Heute zu Gast:
Micaelas neuestes Buch "Das Bild der Erinnerung" erscheint diesen Monat als TB im Goldmann-Verlag.
Weitere Infos dazu siehe unten.
Sieben Tage ohne
a) Auto (Fahrrad, Bus oder sonstiges Fahrgestell), Bahn
b) Handy (auch kein Internet!)
c) Internet
d) Fernsehen
e) Fasten
f) leben, ohne Müll zu produzieren
g) Alkohol / Rauchen
Für was würdest du dich entscheiden?
Micaela: "Fernsehen, leben ohne Müll, Alkohol, Rauchen. Falls es euch interessiert, warum ich nicht ohne fahrbaren Untersatz, Handy und Internet leben kann, hier die Antwort: Autofahren bedeutet für mich frei sein, zu jeder Zeit dorthin fahren zu können, wann und wohin ich will. Mein Handy brauche ich, um mit meinem Mann und meiner Tochter zu telefonieren (tun wir ganz viel). Ein Internetzugang erleichtert der Autorin historischer Romane die Arbeit - und wenn es nur dazu dient, antiquarische Bücher zu bestellen :-) ."
a) Auto (Fahrrad, Bus oder sonstiges Fahrgestell), Bahn
b) Handy (auch kein Internet!)
c) Internet
d) Fernsehen
e) Fasten
f) leben, ohne Müll zu produzieren
g) Alkohol / Rauchen
Für was würdest du dich entscheiden?
Micaela: "Fernsehen, leben ohne Müll, Alkohol, Rauchen. Falls es euch interessiert, warum ich nicht ohne fahrbaren Untersatz, Handy und Internet leben kann, hier die Antwort: Autofahren bedeutet für mich frei sein, zu jeder Zeit dorthin fahren zu können, wann und wohin ich will. Mein Handy brauche ich, um mit meinem Mann und meiner Tochter zu telefonieren (tun wir ganz viel). Ein Internetzugang erleichtert der Autorin historischer Romane die Arbeit - und wenn es nur dazu dient, antiquarische Bücher zu bestellen :-) ."
Warum hast du dich für Fernsehen entschieden?
Micaela: "Das Fernsehprogramm ist so schlecht, dass ich darauf sowieso schon häufig verzichte. Ich rauche nicht und den Alkoholverzicht habe ich wegen einer Hepatitis gerade monatelang hinter mir. Leben ohne Müll zu produzieren, dürfte schwierig werden, aber das ist doch mal eine Herausforderung.
Die absolute Hölle wäre für mich eine Woche ohne Auto. Und das meine ich unabhängig von dem
Freiheitsgedanken, den ich erwähnte. Nichts gegen Fahrräder, aber wie transportiere ich meinen Hund von einem Ort zum anderen? Das ist ein 50 cm großer und 25 kg schwerer AiredaleTerrier, den kann ich in keinen Korb setzten. Dann bräuchte ich wahrscheinlich einen Anhänger, klar, aber ehrlich... wo tue ich mein Gepäck hin, wenn ich von Berlin nach München pendele?
Ich habe mir inzwischen auch Gedanken gemacht zu Punkt f) und denke, dass es nicht nur schwierig, sondern auch sehr teuer ist, ohne Müll zu leben. Fangen wir mal mit der Butter an: In den Bio-Läden, in denen ich in München oder Berlin einkaufe, gibt es keine Fassbutter. Ich bin also gezwungen, entweder in München bei "Käfer" einzukaufen oder in Berlin bei "Lindner", sehr hochpreisigen Delikatessläden, wo ich allerdings hervorragend schmeckende, aber entsprechend teure Butter aus dem Fass bekomme. Fleisch und Wurst dürfen selbst von der Theke wohl vom Gesetzgeber aus nicht lose verkauft werden. Joghurt und Marmelade sind kein Problem, das kann man zur Not selbst machen, und bei der "Hofpfisterei" gibt es Brotsäcke aus Leinen, da kommt man schon mit hin. Schwierig wird es bei Putzmitteln, Waschpulver usw..
Aber ich finde es toll, dass man über diesen Weg wirklich ernsthaft nachdenkt."
Diese beiden Absätze habe ich nach der Veröffentlichung des Posts eingetragen. Die Mails waren mir entgangen :-(
Könntest du so eine Aktionswoche durchziehen?
Micaela: "Über die Sache mit dem Müll denke ich ernsthaft nach. Es wäre aber wahrscheinlich einfacher, wenn ich nicht gerade ein Buch schreibe. Ich bin ziemlich altmodisch und drucke alles mehr oder weniger sofort aus, was ich schreibe. Dabei entsteht zwangsläufig Papiermüll, weil ich ja auch viel umschreibe und verwerfe. Ich kann aber am Bildschirm nicht Korrektur lesen. Und was mache ich mit meinen Teebeuteln? Kompost ist kein Müll, oder?"
Sieben Tage ohne – Bücher – vorstellbar oder nicht?
