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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Donnerstag, 15. August 2013

(Rezensionen) Oma Else kann's nicht lassen - Thomas Letocha




Thomas Letocha
Oma Else kanns nicht lassen
Taschenbuch
192 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442478897
€ 8,99
 Cover / Info - Verlag -







Herzlichen Dank an den Verlag  für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension




Ein Bref, ein Gewitter, zwei Männer – und schon kommt wieder Schwung in Oma Elses Leben
 (Buchrücken)

Else Westermann, 81 Jahre, seit ein paar Tagen Witwe. Ganz plötzlich war ihr Mann Robert an einem Hirnschlag gestorben. Trotz intensiver Bemühungen ihrer Freundin Elisabeth verweigert Else jeglichen Kontakt, kein Telefon, nichts. Dabei ist doch heute die Beerdigung von Robert. Sie will aber nicht ohne ihn sein, sie war nie ohne Robert. Schließlich hatte er sich immer um alles gekümmert und nun hatte er sie allein gelassen. Und doch, als die Luft rein Elisabeth nicht mehr zu hören und zu sehen ist, macht Else sich auf zum Friedhof. Aber nicht so wie man denkt. Nein, sie will diskret im Hintergrund bleiben, eben ein heimlicher Zaungast an der Beerdigung ihres Mannes. So steigt sie auf eine Kiste, um neugierig über die Hecke zu schauen. Sie haßte Beerdigungen!
Neugier wird bestraft, Else! Ihr Pech, dass die Kiste zusammenkracht, sie in der Hecke landet und man auf sie aufmerksam wird. 

Lieber Leser, wenn Sie es bis zu diesen Seiten geschafft haben, ohne an irgendeine in ihrem persönlichen Umfeld lebende Person zu denken, dann „Hut ab“ und lesen Sie weiter!
(Tschuldigung, Tante Else :-)!

Zum bisherigen Pech kommt noch der „Reinfall“ ins offene Grab, Else und Elisabeth kommen ins Krankenhaus. Nur gut, dass da noch Marlene war, ihre fast fünfundachtzigjährige gute Freundin, die sich um die beiden kümmert.
Zurück in ihrer Wohnung findet Else ein gut verstecktes Bündel Briefe, von Elisabeth an Robert. So geht es munter weiter, da ist noch dies und das – irgendwie alles etwas skurill, aber passend. Marlene, leider hatte sie einen Schlaganfall erlitten, dabei wollte sie noch so viel erleben. Und dann war da der Tag, als ein Luftpostbrief in Elses Briefkasten landet, geschrieben von einer Zwölfjährigen an ihre Oma. Aber nicht sie war gemeint, Else, sondern eine andere Oma, denn Robert und sie hatten keine Kinder.
War die Post wirklich nicht in der Lage, den Adressat richtig zu lesen oder warum landete ausgerechnet bei Else Westermann schon wieder ein fremder Brief?
Der Stein kommt ins Rollen, denn Else findet Gefallen daran, fremde Post zu lesen.
Also, keine Sorge, Else las diese „nur“ und steckte sie dann in den Briefkasten zurück.
So wie andere eine Sucht haben, keine Auflistung (!), entwickelte sich dieses fremde Post lesen bei Else zu einer mir bislang unbekannten Sucht.

All diese Gedanken, ihr Tun und Handeln, ein Jahr nach dem Ableben von Elses Mann Robert, nun steht Else oben auf dem Hochaus, mit einem Brief in der Hand und erzählt von den vergangenen Monaten, aus ihrem Leben.
Dieser kurze Einblick in die Handlung von „Oma Else kann’s nicht lassen“ muss ausreichen, denn jedes weitere Wort würde zu viel  aus dem Buch erzählen.

„In der Kürze liegt die Würze“, diesen Spruch hat der Autor Thomas Letocha sich anscheinend beim Schreiben dieses Romans auf die Fahne geschrieben bzw. wortwörtlich genommen.
Mit gut 190 Seiten eine gute Geschichte, deren Ende an den Anfang des Buches anknüpft  - mit einem überraschenden Ende!


