
Renate Welsh
Großmutters Schuhe
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
premium
Sprache Deutsch
200 Seiten
ISBN 978-3-423-24695-8
Sprache Deutsch
200 Seiten
ISBN 978-3-423-24695-8
€ 12,90
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Statement:
Edith Karmann, gestorben im 93. Lebensjahr, das Oberhaupt einer großen Familie. Bildlich gesehen war sie der Reißverschluss einer Tasche, darin behütet und gehortet, flache Steine, doch auch kleine, grobe, kantige und ungeschliffene Felsbröckchen, zertrümmert durch den Aufprall. Die alte Dame, der Fels in der Brandung (?), die dominante Persönlichkeit ihres Herrscherreiches, der Familie. Aber, war sie das wirklich so, wie die anderen Edith sahen oder gesehen haben wollten?
Vorausschauend hatte sie auch diese letzte Angelegenheit ihres Lebens geregelt, das Lokal, den Leichenschmaus ausgesucht und auch den guten Freund ausgewählt, um eine Aussicht auf das zu eröffnende Testament zu geben.
Es war eine seltsame Familie, die an diesem Tag zusammen gekommen war. Jeder von ihnen brachte seine eigene Geschichte mit, die ihn mit der Verstorbenen verbunden hatte. Jede einzelne Person auf dieser so genannten „Familienfeier“ hatte auf seine Art und Weise eine Rechnung offen mit Edith Karmann. Und sollte man beim Lesen des Romans bei den Personen durcheinander kommen, hilfreich der vorne aufgeführte Stammbaum. „Großmutters Schuhe“ wird geprägt durch viele Charaktere, und jede zeigt dem Leser ein anderes Bild, seine Wahrnehmung zum Leben der Verstorbenen. Sei es als Mutter, Großmutter, Uroma, Schwiegermutter oder auch als Angestellte in ihrem Haushalt, sehr interessant zu lesen, in welchen Situationen sämtliche Hemmschwellen verloren gehen. Das Charisma der alten Grand Dame schwebt indes während des gesamten Leichenschmaus über sie alle.
Auf gut 200 Seiten hat die Autorin eine gute Handlung, tragend durch die Hauptprotagonistin und dem verbliebenen Rest des Familienclans, eine eigenwillige, aber doch nicht realitätsfremde Geschichte, veröffentlicht.
Fazit:
Ein gelungenes Buch, die Teilnahme am Familienklatsch und Tratsch ist vorgegeben, aber man blickt auch in tiefe Hintergründe eines Lebens.
Was wäre wenn …? Diese Frage stellt sich in dem Moment, wenn die geheimsten Gedanken freigelegt und offenbart werden. Wäre vielleicht vieles anders gewesen, wenn …?
Eine gut durchdachte Handlung, sehr eigenwillig, und doch spricht es sicherlich nicht jeden Leser an.
Mein Dank an den Deutschen Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
Ich vergebe 5 Bucheulen.
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