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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Mittwoch, 10. September 2014

[Rezension] Das Haus am Alsterufer - Micaela Jary



Micaela Jary
Das Haus am Alsterufer
Taschenbuch
576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (21. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442480289
€ 9,99

Kauflink " Verlag"
auch als eBook erhältlich
Cover/Info  Goldmann Verlag





Meine Meinung zu "Das Haus am Alsterufer":

Als im Jahr 1911 eine junge Frau bei der Reedersfamilie Dornhain klingelt und mit einem Empfehlungsschreiben um Stellung bittet, versetzt das einige Familienmitglieder in Erstaunen. Die Dornhains, das ist der verwitwete Reeder mit seinen drei Töchtern und der im Haushalt lebenden Großmutter. Ebenso das dazugehörige Dienstpersonal nicht zu vergessen.
Die Geschichte handelt aber nicht nur von Klara, die Victor Dornhain als drittes Dienstmädchen einstellt, sondern den drei Schwestern Ellinor, Nele und Lavinia, kurz Livi genannt. Jede Charaktere hat eine eigene Thematik. Die hamburgischen Dornhains zählten zu den alteingesessenen hanseatischen Familien.

Nele wohnte derzeit in München, wo sie Kunst studiert. Für die damaligen Verhältnisse und dann noch als Reederstochter gewiss nicht üblich – Standesdünkel halt.
Als Älteste der drei Schwestern lag es nahe, dass Ellinor die Nachfolge des Vaters antreten würde. Eine starke Persönlichkeit  mit Interesse an der Arbeit der Firma und sie setzt sich für die Rechte der Frauen ein. Das aber alles mit klugem Verstand, halt zurückhaltend, nicht auffallen.
Lavinia, die Jüngste des Trios, das Küken, aber auch diejenige, die immer ihren Willen durchsetzen will.
Über sieben Jahre begleitet der Leser die Hamburger Reedersfamilie Dornhain. Welche Rolle das Dienstmädchen Klara in der Familie spielt, gehört zur Geschichte. Deshalb gehe ich auch nicht näher auf den Inhalt ein. Wer mehr wissen möchte, kann auch einfach nur den Klappentext lesen oder halt sehr ausführliche Rezensionen, in denen sehr viel preisgegeben wird.

Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, der Krieg selbst und die Umbruchzeit danach, richtungsweisend für eine Demokratie, gegen eine Räterepublik, all diese Themen finden sich in der Handlung wieder.
Doch nicht nur die damaligen Zeiten, auch ihre lebendig beschriebenen Charaktere lassen den Leser voll in die Geschichte eintauchen, miterleben.

Meiner Meinung kein normaler historischer Roman, auch keine normale Liebesgeschichte, aber Herz und Schmerz sind miteinander verbunden.

Das Buch fängt die Stimmung des 20. Jahrhunderts zu Zeiten des Ersten Weltkriegs gut ein, ebenso das der hanseatischen Oberen Gesellschaft, die frei von materiellen Sorgen in ihren Villen leben.


Micaela Jary stammt aus Hamburg und wuchs im Tessin auf. Nach einem Sprachenstudium absolvierte sie ein Zeitungsvolontariat und arbeitete viele Jahre als Redakteurin, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Geschichte und Geografie sind ihre liebsten Themen, ihre Faszination gilt dabei vor allem Süd- und Ostafrika. Sie hat eine erwachsene Tochter und lebt nach einem langjährigen Aufenthalt in Paris heute mit Mann und Hund in München und Berlin.


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Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.

Montag, 8. September 2014

[Rezension] Die verlorenen Spuren - Kate Morton



Kate Morton
Die verlorenen Spuren
Taschenbuch
608 Seiten
Verlag: Diana Verlag (9. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453357310
Originaltitel: The Secret Keeper
€ 9,99




Dies ist eine Rezension auf die Taschenbuchausgabe.




 Quelle/Info  Diana Verlag

Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension


Meine Meinung zu „Die verlorenen Spuren“:

Mit ihrem etwas über 600 Seiten umfassenden Buch hat die Autorin Kate Morton erneut ein wunderbares Werk geschrieben. Eine Familiengeschichte, ein Drama, verschiedene Zeitebenen. Obwohl der Lesebeginn sich etwas mühselig gestaltete,  es eine Zeit brauchte, um in die Handlung einzusteigen und den Durchblick zu erhalten, spätestens nach knapp einem Drittel taucht man in die Story ein.
Zum 90. Geburtstag ihrer Murtter kehrt die Schauspielerin Laurel Nicolson nach England zurück und sie wird von ihren Erinnerungen eingeholt. Ihre Mutter war schwer krank und lebte in einem Pflegeheim. Auch die Geschwister treffen nach und nach ein.
Die Geschichte um Laurel und Dorothy, der Mutter, ist in drei Teile gegliedert. Über jedem Kapitel stehen der jeweilige Ort und das Jahr. Die Aufteilung der jeweiligen Geschehnisse hat die Autorin elegant miteinander verbunden.
Was hatte es nur mit dem alten Foto auf sich, dass Laurel unter den Bildern der Mutter findet? Sie erinnert sich und es fällt ihr ein Ereignis aus der Teenagerzeit ein, anlässlich des Geburtstages ihres Bruders.
Allerdings kann Laurels Mutter keine Antworten mehr geben und sie beginnt selbst nachzuforschen.
Was die damals 16-jährige Laurel gesehen bzw. welche Auswirkungen das Erlebnis auf die Familie hatte, darauf gehe ich nicht näher ein.
Den Leser erwarten spannende Momente, ein gut durchdachter Plot, sympathische Charaktere mit eigenen Thematiken.
Wer Kate Mortons Bücher kennt, findet ihren gewohnten Schreibstil.
Ich mag es, auch weil in diesem Buch wieder einmal Vergangenheit und Gegenwart vorkommen.

