Emma Brockes
Sie ging nie zurück
Broschiert
352 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3423260169
Originaltitel: She
Left Me The Gun
€ 15,90
auch als EBOOK erhältlich
Quelle/ Info » Verlag «
Herzlichen Dank an den Verlag für das Leseexemplar.
Aktuelles Cover zum Zeitpunkt der Rezension
Verlagsinfo:
Es ist die wahre Geschichte von Emma Brockes’ Mutter Paula,
die ihre Kindheit und Jugend in Südafrika verbringt und von ihrem gewalttätigen
Vater missbraucht wird. Als sie ihn endlich anzeigt, muss sie erleben, wie er
unbehelligt frei von jeder Strafe weiterleben kann.
Die Autorin reist für die Recherche nach Johannesburg,
verabredet sich mit unbekannten, zum Teil skurrilen Verwandten und studiert
Gerichtsakten. Was sie dabei erfährt, wird sie für immer verändern …
*** Die Geschichte eines Familiendramas ***
Meine Meinung:
„Eines Tages erzähle ich dir dir Geschichte meines Lebens,
da wirst du staunen …“, so beginnt der Klappentext des Buches „Sie ging nie
zurück“ von der Autorin Emma Brockes. Emma war zehn Jahre, als ihre Mutter diesen
Satz das erste Mal zu ihr sagte. Doch es sollten noch viele Jahre vergehen,
bevor Emma mehr von der Familiengeschichte ihrer Mutter erfuhr.
Diese war 1960 aus Südafrika nach London ausgewandert. Sie
stammte aus der Familie DeKiewit und war das älteste von acht Kindern. In
England ändert sie ihren Vornamen und lernt John kennen. Die beiden heiraten
und bekommen eine Tochter, Emma.
Die 27-jährige Journalistin Emma ordnet nach dem Tod der
Mutter mit ihrem Vater den Verkauf des Hauses, und sortiert die persönlichen
Dinge von Paula. Ihre Recherchen werden sich als schwierig gestalten, zumal es
eine große Verwandtschaft gibt. Emmas Reise ist nicht nur eine Reise in die
Vergangenheit. Paula verlor schon sehr früh ihre Mutter und wuchs zu Zeiten der
Apartheid in Südafrika auf. Der Vater,
ein Alkoholiker, gewalttätig, heiratete neu und so kamen noch weitere
Geschwister dazu. Ausschlaggebend für den Fortgang aus Südafrika, das Verlassen
der Geschwister, die Paula immer wieder vor den Übergriffen des Vaters schützen
wollte, war auf jeden Fall der Vater. Im Nachlass der Mutter findet sich eine
Pistole, die sie aus Südafrika mitgebracht hatte. Wenn die Tochter den eigenen
Vater anzeigt, es darüber Gerichtsakten gibt, was steckte dahinter?
Die Recherche wird für Emma schmerzlich, denn es kommen
schreckliche Dinge ans Tageslicht. Doch bei all dem zeigt sich auch die
Schönheit Afrikas in den Zeilen, denn nicht alle Menschen sind schlecht. Die
Zeit der Apartheid in Südafrika wird in diesem Familiendrama gut beschrieben.
Eine Reise zurück zu den Wurzeln – doch nicht immer kommt
nur Gutes ans Licht.
„Sie ging nie zurück“, eine Hommage an Emmas Mutter. Die
privaten Fotos fügen sich gut in die Handlung ein und gewähren einen Blick in
die Familie. Dass die häusliche Gewalt, wie Emmas Mutter sie erfahren musste,
selbst heute in unserer modernen Gesellschaft stattfindet, macht nachdenklich.
Eine faszinierende, aber auch schockierende
Familiengeschichte mit einem ernsten Thema.
Das Buch mag nicht jeden Leser ansprechen, doch derjenige,
der sich auf diese Geschichte einlässt, wird es nicht bereuen. Mein Buchtipp –
und klare Lese-/Kaufempfehlung!
Vita:
Emma Brockes schreibt für den 'Guardian', die 'New York Times',
'Vogue', 'Harper's Bazaar' u.a. Sie wurde mit mehreren journalistischen Preisen
ausgezeichnet und lebt in New York.


Schöne Rezi, Danke!
AntwortenLöschenglG, Manja
:-) Sehr gern Manja.... und dir ein schönes Wochenende
LöschenLG HANNE
Ich kann gut verstehen, dass man gerade bei solchem Stoff manchmal etwas länger braucht um seine Gedanken in Worte zu fassen. Das hast du aber super hinbekommen und du machst Lust auf das Buch. Danke dafür!
AntwortenLöschenLG
Yvonne
Das stimmt wirklich und weil es auch ein Buch ist, welches nicht mal so eben gelesen werden kann. Jedenfalls geht es mir so. Lieben Dank für deinen Kommentar
LöschenLG Hanne