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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Montag, 3. April 2023

Spruch der Woche ~ KW 14-2023

 

Ziemlich eingestaubt waren sie, die Posts zu "Spruch der Woche". Habe den Staubwedel benutzt und nun dürfen sie wieder ans Tageslicht. ☺☺☺ 
Neue Zeit - neuer Spruch - neues Logo ♥ Und darüber bin ich ziemlich happy, denn ich habe es tatsächlich geschafft, mein "altes" Grafikprogramm (unter Windows7) hier auf Windows10 zum Laufen zu bringen (mit kleinen Einschränkungen). Aber das macht mich wirklich sehr, sehr glücklich. Vielleicht dazu ein anderes Mal mehr.

“Das Leben ist bezaubernd,
man muss es nur durch die richtige Brille sehen.”

Alexandre Dumas

Mittwoch, 29. März 2023

Das Kaufhaus - Zeit der Sehnsucht ~ Susanne von Berg

 


Der Laden der Zukunft  

Stralsund, 1879: Die junge Schneiderin Flora zieht mit ihrem Verlobten Leonhard Tietz in die schöne Hansestadt. Für ihr Brautkleid findet sie im Textilwarengeschäft eines alten Kaufmanns die feinsten Stoffe, doch der betagte Besitzer steht seit dem tragischen Tod seiner Frau kurz vor dem Bankrott. Flora beschließt spontan, ihm ihre Hilfe als Ladenmädchen anzubieten. Als es dann in Leonhards Beziehung mit seinem Jugendfreund und Geschäftspartner zu kriseln beginnt, treffen Flora und er eine Entscheidung, die ihr Schicksal für immer verändern wird …

Susanne von Berg
Das Kaufhaus - Zeit der Sehnsucht
Aufbau TB; 1. Edition (14. März 2023)
Taschenbuch: ‎ 480 Seiten   ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746639123
€ 12,99  / Gelesen 03-2023


M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]

Die Handlung des Auftaktbands "Das Kaufhaus - Zeit der Sehnsucht" beginnt im Jahr 1879 in Stralsund und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Hier wohnten Flora Baumann mit ihrem Verlobten Leonhard Tietz. Dass sie zusammen leben konnten, war der Tatsache geschuldet, Floras Vater Abraham den Segen für die Hochzeit gegeben hatte. Leonhard teilte sich die Leitung mit Alfred Wagner, einem alten Schulfreund, vom angeschlagenen Unternehmen, welches Weißwaren herstellte. Flora mochte Alfred nicht wirklich und das hatte seinen Grund. Leonhard arbeitete sehr viel, denn als Teilhaber trug er auch Verantwortung. Nur gut, dass Flora zwei Mal die Woche bei ihrer Freundin Paula zum musizieren war. Flora mit ihrem Veloziped durch Stralsund fahren, das hätte ich gern gesehen ☺
Sie musste nun endlich mal daran gehen, ihr Hochzeitskleid zu nähen. Flora war eine begnadete Schneiderin. Da offenbart ihr Leonhard, dass er sich mit dem Gedanken trage, aus dem Unternehmen auszusteigen. Er hätte seine Gründe, so Leonhard gegenüber Flora. Einen Plan für die weitere Zukunft habe er noch nicht. Dreitausend Taler würde er als Ablösesumme erhalten. Der Hochzeit im Herbst stünde nichts im Weg. Vielleicht sollten sie nach Amerika auswandern, so wie Onkel Hermann Tietz. Dieser hatte immer wieder von den dortigen neumodischen, großen Warenhäusern berichtet. Aber Flora wollte nicht auswandern.
Auf Empfehlung von Paula sucht Flora das Geschäft von Alfred Holst auf, der alles anbot, was sie zum Schneidern des Hochzeitskleids benötigte. Sie war voller Freude und dennoch hatte sie Sorge. Leonhard würde für einige Tage auf Geschäftsreise gehen und dann war sie allein zu Haus. Sie hatte eine gewisse Furcht vor Alfred Wagner. Leonhard wollte sich persönlich von seinen Kontakten verabschieden und eventuell auch schon mal für die Zukunft schauen.
Zufällig hört Flora vor dem Geschäft von Holst, dass dies verkauft werden soll. Alters- und gesundheitsbedingt würde er es nicht mehr schaffen. Für Flora war der Laden ein Glücksgriff und so wird dies der Beginn einer neuen Ära, eines neuen Lebensabschnitts.
Der Autor hat verstanden, die Protagonisten lebendig darzustellen. Die Charaktere sind einerseits liebevoll dargestellt und auch passend der Zeit. Einerseits, denn da ist Flora, eine außergewöhnliche, durchsetzungsstarke Frau, und Liebe gibt es inklusive.
Insofern liegt der Fokus nicht nur auf Flora und Leonhard, sondern auch die "Nebencharaktere" werden anschaulich geschildert. .
In diesem Band geht es hauptsächlich um die Entwicklung von Flora und Leonhard. Dass immer wieder mal der Name des Onkels Hermann Tietz auftaucht, ist richtungsweisend für die Geschichte der Kaufhaus-Dynastie "Hertie".
Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Gliederung und Aufbau der Geschichte hat mir ebenso gut gefallen.
Das Cover hat mich sofort angesprochen.. Eine Frau, mit dem Rücken zum Betrachter, auf ein großes Gebäude im Hintergrund gehend. Die Farbe und Aufteilung des Titels - Untertitels harmonisch.
Zum Schreibstil sei nur so viel gesagt: Da kann sich so manche Autorin eine dicke Scheibe von abschneiden. Es hat mich total überrascht, dass sich hier ein Mann hinter dem Pseudonym Susanne von Berg verbirgt.  Hallo, sie brauchen sich wirklich nicht zu verstecken! Aber denke mal, dass dahinter die Frage steht: Kaufen Leser das Buch, wenn sie den Namen eines Mannes als Autor auf dem Cover lesen? Ich weiß es nicht. Mich persönlich hätte es nicht gestört.
Ein interessanter Auftakt zur Kaufhaus-Dynastie. Ich habe den Ausflug nach Stralsund sehr genossen, zumal ich dort schon einige Male in der jetzigen Zeit dort war. Ich liebe es, dort die Kirchen zu besuchen. Lohnenswert!!!
Meine Leseempfehlung.
 Am Ende des Posts habe ich euch mal zwei Fotos beigefügt, die ich Anfang Dezember 2018 in Stralsund gemacht habe.
Herzlichen Dank an den Verlag  für das Rezensionsexemplar
Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag


