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Montag, 27. April 2015
Rezension || Die geheimen Worte || Rebecca Martin
Rebecca Martin
Die geheimen Worte
Taschenbuch
432 Seiten
Verlag: Diana Verlag (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453357556
€ 9,99
Cover / Info -VERLAG
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Schuld und Verrat bestimmen das Schicksal nachfolgender Generationen
Bad Kreuznach 1850: In der aufstrebenden Kurstadt verlieben sich die Schwestern Anne und Sophie in den englischen Gast James Bennett. Es ist für beide der Beginn einer heimlichen Leidenschaft: Anne ist verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter, während die viel jüngere Sophie sich nicht traut, dem überaus charmanten jungen Mann ihre Gefühle zu offenbaren. Die Katastrophe ist unausweichlich, als James beide Schwestern zurückweist. Erst zwei Generationen später kommt ans Licht, was damals geschah …
Meine Meinung:
Wenn die Liebe verbotene Wege geht …
Es ist nun mal so, dass ich normalerweise gern Romane lese, die etwas Geheimnisvolles versprechen. Auf das zweite Buch von Rebecca Martin war ich wirklich gespannt, da ich „Der entschwundene Sommer“, im letzten Jahr gelesen, wirklich gut fand. Manchmal wäre es besser, die Maßstäbe nicht zu hoch anzusetzen. Es spielt auf zwei Zeitebenen.
Im Sommer 1855 in Bad Kreuznach lernen die Schwestern Anna und Sophie Gellert den Engländer James Barrett kennen. Der Vater Wilhelm Preuße, ein angesehener Arzt und Witwer, und auch gern gesehen in der Gesellschaft, ist mit seinen Töchtern zu einer Gesellschaft im Casino. Nach dem Tod der Mutter fühlt sich Anna der acht Jahre jüngeren Schwester verpflichtet und hat mehr denn je ein Auge auf sie.
Fast achtzig Jahre später in Frankfurt steht die zwanzigjährige Marlene kurz vor ihrer Verlobung mit Albert Schwedt, einem Sohn aus gutem Haus. Wieder einmal dreht sich alles nur um das Fest und so entflieht sie dem Trubel. Dabei wird sie von einem Gewitter überrascht und begegnet Adrian Nussbaum, ein junger Maler aus der einfachen Schicht. Klassengesellschaft!
Eine scheinbar flüchtige Begegnung, doch Marlene kommt ins Grübeln. Sie hat sich in Adrian verliebt. Damit sich etwas aus dem vorherigen Jahrhundert nicht wiederholt, erhält sie von ihrer Mutter ein handgeschriebenes Buch.
Der Einstieg in die Handlung war etwas mühselig. Obwohl der Wechsel von Zeit und Protagonisten gut durchdacht war, hat es seine Zeit gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen. Beide Handlungstränge sind miteinander verbunden, wobei mir Marlenes Geschichte mehr gefiel. Das soll nicht abwertend zu der Geschichte um Anne und Sophie und James sein. Es war mir zu einfach, mir fehlte die Atmosphäre.
Dass Anne als verheiratete Frau sich in den Engländer James verliebt – ebenso wie ihre Schwester, man bedenke die damaligen Lebensumstände, Standesdünkel, und dann noch als verheiratete Frau und Mutter … Und James? Warum hielt er sich in Deutschland auf? Nun, die Erklärung kommt am Ende, leider m. E. sehr kurz abgefasst.
Beide Geschichten sind vollgestopft mit Informationen, doch mir fehlte das gewisse Etwas. Obwohl die Charaktere gut beschrieben, fehlte es ihnen an Wärme, Ausstrahlung. So wirkten sie teilweise leblos.
Das Buch ist unterhaltsam, hat aber nicht den erwarteten Tiefgang. Auch die Auflösung um James Geheimnis war sehr kurz gehalten. Die Autorin hat mit ihrem Werk „Die geheimen Worte“ zwar auf Unterhaltung gesetzt, mehr aber nicht. Es gibt daher von mir keinen intensiven Einblick auf die Handlung, wer das Buch liest, wird verstehen, was ich meine.
In meiner Rezension zu dem Buch „Der entschwundene Sommer“ habe ich zum Schluss geschrieben: „Auf der Suche nach Antworten begeistert der Roman von Anfang bis zum Ende.“ Leider kann ich das von diesem Buch nicht sagen. Es liegt deutlich unter dem Niveau des vorgenannten Buches
Ich gebe 3 Lesegenuss-Bücher
Vita
Rebecca Martin studierte Englisch und Deutsch in Frankfurt am Main und in Dublin, Irland. Ihre Leidenschaft gehört dem Reisen, der Geschichte und ihren Geschichten. Ihr Roman "Die verlorene Geschichte" gelangte sofort nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, gefolgt von "Der entschwundene Sommer" und "Die geheimen Worte". Die Autorin lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf im Nahetal.