Ich gebe vier Lesegenuss-Bücher



Thomas Letocha studierte Jazzklavier und Komposition sowie Medientechnik. Als Autor und Regisseur realisierte er zahlreiche Fernsehportraits und Dokumentationen und arbeitete als Producer und Realisator von Werbe- und Industriefilmen. Seit 20 Jahren arbeitet er als Drehbuchautor, immer in Zusammenarbeit mit Andreas Föhr. Über 200 Drehbücher sind für das deutsche Fernsehen verfilmt worden.

Mittwoch, 14. August 2013

[Rezension] "Die Auslese - Nur die Besten überleben" - Joelle Charbonneau

Mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages darf diese Rezension schon veröffentlicht werden!
Joelle Charbonneau - Die Auslese - Nur die Besten überleben

 

Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
416 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag
 (26. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3764531171
Originaltitel: The Testing (Book I)   


Verlagsinfo:
Sie wurden auserwählt, um zu führen - oder zu sterben
Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese.
Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben …
Dich erwarten Gefahr, Liebe - und nackte Angst!

Statement:
Sie wurde auserwählt – um zu führen – oder zu sterben, dass wurde Cia vor Augen geführt, nachdem ihre Zimmergenossin in Tosu-Stadt sich das Leben genommen hatte.
Für die sechzehnjährige Cia geht ein Traum in Erfüllung: Sie gehörte zu den Auserwählten, die sich für die Auslese qualifiziert hatten. Am Abend vor ihrer Reise nach Tosu-Stadt allerdings erfährt sie von ihrem Vater, dass er ebenfalls diese Prüfung hinter sich gebracht hatte. Sein gesprochener Satz „Du hättest nie ausgewählt werden dürfen.“ (S. 43) brachte Cia für den Moment ins Schwanken, denn ihr Vater brach nunmehr sein selbst auferlegtes Schweigen und erzählt von seinen Albträumen.


Wahrheit – Wirklichkeit – Halluzinationen – Träume?

Doch es war eine Ehre im Commenwealth zu den Ausgewählten zu gehören. Verheerende Kriege hatten die USA zerstört, vernichtet, verseucht. Was von der Bevölkerung übrig geblieben war, hatte sich in Kolonien zusammengetan, denn nur gemeinsam konnte man überleben. Vor allem galt es, einen neuen Staat aufzubauen. Allerdings soll die neue Gesellschaft von kompetenten, hochqualifizierten Leuten geführt werden. Nur die Besten würden die Tests des Programms „Die Auslese“ bestehen und zur Universitätausbildung zugelassen werden. Getroffene Entscheidungen können nicht rückgängig gemacht werden. Die Art und Weise, genau die Entscheidung zu treffen, eigennütz, egoistisch, zum Wohle der gesamten Gesellschaft, am Ende wird sich herausstellen, wer prädestiniert war als Führer.

Das Buch ist geschrieben aus der Perspektive von Cia. Gerade hierdurch katapuliert die Autorin den Leser direkt in die Handlung, er erlebt beklemmende Momente, Spannung, Emotionen, Gefühle pur. Nach anscheinend unverfänglichem Anfang ist es einem wie ein Raketenschub und man fühlt sich mitten drin im Geschehen.
Cia lebt mit ihrer Familie, den Eltern und Brüdern, in der Kolonie Five Lakes. Es ist schon einige Jahre her, dass jemand aus dieser Kolonie für die Auslese ausgewählt wurde, aber nun gehörte sie mit Malachi, Zendri und Tomas dazu. Die sechszehnjährige Cia, intelligent, wissensdurstig, und eine junge, heranwachsende Frau. Der Wille zum Überleben, mit Bedacht und einer gesunden Vorsicht geht sie an ihre gestellten Aufgaben heran, besteht ihre Tests und erlebt, welche Folgen das Versagen, einer getroffenen (Fehl-)Entscheidung mit sich bringen. Trotz ihrer Selbstzweifel verliert sie nicht den Mut, erinnert sich immer wieder an die letzten Worte ihres Vaters beim Abschied „Cia, du darfst niemanden vertrauen.“ (Zitat S. 62)

Wohl wissend, dass ich NICHT  dem Hype von Dystopien erlegen bin, auch nicht „Die Tribute von Panem“ gelesen geschweige gesehen habe, hat das Buch „Die Auslese“ mich in seinen Bann gezogen, und selbst beim Schreiben meines Leseeindrucks halte ich zeitweise noch den Atem an.

