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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Dienstag, 3. September 2013

(Rezension) Das Gewicht des Himmels ~ Tracy Guzeman




Tracy Guzeman
Das Gewicht des Himmels
Gebundene Ausgabe
480 Seiten
Verlag: Diana Verlag (19. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453291485
Originaltitel: The Gravity of Birds

€ 19,99

Cover /Infos u.a. Verlag





Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Bevor ich mich in das Lesevergnügen von „Das Gewicht des Himmels“ begab, habe ich erst einmal den mir vom Verlag mitgeschickten Abdruck des Gesprächs mit der Autorin Tracy Guzeman gelesen. Sie erzählt, wie es überhaupt zu diesem Roman gekommen ist. Für zwei Kurzgeschichten fand sie keinen rechten Abschluss, letztendlich entstand dann die Idee, diese beiden miteinander zu verbinden. Ebenso schildert sie, warum Vögel sie so faszinieren und wo der Ursprung für ein Portraitbild des Malers im Roman, Thomay Bayber, zu finden ist. Wer auf das Cover des Schutzumschlages schaut, sieht dort die wunderbar gezeichneten Vögel  auf den Blättern und man kann sich schon vorstellen, wie inspirierend sich das auf Schreiben auswirken kann.
Familie spielt in dem Roman eine bedeutende Rolle, und nicht nur das Wort, auch entzweite Familien das gehört dazu.
„Das Gewicht des Himmels“ beginnt im Spätsommer 1963. Die 13-jährige und Natalie, ihre 17-jährige Schwester, machen die Bekanntschaft mit dem fast 30-jährigen Maler Thomas Bayber. Jedes Jahr verbringt die Familie ihre Sommerferien am selben See. Alice liebt es in der Natur herumzuschweifen. Natalie und Alice, sie sind wie Tag und Nacht.
Und das wird sie dann auch, die Geschichte der beiden Geschwister, dem Maler Thomas Bayber, der Anfang zu einem Familiengeheimnis, einem weitgreifenden Drama.
Man kann Autoren von Familiengeschichten nicht miteinander vergleichen, jede für sich schreibt auf ihre Art. Tracy Guzemans Schreibstil, ihre Beschreibungen sind manches Mal so intensiv und aus dem Inneren heraus aufs Papier gebracht, lässt den Leser voll und ganz eintauchen in die Geschichte.
Man schreibt das Jahr 2007. Der nunmehr berühmt gewordene Maler Thomas Bayber will ein nicht bekanntes Gemälde aus dem Jahr 1963 zum Verkauf geben und beauftragt damit seinen Vertrauten Dennis Finch.
In wechselnden Kapiteln beschreiben jeweils Alice und Dennis Finch, welche Rolle dieses Bild in ihrem Leben bzw. des Malers spielt. Auflage zum Verkauf ist allerdings, dass die beiden dazugehörigen Bilder, die der Maler Alice und Natalie geschenkt hatte, gefunden werden. So muss Dennis sich nun damit beschäftigen, ob Alice und Natalie noch leben, ob sie überhaupt noch im Besitz der Bilder sind, denn erst dann kann das bis dahin unbekannte Gemälde aus dem Jahr 1963 und der Kunstwelt nicht bekannt, verkauft werden.
Das hinter all dem sich eine Tragödie verbirgt, offenbart sich Alice, als Natalie stirbt und sie den Nachlass ordnet. Es kommen Dinge ans Tageslicht, die sie sich nicht hat träumen lassen. Erschütternd. Es ist Jahrzehnte her, Alice war Anfang 20, und doch haben sich die damaligen Ereignisse in ihr Gedächtnis eingebrannt, unauslöschlich. Ihre vermeintliche Liebe, sie und Thomas, blieb nicht ohne Folgen. Doch das Kind soll nicht überlebt haben, lt. Natalie. Es war auch Natalie, die damals alles in die Hand nahm, den Umzug in ein neues, anderes Leben bestimmte. Die Tragödie nahm ihren Lauf. Unausweichlich.

„Das Gewicht des Himmels“, eine eigenartige, einzigartige Lesereise. Manchmal kann man nicht in Worte fassen, wie es einem beim Lesen einer Geschichte erging. Bei diesem Buch war es zeitweise so, dass ich zwar die Seiten gelesen habe, aber doch wiederum nicht, sondern innerlich abgelenkt war von den in meinem Kopf erzeugten Bildern.
Auch habe ich mich ab und an gefragt, oh nein, was kommt jetzt noch.
„Das Gewicht des Himmels“, eine Reise in die Vergangenheit und Gegenwart, eben eine Familiensaga. Aber es geht um mehr, auch hier um Verrat, Täuschung, Liebe, Enttäuschung. Dass eine Lüge, über Jahre verschwiegen, Lebenswege beeinflusst, verändert, dass genau ist den Charaktere in dieser Story passiert.
Die Frage ist zu stellen, wie das Leben von Alice und Thomas verlaufen wäre, ohne die berechnende Schwester Natalie.
Fest steht, es wäre eine andere Geschichte geworden!
Zitat S. 363 „Auf der Karte war nur ein kleiner Strich, genauso lang und breit wie viele andere. Aber Alice wollte mehr als eine dunkelgraue Linie auf der Karte. Sie wollte eine Lebensgeschichte.