Samstag, 25. April 2015
(Rezension) Amor kommt auf Hundepfoten - Katja Doubek
Katja Doubek
Amor kommt auf Hundepfoten
Taschenbuch
240 Seiten
Verlag: rororo (27. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499628863
€ 9,99
Cover / Info - Kauflink
VERLAG
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Die wahre Geschichte einer doppelten Liebe
Bonny und Baldo, zwei Terrier-Beagle-Mischlingswelpen, werden in Süditalien brutal ausgesetzt. Bonny wird nach einigen Wochen – fast verdurstet – von der Deutschen Mia gerettet, Baldo landet halb tot bei Barbesitzer Giuseppe. Einige Zeit später treffen sich die Hunde zufällig wieder, stürzen wie wild aufeinander zu und bleiben unzertrennlich. So kommen sich auch Mia und Giuseppe langsam näher, doch Mia muss zurück nach Deutschland. Eines Tages steht dann überraschend Giuseppe mit Baldo bei ihr vor der Tür – der Beginn einer großen Liebe. Doch ein unerwartetes Ereignis bringt das glückliche Leben aus dem Gleichgewicht.
All das beruht auf einer wahren Geschichte – herzzerreißend, tragisch, einfach schön!
Kritikpunkt: In der Buchinfo heißt es, dass Bonny nach einigen Wochen gerettet wird. Das stimmt so nicht, denn in der Handlung ist es noch am selben Tag. Sowas geht gar nicht!
Meine Meinung: In einer süditalienischen Kleinstadt im Juli des Jahres hält ein Mann mit seinem Auto auf dem Parkplatz der historischen Kleinstadt. Es ist Mittagszeit und die Sonne brennt vom Himmel. Niemand bemerkt, dass der Mann zwei junge Hunde, gerade mal drei Monate alt, aussetzt. Die Not zwingt ihn dazu.
Baldo und Bonny, diese Namen erhalten die beiden später, getrennt von der Mutter, die eine verängstigt, während Baldo mutig ist und sich auf die Suche nach Nahrung und Wasser macht. Er will seine Schwester nachholen, doch zu spät. Bonny hat während seiner Abwesenheit ein neues Zuhause gefunden - bei Mia. Derzeit lebte diese wieder für einige Monate in Italien, in einem kleinen geerbten Häuschen. Und der kleine Welpe ist in wirklich guten Händen gelandet.
Es war einfach berührend, die Geschichte von Mia mit Bonny zu lesen.
Was aber geschah mit Baldo? Nun, auch er fand sein Glück und Guiseppe nahm ihn zu sich. Mia, eine Deutsche, jeweils eine Hälfte des Jahres lebte sie in München, die andere in Italien. Wie eng verbunden die beiden Welpen miteinander waren, zeigt sich als beide per Zufall bei einem Spaziergang aufeinandertreffen. Hier spürt man mit jeder Faser des Herzens das Herzblut der Autorin in der Geschichte.
Über die beiden Hunde kommen sich nun auch die beiden Menschen näher.
Die Geschwisterliebe der Hunde ist der rote Faden, der einen wahrlich festhält.
Das Buch liest sich wunderbar und der Schreibstil ist flüssig. Katrin Doubeks Buch "Amor kommt auf Hundepfoten" beruht auf einer wahren Geschichte. Sie zeigt auf, was Tiere in unserem Leben bewirken können.
Von mir bekommt das Buch vier Lesegenuss-Bücher.
Amor kommt auf Hundepfoten
Taschenbuch
240 Seiten
Verlag: rororo (27. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499628863
€ 9,99
Cover / Info - Kauflink
VERLAG
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Die wahre Geschichte einer doppelten Liebe
Bonny und Baldo, zwei Terrier-Beagle-Mischlingswelpen, werden in Süditalien brutal ausgesetzt. Bonny wird nach einigen Wochen – fast verdurstet – von der Deutschen Mia gerettet, Baldo landet halb tot bei Barbesitzer Giuseppe. Einige Zeit später treffen sich die Hunde zufällig wieder, stürzen wie wild aufeinander zu und bleiben unzertrennlich. So kommen sich auch Mia und Giuseppe langsam näher, doch Mia muss zurück nach Deutschland. Eines Tages steht dann überraschend Giuseppe mit Baldo bei ihr vor der Tür – der Beginn einer großen Liebe. Doch ein unerwartetes Ereignis bringt das glückliche Leben aus dem Gleichgewicht.
