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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Mittwoch, 8. Januar 2014

Blogbeitrag Thema *Trauer/ Therapie* zum Buch „Es wird keine Helden geben“



Seit Wochenanfang läuft die Bloggeraktion zum Buch "Es wird keine Helden geben", unterstützt vom Oetinger Verlag,  von der jungen Autorin Anna Seidl.

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.


Charaktere Miriam - ihre Trauer (Therapie?)

Der Mensch bestimmt sein Schicksal selbst, nur kommt es schon vor, dass man zur falschen Zeit am verkehrten Ort ist. Unser Schicksal, unser Lebensweg ist uns in die Wiege gelegt. Wir haben es selbst in der Hand, was wir daraus machen.
Das Buch „Es wird keine Helden geben“ handelt von einem Amoklauf, deren Hauptcharaktere Miriam eine Betroffene ist. Es ist eine fiktive Geschichte.
Mein Themenbeitrag versucht sich mit dem Verlust bzw. der Trauer Miriams um ihren Freund, der bei dem Amoklauf sein Leben verlor, und die weiteren Auswirkungen auseinanderzusetzen.

Miriam steht vor einem Trümmerhaufen ihres noch so jungen Lebens und zieht sich völlig zurück, kapselt sich von ihrem Umfeld ab, lässt keine Nähe zu. Sie fühlt sich innerlich tot. Die Situation erreicht den ersten Höhepunkt, als ihre Mutter, die die Familie vor Jahren verlassen hatte, heimkehrt. Eine weitere Streßsituation für Miriam. Deren Überlegungen geht soweit, dass sie sterben möchte, ihr Lebenswille war gebrochen. Tagelang nichts gegessen, ein einfacher  Weg, sich aus dem Staub zu machen.
Was heißt Trauer? Fürchtet man sich davor Dinge auszusprechen? Möchte man überhaupt diese Worte hören?
Miriams innerlichen Verletzungen sind enorm, ihr Verhalten abgestumpft. Man bedenke das Alter der jungen Schülerin. Doch im Gegensatz zu ihrer Freundin Joanne, die vor dem Amoklauf so lebenslustig war, jetzt wie ein Geist, eine Hülle ohne Leben, in der Schule erscheint, zeigt sich bei Miriam der Lebenswille, den sie schon in ihrem Versteck vor dem Attentäter hatte.
Sie wollte leben, nicht durch einen Verrückten sterben, ihr Leben hatte sie doch noch vor sich.

Miriam ist gefangen, versackt im Sog von Traurigkeit, tiefem Schmerz, Verlust, durchlebt fürchterliche innere Kämpfe mit sich und nach außen mit der Familie.
Ist es eine Trotzreaktion, dass sie die Termine bei der Psychologin zwar wahrnimmt, doch alles prallt an ihrem unsichtbaren Schutzpanzer ab.

„Warum bist du gestorben, Tobi?“ Antwort = siehe ersten Absatz dieses Beitrages.
Oft fürchtet man sich davor Dinge auszusprechen, den Knoten zu lösen und es dauert schon eine Weile, bis Miriam soweit ist, alles aus sich herauszuschreien!

Angst, hiervon wird Miriam lange beherrscht. Und die Frage von Joanne: „Sind wir schuld?“ geht ihr nicht mehr aus dem Kopf.
Stück für Stück lässt sie Nähe zu, sucht nach Antworten, versucht Frieden zu finden.
Miriam allein bestimmt ihren Weg, der sie u. a. zu Besuchen auf dem Friedhof führt und auch Zuflucht in der Kirche sucht. Was sie hier findet? RUHE!

Nun beginnt ganz langsam Miriams neuer Weg, raus aus dem schwarzen, tiefen Tunnel ins Licht, in ein neues Leben. Die alte Miriam gibt es nicht mehr. Sie war an dem Tag gestorben, als ihre junge Liebe Tobi durch den Amokläufer getötet wurde.
Trauer ist ein Abschied wenn man ein Teil von sich selbst aufgibt, gleichzeitig wird jeder Tag etwas Neues bringen. 

