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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Sonntag, 4. Juni 2023

Wo die Störche fliegen ~ Claudia Ley

 

Gerda und Thomas:
Eine Liebe in Westpreußen.
Kann sie Hass und Krieg überstehen?


Westpreußen, 1918: Umgeben von weiten Wiesen, Wäldern und Seen wächst Gerda von Westkamm auf Gut Lapienen auf. In den Sommern ihrer Kindheit träumt sie sich gemeinsam mit ihrem besten Freund Thomas in eine Welt aus Märchen und Geschichten. ...

Das Buch „Wo die Störche fliegen“ von Claudia Ley ist ein Roman, welcher von 1918 bis Ende 1944 in der Nähe von Schlochau in Westpreußen und in der Stadt Danzig spielt. Schlochau in Westpreußen im Jahr 1918: Schon seit frühster Kindheit wissen Gerda und Thomas, dass sie zusammen gehören.

Claudia Ley - Wo die Störche fliegen
Heyne Verlag (26. April 2023)
Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 528 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453273375
€ 22,00  / Gelesen 05-2023


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Buchanfang:
ERSTE GESCHICHTE
Lapien bei Schlochau - Westpreußen, Februar 1918
"Seht! nun fangen wir an.
Wenn wir am Ende der Geschichte sind,
wissen wir mehr als jetzt."
Hans Christian Andersen "Die Schneekönigin"


Von dem Weihnachtsgeld seines Großvaters hatte der zehnjährige Thomas für seine jüngere Freundin Gerda ein ganz besonderes Buch gekauft. Das Buch war von Hans Christian Andersen "Sämtliche Märchen". Und es war sein Geburtstagsgeschenk für Gerda. Gerda von Westkamm lebte auf dem Gut Lapien. Dass die beiden ihre Kinderjahre beinahe wie Bruder und Schwester verbringen konnten, war ein Geschenk. Denn das Leben in den Weiten Westpreußens konnte einsam sein.
Beide Kinder hatten einen geheimen Platz, denn sie sich gemütlich eingerichtet hatten, so gut es ging. Hierhin verkrochen sie sich vor der Welt. Dort wo sie ihre liebsten Buchschätze aufbewahrten. Ein Platz wo man sich herrlich wegträumen konnte wie z. B. nach Danzig. Für Gerda war das Geschenk etwas besonderes, denn die Familie litt unter dem Tod des Sohnes Crispin und auch der andere, Eduard, war noch im Krieg.
Sie nannten ihr Buch "das gemeinsame Geheimbuch". Das erste Märchen war "Die Schneekönigin". Dieses Märchen begleitet den Leser durch den Roman wie u.a. mit Zitaten. Diese stehen jeweils wie z. B. wie oben angeführt bei Erste Geschichte bis hin zur letzten, der Siebten Geschichte. Jeweils der Handlungsort als auch das Jahr sind auch mit aufgeführt.
Es beginnt 1918 auf Lapien bei Schlochau in Westpreußen und geht hin bis ins Jahr 1944.
Aus der Kinderfreundschaft wird ein Jahrzehnt später die wahre Liebe. Und immer noch verbindet sie das geheime Buch, das besondere Märchen "Die Schneekönigin". Doch der Standesunterschied der beiden lässt keine Heirat zu. Zumal Thomas zwar Deutscher war, aber eben Pole. Die Situation wird für Gerda unerträglich, denn sie soll das verschuldete Gut durch eine arrangierte Ehe retten. Thomas war inzwischen zum Studium in Danzig. Gerda bricht alle Brücken hinter sich und geht nach Danzig. Doch ihre Erwartungen gegenüber Thomas werden nicht erfüllt. Da trifft sie Frau Grünbaum, die ihr eine Stelle vermittelt. So fängt Gerda als Schreibkraft in einer Reederei an. Und es schien so, dass sie auch hier ihr Glück gefunden hatte. Dann kam die Tochter Maren auf die Welt. Doch es ist nicht immer alles Gold was glänzt. War sie damals vor Albrecht und ihrer Sippe geflohen, holte die Zeit sie ein. Inzwischen waren die Nazis auf dem Vormarsch. Albrecht hatte Leonie, ihre Schwester geheiratet und sie hatten einen gemeinsamen Sohn, Crispin. Gerda wird mit ihrer Tochter Maren fliehen, denn die Russen sind auf dem Vormarsch.
Die Geschichte um Thomas und Gerda, eine tragische als auch wunderschön zu lesen. Die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, der Aufstieg der Nazis und all ihre Greuel, all das ist gut eingeflochten und wiedergegeben. Bis hin zur Flucht.
"Wo die Störche fliegen" von der Autorin Claudia Ley aka Charlotte Roth ist ein Roman, der berüht. Er ist als Hardcover im Heyne Verlag erschienen und mit einem ansprechendem Cover gestaltet. Allein der Klappentext macht schon neugierig auf das Buch.