All das beruht auf einer wahren Geschichte – herzzerreißend, tragisch, einfach schön!
Kritikpunkt: In der Buchinfo heißt es, dass Bonny nach einigen Wochen gerettet wird. Das stimmt so nicht, denn in der Handlung ist es noch am selben Tag. Sowas geht gar nicht!
Meine Meinung: In einer süditalienischen Kleinstadt im Juli des Jahres hält ein Mann mit seinem Auto auf dem Parkplatz der historischen Kleinstadt. Es ist Mittagszeit und die Sonne brennt vom Himmel. Niemand bemerkt, dass der Mann zwei junge Hunde, gerade mal drei Monate alt, aussetzt. Die Not zwingt ihn dazu.
Baldo und Bonny, diese Namen erhalten die beiden später, getrennt von der Mutter, die eine verängstigt, während Baldo mutig ist und sich auf die Suche nach Nahrung und Wasser macht. Er will seine Schwester nachholen, doch zu spät. Bonny hat während seiner Abwesenheit ein neues Zuhause gefunden - bei Mia. Derzeit lebte diese wieder für einige Monate in Italien, in einem kleinen geerbten Häuschen. Und der kleine Welpe ist in wirklich guten Händen gelandet.
Es war einfach berührend, die Geschichte von Mia mit Bonny zu lesen.
Was aber geschah mit Baldo? Nun, auch er fand sein Glück und Guiseppe nahm ihn zu sich. Mia, eine Deutsche, jeweils eine Hälfte des Jahres lebte sie in München, die andere in Italien. Wie eng verbunden die beiden Welpen miteinander waren, zeigt sich als beide per Zufall bei einem Spaziergang aufeinandertreffen. Hier spürt man mit jeder Faser des Herzens das Herzblut der Autorin in der Geschichte.
Über die beiden Hunde kommen sich nun auch die beiden Menschen näher.
Die Geschwisterliebe der Hunde ist der rote Faden, der einen wahrlich festhält.
Das Buch liest sich wunderbar und der Schreibstil ist flüssig. Katrin Doubeks Buch "Amor kommt auf Hundepfoten" beruht auf einer wahren Geschichte. Sie zeigt auf, was Tiere in unserem Leben bewirken können.
Von mir bekommt das Buch vier Lesegenuss-Bücher.
(Rezension) Solange am Himmel Sterne stehen - Kristin Harmel
Kristin Harmel
Solange am Himmel Sterne stehen
Erstausgabe : 15.04.2013
Verlag : Blanvalet
ISBN: 9783442381210
Flexibler Einband
480 Seiten
Sprache: Deutsch
Solange am Himmel Sterne stehen
Erstausgabe : 15.04.2013
Verlag : Blanvalet
ISBN: 9783442381210
Flexibler Einband
480 Seiten
Sprache: Deutsch
€ 9,99
eBook
Cover & Infos - Verlag
► Es gilt der Hinweis unter dem Header! ◄
Eine Liebe so unvergänglich wie die Sterne am Himmel
Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich – an die Menschen, die sie liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose weiß, dass es bald zu spät sein wird, denn sie hat Alzheimer. Bald wird niemand mehr an das junge Paar denken, das sich einst die Liebe versprach … 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden Geschichte, die sie dort entdecken wird – von Hoffnung, Schmerz und einer alles überwindenden Liebe …
Mein Leseeindruck:
"Über uns funkeln und tänzeln die Sterne und zwinkern von dem unendlichen Himmel zu uns herunter."
Mit diesem Satz endet das ergreifende Buch "Solange am Himmel Sterne stehen" von der Autorin Kristin Harmel. Worum also geht es in dieser Geschichte? Die 36-jährige Hope lebt mit ihrer zwölfjährigen Tochter Annie auf Cape Code und führt dort die kleine Bäckerei von ihrer Großmutter. Diese hatte die Nordstern-Bäckerei vor sechzig Jahren gegründet und zu etwas ganz besonderem gemacht. Hier war Hope aufgewachsen und mit den Geheimnissen um Torten und Kuchen groß geworden. Hopes Mutter war verstorben, wie auch der Großvater. Ihre "mamie" war an Alzheimer erkrankt und lebte in einem Demenz-Pflegeheim. Seit der Scheidung der Eltern war Annie aufmüpfig geworden, doch sie half weiterhin ihrer Mutter früh morgens in der Bäckerei. Ein Stammkunde war Gavin Keyes, der Hope half, wann immer er konnte. Dass er Interesse an ihr als Frau hatte, wollte Hope sich nicht eingestehen. Schließlich war Gavin jünger als sie. Und dann war da noch Annie, die ihr zu jeder Gelegenheit zu verstehen gab, dass Hope Schuld an der Scheidung war.