Es gibt verschiedene Phasen zur Trauerbewältigung. 
Zum einen möchte man es nicht wahrhaben, dass wie in diesem Fall bei Miriam, der geliebte Freund, der sie jeden Morgen mit einer SMS geweckt hatte, nicht mehr ist. Ihre Gedanken drehen sich nur um Tobi, alles andere ist unwichtig. Dazu zählen auch die zig Anrufe auf seinem Handy, nur um seine Stimme zu hören. Bis der Tag kommt, an dem die Rufnummer nicht mehr erreichbar ist. Nun ist es Zeit einen weiteren Schritt zu gehen, sich neu zu orientieren. Wieviel Kraft und Lebenswille in einem steckt, vermag nur die Person selbst zu sagen. Es gilt den Blick nach vorn zu richten. 

Ein chinesisches Sprichwort sagt: Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. Tränen befreien, lassen die schwere Last der Trauer von der Seele fallen. Und sind in manchem der erste Schritt in ein neues Leben.


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Weitere Stationen zu dem Thema findet Ihr hier:

- Tanja http://lesenundmehr.wordpress.com
- Conny: http://dieseitenfluesterer-unserbuchblog.blogspot.de/
- Desiree von http://romanticbookfan.blogspot.de
- Ina: http://www.inas-little-bakery.blogspot.de/
- Mellee Sharon http://sharonsbuecher.blogspot.de
- Marie http://buecherwuermchenswelt.blogspot.de/
-Pia  http://piasbuecherinsel.blogspot.de/Kann man mit dem Opfer nach der Tat "richtig" umgehen?
- Caro Meike von http://buecherohneende.blogspot.de/

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Es wird keine Helden geben




Anna Seidl
Es wird keine Helden geben
Gebundene Ausgabe
256 Seiten
Verlag: Oetinger (20. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789147463
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
€ 14,95





Verlagsinfo:
Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe? 
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Bis zum 9. 1. 2014 könnt Ihr euch noch bei Lovelybooks für die Leserunde bewerben.
Weitere Details findet Ihr auch auf Ka-Sa's Buchfinder Blog

Schaut am 10. Januar 2014 wieder bei mir vorbei. Da werden 10 signierte! Bücher der Autorin auf diesem Blog verlost. Nein, nicht nur bei mir, bei den anderen Teilnehmern ebenso. Allerdings nicht überall signiert :-)

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Leseproben gefällig!  
apple.com
https://itunes.apple.com/de/book/es-wird-keine-helden-geben./id779742992?mt=11
ebook.de
http://www.ebook.de/de/product/21868918/anna_seidl_es_wird_keine_helden_geben_leseprobe.html?searchId=0
ciando.com
http://www.ciando.com/ebook/bid-1146206-es-wird-keine-helden-geben-leseprobe.html?CFID=5a7f6715-b756-474b-b025-c5d7dd9729d4&CFTOKEN=0&jsessionid=48338B2DA13DC522A0279B9F41AB5B26
buch.de
http://www.buch.de/shop/home/suchartikel/es_wird_keine_helden_geben_leseprobe/anna_seidl/ISBN3-86274-799-9/ID38178664.html?fftrk=3%3A3%3A10%3A10%3A1&jumpId=2153994
buecher.de
http://www.buecher.de/shop/ebooks/es-wird-keine-helden-geben-leseprobe-ebook-epub/seidl-anna/products_products/detail/prod_id/40206058/

Montag, 6. Januar 2014

(Rezension) Es wird keine Helden geben ~ Anna Seidl





Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.


Anna Seidl
Es wird keine Helden geben
Gebundene Ausgabe
256 Seiten
Verlag: Oetinger (20. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789147463
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

€ 14,95


Info Oetinger Verlag

Verlagsinfo:
Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?