 
Die Autorin Tracy Guzeman hat es mit ihrer Sprache, ihrem Schreibstil verstanden, den Leser an ihr Buch zu fesseln. Je mehr die Geschichte fortschreitet, Vergangenheit, Gegenwart, umso schneller ist man leider am Ende und möchte mehr. Schade, schon durch! Denn ich liebe diese Romane um Familiengeheimnisse und mehr.

„Das Gewicht des Himmels“ kann ich nur empfehlen. Es ist ein Buch, dass man nicht so schnell aus der Hand legt, eben ein besonderes Buch, nicht langweilig, empfehlenswert. Diese Geschichte entlässt einen nicht so einfach, auch wenn man schon das letzte Wort gelesen hat.
Auch das Cover gefällt und spricht an.
Ich gebe meine Leseempfehlung und 5 Lesegenuss-Bücher.


 lt. Verlag:

Die Liebe eines Künstlers lenkt das Schicksal zweier Schwestern
Ein langer Sommer in Neuengland. Die Schwestern Alice und Natalie begegnen dem geheimnisvollen Maler Thomas Bayber. In jenen Tagen entsteht ein Porträt, dessen tragische Bedeutung erst Jahrzehnte später ans Licht kommen wird. Denn die Begegnung zwischen Alice und Thomas ist der Beginn einer tiefen Liebe und zugleich einer Lüge, die mehr als ein Leben zerstört …
Am Ende seines Lebens beauftragt der gefeierte Maler Thomas Bayber seinen engen Vertrauten Dennis Finch, ein bisher unbekanntes Gemälde aus dem Jahr 1963 zu verkaufen. Der Kunstprofessor steht vor einem Rätsel, glaubte er doch bisher, das Gesamtwerk des Malers zu kennen. Aber beim Anblick des Gemäldes ahnt er, dass es um weit mehr geht als um das Bild selbst. Denn die beiden jungen Frauen auf dem Porträt scheinen für Thomas eine größere Rolle zu spielen, als er zugibt. Kurz darauf erkrankt Thomas schwer, und für Dennis Finch beginnt eine Suche, die ihn auf die Spur zweier völlig unterschiedlicher Schwestern, einer tragischen Liebe und einer Lüge mit verheerenden Folgen führen wird.

Montag, 2. September 2013

♥ Was im August an Büchern ankam ... ♥

Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung

Hier nun meine August-Neuzugänge:

Ich mache es kurz und schmerzlos, leider hapert es ein bisschen mit der Zeit für konkrete Vorstellungen.

»Eden und Orion. Lichtjahre zu dir« von Helen Douglas bei FISCHER Sauerländer

 »Elvancor - Das Reich der Schatten« von Aileen P. Roberts bei Goldmann

 »Linda Lael Miller Big Sky Country Das weite Land"  Mira Taschenbuch
Gewonnen bei BloggdeinBuch erhalten am 16. August, d. h. ich werde es nächste Woche lesen :-)

»Das Leuchten der Insel« von Kathleen McCleary  Heyne Verlag

»Töchter des Mondes - Sternenfluch« von Jessica Spotswood INK Egmont

»Der Kuss der Göttin« von Aprilynne Pike - cbj-Verlag (erscheint am 9. 9. 2013)
 
»Das Geheimnis des Walfischknochens« von Tanja Heitmann - blanvalet

»Die Wünsche meiner Schwestern« von Lisa Van Allen - Rütten & Loening

Und dann erhielt ich diese beiden Bücher als Überraschungspost - wörtlich gemeint, weil ich wusste gar nichts davon.

»Dark Skye « von Jocelyn Davies - FISCHER Sauerländer

»Vollendet 2 Aufstand« von Neal Shusterman bei FISCHER Sauerländer

Aber das ist noch nicht alles. Bei der Sommer-Postkarten-Aktion 

EGMONT INK Verlag lässt dich Nächte durch lesen

habe ich tatsächlich diese Tasche gewonnen. Freu - muss nicht immer ein Buch sein!
Leider eingescannt, der Fotoapparat wollte mal wieder nicht.



Sonntag, 1. September 2013

[NEWS] 1, 2, 3 - Fragen ~ an Micaela Jary ~ Autorin

Heute zu Gast:




Micaelas neuestes Buch "Das Bild der Erinnerung" erscheint diesen Monat  als TB im Goldmann-Verlag.  
Weitere Infos dazu siehe unten.

Sieben Tage ohne

 a)    Auto (Fahrrad, Bus oder sonstiges Fahrgestell), Bahn
 b)    Handy (auch kein Internet!)
 c)    Internet
 d)    Fernsehen
 e)    Fasten
 f)    leben, ohne Müll zu produzieren
 g)    Alkohol / Rauchen

Für was würdest du dich entscheiden?