Rose McKenna, die "mamie", bittet Hope und Annie mit ihr an einem bestimmten Abend an den Strand zu gehen. Dort vollzieht sie so eine Art Ritual, mit dem sie beide überrascht. Trotz ihrer häufigen Phasen niemanden zu erkennen, wird Rose von ihrer Vergangenheit "überflutet". Diese Momente zeigen ihr auf, dass es an der Zeit ist, ihr Geheimnis zu lüften.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Hope und teils von Rose. Alles Vergangene trägt dazu bei, das Geheimnis um die Familie zu lösen. Je länger ich in der Geschichte verweilte, wurden mir wieder einmal die menschlichen Schicksale der Judenverfolgung des Zweiten Weltkriegs vor Augen geführt. Egal, wie viele Jahrzehnte seitdem vergangen sind, diese Vernichtung von Millionen von Menschen, die Konzentrationslager, alles Themen, die mit dieser Geschichte um Rose und Hope zu tun haben. Man vermutet es so gar nicht hinter dem kurzen Klappentext, dem wunderschönen Cover.
Welch tragische Vergangenheit Rose umgab, und warum Hope nach Paris reist, eine Suche auf den Spuren der Vergangenheit, und letztendlich es für sie Hoffnung gibt auf ein neues Glück, lest selbst.
Die Geschichte um "Rose McKenna" ist ergreifend. Die ganzen Schicksalsschläge, die einzelnen Protagonisten sind so authentisch beschrieben, wie auch die Handlungsorte. Aber auch Hopes Backkunst lässt das Herz des Lesers höher schlagen. Wer nicht genug bekommt, sollte die Rezepte nachbacken, die am Ende der Kapitel stehen.
Hopes Tage in Paris, ihre Recherche zur Schoah, alles ist so perfekt von der Autorin recherchiert und aufgeschrieben. Ich kann nur hoffen, dass diese damalige Zeit nicht in Vergessenheit gerät!
Lernt der Mensch aus seinen Fehlern der Vergangenheit? Ich lasse das jetzt so im Raum bzw. auf dem Papier stehen.
Abschließend kann ich nur schreiben: Lest dieses Buch, falls ihr es noch nicht kennt! Es steckt so viel darin, was man nicht vermutet. Und es gibt so viel! Für mich ein weiteres Lesehighlight in diesem Jahr.
Von mir gibt es 5 Lesegenuss-Bücher.
N.S.
"Solange am Himmel Sterne stehen" schmorte schon seit langem auf meinem SuB. Ich hatte es zwar angelesen, aber irgendwie war es in Vergessenheit geraten. Nun kam vor kurzem ja das neue Buch der Autorin auf dem Markt und eine mir nahestehende Person hat mir das geschenkt. So war es ein Must-read, bevor ich "Über uns der Himmel" lese. Selten habe ich so viele Taschentücher verbraucht.
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Antoine de Saint-Exupéry
Vita:
Kristin Harmel hat bereits einige Romane veröffentlicht und mit Medien wie People und Glamour zusammengearbeitet. Mit „Solange am Himmel Sterne stehen“ erfüllt sie sich den Wunsch, eine große Geschichte von Liebe und Verlust über Generationen hinweg zu erzählen. Es ist ihr erster Roman, der in deutscher Sprache erscheint, und er wird derzeit in dreizehn Sprachen übersetzt. Kristin Harmel lebt in Orlando, Florida.
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Eine Liebe so unvergänglich wie die Sterne am Himmel
Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich – an die Menschen, die sie liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose weiß, dass es bald zu spät sein wird, denn sie hat Alzheimer. Bald wird niemand mehr an das junge Paar denken, das sich einst die Liebe versprach … 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden Geschichte, die sie dort entdecken wird – von Hoffnung, Schmerz und einer alles überwindenden Liebe …
Mein Leseeindruck:
"Über uns funkeln und tänzeln die Sterne und zwinkern von dem unendlichen Himmel zu uns herunter."