Ein ganz normaler Tag, immer wieder gleich, für den einen beruflich, für den anderen der immer wiederkehrende Familienalltag, oder auch der  Schulalltag.
Unser Tagesrhythmus verläuft fast immer in stets gleichbleibenden Bahnen, wie ein Schwimmer, auf und ab.
Doch dann passiert etwas Schreckliches, Unvorhersehbares, was das Leben, den täglichen Ablauf, verändert – Menschen wie du und ich – aus ihrer Bahn geworfen werden und danach nicht mehr die sind, die sie vorher waren.
Der Tag, an dem das passierte, war für die fünfzehnjährige Miriam ein ganz normaler Schultag. Es war gerade Pause und alle strömten hinunter zum Schulhof. Doch was dann geschah, unfassbar, geschockt, waren das wirklich Schüsse, die sie gerade gehört hatte? Bumm ... 
Fluchtartig rennen die Schüler, Lehrer los, der Gedanke an das, was hier gerade passiert, nein, dass kennt man doch nur aus dem Fernsehen. Mit Joanne und Philipp versteckt sich Miriam auf dem Jungensklo.
Die Gedanken laufen Marathon in ihrem Kopf.
Dass was gerade dort im Gebäude sich abspielt, schwer zu begreifen. Ein Schuss, ein Schrei, und dann die Schritte.
Bin ich feige, nein ich will mich nur retten.
Ich, Miriam, will leben.
Ich bin noch nicht bereit.
Die Konfrontation mit dem jungen Amokläufer. Miriam kennt ihn, den Jungen aus der 9c, Mathias aus der Parallelklasse.
Warum hat er Tobi angeschossen, ihre erste junge Liebe? Millisekunden vergehen, verstehen, nein nicht wirklich. Und er hört nicht auf zu schießen, es ist wie eine Hasenjagd, die Mathias veranstaltet.
Hasenjagd – Menschenjagd – Amoklauf – an unserer Schule. Tote, ausgelöscht, einfach so.

Was aber war der Auslöser für die Tat? Hat Mathias ganz bewusst und bei klarem Verstand so gehandelt? War es Absicht, dass er ausgerechnet Tobi, Miriams Freund, tötete?
Man muss sich in die Charaktere hineinversetzen, es versuchen, um zu ergründen, warum jede von ihnen auf ihre Art so handelt.

Nach der Tat mit ihrer Angst flüchtet sich Miriam in eine andere Welt, abgeschottet für andere – innerlich die Hoffnung, dass es kein realistischer Albtraum war. Alles in ihr war gestorben, kraftlos. Sie bewegt sich nur noch wie eine Marionette. Reagiert unverständlich für ihren Vater, lässt die Mutter kaum an sich heran. Ihre Mutter, die sie verlassen hatte und nun auf einmal wieder da ist, mit aller Fürsorge, die Miriam in den vergangenen Jahren gebraucht hätte. Nähe lässt sie kaum zu, nur die Großeltern. Unbewusst spürt sie die Liebe. Alles wird gut, nein, nichts als Lüge.

Doch wie entflieht man diesem Sog, ins Bodenlose zu stürzen und der Drang, die Hoffnung, es möge niemand sie auffangen bei der Landung, ist enorm. Es gibt sehr viele Methoden, doch mit der Angst zu leben, und sie letztendlich zu lieben, ist ein Schritt in die Zukunft.
Vergessen kann man nicht.
Wir werden geboren um zu leben. Das Wort „Leben“ verliert in solchen Momenten seinen Wert.