Teil 2 Das Kaufhaus – Zeit der Wünsche  17.05.2023
Teil 3 Das Kaufhaus – Zeit des Wandels  15.08.2023


Das berührende Schicksal einer Familie und die unglaubliche Erfolgsgeschichte der Kaufhaus-Dynastie »Hertie«

Susanne von Berg ist das Pseudonym des Schriftstellers Andreas Schmidt, der durch seine zahlreichen veröffentlichten Kriminalromane deutschlandweit seit vielen Jahren eine große Stammleserschaft erreicht. Andreas Schmidt lebt und arbeitet als freier Autor und Journalist in seiner Heimatstadt Wuppertal.
Der erste Band seiner spannenden Kaufhaussaga »Das Kaufhaus – Zeit der Sehnsucht« liegt im Aufbau Taschenbuch vor.


Ein interessanter Blick auf die Anfänge der Kaufhaus-Dynastie "Hertie"

Ein gelungener Reihenauftakt der Kaufhaussaga


Samstag, 25. März 2023

Schloss Liebenberg - Hinter dem falschen Glanz ~ Hanna Caspian

 

Schloss Liebenberg, seine DienstbotInnen - und ein
politischer Skandal

Die Fortsetzung der neuen großen Trilogie über ein Schloss in der Mark Brandenburg vor dem Hintergrund der sogenannten Eulenburg-Affäre, die seinerzeit das deutsche Kaiserreich Anfang des 20. Jahrhunderts erschütterte und Kaiser Wilhelm II. fast zu Fall brachte.

Nach dem Tod ihrer Mutter ist Adelheid mehr denn je auf ihre Stellung auf Schloss Liebenberg angewiesen. Doch den Tod ihrer Mutter lastet sie der Fürstin an – und schwört Rache. Als sie einen den Fürsten belastenden Brief im kalten Kamin des fürstlichen Arbeitszimmers findet, begreift sie dessen Wert sofort. Doch was soll sie damit machen?

Als Adelheid von einem Unbekannten angesprochen wird, der ihr gegen Informationen aus dem Schloss gutes Geld bietet, muss sie sich entscheiden … Zu spät erkennt sie, dass die Fürstenfamilie auch ein Opfer von Intrigen ist.