Mit diesem Satz endet das ergreifende Buch "Solange am Himmel Sterne stehen" von der Autorin Kristin Harmel. Worum also geht es in dieser Geschichte? Die 36-jährige Hope lebt mit ihrer zwölfjährigen Tochter Annie auf Cape Code und führt dort die kleine Bäckerei von ihrer Großmutter. Diese hatte die Nordstern-Bäckerei vor sechzig Jahren gegründet und zu etwas ganz besonderem gemacht. Hier war Hope aufgewachsen und mit den Geheimnissen um Torten und Kuchen groß geworden. Hopes Mutter war verstorben, wie auch der Großvater. Ihre "mamie" war an Alzheimer erkrankt und lebte in einem Demenz-Pflegeheim. Seit der Scheidung der Eltern war Annie aufmüpfig geworden, doch sie half weiterhin ihrer Mutter früh morgens in der Bäckerei. Ein Stammkunde war Gavin Keyes, der Hope half, wann immer er konnte. Dass er Interesse an ihr als Frau hatte, wollte Hope sich nicht eingestehen. Schließlich war Gavin jünger als sie. Und dann war da noch Annie, die ihr zu jeder Gelegenheit zu verstehen gab, dass Hope Schuld an der Scheidung war.
Rose McKenna, die "mamie", bittet Hope und Annie mit ihr an einem bestimmten Abend an den Strand zu gehen. Dort vollzieht sie so eine Art Ritual, mit dem sie beide überrascht. Trotz ihrer häufigen Phasen niemanden zu erkennen, wird Rose von ihrer Vergangenheit "überflutet". Diese Momente zeigen ihr auf, dass es an der Zeit ist, ihr Geheimnis zu lüften.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Hope und teils von Rose. Alles Vergangene trägt dazu bei, das Geheimnis um die Familie zu lösen. Je länger ich in der Geschichte verweilte, wurden mir wieder einmal die menschlichen Schicksale der Judenverfolgung des Zweiten Weltkriegs vor Augen geführt. Egal, wie viele Jahrzehnte seitdem vergangen sind, diese Vernichtung von Millionen von Menschen, die Konzentrationslager, alles Themen, die mit dieser Geschichte um Rose und Hope zu tun haben. Man vermutet es so gar nicht hinter dem kurzen Klappentext, dem wunderschönen Cover.
Welch tragische Vergangenheit Rose umgab, und warum Hope nach Paris reist, eine Suche auf den Spuren der Vergangenheit, und letztendlich es für sie Hoffnung gibt auf ein neues Glück, lest selbst.
Die Geschichte um "Rose McKenna" ist ergreifend. Die ganzen Schicksalsschläge, die einzelnen Protagonisten sind so authentisch beschrieben, wie auch die Handlungsorte. Aber auch Hopes Backkunst lässt das Herz des Lesers höher schlagen. Wer nicht genug bekommt, sollte die Rezepte nachbacken, die am Ende der Kapitel stehen.
Hopes Tage in Paris, ihre Recherche zur Schoah, alles ist so perfekt von der Autorin recherchiert und aufgeschrieben. Ich kann nur hoffen, dass diese damalige Zeit nicht in Vergessenheit gerät!
Lernt der Mensch aus seinen Fehlern der Vergangenheit? Ich lasse das jetzt so im Raum bzw. auf dem Papier stehen.
Abschließend kann ich nur schreiben: Lest dieses Buch, falls ihr es noch nicht kennt! Es steckt so viel darin, was man nicht vermutet. Und es gibt so viel! Für mich ein weiteres Lesehighlight in diesem Jahr.
Von mir gibt es 5 Lesegenuss-Bücher.
N.S.
"Solange am Himmel Sterne stehen" schmorte schon seit langem auf meinem SuB. Ich hatte es zwar angelesen, aber irgendwie war es in Vergessenheit geraten. Nun kam vor kurzem ja das neue Buch der Autorin auf dem Markt und eine mir nahestehende Person hat mir das geschenkt. So war es ein Must-read, bevor ich "Über uns der Himmel" lese. Selten habe ich so viele Taschentücher verbraucht.
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Antoine de Saint-Exupéry
Vita:
Kristin Harmel hat bereits einige Romane veröffentlicht und mit Medien wie People und Glamour zusammengearbeitet. Mit „Solange am Himmel Sterne stehen“ erfüllt sie sich den Wunsch, eine große Geschichte von Liebe und Verlust über Generationen hinweg zu erzählen. Es ist ihr erster Roman, der in deutscher Sprache erscheint, und er wird derzeit in dreizehn Sprachen übersetzt. Kristin Harmel lebt in Orlando, Florida.
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