Micaela: "Fernsehen, leben ohne Müll, Alkohol, Rauchen.  Falls es euch interessiert, warum ich nicht ohne fahrbaren Untersatz, Handy und Internet leben kann, hier die Antwort: Autofahren bedeutet für mich frei sein, zu jeder Zeit dorthin fahren zu können, wann und wohin ich will. Mein Handy brauche ich, um mit meinem Mann und meiner Tochter zu telefonieren (tun wir ganz viel). Ein Internetzugang erleichtert der Autorin historischer Romane die Arbeit - und wenn es nur dazu dient, antiquarische Bücher zu bestellen :-) ."
 
Warum hast du dich für  Fernsehen entschieden?

Micaela: "Das Fernsehprogramm ist so schlecht, dass ich darauf sowieso schon häufig verzichte. Ich rauche nicht und den Alkoholverzicht habe ich wegen einer Hepatitis gerade monatelang hinter mir. Leben ohne Müll zu produzieren, dürfte schwierig werden, aber das ist doch mal eine Herausforderung. 

Die absolute Hölle wäre für mich eine Woche ohne Auto. Und das meine ich unabhängig von dem
Freiheitsgedanken, den ich erwähnte. Nichts gegen Fahrräder, aber wie transportiere ich meinen Hund von einem Ort zum anderen? Das ist ein 50 cm großer und 25 kg schwerer AiredaleTerrier, den kann ich in keinen Korb setzten. Dann bräuchte ich wahrscheinlich einen Anhänger, klar, aber ehrlich... wo tue ich mein Gepäck hin, wenn ich von Berlin nach München pendele?
 

Ich habe mir inzwischen auch Gedanken gemacht zu Punkt f) und denke, dass es nicht nur schwierig, sondern auch sehr teuer ist, ohne Müll zu leben. Fangen wir mal mit der Butter an: In den Bio-Läden, in denen ich in München oder Berlin einkaufe, gibt es keine Fassbutter. Ich bin also gezwungen, entweder in München bei "Käfer" einzukaufen oder in Berlin bei "Lindner", sehr hochpreisigen Delikatessläden, wo ich allerdings hervorragend schmeckende, aber entsprechend teure Butter aus dem Fass bekomme. Fleisch und Wurst dürfen selbst von der Theke wohl vom Gesetzgeber aus nicht lose verkauft werden. Joghurt und Marmelade sind kein Problem, das kann man zur Not selbst machen, und bei der "Hofpfisterei" gibt es Brotsäcke aus Leinen, da kommt man schon mit hin. Schwierig wird es bei Putzmitteln, Waschpulver usw.. 
Aber ich finde es toll, dass man über diesen Weg wirklich ernsthaft nachdenkt."
Diese beiden Absätze habe ich nach der Veröffentlichung des Posts eingetragen. Die Mails waren mir entgangen :-(

Könntest du so eine Aktionswoche durchziehen?

Micaela: "Über die Sache mit dem Müll denke ich ernsthaft nach. Es wäre aber wahrscheinlich einfacher, wenn ich nicht gerade ein Buch schreibe. Ich bin ziemlich altmodisch und drucke alles mehr oder weniger sofort aus, was ich schreibe. Dabei entsteht zwangsläufig Papiermüll, weil ich ja auch viel umschreibe und verwerfe. Ich kann aber am Bildschirm nicht Korrektur lesen. Und was mache ich mit meinen Teebeuteln? Kompost ist kein Müll, oder?"

Sieben Tage ohne – Bücher – vorstellbar oder nicht?

Micaela: "Furchtbar. Das geht gar nicht."

Ganz zum Schluss noch eine Frage:
Es gibt ja Bücher, die man gern lesen möchte, allerdings so ganz anders sind, was zum bisherigen Lesestoff gehörte. Ich hatte dir in meiner Mail ja von "meinem" Buch geschrieben. Hast du evtl. auch so ein Buch, welches du immer schon gern lesen wolltest aber es vor dir herschiebst?

Micaela: "Deine Frage habe ich für mich jetzt einmal umformuliert. Meine Antwort kann ich dir ganz generell zu Büchern geben, die man/frau schon immer mal gelesen haben wollte. Wenn ich die Zeit dafür hätte, würde ich Bücher wie z. B. "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann in Ruhe und aus reinem Vergnügen lesen. Nicht aus Notwendigkeit wie z. B. Recherchegründen. Ich glaube, es gibt Geschichten, für die man erst von ganzem Herzen bereit ist, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Und dafür gibt es noch eine ganze Reihe von Beispielen. Aber ich habe ja hoffentlich noch ein paar Jährchen!" Na, das wollen wir doch hoffen :-)


Liebe Micaela, vielen Dank für deine Offenheit in Beantwortung dieser doch nicht sonst so üblichen Fragen und deine Teilnahme!

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