Micaela: "Das Fernsehprogramm ist so schlecht, dass ich darauf sowieso schon häufig verzichte. Ich rauche nicht und den Alkoholverzicht habe ich wegen einer Hepatitis gerade monatelang hinter mir. Leben ohne Müll zu produzieren, dürfte schwierig werden, aber das ist doch mal eine Herausforderung.
Die absolute Hölle wäre für mich eine Woche ohne Auto. Und das meine ich unabhängig von dem
Freiheitsgedanken, den ich erwähnte. Nichts gegen Fahrräder, aber wie transportiere ich meinen Hund von einem Ort zum anderen? Das ist ein 50 cm großer und 25 kg schwerer AiredaleTerrier, den kann ich in keinen Korb setzten. Dann bräuchte ich wahrscheinlich einen Anhänger, klar, aber ehrlich... wo tue ich mein Gepäck hin, wenn ich von Berlin nach München pendele?
Ich habe mir inzwischen auch Gedanken gemacht zu Punkt f) und denke, dass es nicht nur schwierig, sondern auch sehr teuer ist, ohne Müll zu leben. Fangen wir mal mit der Butter an: In den Bio-Läden, in denen ich in München oder Berlin einkaufe, gibt es keine Fassbutter. Ich bin also gezwungen, entweder in München bei "Käfer" einzukaufen oder in Berlin bei "Lindner", sehr hochpreisigen Delikatessläden, wo ich allerdings hervorragend schmeckende, aber entsprechend teure Butter aus dem Fass bekomme. Fleisch und Wurst dürfen selbst von der Theke wohl vom Gesetzgeber aus nicht lose verkauft werden. Joghurt und Marmelade sind kein Problem, das kann man zur Not selbst machen, und bei der "Hofpfisterei" gibt es Brotsäcke aus Leinen, da kommt man schon mit hin. Schwierig wird es bei Putzmitteln, Waschpulver usw..
Aber ich finde es toll, dass man über diesen Weg wirklich ernsthaft nachdenkt."
Diese beiden Absätze habe ich nach der Veröffentlichung des Posts eingetragen. Die Mails waren mir entgangen :-(
Könntest du so eine Aktionswoche durchziehen?
Micaela: "Über die Sache mit dem Müll denke ich ernsthaft nach. Es wäre aber wahrscheinlich einfacher, wenn ich nicht gerade ein Buch schreibe. Ich bin ziemlich altmodisch und drucke alles mehr oder weniger sofort aus, was ich schreibe. Dabei entsteht zwangsläufig Papiermüll, weil ich ja auch viel umschreibe und verwerfe. Ich kann aber am Bildschirm nicht Korrektur lesen. Und was mache ich mit meinen Teebeuteln? Kompost ist kein Müll, oder?"
Sieben Tage ohne – Bücher – vorstellbar oder nicht?
Micaela: "Furchtbar. Das geht gar nicht."
Ganz zum Schluss noch eine Frage:
Es gibt ja Bücher, die man gern lesen möchte, allerdings so ganz anders sind, was zum bisherigen Lesestoff gehörte. Ich hatte dir in meiner Mail ja von "meinem" Buch geschrieben. Hast du evtl. auch so ein Buch, welches du immer schon gern lesen wolltest aber es vor dir herschiebst?
Micaela: "Deine Frage habe ich für mich jetzt einmal umformuliert. Meine Antwort kann ich dir ganz generell zu Büchern geben, die man/frau schon immer mal gelesen haben wollte. Wenn ich die Zeit dafür hätte, würde ich Bücher wie z. B. "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann in Ruhe und aus reinem Vergnügen lesen. Nicht aus Notwendigkeit wie z. B. Recherchegründen. Ich glaube, es gibt Geschichten, für die man erst von ganzem Herzen bereit ist, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Und dafür gibt es noch eine ganze Reihe von Beispielen. Aber ich habe ja hoffentlich noch ein paar Jährchen!" Na, das wollen wir doch hoffen :-)
Liebe Micaela, vielen
Dank für deine Offenheit in Beantwortung dieser doch nicht sonst so üblichen Fragen und deine Teilnahme!
Alle bislang erschienenen Posts zu "1-2-3-Fragen an ..."

Danke für das Interview. Ich glaube, es ist ein bisschen eingekürzt, aber absolut in Ordnung und hat mir sehr viel Spaß bereitet.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Micaela Jary
Liebe Micaela, mir war tatsächlich eine Mail abhanden gekommen. Habe sofort nachgetragen, weil ich das wichtig finde!
LöschenDanke dir
LG Hanne
Ja, das leidige Müllproblem - klingt einfacher als es ist - und ist Kompost Müll oder nicht? Wir haben immer sehr wenig Restmüll, weil eben viel auf den Kompost wandert. Dafür ist es erschreckend, was an Plastikmüll anfällt.
AntwortenLöschenLG,
Heidi, die Cappuccino-Mama