 Hanna Caspian  - Schloss Liebenberg - Hinter dem falschen Glanz
Knaur TB; 1. Edition (1. März 2023)
Broschiert: ‎ 416 Seiten   -  ISBN-13: ‎ 978-3426528488
€ 12,99 / Gelesen 03-2023

M̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅ ̲̲̅̅L̲̲̅̅e̲̲̅̅s̲̲̅̅e̲̲̅̅e̲̲̅̅i̲̲̅̅n̲̲̅̅d̲̲̅̅r̲̲̅̅u̲̲̅̅c̲̲̅̅k̲̲̅̅]


Buchanfang:
"Unfassbar. Mich in dieser Situation auch noch mit so etwas zu belasten."
Das waren die Worte der Fürstin zu ihrer Dienstbotin Adelheid, als diese um ärztliche Hilfe für die kranke Mutter bat. Nun war diese gestorben. Vier Wochen war das nun her. Adelheit hatte nur noch eins im Kopf. Sie wollte Rache. Ihre Geschwister mussten sich um das Baby kümmern. Der Vater war ein Trinker. Adelheid tat ihr bestes, um die Familie am Leben zu erhalten. Ihren Dienst konnte sie nicht aufgeben. Sie brauchten das Geld. Da entdeckt sie durch Zufall beim Saubermachen des Kamins einen Brief an den Fürsten, zwar leicht angekohlt, aber dennoch lesbar. Der Inhalt war brisant. Sie war sich sehr sicher, dass der Brief an den Fürsten von einem Mann war. Ihr wurde klar, dass sie etwas sehr nützliches für ihre Rache in der Hand hielt.
Die Trilogie "Schloss Liebenberg" wird aus der Perspektive der Dienstboten erzählt. Der Blick auf diese eigene Gesellschaft, die die sich Tag und Nacht den Herrschaften dienten, mag ungewöhnlich sein.
Doch manchmal ist es nicht verkehrt einfach mal den Blickwinkel zu ändern!
Hanna Caspian hat mit dieser Trilogie ein sehr interessantes Thema aufgegriffen, die Eulenberg-Affäre. Auslöser zu allem der Journalist Harden. Der Skandal um den § 175, dem Fürsten und seine Liebenberger Rund war von höchster politischer Brisanz. So wird in diesem Folgeband auf die Vorereignisse eingegangen und um die weitere Aufarbeitung dessen. All das hat Auswirkungen auf das gesamte Schlossleben. Denn hier greift ein Rad in das andere. Die Stimmung im gesamten Schloss ist hochexplosiv, oben wie auch unten bei den Bediensteten.
Hier bleibt auch bis zum Ende die Frage offen, wieso der Haushofmeister Opitz immer noch seinen Dienst im Schloss versehen darf. Es gelingt Adelheid und Hedda sich mit Viktor zusammen zu tun und gemeinsam tricksen sie Opitz aus. Dies all bestimmt den weiteren Verlauf der Handlung. Was mich an Viktor nervt ist diese Heimlichtuerei um seine Familie. Pikant wird es für ihn, als Adelheid einen Brief findet, in dem sie liest, dass sein Vater noch lebt. Entgegen seinen Aussagen, wo Viktor behauptet er sei tot.
Dass Adelheid ihr gefundenes Material zu Geld macht, ist in ihrer familiären Situation nur verständlich. Das sie diese über einen Mittelsmann dem Journalist Harden zukommen lässt, hier auch die ehemalige Gesellschaftsdame Maiwald eine Rolle spielt, öffnet den Blick auf den weiteren Verlauf.
Man darf gespannt auf den dritten Band sein. Auf die weitere Entwicklung von Adelheid. Wie wird sie entscheiden? Was passiert mit Hanna, deren Bruder sie unbedingt mit einem Farmer in Afrika verheiraten will? Wie wird ihr weiterer Weg sein? Wird sie der Liebe wegen in Berlin bleiben oder ihren Traum auszuwandern verwirklichen?
Bleibt zu hoffen, dass alle offenen Fragen gelöst werden. Immer mit Blick auf die politische Brisanz der Eulenberg-Harden-Affäre.
Der Roman verliert zu keiner Zeit an Tempo. Auch in diesem Band zeigt sich, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat. So sollte man auf jeden Fall das Nachwort lesen.


Herzlichen Dank an den Verlag  für das Rezensionsexemplar
Rechte: Cover / Info   - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung  Verlag

Großartige Fortsetzung der Schloss Liebenberg-Trilogie

Stürmische Zeiten auf Schloss Liebenberg