Herzlichen Dank an den Verlag  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info Zitat    - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


❀•.Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ •❀   

Über den Autor und weitere Mitwirkende
Claudia Ley ist ein Pseudonym der Spiegel-Bestsellerautorin Charlotte Roth. Sie entstammt einer multinationalen Familie und wurde in Berlin geboren, hat in Neapel studiert und wohnt mit ihrer eigenen internationalen Familie seit vielen Jahren in London. Als Übersetzerin, Autorin und Lektorin lebt sie in einer Welt der Geschichten, die sie als Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Epochen versteht und von denen sie nie genug bekommt.


Dieser Roman bleibt in Erinnerung

Montag, 29. Mai 2023

Das Rosencottage ❀ ~ ❀ Constanze Wilken

 


Eine Cottage auf einer malerischen schottischen Insel.
Ein lang gehütetes Geheimnis.
Eine überraschende Liebe …

Große Gefühle vor schottischer Inselromantik:
Die junge Künstlerin Kirsty Paterson schlägt sich in Edinburgh mühsam mit verschiedenen Jobs durch. Doch dann stirbt ihre geliebte Großmutter Fiona und vererbt Kirsty ihr Rosencottage auf der malerischen Insel Tiree. Mit dem Haus verbindet Kirsty die glücklichsten Sommer ihrer Kindheit. Ihre Großmutter hat jedoch eine Bitte an das Erbe geknüpft: Kirsty soll das Verschwinden von Fionas Kinderfreundin Livie vor vielen Jahren aufklären. Schon bald löst sie mit ihrer Spurensuche schicksalhafte Ereignisse aus und trifft auf den undurchschaubaren, aber attraktiven Schriftsteller Finlay ...

Constanze Wilken  -- Das Rosencottage
Goldmann Verlag; Originalausgabe Edition (20. April 2023)
TB  512 Seiten  -- ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442492800
€ 11,00  // Gelesen 05-2023


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]


Mit Ende Zwanzig kehrte Kirsty Paterson nach Schottland zurück. Ihre Unruhe hatte sie viele Jahre durch die Welt geführt, ohne irgendeine Ausbildung usw. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt im Hotel. Ihre Leidenschaft gehörte der Malerei.
Zu ihren Eltern hatte sie ein gespaltenes Verhältnis. Ebenso zu ihrem Bruder Ethan.
Da erreicht sie ein Anwaltsbrief mit der Mitteilung, sie habe das Rosencottage auf Tiree von ihrer Großmutter, die vor zwei Monaten verstorben war, geerbt. Mit einer Bedingung: Sie möge herausfinden, was aus ihrer einstigen Freundin Livie McMillan geworden war.
Im Sommer 1935 war Großmutter das letzte Mal vor dem Krieg auf der Insel und erfuhr, das Livie ein uneheliches Kind geboren hatte, was wohl aber gestorben war. Die Männer der McMillans waren eine gewalttätige Familie, die Frauen hatten nichts zu sagen.
"Finde Livie für mich, Kirsty" ...
Zitat S. 22
Kirsty kündigt ihren Job und zieht auf die Insel Tiree. Doch das Rosencottage war noch kurz vor dem Tod der Großmutter vermietet worden. Der bekannte Schriftsteller Finlay Stewart hatte sich hierhin zurückgezogen und ergab sich dem Alkohol. Er war ziemlich neben der Spur. Schreib- oder Ideenblockade, was auch immer er verheimlichte etwas vor ihr.
Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen in den 1930iger Jahren. Hier blickt der Leser in das Leben der Crofter, der Menschen auf den einsamen Inseln der Hebriden. Es war eine harte Zeit damals, wo es auch ums Überleben ging.
Ein uneheliches Kind, eine Schande.
Kirsty erinnert sich gern an die jährlichen Wochen bei ihrer Großmutter Fiona. Heute entdeckte sie die Malerei wieder für sich, ihre Leidenschaft, ihr Talent. Und mit Finley, dem Schriftsteller, arrangiert sie sich. Sie begeben sich beide auf die Spurensuche. Was oder wo war Livie?
Zitat S.376
Ungewollte Kinder wurden den Nonnen übergeben und in Waisenhäuser gebracht

