Brigitte Beil
Ein Brief aus England
Taschenbuch
288 Seiten
Verlag: btb Verlag (9. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3442745722
€ 8,99
Verlagsinfo:
Es sind die Geheimnisse früherer Generationen, die uns ein Leben lang
prägen.Die erfolgreiche Münchner Geschäftsfrau Sigrid findet eines Abends beim Nachhausekommen ihre Tochter völlig verstört vor. Judith, Mitte zwanzig, stürzt ohne Erklärung aus der gemeinsamen Wohnung. Auf dem Küchentisch entdeckt Sigrid einen geöffneten Brief. Ein Amtsschreiben, in dem steht, dass eine Mrs Linda Hamstad, ehemals Macksiepen, in Manchester gestorben sei und die Verwandtschaft gebeten werde, wegen der Nachlassregelung mit den dortigen Behörden Kontakt aufzunehmen. Linda ist Sigrids Mutter, die kurz vor Kriegsende plötzlich verschwand. Von der Sigrid stets behauptet hatte, sie wäre längst tot. Der sorgsam gehütete Mythos, ihr Schutzwall gegen die unheilvolle Vergangenheit, droht brüchig zu werden. Ist es an der Zeit, ihre Tochter in die Familiengeheimnisse einzuweihen?
Vita:
Brigitte Beil, aufgewachsen in Münster, studierte
Literaturwissenschaft, Philosophie und Publizistik und arbeitet als freie
Journalistin und Buchautorin. Schwerpunkte ihrer zahlreichen Sachbücher sind
soziale und psychologische Themen. Brigitte Beil hat zwei erwachsene Kinder und
lebt mit ihrem Mann in München. Zuletzt erschien bei btb ihr Roman »Eiswinter«.
Statement:
Der Titel „Ein Brief aus England“, vielversprechend,
allerdings wenn man sich dann den Klappentext durchliest, ahnt man, es könnte
kein leichter Stoff zum Lesen werden. Obwohl, der Inhalt verrät schon einiges.
Was genau verbirgt sich nun hinter dem Titel, was für eine
Handlung, welche Charaktere erwarten den Leser?
Sigrid, erfolgreiche Geschäftsfrau in München, zu hause wird
sie mit einem Brief aus England konfrontiert, der geöffnet und von ihrer
erwachsenen Tochter Judith gelesen, sie nunmehr knallhart mit ihrer
Vergangenheit konfrontiert.
Mrs. Linda Hamstad – ehemals Macksiepen – verstorben –
Nachlassregelung – Behörden Kontakt aufnehmen.
Dieser amtliche Brief rüttelt mit einer solchen Gewalt an
der Rüstung, die Sigrid vor unendlichen Jahren angezogen hatte. Nun bekam diese
Beulen, ein Hammerschlag nach dem anderen.
Zitat S. 20 „ ... dass dies der Moment war, in dem mein
Schutzpanzer die ersten Sprünge bekam und tief vergrabene Erinnerungen, dumpfe
Ahnungen von längst Vergangenem herauszusickern begannen.“
„Ein Brief aus England“ ist geschrieben in der
Ich-Perspektive von Sigrid und es geht um
die Familiengeschichte der Macksiepen. Rückblicke in die Nazizeit,
Sigrid und ihre Tochter in der Gegenwart, Freud und Leid, es zeigt sich immer
wieder, wie dicht diese nebeneinander liegen.
Mutter und Tochter führen jede für sich ihr eigenes Leben,
bilden so eine Art Zweckwohngemeinschaft, unterstützt und ruhender Pol ist
Karola. Solange Sigrid sich zurückerinnert, immer ist diese da, hält ihre
unsichtbaren Schutzflügel über sie.
Sigrid und Judith, Mutter und Tochter, Wärme, Liebe, all das
liest und spürt man kaum zwischen den Zeilen.
Und dann ist da der Herr Mondschein, der sich schon seit
vielen Jahren um Judith kümmert, wann immer er Zeit hat.
Nach diesem Brief, den Erklärungen wer denn nun Linda
Hamstad gewesen war, fährt Judith für unbestimmte Zeit nach
Berlin.Unglücklicherweise trifft sie dort auf eine ehemals „beste Freundin“ von
Sigrid und wird von dieser eiskalt mit den Geschehnissen, dem Leben, der
Vergangenheit der Mutter, dessen Familie konfrontiert.
Zitat S. 62 „ ... Und gestern Harry. Er sagte: ,Schau mir in
die Augen, Kleines, damit mir schön kalt wird.“
Mit jedem Schritt zurück in die Vergangenheit, den
Erinnerungen, bricht der Eispanzer, diese Rüstung, um Sigrid, bringt sie ihrer
Tochter mit ganz kleinen Schritten näher.
„Ein Brief aus England“, dessen Inhalt erst einmal sacken
musste, von dem sich nicht einfach ein Leseeindruck schreiben lässt. Es ist eine
andere Art, sei es der Schreibstil, diese klare nüchterne Sprache, die mich
schon nachdenklich machte.
„Ein Brief aus England“, ein Familiengeheimnis der
Vergangenheit bis in die Gegenwart bewahrt, und nunmehr für einen Neuanfang auf-
bzw. abgearbeitet werden musste.
Bereit für einen Neuanfang.
Ich gebe gute vier Lesegenuss-Bücher
Rechte: Cover / Info - zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beim Verlag
Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar


Hört sich interessant an, das Buch. Ich mag ja total gern so Familiengeschichte. Vielleicht kauf ich mir das Buch ja auch bald. Vielen Dank für Deine Rezension.
AntwortenLöschenLG
Moni