Entstanden aus einem Albtraum hat die junge Autorin mit dem Buch „Es wird keine Helden geben“ eine fiktive Geschichte geschrieben, die den Leser mit einer derartigen Wucht trifft und sprachlos zurücklässt. Sprachlich herausragend, berührend und fesselnd, das Wort spannend ist bei der Thematik Amoklauf unpassend, ihre Worte werden lebendig und der Leser ist mittendrin in all dem Geschehen, in der Gedankenwelt. Das Denken und Handeln der Jugendlichen sowie auch der Erwachsenen ist fast glaubwürdig geschrieben.
Doch ein Aber gibt es:  Auch wenn ich kaum so ein derart kraftvolles, intensives Buch in den letzten Jahren gelesen habe, befand ich mich sehr oft im Zwiespalt. Es gab etliche Stellen, die ich überflogen habe, u. a. weil der Text mich nicht erreichte. Manches wirkte mir zu aufgesetzt, bzw. zu erwachsen. Inwiefern hier die Handschrift der Lektorin wiederzufinden ist, vermag ich nicht zu sagen. 
Falls jemand bei meiner Rezension mehr vom Inhalt erwartet hat, wird vergeblich danach suchen. Der Gedanke, als Mutter meiner Mädchen zu deren Schulzeit mit einer solchen Situation konfrontiert zu werden, warf viele Fragen bei mir auf. 
Es ist nicht nur die fiktive Geschichte, sondern das Ganze zu sehen und bietet enormen Gesprächsstoff zu Themen, die diskutiert werden müssen/sollten!
Kann man das Leben noch einmal drehen?
Solch ein Amoklauf kann überall immer wieder passieren – in der Realität!
"Es wird keine Helden geben", das Manuskript hat die junge Autorin mit 16 Jahren geschrieben - wahrlich ein sehr gewagtes Thema für ein Debütroman.

Da es bei mir keine halben Punkte oder so gibt, runde ich auf vier Lesegenuss-Bücher auf.  



Freitag, 3. Januar 2014

(Rezension) Valentina sucht das Glück ~ Hans Kruppa


http://www.dtv.de/buecher/valentina_sucht_das_glueck_21478.html




Hans Kruppa
Valentina sucht das Glück
Taschenbuch
144 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423214780
€ 9,95
auch als E-Book erhältlich

Cover / Verlag 


Das Buch habe ich Ende Dezember 2013 gelesen.

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

Statement:
Eigentlich führt Valentina ein ganz  normales Leben, eigentlich. Ihre Familie liebt sie, nur mit einem Mann an ihrer Seite hat es noch nicht geklappt. Zwei Beziehungen waren gescheitert, und an die Liebe auf den ersten Blick glaubte sie eh nicht. Bevor Valentina aus einem Urlaub von ihren Eltern heim fährt, hatte die Großmutter ihr noch einen weisen Spruch mit auf den Weg gegeben: „Gib dich nicht mit der Zufriedenheit zufrieden. Lebe so, dass du glücklich bist.“
Und da sitzt sie nun im Zug, und sieht ihn – bzw. seinen Blick, seine Augen. Diese Intensivität des kurzen Moments führen dazu, dass Valentina spontan den Zug verlässt und sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Traummann begibt. Das war für sie kein Zufall, dieser Blick, das war Schicksal. Valentinas neues Glück? Sie bleibt in der fremden Stadt, fertigt eine Zeichnung von dem Unbekannten an, lässt zig Kopien anfertigen und verteilt diese. Sie macht sich auf die Suche. Valentinas Suche nach dem Glück, der Handlungszeitraum erstreckt sich über eine Woche.
Wie Valentina ihr Glück findet, hat der Autor auf eine sehr berührende Art geschrieben. Es ist so viel Poesie in diesen 144 Seiten. Auch wenn man das Ende schon erahnen kann, jede Seite, jede Zeile ist es wert, seine innere Seele zu öffnen und Einlass zu gewähren.
Hans Kruppa schreibt von der Hülle, die man abstreift, wenn etwas geschieht, das alles verändert.
„Auf der Suche nach dem Sinn“ und „Zauber der Freundschaft“, durch diese beiden kleinen Bücher habe ich vor etlichen Jahren den Autor kennengelernt. Ich bin sehr angetan und gebe aus vollem Herzen meine Leseempfehlung für das Buch.
Ich gebe fünf Lesegenuss-Bücher.