbst war ohne Vater aufgewachsen und erhielt immer auf ihre Frage nach ihm die Antwort, er sei tot. Aber was hatte die südländische Simona auf die Insel gezogen?
Zu ihrer Überraschung findet Anna im Nachlass der Mutter ein Dokument, dass diese ein Haus im Tessin besitzt. Da gerade Ferien sind, macht sie sich mit der vierzehnjährigen Rike auf in den Tessin. Das Verhältnis von Mutter und Tochter ist sehr distanziert.
Doch der Weg ist das Ziel, heißt es und hier vielleicht ein Neuanfang für Anna und Rike.
Wer war Rikes Vater und warum hatte Anna sie bei der Großmutter gelassen?

Der Roman „Das Schattenhaus“ ist eine Familiengeschichte, auf auf zwei Zeitebenen spielt.
 
Der Ort liegt traumhaft in der Nähe vom Luganer See. Schon im Dorf werden sie vorgewarnt, dass das Haus von „der Deutschen“ bewohnt sei. So macht sich Anna auf und renoviert mit Hilfe des jungen Luca das Gebäude her zum Verkauf. Bis sie plötzlich feststellt, dass dieser Ort ihr neues Zuhause sein könnte.

Fünfzig Jahre zuvor, im Jahr 1963, lernt die 16-jährige Charlotte den Maler Georg Kubin kennen und verliebt sich in ihn. Charlotte, einziges Kind gut betuchter Eltern, ziemlich verwöhnt, will mit ihm durchbrennen. Ihre Eltern würden dieser Verbindung nie zustimmen. Doch auf der Autofahrt passiert ein Unglück.

Während der Aufräumaktion findet Anna gut versteckte Briefe. Wie sich herausstellt, sind diese von ihrer Mutter geschrieben.

Der Autorin gelingt es, die auf zwei Zeitebenen geschriebene Handlung, kapitelweise sehr harmonisch miteinander zu verbinden.
Welche Tragödie sich damals abspielte und welche Rolle Charlotte und Simona in dem Leben des Malers spielten, wird Stück für Stück aufgelöst.

Die Charaktere Charlotte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Allein die Tatsache, dass sie zig Jahre nach dem Tod des Malers wie ein Schatten, einem Geist der Vergangenheit in dem Haus lebte und so gut wie nie das Haus verließ, …

Fazit:
„Das Schattenhaus“ bekommt von mir eine klare Leseempfehlung! Sehr sympathische Protagonisten, spannend, aber auch tragisch.
Lest selbst!

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar

Buchinfo Verlag:
Ein verschlafenes Bergdorf im Tessin: Anna ist nach Vignano gekommen, um die alte Villa zu verkaufen, die sie von ihrer Mutter geerbt hat. Doch bei ihrer Ankunft stellt sie überrascht fest, dass in dem Haus eine ältere Dame lebt, die den Dachboden bewohnt. Wer ist sie? Und warum verlässt sie nie ihr Zimmer? Langsam begreift Anna, dass ihre Mutter ein düsteres Geheimnis mit ins Grab nahm. Und dass die Schatten der Vergangenheit noch immer über der verfallenen Villa schweben.

[Rezension] Der Apfelsammler - Anja Jonuleit


Anja Jonuleit
Der Apfelsammler
Broschiert
368 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423260176
€ 14,90


auch als eBook erhältlich

Quelle © dtv Verlag





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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

Meine Meinung zu „Der Apfelsammler:

Familien haben ihre Geheimnisse und oft sind Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden. So auch in Anja Jonuleits neuen Roman „Der Apfelsammler“. Die Idee hierzu kam der Autorin durch einen Artikel über eine italienische Agrarwissenschaftlerin aus Umbrien, die sich für die Erhaltung von alten Obstsorten einsetzt.
Zurück zum Buch: Als die 31-jährige Hannah erfährt, dass ihre geliebte Tante Eli gestorben ist, macht sie sich auf den Weg nach Italien. Eli hatte Hannah zu sich genommen, nachdem deren Eltern verstorben waren und sie bei einer Pflegefamilie untergekommen war. Auf dem heimatlichen Hof am Bodensee verleben Hannah und Eli glückliche Zeiten. Der Abschied von Elisabeth (Eli) fällt ihr nicht leicht, zumal Hannah sich auch  noch gerade von ihrem Freund getrennt hat. In Castelnova steht das kleine Steinhaus, in dem Eli bis zu ihrem Lebensende wohnte. Und dort findet Hannah beim Aufräume alte Briefe der Tante.
Die Geschichte von Eli und Hannah wird parallel Kapitelweise erzählt. Geschrieben in der Ich-Erzählperspektive steht über jedem neuen Kapitel  der Name der Erzählerin.
Es ist zum Teil eine tragische Geschichte, die Elisabeth erzählt. Der Leser wird zurückgeführt in die frühen 60er Jahre. Dort hatte sie als junges Mädchen kein leichtes Leben auf dem Hof der Eltern, musste hart arbeiten. Doch Elisabeth war intelligent und wollte mehr. Realistisch und detailliert beschreibt die Autorin über Wünsche und Sehnsüchte eines jungen Mädchens, dass sich dann auch noch in einen italienischen Gastarbeiter verliebt und von ihm schwanger wird. Schreckliche Dinge passieren und doch, Eli gibt nicht auf. Die Romanze zwischen Eli und Giorgio ist der rote Leitfaden der Handlung. Nunmehr fragt sich Hannah immer wieder, was hat Eli ausgerechnet in diese Gegend verschlagen, sie die doch das Meer so liebte und in der Welt weit herumgekommen war. So beginnt sie mit den Nachforschungen und was liegt näher als bei dem Nachbarn mit seinen Apfelbäumen? Wie auch schon Eli hilft Hannah beim Pflücken der Apfelernte. Zum einen weil sie sich Informationen von ihm erhofft und zum anderen möchte Hannah eine Reportage über den Mann machen, der leidenschaftlich alte Obstsorten züchtet.
Die Gestaltung des Covers harmonisiert mit dem Titel, einfach wunderschön.

Fazit: 
 „Der Apfelsammler“ ist ein bewegender Roman, mit melancholischen Momenten, schafft die Autorin durch ihre fesselnde Art  und einzigartigen Beschreibungen der Landschaft, den Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Eine geheimnisvolle Atmosphäre begleitet den Leser von Anfang an. Die Autorin schreibt nicht einfach so dahin. Sie hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Schreibstil. Die Suche nach Vergangenheit – Gegenwart, die zwischenmenschlichen Beziehungen werden durchleuchtet. 
„Der Apfelsammler“  – die Geschichte erhält von mir absolute Leseempfehlung, denn ich habe nicht nur glückliche Lesemomente gehabt, auch nachdenkliche.
„Der Apfelsammler“ – ich würde mir wünschen, dass es noch sehr viele neue Leser findet.
„Der Apfelsammler“ ist ein ganz besonderer Roman und verdient den Platz auf meiner TopTen 2014-Liste.
Sechs Lesegenuss-Bücher.

Ich danke dem Verlag für das Buch. Mir wäre hier ein Sahnestück entgangen.

 Vita:
Anja Jonuleit wurde in Bonn geboren, lebte einige Jahre im Ausland und studierte Italienisch und Englisch. Sie arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, bis sie anfing, Romane und Geschichten zu schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Friedrichshafen