Im Wechsel der Zeiten erfährt man die Umstände und langsam kommt Licht ins Dunkel. Dabei machen sie auch die unliebsame Bekanntschaft mit dem verbliebenen Rest der McMillians. Desweiteren wird Kirsty von ihrer Familie bedrängt, das Rosencottage zu verkaufen. Ihrer Familie, das waren bekannte Architekten, schwebte der Bau einer Ferienanlage vor. Doch Kirsty bleibt hart.
Der Erzählstrang der Vergangenheit ist teils sehr heftig und ich musste doch ziemlich schlucken an bestimmten Stellen. Und wenn man die Auflösung am Ende liest, traurig.
Kirsty und Finley, die Charaktere sind authentisch dargestellt.
Das Cover ist ansprechend und man fühlt sich direkt vor Ort.
Hörst du das Rauschen der Wellen!
Der Wind weht über die Insel und bringt deiner Seele die Ruhe.
Teils keine einfache Story, aber von der Autorin dann doch mit Gefühl und Emotionen zeitweise spannend geschrieben.
Zum Schluss fügen sich die beiden roten Fäden der Vergangenheit und Gegenwart zu einem zusammen. Ich hatte eine gute Lesezeit.

Herzlichen Dank an den Verlag  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info Zitat    - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


❀•.Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ •❀   

Eine dramatische Geschichte und die Hoffnung auf ein glückliches Ende
Es waren andere Zeiten damals …

Sonntag, 28. Mai 2023

Das Vermächtnis ~ Annette Landgraf

 

Eine alte Schuld, eine mutige junge Frau und die große Liebe

Obwohl Vanessa ihr Studium mit Bestnote abgeschlossen hat, findet sie keinen Job. Umso dankbarer ist sie für den Vorschlag des alten Herrn Gebelein, als seine persönliche Assistentin zu arbeiten. Vanessa ahnt nicht, dass die Gründe für das großzügige Angebot weit in der Vergangenheit liegen.
Bald gerät sie nicht nur mit Gebeleins undurchsichtigem Vermögensverwalter Igel aneinander, sondern auch mit seinem Großneffen Tobias, den sie für einen arroganten Schnösel hält. Als Vanessa jedoch herausfindet, dass Igel in großem Stil Geld unterschlägt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich ausgerechnet mit Tobias zusammenzutun, um das Vermögen ihres Chefs zu retten …

Im einfühlsam erzählten Schicksalsroman »Das Vermächtnis« findet ein alter Mann Vergebung, und eine junge Frau ergreift mutig die Chance, die das Schicksal ihr bietet.
Mit viel Gefühl erzählt Annette Landgrafs dramatischer Roman von Liebe und Familie, und von Verrat und Widergutmachung: mitreißende Urlaubslektüre für Leserinnen von Marie Force oder Nora Roberts.

Annette Landgraf  -- Das Vermächtnis
Knaur TB; 1. Edition (2. Mai 2023)
TB ‎ 384 Seiten //   ISBN-13: ‎ 978-3426527474
€ 11,99  / Gelesen 05-2023


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Der Roman "Das Vermächtnis" von der Autorin Annette Landgraf erzählt die Geschichte eines alten Mannes, der nach nunmehr fünf Jahrzehnten sich an den letzten Wunsch seines Vaters erinnert.
Zitat S. 5
"Mein Tagebuch ... Du musst es lesen!" Das waren die letzten Worte seines Vaters gewesen.

