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In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Donnerstag, 13. September 2012

(Buchzuwachs) Winterkorn - Die Lebenserinnerungen der Jule Andersen


Theodor Buhl
Winterkorn
 - Die Lebenserinnerungen der Jule Andersen

Kindler
Hardcover, 208 S.
21.09.2012
17,95 €
978-3-463-40637-4



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Verlagsinfo:

Die Lebenserinnerungen der Jule Andersen

Jule Andersen war 72 Jahre alt, als ich sie kennenlernte. Für mich, den 45 Jahre Jüngeren, kam sie aus einer fremden Welt. Als fünftes von neun Kindern eines ungelernten Gelegenheitsarbeiters 1891 in Kiel geboren, entstammte sie der untersten sozialen Schicht, blieb – wie die meisten ihrer Geschwister – ohne jede Ausbildung und konnte niemals ein unabhängiges Leben führen. Das alles tat ihrem Selbstbewusstsein keinen Abbruch. Ihr waches Interesse für die Schicksale anderer Menschen und die politischen Tagesereignisse, ihre tiefsitzende Abneigung gegen die Männer, ihre vitale, bildhafte Sprache – eine Mischung aus Hochsprache und norddeutscher Mundart – und die Lust am Reden und Lachen bestimmten die Gespräche mit ihr. Das Material, aus dem ‹Winterkorn› entstanden ist, stammt überwiegend von Tonbandaufzeichnungen alltäglicher Lebenssituationen und manchmal auch aus Interviews – der ‹Klöterkasten›, wie Jule Andersen das Aufnahmegerät nannte, lief, ohne dass sie das im Geringsten störte, meistens mit, wenn ich in ihren letzten 12 Lebensjahren mit ihr zusammen war.»
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Die Geschichte einer unbeugsamen Frau, der das Leben von Anfang an nur den schäbigen Rest zugeteilt hat. Jule Andersen, 1891 geboren, entstammt der untersten sozialen Schicht und kann niemals ein wirklich unabhängiges Leben führen. Das alles tut ihrem starken Selbstbewusstsein keinen Abbruch. In dramatischer Unmittelbarkeit, fast immer voller Witz und Humor erzählt sie vom unsteten Leben einer bettelarmen norddeutschen Familie, vom rauen Umgang miteinander, vom frühen Start in ihr Arbeitsleben schon als Kind. Sie heiratet, lässt sich zweimal scheiden, entgeht während der beiden Weltkriege nur knapp dem Tod und versucht doch, den Kopf über Wasser zu halten und das Leben trotz allem zu genießen. Dem nahen Lebensende blickt sie mit der ihr eigenen Nüchternheit und Würde entgegen.

Danke an den Verlag für dieses Leseexemplar

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