Zitat S. 103

Ich kenne diesen Raum.

Weiße Wände.

Weißer Boden.

Schwarze Tische.

Dies ist der Prüfungsraum aus den Albträumen meines Vaters.


WEM kann ich vertrauen?

Fazit:
Das Buch ist unglaublich spannend. Nichtwissend, wer am Ende eines Tests überlebt, wie es weitergeht, und am Ende kann man nur auf den Satz zurückgreifen: „.. vertraue niemanden – nur dir selbst!“
Sicherlich werden Dystopie-Bücher nicht dazu beitragen, ein totales Umdenken der jetzigen Menschheit zu bewirken. Aber der Samenkorn ist schon lange gelegt, um solche Szenarien wie sie u. a. in „Die Auslese“ geschildert wurden, Kriege von unvorhersehbaren Ausmaße, zu verhindern.
Inhaltlich ein Erlebnis, und das beeindruckende Cover ein Hingucker.  „Die Auslese“ – ein  Buch mit Bestseller-Potenzial! Nein - für mich ist es ein Bestseller!

Absolute Kauf- und Leseempfehlung - ich gebe fünf Lesegenuss-Bücher*****
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim  Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar  

 

Sonntag, 11. August 2013

[NEWS] 1, 2, 3 - Fragen ~ an Lilli Beck ~ Autorin

 "1-2-3- Fragen an ..."

Heute zu Gast




Ihr neuestes Buch "Liebe verlernt man nicht" ist seit dem 22. Juli im Buchhandel erhältlich.
Meine Rezension dazu habe ich gestern erst veröffentlicht :-) = Klick hier =
Weitere Infos findet Ihr am Ende des Posts.

Sieben Tage ohne

a)   Auto (Fahrrad, Bus oder sonstiges Fahrgestell), Bahn
b)   Handy (auch kein Internet!)
c)   Internet
d)   Fernsehen
e)   Fasten
f)    leben, ohne Müll zu produzieren
g)   Alkohol / Rauchen

Für was würdest du dich entscheiden?
 "A – Auto, B – Handy, F – Leben ... und G – Alkohol/Rauchen"         
Warum hast du dich für  diese vier Sachen  entschieden?
"Ich lebe seit über 10 Jahren ohne Auto, rauche und trinke nicht und bemühe mich, wenig Müll zu produzieren. Berufsbedingt könnte ich aber nicht ohne Internet und auch nicht ohne Bücher leben. Fasten würde ich nur unter ärztlicher Aufsicht in einer Klinik."

Könntest du so eine Aktionswoche durchziehen?
"Problemlos!“
Sieben Tage ohne – Bücher – vorstellbar oder nicht?
"Nur im Urlaub!“
Ganz zum Schluss noch eine Frage: 
Es gibt ja Bücher, die man gern lesen möchte, allerdings so ganz anders sind, was zum bisherigen Lesestoff gehörte. Ich hatte dir in meiner Mail ja von "meinem" Buch geschrieben. Hast du evtl. auch so ein Buch, welches du immer schon gern lesen wolltest aber es vor dir herschiebst?

"Ich wollte immer schon mal alles von Truman Capote lesen. Bisher kenne ich nur „Frühstück bei Tiffany“, das im Original übrigens ganz anders ist als der Film. Erst vor kurzem habe ich den Film „Capote“ auf DVD gesehen, und mich wieder daran erinnert.
Vielen Dank Lilli,  dass du dich diesen Fragen gestellt hast :-)