Christiane Rath
Sanddornduft
Broschiert
349 Seiten
Verlag: Gmeiner; Auflage: 1 (5. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839214909
€ 11,99
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Meine Meinung:
Vom Bodensee auf die Insel Hiddensee.
Es gibt Momente im Leben, vor denen man nicht weglaufen
kann, sich immer wieder daran erinnert.
Kerstin, erfolgreiche Gebietsleiterin der französischen
Kosmetikfirma „Celine-Dupont“, derzeit zu Schulungstagen in München, beschließt
kurzfristig nach einem merkwürdigen Telefonat mit ihrem Freund Marc, abends
noch nach Haus zu fahren. Der Leistungsdruck lastet schwer auf Kerstin. Sie
fühlt sich ausgebrannt, doch immer wieder powert sie weiter. Dabei bleibt
vieles auf der Strecke, nicht nur ihre Beziehung leidet darunter, auch
Freundschaften. Kontakte zu pflegen, unmöglich für Kerstin. Das komische
Verhalten ihres Freundes am Telefon lag ihr im Magen. Dann erhält sie noch
einen Anruf von ihrer Tante Ingrid, der Schwester ihrer Mutter. Ob sie für eine
kurze Zeit auf die Insel Hiddensee kommen und die kleine Pension „Silberdistel“
während ihres Krankenhausaufenthaltes führen könnte. Das was Kerstin dann daheim
in ihrer Wohnung, auf ihrer Couch sieht, nimmt ihr für den Moment eine
Entscheidung ab und spontan führt sie der Weg nach Hiddensee.
Wie lange war sie dort nicht gewesen? Über 25 Jahre war es
wohl her, als ihre Mutter endgültig mit ihrer Familie, den Eltern und ihrer
Schwester einen Schlussstrich zog.
Auf Hiddensee lebt sich Kerstin schnell ein, hier kennt
jeder jeden. Aber sie war nicht die einzige Person, die dort auf der Insel
einen Zufluchtsort gefunden hatte. Als Kerstin Dirk kennenlernt, taut sie langsam
auf, kommt zur Ruhe. Während einer Schlechtwetterphase, bei der sich noch nicht
einmal ein Hund auf die Straße wagt, stöbert Kerstin auf dem Dachboden. So
viele Erinnerungen sind hier gelagert, dass Kerstin immer wieder die Frage
stellt, was war damals geschehen? Wieso lebten die Großeltern weiter auf
Hiddensee, während Kerstins Mutter „angeblich“ mit einem Ausreiseantrag in den
Westen gegangen war? Antworten von der Mutter erhielt sie nicht. Diese hatte
einen festen Panzer um das Thema gelegt. Ebenso nicht Tante Ingrid, die ihr
mehrfach zu verstehen gab, sie sollte ihre Mutter fragen.
„Sanddornduft“ gewährt Einblicke in das Leben der damaligen
DDR. Wie war das, nicht zu wissen, wer ist dein Freund, wem kannst du vertrauen
und wer könnte ein Spitzel sein?
Ich kann die Frage nicht beantworten, weiß allerdings aus
eigener Erfahrung, mit welch mulmigen Gefühl im Bauch wir jedes Mal mit dem
Auto die Grenzkontrollen passiert haben, um unsere Verwandten in Ost-Berlin zu
besuchen. Wenn die Spiegel unter das Auto gehalten wurden, man könnte ja evtl.
Menschen schmuggeln.
Die Geschichte um Kerstin und ihrer Familie, ein Geheimnis,
welches langsam enträtselt wird, eine Insel, die ich zwar nur von einem
Tagesausflug her kenne, mir aber durch die bildhaften Beschreibungen wieder vor
Augen erschien, hat mich begeistert.
Ich kenne beide vorherigen Bücher von Christine Rath, von
daher braucht es keine weiteren Details zu ihrem Schreibstil o.a.
Wer Sehnsucht hat nach einem idyllischen Ort, der Natur und
den Elementen nahe sein zu wollen, der sollte sich ein paar Tage auf der Insel
Hiddensee gönnen. Kein Autolärm, ab und
an einen Sanddornlikör genießen J, abschalten, den Gedanken freien Lauf lassen, Kraft
tanken.
Die Geschichte um Kerstin enthält etliche Lebensweisheiten,
wundervolle Lesestunden und zeigt auf, dass Glück und Leid sowie auch Neid oft
dicht beieinander liegen.
Fazit:
Die Autorin Christine Rath hat es mit ihrer Sprache, ihrem
Schreibstil verstanden, den Leser mit ihrem Buch zu fesseln. Je mehr die
Geschichte fortschreitet, Vergangenheit, Gegenwart, umso schneller ist man
leider am Ende und möchte mehr. Schade, schon durch!
„Sanddornduft“ kann ich nur empfehlen. Es ist ein Buch, dass
man nicht so schnell aus der Hand legt, eben ein besonderes Buch, nicht
langweilig, empfehlenswert.
Auch das Cover gefällt und spricht an.
Buchinfo:
Sommer auf Hiddensee Wind
im Haar und Sonne auf der Haut … Die erfolgreiche Karrierefrau Kerstin genießt
nach einer großen Enttäuschung die ersten warmen Tage auf der zauberhaften
Insel Hiddensee. Hier, in der kleinen Pension »Silberdistel« ihrer Tante
Ingrid, entdeckt sie auf der Suche nach ihren Wurzeln plötzlich ein lange
gehütetes Familiengeheimnis. Als sie sich in den attraktiven, doch
undurchsichtigen Dirk verliebt, muss Kerstin eine Entscheidung treffen, die
nicht nur ihr eigenes Leben für immer verändern wird.


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