Buchinfo lt. Verlag:
Eine unheilvolle Lüge, eine verbotene Sehnsucht, ein geheimes Verbrechen
England, Greenacres Farm 1961: Während einer Familienfeier am Flussufer beobachtet die junge Laurel, wie ein Fremder das Grundstück betritt und ihre Mutter aufsucht. Kurz darauf ist der idyllische Frieden des Ortes jäh zerstört. Erst fünfzig Jahre später gesteht sich Laurel beim Anblick eines alten Fotos ein, dass sie damals Zeugin eines Verbrechens wurde. Doch was genau geschah an jenem lang zurückliegenden Sommertag? Weltbestseller-Autorin Kate Morton erschafft eine einzigartige Welt, in der die Vergangenheit die Gegenwart nicht loslässt.

Vita:
KATE MORTON, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf, studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane »Das geheime Spiel« (2007), »Der verborgene Garten« (2009), »Die fernen Stunden« (2010) und »Die verlorenen Spuren« (2013) verkauften sich weltweit in 32 Sprachen und 38 Ländern insgesamt über sieben Millionen Mal. Auch in Deutschland eroberte sie ein Millionenpublikum, alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Brisbane, Australien.

Sonntag, 7. September 2014

[Rezension] Sonnentochter - Das Lied der Seide - Sheila Rance



Sheila Rance
Sonnentochter – Das Lied der Seide
Gebundene Ausgabe
464 Seiten
Verlag: cbj (25. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570157565
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 11 Jahren
Originaltitel: Suncatcher 1
€ 16,99







 Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension

 
Meine Meinung zu „Sonnentochter – Das Lied der Seide“

Vor vielen Jahren war Maia mit ihrem Vater Tareth als Schiffbrüchige von dem Klippenvolk gerettet und in ihre Gemeinschaft aufgenommen worden. Nun stand Maias 13. Namenstag bevor. Es war der Tag, an dem sie ihre wahre Bestimmung erfahren wird. Zusammen mit Magnus, dem Seeadler, lebte die kleine Gemeinschaft in einer Höhle. Tareth war Seidenweber, ein ganz besonderer. Maia wird wegen ihrer roten Haare oft gehänselt, doch sie weiß sich zu behaupten. Warum sie und ihr Vater nicht bei ihrem wahren Volk leben, darüber schweigt Tareth. Es gibt sehr viele Gruppen in dieser Fantasiewelt. Ich hatte noch nie von einem Seegrasvolk oder Sumpfherren gehört. Als Maia von ihrer Bestimmung und zu lösenden Aufgabe erfährt, ist nichts mehr wie vorher.
Die junge Protagonistin zeigt sehr viel Reife für ihr Alter, doch in Anbetracht der Lebensumstände gerechtfertigt. Auch der Weg ihrer Reise mit allen Gegebenheiten reicht in der Schilderung des Buches aus, um sich hineinzufinden. Das Zusammenleben von Mensch und Tier hat die Autorin sehr schön geschrieben.
Jedes Kapitel ziert eine Vignette, gezeichnet von Geoff Taylor. Ich muss das einfach erwähnen, weil es wunderschöne sind.
Fazit:
Mit ihrem Debütroman der Sonnentochter-Trilogie „Das Lied der Seide“ hat Sheila Rance eine zwar etwas märchenhafte, aber auch fantasievolle Geschichte geschrieben. Wer gern in Magie- und Fantasiegeschichten eintaucht, dem kann ich „Sonnentochter – Das Lied der Seide“ empfehlen. Nicht nur für das empfohlene Lesealter, auch für Erwachsene.
Sehr schön, hier wurde das Originalcover übernommen!

Zitat:

Maia hielt ihre Hand über die Seide, schloss die Augen und lauschte. Nichts. Sie berührte die Seide. Ein zarter Farbnebel schien daraus emporzusteigen und sich um ihre Hände zu kräuseln. Tareth hatte zu ihr gesagt, die Seide enthielte die Träume der Mondfalter, die die Kokons spinnen. Träume, die er pflücken konnte. …


Vita:
Sheila Rance ist am Meer aufgewachsen – deshalb beginnen Maias Abenteuer in „Sonnentochter“ hoch auf den Klippen über dem Ozean. Die Autorin schrieb die Geschichte, während sie an der Bath Spa University einen Studiengang über Kinder-und Jugendliteratur absolvierte, und gewann damit auf Anhieb den United Artists Preis für das vielversprechendste Roman-Debüt. Sheila Rance ist Lehrerin mit dem Spezialgebiet Legasthenie und lebt heute in Sussex.