Erwin Gebelein war sehr vermögend. Er lebte in eine Villa, hatte keine eigenen Nachkommen. Aber geldgierige Verwandtschaft. Der Haushalt bestand aus einer Hausdame, Frau Groll, einer Köchin, einer Putzfrau sowie Hermann Lindner, einem Rentner, der Hilfsarbeiten ausübte. Schon länger merkte Gebelein, dass Frau Groll nicht mehr zu seiner Zufriedenheit arbeitete. Das mochte wohl an ihrer neuen Internetbekanntschaft liegen, einem Geschäftsmann.
Er ließ sich die Kiste mit den Sachen des Vaters vom Speicher holen. Darin befand sich das Tagebuch und er begann zu lesen. Sein Vater bittet ihn darum, die Nachkommen seines damaligen Partners Simon Cranz zu suchen. Dieser hatte eine Erfindung vollendet und Erwin hatt es als Patent angemeldet. Dies geschah in der Nachkriegszeit. Erwin sollte dann ein Viertel der Firma, des Vermögens, an die Nachkommen übertragen.
Vanessa Cranz hat ein erfolgreiches Studium in Betriebswirtschaft aber dennoch kriegt sie keinen Job. Die Nachforschungen des Anwalts von Herrn Gebelein führen zu ihr. Zum gleichen Zeitpunkt packt Frau Groll ihre Sachen und teilt Erwin mit, dass er sich demnächst um eine neue Hausdame bemühen müsse. Sie würde heiraten. Desweiteren muss Erwin sich um einen neuen Anlagenverwalter kümmern. Er habe das Gefühl, dieser würde zu sehr in seine Tasche arbeiten.
Und so macht sich Erwin Gebelein mit Hermann auf in das Hotel, wo Vanessa einen Aushilfsjob an der Rezeption hat. Aber er gibt sich nicht zu erkennen, weshalb er da ist. Welch Zufall, auch seine Frau Groll hat sich mit ihrem Lover hier im Hotel verabredet.
So kommt es, dass Vanessa als Herrn Gebeleins persönliche Assistentin anfängt und auch in der Villa wohnt. Sehr zum Ärger der lieben Verwandtschaft. Wenn dann noch die zwei Neffen um ihre Gunst buhlen ...
Aufgeteilt ist der Roman in zehn Teile mit einer hinweisenden Titelüberschrift.
Die Geschichte selbst um das Tagebuch, dem Vermächtnis würde sich hervorragend für einen dieser gern gesehenen seichten Fernsehfilme eignen.
Ein in Geld schwimmender Erbonkel, die vor Neid triefenden Verwandten, eine Haushälterin, die auf einen Heiratsschwindler hereinfällt, ein spielsüchtiger Anlagenverwalter - und dann kommt die gute Fee in Person von Vanessa ...
Ende gut, alles Gut?!
Mich hatte bei diesem Buch der Klappentext angesprochen. Von der Autorin selbst hatte ich noch kein Buch gelesen. Es wird als Lektüre für Leserinnen von Marie Force oder Nora Roberts angepriesen. Da ich beide vorgenannten Autorinnen von ihren Romanen her kenne, muss ich ehrlich sagen, das war mir dann doch eine ganze Stange zu weit hergeholt.
Die ganze Geschichte ist ziemlich erzwingend geschrieben. Die Grundidee hierfür definitiv okay, aber leider hat die Autorin sich dann in vielen Dingen verloren. Es gibt etliche Teile, die mich verärgert haben. Ich kam mir manchmal vor wie in einer billigen Komödie.
Ein dramatischer Roman wie angeführt ist es definitiv nicht. Ich gebe nur bedingt meine Leseempfehlung. Muss aber dazu sagen, es ist meine persönliche Meinung zum Buch.

Herzlichen Dank an den Verlag  Rezensionsexemplars
Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


❀•.Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  Vita  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ.•❀   

Annette Landgraf lebt mit ihrem Ehemann in der Umgebung von München und heckt dort ihre Geschichten aus. Ihre Hobbies sind Sachbücher und Romane über China, Bildbände aus den ersten Jahrzehnten der Fotografie und Reisen an interessante Orte.

❀• Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ  •❀

Operette, Komödie oder Trauerspiel, wer weiß das schon